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Aus Betrieb & Gewerkschaft |
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Wichtige Rubriken und Beiträge Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk Kampf den ideologischen Diversanten Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands Gegen den imperialistischen Krieg Wider
den Block der zur
Geschichte |
Oder: von Günter Ackermann Ein
Satz vorweg: Es gibt bekanntlich zwei französische Wörter, die ins Deutsche
übersetzt Bürger heißen: Citoyen und Bourgeois. Citoyen ist Staatsbürger,
also du und ich. Nicht zufällig verwenden Marx und Engels, wenn sie den
Kapitalismus analysieren, das Wort Bourgeois für Besitzbürger, Kapitalist.
Beachtet bitte, dass Attac Citoyen sagt. Smart
und jungdynamisch kommen sie einher. Immer einen flotten Spruch auf den
Lippen, alles sehend, alles erkennend und alles wissend: die
Globalisierungsgegner von Attac. Vor einem Jahr kannte sie noch niemand, dann,
wie Pilze nach einem warmen Sommerregen, schoss Attac aus der Erde. Die Association
pour une Taxation des Transactions financières
pour l'Aide aux Citoyens (zu deutsch:
Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Wohle der BürgerInnen)
Oder bösartig ausgedrückt: Vereinigung zur Beschaffung für Geld für
Waffen, Kriege und anderes für den Bundesfinanzminister. Man mag mir
Unsachlichkeit vorwerfen, aber praktisch ist es genau das. Und: Warum finden
Finanztransaktionen statt? Warum spekuliert jemand an der Börse? Um des
Gewinns Willen oder „zum Wohle der Bürger“? Die Antwort weiß jeder. Niemand
soll sagen, ich sei gegen die Tobinsteuer. Ich bin dafür, dass auch Börsenspekulanten
besteuert werden – wenn es denn realistisch wäre oder die Spekulanten spürbar
belasten würde. Ulla Lötzer, PDS-MdB und Attac-Mitglied sagte dagegen im
Bundestags, als sie den PDS-Antrag zur Einführung der Tobinsteuer begründete:
„Richtig ist, dass
die Tobinsteuer natürlich nicht gegen massive Fundamentalspekulationen in
einer Währung wirken kann.“ und
weiter sagt sie: „Sogar die einmalige Belastung könnte durch eine
Verringerung oder Erstattung der Einfuhrumsatzsteuer um den Satz der
Tobinsteuer oder durch eine Verrechnung mit fälligen Gewinnsteuern oder
Steuergutschriften bei Direktinvestitionen neutralisiert werden.“ Ja um
was in aller Welt dann die Tobinsteuer, wenn die Spekulanten sie mit anderen
Steuerzahlungen verrechnen können oder sie gar erstattet bekommen? Man kann
sich ja über den Sinn und Unsinn dieser Steuer streiten, wenn die Großspekulanten,
wie die Deutsche Bank oder die Konzerne wirklich zur Kasse gebeten werden
sollen. Aber eine kostenneutrale Steuer? Die
Tobinsteuer wirkt möglicherweise gegen die Zocker, die an ihrem heimischen PC
die Aktienkurse durch nervöses und hysterisches Kaufen und Verkaufen
durcheinander bringen. Es ist aber im Interesse der Großspekulanten, dass
dieses Verhalten möglichst unterbunden wird. Die Tobinsteuer richtet sich womöglich
nicht gegen die Großbanken, sondern ist in ihrem Interesse. Ich
bin für die Besteuerung über die Körperschaftssteuer für Großkonzerne.
