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Militärdiktatur
in Argentinien 1974-1984
DaimlerChrysler
gibt Gutachten in Auftrag, nachdem ihr Manager in Argentinien
während der Militärdiktatur ein Unschuldslamm ist und an den M orden
an Gewerkschafter nichts zu tun haben soll.
Gutachter hört weder Überlebende, noch Angehörige der Ermordeten an,
noch Staatsanwälte, die sich mit den Verbrechen der Junta beschäftigen
- amnesty International macht das böse
Spiel mit. Gefälligkeitsgutachten? siehe
Deutsche
Justiz erklärt sich für nicht zuständig bei der Strafverfolgung der
Hintermänner und Mörder am Tod deutscher Staatsbürger und erklärt
ferner, der damalige Chef von Mercedes-Benz Argentinien sei ein
Unschuldslamm, "mangels
hinreichenden Tatverdachtes" am Mord an Gewerkschafterm.
siehe |
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Zweifel
an Prof. Tomuschats Recherchen über verschwundene Betriebsräte bei
Mercedes Argentinien
Buenos
Aires, 05.12.2003
Während
der Militärdiktatur in Argentinien verschwanden 1976 mehrere Betriebsräte
der dortigen Mercedes Benz Fabrik spurlos. Recherchen der deutschen Journalistin Gaby Weber deuten
darauf hin, dass sie verschleppt, gefoltert und ermordet wurden.
Eine Mitschuld der Firmenleitung und insbesondere des damaligen
Produktionsleiters Juan Tasselkraut sollte eine von DaimlerChrysler
beauftragte Kommission untersuchen. Kommissionsleiter Prof. Christian
Tomuschat wird seine Ergebnisse am kommenden Montag, 08.12.2003, in
einer Pressekonferenz der DaimlerChrysler AG in Stuttgart vorstellen.
Dazu erklärt Gaby Weber:
„Die
Untersuchungskommission kam auf Druck der ,Kritischen Aktionäre’ und
auf Initiative des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Erich Klemm zustande.
Klemm bevorzugte als Leiter dieser Kommission eine Person der
argentinischen Kirche. Der erste Vorschlag hieß: Adolfo Pérez Esquivel,
argentinischer Friedens-Nobelpreisträger. Der Vorstand von
DaimlerChrysler lehnte ihn ab und schlug vor, "amnesty
International" (ai) die Leitung zu übertragen. ai führt solche
Untersuchungen nicht selbst durch. Daher der zweite Vorschlag: der
lutheranische Bischof Helmut Frenz, einst von Pinochet aus Chile
ausgewiesen und viele Jahre Generalsekretär von ai Deutschland eine
unbestechliche Person. Ihn lehnte die Leitung von ai ab und setzte sich
statt dessen unter Ausschluss aller, die in dieser Sache aktiv sind
(darunter auch der ,Kritischen Aktionäre’) mit der
DaimlerChrysler-Geschäftsleitung zusammen. Das Ergebnis dieser
Geheimverhandlungen war die Ernennung von Christian Tomuschat, bis zu
diesem Zeitpunkt wegen seiner Arbeit in der ,Wahrheitskommission’ in
Guatemala ein angesehener Experte in Sachen Menschenrechte.
Die
Kommission besteht nur aus Herrn Tomuschat und zwei nach BAT bezahlten
Angestellten. Herr Tomuschat hat keine weiteren Mitglieder aus dem öffentlichen
Leben Deutschlands oder Argentiniens aufgenommen. DaimlerChrysler hatte
als zweites Kommissionsmitglied den Bischof von La Plata, Héctor Aguer,
vorgeschlagen, der in Argentinien berüchtigt ist wegen seiner Kampagnen
gegen Empfängnisverhütung, Ehescheidung und Aidsbekämpfung und für
sein Werben für die Straflosigkeit für Folterer. Herr Tomuschat erklärte
mir gegenüber, dass Aguer der Kommission nur „beratend“ zur Verfügung
stehe. Ich habe Herrn Tomuschat bei seinem Aufenthalt in Argentinien
Material und Kontakte angeboten.
Auf
seinen Wunsch hin habe ich ihn mit vier der überlebenden
Mercedes-Betriebsräte zusammen gebracht. An dem Gespräch habe ich
selbst nicht teilgenommen. Mir wurde berichtet, dass das Gespräch
weniger als zwei Stunden gedauert hat. Die
Ex-Betriebsräte boten an, ihm in der Fabrik die Orte der
Verschleppungen zu zeigen, was Herr Tomuschat ablehnte. Ein weiteres
Gespräch wünschte er nicht. Herr Tomuschat hat mit dem
Opferanwalt, Dr. Ricardo Monner Sans, gesprochen, etwa 30 Minuten lang.
