Wir
müssen „jetzt mit den
britischen und den amerikanischen Stellen die geeigneten
Vorkehrungen treffen, damit wir so schnell wie möglich (nach
Deutschland, d.V.) zurückkehren können, um die Entwicklung
antikommunistischer Gewerkschaften zu leiten.“ (Fritz
Tarnow ,
Brief von 1944) |
Aus
der Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbund /19. Bundeskongress“
DGB-Geschichte:
„Es darf geklatscht werden.“
Der
DGB - „Bündnispartner für gute Arbeit“ - fürs Kapital
Von
Reinhold Schramm
Kommunisten.online
vom 17. Juli 2010 - Während
die antifaschistischen Gewerkschaften nach 1945 auf Schritt und Tritt
behindert wurden, schossen die Unternehmerorganisationen wieder üppig
ins Kraut. Anfang 1946 bestanden in Bayern bereits 29
Unternehmerorganisationen. Mit diesen Unternehmerverbänden schuf sich
das deutsche Monopolkapital frühzeitig Interessenvertretungen. Von
Anfang an wirkten Unternehmerorganisationen nach 1945 und die in den
Besatzungsarmeen an führender Stelle tätigen Vertreter des
anglo-amerikanischen Monopolkapitals eng zusammen.
Arthur
D. Kahn, Mitarbeiter der amerikanischen Militärregierung, schrieb
hierzu: „Die großen Korporationen und Bankhäuser in Amerika ...
waren an ihren Investierungen und ihrem Besitz in Deutschland besonders
interessiert - zum Beispiel die Trusts General Motors [OPEL-Germany],
General Electric, Ford, die Standard Oil of New Jersey, die
International Telephone & Telegraph Company usw. Sie würden alles
tun, um ihren Besitz zurückzuerhalten, sicherzustellen und zu vergrößern.
Außerdem hatten große amerikanische Unternehmungen Finanz- und
Handelskontrakte sowie Patentverträge mit deutschen Kartellen
abgeschlossen, die jetzt, nachdem der Krieg beendet war, wieder wirksam
wurden. Daher stellten sich viele amerikanische und britische
Unternehmer offen gegen die Bestimmungen des Potsdamer Abkommens, welche
die Fragen der Reparationen, die Zerstörung der Rüstungsindustrie
sowie die Begrenzung der Produktion betrafen ... Viele der Offiziere
unserer Militärregierung, die selbst Unternehmer waren, erstarrten vor
Ehrfurcht vor den Magnaten der internationalen Kartelle.“ (Arthur D.
Kahn: Offiziere, Kardinäle und Konzerne. Ein Amerikaner über
Deutschland, Berlin o. J., S. 135/136.)
Als
Vertreter des Monopolkapitalismus waren die hohen Offiziere der
Besatzungsorgane in der Mehrzahl ausgesprochene Arbeiterfeinde, unversöhnliche
Gegner der Gewerkschaften und natürlich verbohrte Antikommunisten. „
Gemeinsam
mit jenen Vertretern aus der Führung des Allgemeinen Deutschen
Gewerkschaftsbundes (ADGB, - vor 1933), die vor dem deutschen Faschismus
und Imperialismus kapituliert hatten, waren von amerikanischen Agenten
schon während des Zweiten Weltkrieges Pläne gegen künftige
antifaschistisch-demokratische Einheitsgewerkschaften geschmiedet
worden. Im Jahre 1944 zirkulierte in den Dienststellen des
amerikanischen Geheimdienstes ein Brief Fritz Tarnows, in dem es hieß:
„Beim Wiederaufbau deutscher Gewerkschaften stehen wir vor dringenden
Aufgaben. Es ist gewiss, dass eine der Hauptaufgaben der deutschen
Arbeiter die Forderung nach Einheit sein wird, und sie werden versuchen,
starke nichtpolitische Verbände von Industriegewerkschaften zu
schaffen, oder vielleicht sogar Gewerkschaften verlangen, die alle
Arbeiter umschließen (Einheitsgewerkschaften).
Wir müssen dies um jeden Preis verhindern trachten, da es den
Kommunisten die Möglichkeit geben würde, die Gewerkschaften zu
beherrschen. Daher müssen wir jetzt mit den britischen und den
amerikanischen Stellen die geeigneten Vorkehrungen treffen, damit wir so
schnell wie möglich (nach Deutschland, d.V.) zurückkehren können, um
die Entwicklung antikommunistischer Gewerkschaften zu leiten. Wir dürften
auf die Mitarbeit der (westlichen, d.V.) Militärbehörden rechnen können,
da es ebenso in ihrem wie in unserem Interesse liegt.“ (Zit. nach:
George S. Wheeler: Die amerikanische Politik in Deutschland, 1945 bis
1950, Berlin 1958, S. 39/40.) „
Von
sozialdemokratischen Emigranten in Schweden war ein Plan ausgearbeitet
worden, der vorsah, keine neuen Gewerkschaften zu gründen, sondern
lediglich die faschistische Deutsche Arbeitsfront (DAF) zu
reorganisieren. Derartige Pläne waren jedoch auf so heftigen Widerstand
unter den antifaschistischen Gewerkschaftern gestoßen, dass sie wieder
zurückgenommen werden mussten. Solche Vorstöße hatten schon angekündigt,
dass die Gründung neuer freier Gewerkschaften nur im
Kampf gegen opportunistische Einflüsse und gegen die
Einmischungsversuche der (imperialistischen) Besatzungsmächte erfolgen
konnte. „
Im
Sommer 1945 trafen in Westdeutschland Funktionäre der „American
Federation of Labor“ (AFL) ein – vom Monopolkapital korrumpierte
amerikanische Gewerkschaftsvertreter -, deren Aufgabe es war, das
Entstehen einheitlicher, fortschrittlicher Arbeiterorganisationen zu
verhindern. Der frühere Sekretär der AFL in Chikago, Joe Keenan, wurde
Berater der höchsten amerikanischen Besatzungsbehörden. Auf seine
Veranlassung wurden Arbeiterversammlungen zur Gründung von (unabhängigen)
Gewerkschaften verboten. „
Willfährige
Antikommunisten wurden von der amerikanischen Besatzungsmacht mit
Lebensmittelzuwendungen, so genannten Care-Paketen ['Bananen'], belohnt,
Zögernde bestochen. Setzten sich Arbeiterfunktionäre über die Gängeleien
der Besatzungsmächte hinweg, liefen sie Gefahr, dass ihre
Organisationen verboten wurden. In München hatte sich bereits im Mai
1945 ein Gewerkschaftsausschuss gebildet. Sein Zulassungsantrag wurde
jedoch von der US-Militärregierung abgelehnt. Nicht anders erging es
den Hamburger Arbeitern, deren einheitliche Gewerkschaftsorganisation
die britische Militärregierung nicht zuließ. „
16.05.2010,
besorgt von Reinhold Schramm „
Aktuell:
DGB-Bundeskongress 2010, 16. bis 20. Mai in Berlin.
Arbeit, Gerechtigkeit, Solidarität - 19. Parlament der Arbeit.
Anm.: Eröffnungsreden von Michael Sommer (SPD),
DGB-Vorsitzender, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) und einem Grußwort
des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit (SPD).
http://www.dgb.de/uber-uns/dgb-heute/bundeskongress/19-bundeskongress
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