Wenn man bedenkt, dass Siemens keinen Groschen Steuern bezahlt, aber
Milliarden Subventionen einstreicht, dass Daimler-Chrysler deshalb seinen
Hauptsitz in Stuttgart einrichtete, weil sie in Deutschland mehr Steuern
sparen konnten als in Detroit, so erfüllt mich das mit heller Empörung. Sie
ebenso zu besteuern wie den Arbeiter am Band oder den Angestellten am
PC-Arbeitsplatz, ist eigentlich selbstverständlich. Aber daraus die
Schlussfolgerung zu ziehen, dann ändere sich alles zum Guten, ist ja wohl
mehr als verwegen. Oder gar, wie es Attac macht, mit der Parole: „Attac
- für eine solidarische Weltwirtschaft, gegen neoliberale Globalisierung“ den
Eindruck zu erwecken versucht, sie, Attac, habe nun das Rezept gefunden, so
wird Etikettenschwindel betrieben. 1. Genau im richtigen MomentDie
Zeiten, als uns die bürgerliche Propaganda die Mär von den Selbstheilungskräften
des Marktes, von der Notwendigkeit der Anpassung der Sozialsysteme z.B. an das
der USA oder gar Indonesiens wegen der internationalen Konkurrenzfähigkeit
der deutschen Wirtschaft, von der Unvermeidbarkeit des
Shareholder-Kapitalismus usw. zu überzeugen versuchte und der ganze Unsinn
geglaubt wurde, sind vorbei. Immer mehr kritische Stimmen melden sich. Es
entsteht in allen Ländern der Welt Widerstand gegen die Wirtschaftspolitik
der Regierungen der mächtigsten Industrieländer, also gegen die
Globalisierung. Zunehmend politisiert sich die Widerstandsbewegung und richtet
sich immer mehr gegen das kapitalistische System selbst. Der Gedanke, dass es
Alternativen jenseits des Kapitalismus geben müsse, gewinnt immer mehr Anhänger. Was
aber nur in Ansätzen vorhanden ist, ist die kommunistische Alternative. Wir
beginnen uns erst allmählich von der Niederlage vor 10 Jahren zu erholen, es
ist noch keine Ausrichtung in Theorie und Praxis erfolgt, die den Kriterien
des dialektischen und historischen Materialismus entspricht. Die
unterschiedlichen autonomen Gruppen, die zwar revolutionäre Ansätze
vertreten, sind meist nur in einem eingegrenzten Bereich tätig, decken aber
nicht das gesamte Spektrum der politischen Notwendigkeiten ab. Seit
einiger Zeit ist deutlich, dass die Opfer der Globalisierung, die
Arbeiterklasse, in allen Ländern beginnen, das Märchen von der Allmacht des
Marktes zu durchschauen. Nur noch die allerverbohrtesten Journalisten und
rechten Politiker tischen dieses Märchen den Menschen auf. Und
jetzt auf einmal Attac. Gegen die Globalisierung und überhaupt. Die
Tobinsteuer ist für sie das Maß aller Dinge. Honorige Leute repräsentieren
dieses Gebilde. Sie ziehen dabei andere nach und so erscheint Attac als die
neue progressive Bewegung gegen die Allmacht des Monopolkapitals. Attac
gibt sich verbalradikal, sogar der Name verspricht zumindest Radikalität oder
gar Militanz. Lassen wir Attac selbst sprechen. Auf ihrer Homepage stellt sich
Attac wie folgt vor: „Attac ist übrigens durchaus offensiv gemeint (wir
wollen die zentralen Probleme in
Angriff nehmen), keinesfalls aber militärisch oder gewalttätig.“
( siehe: http://www.attac-netzwerk.de/attac.html
)
Na da haben wir es. Mit Wortspielchen wird Militanz vorgegaukelt –
dass es ein Verein ist, der nur eine neue Steuer einführen will und
darin das Heil aller Dinge sieht, erkannt der normale Mensch nicht auf Anhieb.
Natürlich ist es nicht „militärisch oder gewalttätig“ zu verstehen.
Wieso auch? Attac ist in der Realität das Gegengewicht zur sich immer mehr
als militant zu verstehende Anti-Globalisierungsbewegung. Attac gaukelt also
Militanz vor ohne es zu sein. 1.1
Wieso ausgerechnet Attac?