Ein
weiteres Gespräch lehnte er ab. Dr. Monner Sans bot ihm an, ihn mit den in der argentinischen Strafsache
tätigen Staatsanwälten zusammen zu bringen. Auch dies lehnte Herr
Tomuschat ab. Ich habe Herrn Tomuschat angeboten, ihn mit den
Hinterbliebenen der Verschwundenen Betriebsräte zusammen zu bringen und
ihn darauf hingewiesen, dass diese Familien trotz der vielen Jahre immer
noch tief verletzt seien. Herr
Tomuschat hat dieses Angebot abgelehnt. Er hat mit keinem der
Hinterbliebenen gesprochen.
Es
gibt in der Fabrik Mercedes Benz Argentinien (MBA) nicht nur die
(korrupte) Gewerkschaft für die Arbeiter, SMATA, sondern auch die für
die Meister und mittleres Management, die „Asociacion Personal
Superior“. Sie wurde gegründet von Alfredo M., seit den 60er Jahren
ihr Generalsekretär bzw. leitender Funktionär. Alfredo M. war 36 Jahre
bei MBA tätig, zuletzt als Meister, und ist im Jahr 2001 ausgeschieden.
M. schickte mir im
April 2003 eine e-mail, in dem er mir berichtete, dass er am 14.12.1976
(am selben Tag wie die MBA-Arbeiter Grieco und Vizzini) entführt und
von Kommissar Rubén Lavallén (verurteilter Kindesräuber und ab 1978
Sicherheitschef bei Mercedes) gefoltert und zu gewerkschaftlichen
Aktivitäten verhört wurde. Als er am nächsten Morgen, nach mehreren
Stunden Folter, verspätet ins Werk kam, wartete dort Produktionschef
Tasselkraut auf ihn, der über das Vorgefallene informiert war.
M. schwieg über das Vorgefallene bis April diesen Jahres. Da war gerade
Herr Tomuschat in Argentinien und befragte die Personen, die ihm von der
Firma vorgeschlagen wurden, darunter mehrere Gewerkschafter der „Asociacion
Personal Superior“, MBA-Angestellte. M.s Name stand nicht auf der
Liste. Als er fragte, warum er, der am eigenen Leib die Repression erfahren
habe, nicht mit Tomuschat sprechen solle, erhielt er von der
Werksleitung die Antwort, dass seine Aussage für die Arbeit von Herrn
Tomuschat „kontraproduktiv“ sei. Ein Gespräch kam nicht
zustande.
Wenige Tage, nachdem M. zu mir über
e-mail Kontakt aufgenommen hatte, versuchten Unbekannte, ihn vor seiner
Haustür zu entführen. Der
Versuch misslang, M. erstattete Strafanzeige. Wochen später wurde er im
Park mit den Worten bedroht, dass er aufhören solle, mit der deutschen
Journalistin zu reden, wenn ihm sein Leben lieb sei. Ich bat die
Regierung um Hilfe, und das Menschenrechtssekretariat bot Polizeischutz
an. Nachdem ihn die Staatsanwaltschaft in Buenos Aires vernommen hatte,
hörten die Drohungen auf. Ich
schickte eine Kopie seiner Zeugenaussage an die Staatsanwaltschaft Nürnberg.
Diese verzichtete aber auf M.s Vernehmung und stellte das
Ermittlungsverfahren ein.“
Dr.
Gabriele Weber /
0054-9-11-53767533 E-Mail an Gaby Weber
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Wolfgang
Kaleck, Rechtsanwalt, Immanuelkirchstraße 3-4, 10405 Berlin
Dr. Konstantin Thun, Rechtsanwalt, Gartenstraße 30, 79098 Freiburg
Roland Beckert, Rechtsanwalt, Gartenstraße 30, 79098 Freiburg
Claus Richter, Rechtsanwalt, Martinstraße 4, 12167 Berlin
Pressemitteilung
der Rechtsanwälte der Koalition gegen Straflosigkeit zu den
Argentinienverfahren der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth
-
Die
Justizpressestelle des Oberlandesgerichts Nürnberg hat heute eine
Presseerklärung herausgegeben (www.justiz.bayern.de/olgn/presse/info/fr_aktuell.htm
), deren Tenor der Erklärung wie folgt lautet:
I. Das
Amtsgericht Nürnberg erließ am 28.11.2003 auf Antrag der
Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftbefehl gegen den früheren
argentinischen Staatspräsidenten und Chef der argentinischen Militärjunta
Jorge Videla (78), den früheren Oberbefehlshaber der Marine Emilio
Massera (78) und den Chef des ersten Heerescorps der Zone 1, Carlos
Guillermo Suarez Mason (79). Gegen alle drei Beschuldigte besteht der
dringende Tatverdacht des Mordes in mittelbarer Täterschaft an den
Staatsbürgern Elisabeth Käsemann und Klaus Zieschank.