1.1.1
Für jeden etwas
Wer
das Papier von Attac liest, dem erscheint das, was sie schreiben, schlüssig
und klar, die Probleme aufgreifend um Änderungen durchzusetzen. Attac
schreibt zum Beispiel: „Das Dienstleistungsabkommen GATS (General
Agreement on Trade in Services) zielt auf die Liberalisierung des Handels mit
Dienstleistungen. Dabei schrecken die Handelspolitiker nicht vor den heute
noch in vielen Ländern geschützten Bereichen wie dem Gesundheitswesen, dem
Bildungswesen und der Wasserversorgung zurück.“ (siehe: http://www.attac-netzwerk.de/wto/gesundheitheit.html)
Natürlich ist das erst mal richtig. Das internationale Monopolkapital dringt
in immer mehr Bereiche der Staaten ein. Über ihre Organisationen, wie der
Weltwirtschaftsgipfel oder die Weltbank greifen sie in die inneren
Angelegenheiten der Staaten ein, verordnen der Freihandel, zerstören dabei
die einheimische Wirtschaft, die Umwelt, die sozialen Sicherungssysteme und
schicken die Menschen in Elend. GATS ist da ein Beispiel von vielen. Das
gilt nicht minder auch für das Patentschutzabkommen TRIPS. Es wird am
Beispiel der Klage deutscher Pharmakonzerne gegen Südafrika dargestellt, dass
dort versucht wurde, Südafrika zu zwingen, auf die billigeren Generika gegen
AIDS zu verzichten. Südafrika setzte sich allerdings durch. In
Katar musste auch die WTO dem zustimmen. Es fällt immer noch genug Profit bei
den Medikamenten gegen AIDS in Europa und Nordamerika an. Die ärmsten Länder
der Welt werden sich die teuren Originalmedikamente nicht leisten können.
Warum nicht da dem Faktischen nachgeben? Wer aber den Text von Attac liest,
hat den Eindruck, Attac habe das durchgesetzt. Ein
anderes Beispiel: Soziale Sicherungssysteme. Da belehrt der Attac-Autor Harald
Klimenta (http://www.attac-netzwerk.de/sozsich/sozsys.doc) seine Leser: „Es
ist ein fataler Irrtum, Sozialausgaben als Staatsausgaben zu bezeichnen,
Staatsausgaben finanzieren sich aus nicht zweckgebundenen Steuern.
Sozialabgaben sind keine Steuern, die der Staat für etwas verbraucht, sondern
Versicherungsleistungen, die vom Staat umverteilt werden.“ Wer behauptet
eigentlich, Sozialabgaben seien Steuern? Ich habe es bisher noch nie gehört.
Dass sie von den Lohnabhängigen allerdings wie Steuern wahrgenommen werden,
steht auf einem anderen Blatt. Allerdings
behaupten die Berliner Parteien, man müsse, um die deutsche Wirtschaft
international konkurrenzfähig zu machen, die Lohnnebenkosten senken. Deshalb
die unselige Ökosteuer, die bekanntlich diese Kosten senken soll, in
Wirklichkeit aber eine Subventionierung der Konzerne ist. Dass das alles ein Märchen
ist, von wegen Lohnnebenkosten, sagt Attac nicht - stattdessen die Belehrung,
Versicherungsleistungen seinen keine Steuern. Herr Klimenta hat nach Kolumbus
Amerika ein zweites Mal entdeckt. Attac
erfindet das Rad neu, sagte mir jemand, der selbst bei Attac ist. Jedenfalls
tut Attac so, als sei dies der Fall. Tatsächlich geht es darum, nur Attac ins
Gespräch zu bringen. Als im Sommer in Genua der junge Demonstrant von
Polizisten ermordet wurde, erwähnte das Attac aus ihrer Homepage noch drei
Tage nach dem Mord mit keinem Wort. Stattdessen berichtete man ausführlich über
eigene Aktivitäten, was bei näherem Hinsehen allein neckische Spielchen
waren. 1.1.2
Die faulen Tricks zur Mitgliedergewinnung oder Mit Speck fängt man Mäuse
Trick
1: Man
mache die Erscheinungsform zum Wesen oder Das Rad wird neu erfunden Dass
der Prozess der sog. Globalisierung ganze Völker ins Elend treibt, ist
offenkundig. Dass der Neoliberalismus, mit seiner Maxime, der Markt regele
alles, nicht funktioniert, ist ebenfalls offenkundig. Globalisierung ist
nichts anderes, als die Weiterentwicklung des Kapitalismus über die engen
nationalen Grenzen hinaus. Globalisierung ist nichts anderes als das, was der
Kapitalismus immer schon machte: Schaffung und Eroberung des Weltmarktes.
Bediente man sich zu Marx’ Zeiten des Telegrafen und des Dampfschiffes zur
internationalen Kommunikation, hat man heute Computer, weltweite
Datenkommunikation und Flugzeuge. Das eröffnet neue Möglichkeiten, die das
Großkapital natürlich zu seinem Nutzen einsetzt - neue Möglichkeiten der
Profitmaximierung. Dahinter steckt aber immer nur das Profitstreben des
Kapitals. Wenn heute ein Teil der Gewinne aus Börsenspekulationen besteht, so
steckt aber immer dahinter die Profiterwartung aus der Warenproduktion. Die Börsenspekulationen
können sich zeitweise zwar verselbständigen. Das beseitigt aber nicht, dass
im Zentrum immer noch die Produktion von Waren steht. Wir haben in letzter
Zeit die Baisse auf dem sog. Neuen Markt erlebt. Bisher spekulativ überhöht
gehandelte Aktien stürzten in den Abgrund. Hier wurden zunächst diese Aktien
in der Hoffnung auf Riesengewinne beim Verkauf der Waren (oder
Dienstleistungen) überteuert gehandelt, das löste eine Hausse aus und zog
Zocker an, die ein Börsenfieber auslösten und diese Aktien ins total Überhöhte
zogen. Als sich aber herausstellte, dass die erwarteten Gewinne ausblieben, stürzten
die Aktien ins Bodenlose. Marktbereinigung nannten das die Börsenleute. Seit
den Zeiten von Marx hat sich einzig die Erscheinungsform geändert, das Wesen
des Kapitalismus, gesellschaftliche Produktion – private Aneignung, ist
geblieben. Attac
greift nun diese Erscheinungsform heraus und erklärt, dagegen etwas machen zu
wollen. Es werden griffige Parolen verwendet, wie „Attac für eine
solidarische Weltwirtschaft gegen neoliberale Globalisierung“ oder „Globalisierung
ist kein Schicksal - eine andere Welt ist möglich!“ oder „Die Welt
ist keine Ware“, in Österreich kommt Attac gar mit der
selbstentlarvenden Parole „Globalisierung braucht Gestaltung“ (http://www.attac-austria.org/mostviertel/mostviertel.php).
Als wenn letzteres – Gestaltung – der Kapitalismus nicht schon seit Beginn
macht: Er gestaltet die Welt zum Nutzen seiner Profitinteressen. Attac
versteht sich als „Netzwerk für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte“
(ebenda). Das
zieht einfältige humanistisch gesinnte Intellektuelle magisch an. Ehrenwerte
Menschen zwar, die den radikalen Schritt, die wahren Ursachen der Misere zu
bekämpfen – den Kapitalismus –, nicht erkennen oder das nicht wollen. Das
zieht aber auch eitle Selbstdarsteller an, die sich gern das Image verpassen,
links oder gar sozialistisch zu sein. Beispiel: Gregor Gysi oder die
Attac-Connection in der PDS. Trick
2: Mit dem Speck „Promis bei Attac“ geht man jetzt dezent hausieren. Möchtergenpromis
und lokale und regionale „ehrenwerte Menschen“ meinen, wenn der und die
bei Attac ist und außerdem bin ich ja auch für mehr Menschlichkeit im
Kapitalismus, sich auch Attac anschließen zu müssen. Der Trick 1 wird auf
allen Ebenen angewandt. Offensichtlich funktioniert er. Trick