II. Die
Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte das Verfahren gegen den
deutsch-argentinischen
ehemaligen Produktionsleiter des Mercedes-Benz-Werkes in Buenos Aires
mangels hinreichenden Tatverdachtes ein.
III.
"Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte das
Ermittlungsverfahren mangels Zuständigkeit der deutschen
Gerichtsbarkeit gegen die Juntamitglieder und weitere Beschuldigte
insoweit ein, als es sich um nicht deutsche Staatsangehörige
handelt."
2.
Die Rechtsanwälte der Koalition gegen Straflosigkeit kommentieren dies
wie folgt:
2.1. Die
Koalition gegen Straflosigkeit ist ein Zusammenschluß von
Nichtregierungsorganisation (www.menschenrechte.org/koalition
) die seit 1998 gemeinsam mit argentinischen Familienangehörigen von
Verschwundenen und Toten der Militärdiktatur und
Menschenrechtsorganisationen auf die Aufklärung der Verbrechen in der
Diktatur und Bestrafung der Täter in Deutschland hinarbeitet. Der
Erlass der Haftbefehle gegen die zwei ehemaligen Mitglieder der
argentinischen Militärjunta ist ein großer Erfolg für die
mittlerweile fünfjährige Arbeit dieser Nichtregierungsorganisation.
Nach überaus langwierigen und ausführlichen Ermittlungen ist die
Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth zu dem Ergebnis gekommen, dass die
Militärjunta ein „Terrorregime samt Repressionsapparat mit
hierarchischen Befehlsstrukturen errichtet hat, mit dem Ziel der
systematischen Tötung politisch anders Denkender, so genannten
"Subversiver". Aufgrund ihrer Willensherrschaft über diesen
organisatorischen Machtapparat, der Kenntnis über dessen Funktionsweise
und ihrer absoluten Befehlsgewalt hatten sie unter Ausnutzung der
bestehenden Befehlsketten "regelhafte Abläufe ausgelást, die zur
Tötung der nachgenannten Opfer führten".
2.2. Die
Einstellung des Verfahrens gegen den früheren Produktionsleiter des
Mercedes-Benz-Werks in Buenos Aires Juan T. ist nicht nachvollziehbar.
Wir werden uns dagegen mit allen juristischen Mitteln zur Wehr setzen. Bereits
seit längerem hatte die Koalition gegen Straflosigkeit einen Haftbefehl
gegen den ehemaligen Produktionsleiter angeregt, weil ein dringender
Tatverdacht bestand, dass dieser durch die Weitergabe der Adresse eines
später verschwundenen Betriebsrates, Diego Nunez am 12.08.1997 Beihilfe
zum Mord an Nunez geleistet hat (ausführlich : www.labournet.de/branchen/auto/dc/ar/haftbefehl.pdf
)
3.
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Führt führt das Ermittlungsverfahren
nunmehr noch gegen 69 weitere Militärs im Hinblick auf 14 Tatopfer,
darunter auch die Nachkommen zwangsausgebürgerter deutsch-jüdischer
Immigranten weiter. Wir hoffen, dass diese Ermittlungen auch bezüglich
der anderen Diktaturopfer zu Ergebnissen und letztlich zu weiteren
Haftbefehlen gegen weitere Militärs führen. Im übrigen ist der
Einstellungsbescheid im einzelnen zu analysieren.
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat zunächst die Presse
informiert, ohne bisher die Geschädigten der Straftaten und ihre Opfer
Gelegenheit zu geben, die Bescheide zur Kenntnis zu nehmen. Ob gegen die
Teileinstellung bezüglich der nichtdeutschen Tatopfer Rechtsmittel
eingelegt werden und alle weiteren Fragen, müssen daher sorgfältig erörtert
werden, sobald uns die Bescheide zugestellt wurden.
Kontakt
: Rechtsanwälte Thun und Beckert/Freiburg 0761 ì 202 770, RA.Beckert@Beckert-Thun.De;
Rechtsanwalt Kaleck/Berlin 030 - 446 792 12, WKA@DieFirma.Net
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