3: Überall
in den Vordergrund drängen, aber in Wirklichkeit nichts machen. Ein
Beispiel: In der Friedensbewegung spielt Attac nun überhaupt keine Rolle. Sie
sagen selbst, sie sähen in der Bewegung gegen den Krieg nur den Aspekt
Globalisierung. Am 17. November 2001 fand in Dortmund eine Demo und Kundgebung
gegen den Krieg in Afghanistan statt. Oben auf der Tribüne hatten noch nicht
einmal die Veranstalter ein Transparent angebracht. Attac, das nun überhaupt
nicht an der Bewegung beteiligt ist, erblödete sich und brachte ein
Attac-Transparent an. Die Veranstalter wagten nicht, es zu entfernen. Wenn
eine der beteiligten Parteien, DKP, MLPD oder PDS, deren Mitglieder die
Bewegung maßgebend mittragen, eine Parteienwerbung angebracht hätten, wäre
sie – mit Recht – entfernt worden. Aber gegen Attac wagt man das nicht. Aber
eine Neuerung ist gesichtet worden: Das Attac-Symbol (Prozentzeichen aus 2
Weltkugeln) erschien mit anderen Untergrund: Als rote Fahne. Für mich
ein offenkundiges Indiz, dass Attac sich jetzt auch als links einstufen lassen
möchte. Trick
4: Fragen
stellen, sie nicht oder falsch beantworten Attac
schreibt: „In diesem Korridor emanzipatorischen Politikverständnisses
haben unterschiedliche Vorstellungen über Wege und Instrumente wie dieser
Konsens in praktische Politik umgesetzt werden kann, Platz.“ (aus:
Zwischen Netzwerk, NGO und Bewegung, Das Selbstverständnis von ATTAC 8
Thesen) Was der „Korridor emanzipatorischen Politikverständnisses“
ist? Gemeint ist wohl, dass alles im Unverbindlichen bleibt. Oder:
„Die
Erarbeitung konkreter Politik und praktischer Maßnahmen werden aus der
Vielfalt heraus und in solidarischer Auseinandersetzung unterschiedlicher
Meinungen entwickelt.“(ebenda)
Nun ja, jetzt wissen wir es. Aus mehreren Nichts mischt man ein gemeinsames
Nichts zusammen und die Summe der verschiedenen Nichts bildet sich dann
Attac-Politik. Die gemeinsame Grundlage ist ja nur die Tobinsteuer und die
Demokratisierung der Spekulationen an der Börse, an deren Einführung das
Heil aller Dinge hängt, die aber lt. Attac-Aktivistin und PDS-MdB Ulla Lötzer
den Spekulanten nichts kosten soll. Laut
Attac ist man aber inzwischen von der „Ein-Punkte-Orientierung“
weggekommen. „Inzwischen sind viele Fragen der ökonomischen
Globalisierung Gegenstand von ATTAC Initiativen: Regulierung der Finanzmärkte,
des Welthandels, der ökonomischen Nord-Süd-Beziehungen u.a.“ Sie
wollen die Finanzmärkte regulieren? Wie? Geheimnis von Attac! Oder die ökonomischen
Nord-Süd-Beziehungen sollen reguliert werden. Ob Attac es noch nicht bemerkt
hat: Diese Beziehungen sind längst reguliert – im Interesse der Großkonzerne.
Weltbank und Weltwirtschaftsgipfel sind Gremien dieser Regulierung. Welche
Alternativen hat Attac? Mobilisiert Attac eine Bewegung gegen den Kapitalismus
für die Abschaffung der neokolonialen Abhängigkeit z.B. Afrikas?
Fehlanzeige! Der
Trick besteht vor allem darin, mit den Fragen, die Attac stellt, bereits den
Anschein zu erwecken, als sei die Frage bereits die Antwort oder, wenn eine
Antwort erfolgt, diese so allgemein zu halten, dass viele erst mal zufrieden
sagen: „Ja, das ist es!“ So z.B. die Attac-Forderung nach demokratischer
Kontrolle der Finanzmärkte. Der Markt im Kapitalismus gestaltet sich
anarchisch, unkalkulierbar und unkontrollierbar. Das gilt natürlich auch für
die Finanzmärkte, wobei noch hinzu kommt, dass diese international
abgewickelt werden. Wie man das demokratisch kontrollieren kann, die Antwort
hierzu bleibt Attac schuldig. Wer diese Kontrolle mit welchen Mitteln durchführen
soll, wie die Kontrolleure bestimmt werden, wird nicht gesagt. Sehen
wir uns ein Beispiel an, wie die Attac-Aktivistin Lötzer (PDS-MdB) ihre
Bundestagsrede zur Tobinsteuer per eMail ankündigte: „Trotz aller rhetorischen Annäherungsversuche
der Bundesrgeierung an die globalisierungskritische Bewegung nach Genua und
dem Berliner ATTAC-Kongress wurde der Antrag, und damit eine der
Kernforderungen von ATTAC, von den Regierungsfraktionen alternativ- und
initiativlos abgelehnt.“ Dazu
folgt die Pressemitteilung von Ulla Lötzer, und als Anlage ihre Rede aus dem
Bundestag, auch mit der Bitte, in entsprechenden örtlichen Zusammenhängen
wie z.B. ATTAC darauf hinzuweisen. In
zwei Absätzen taucht dreimal Attac auf. Dass dies aber eine alte
PDS-Forderung war, lange bevor Attac in Deutschlands auftauchte, verschweigt
der Wahlkreisbüro-Mitarbeiter des Attac-Mitglieds und
PDS-Bundestagsabgeordneten Ulla Lötzer. Zufall? Und
es wird so getan, als sei Attac „die globalisierungskritische Bewegung nach
Genua“ (oder ist gar gemeint: die globalisierungskritische Bewegung von
Genua?). Dass Attac, wenn man sie schon zu dieser Bewegung hinzu zählt, nur
der kleinere Teil und der rechte Flügel dieser Bewegung ist, wird dezent
verschwiegen. 2. Wie demokratisch ist Attac?„Soziale
Bewegungen verfügen über ein großes Potential, gesellschaftliche Veränderung
anzustoßen und - im günstigsten Fall - auch durchzusetzen. Ihr politisches
Gewicht ist bedeutend größer als das von einzelnen Organisationen. ATTAC als
Teil dieser Bewegung zieht den wichtigsten Teil seines Potentials aus dem
Engagement der Bürgerinnen und Bürger an der Basis.“( Aus: Zwischen
Netzwerk, NGO und Bewegung-Das Selbstverständnis von ATTAC, 8 Thesen) Attac
stellt sich als eine Art Überbündnis dar, aber gleichzeitig auch als
Basisorganisation. Die Kraft und der Elan von Bürgerinitiativen, wie sie z.B.
in den 70er und 80er Jahren entstanden und manches erreichten, steht so als
scheinbares Leitbild da. Dass diese Bürgerinitiativen, mangels politischer
Ausrichtung, mit der Zeit versandeten, im ungünstigsten Fall sogar käuflich
waren, zumindest aber meist Kirchturmpolitik machten, sollte man hier mal
bedenken. Die Anbetung der Basis, wenn deren Aktivitäten nicht kanalisiert
und gezielt ausgerichtet werden durch Organisationsstrukturen und klare
politische Ausrichtung, wird nicht verlangt. Attac
behauptet, dass es basis- und bewegungsorientiert sei. Attac: Von
daher wäre es kurzsichtig, die Bewegungsorientierung zu verabsolutieren und
die institutionell verfestigten Strukturen gegen die Bewegungselemente
auszuspielen. ATTAC sollte Synergieeffekte zwischen beiden organisieren.
(ebenda) Also doch
Organisationsstrukturen? Natürlich gibt es die. Aber keine geregelten. Es
treten Attac-Vertreter auf, die haben Funktionen und sprechen im Namen von
Attac. Nur: Keiner hat sie gewählt, keine kontrolliert sie demokratisch.
Attac: „Wenn ATTAC es versteht, diese Elemente der jeweiligen Situation
angemessen zu kombinieren, könnte eine dynamische Stabilität entstehen, die
dem Projekt eine erfolgreiche politische Zukunft sichert. Wie man diesen
Organisationstypus dann nennt, ist zunächst zweitrangig. Sicher werden
Organisationssoziologen sich über kurz oder lang dazu etwas einfallen lassen.
In der Zwischenzeit begnügen wir uns mit: ATTAC ist ATTAC.“ (ebenda) Und
weil Attac Attac ist, gilt all das nicht, was in anderen Organisationen üblich
und richtig ist: Niemand kann im Namen der Organisation sprechen, der nicht
demokratische legitimiert ist, es findet eine demokratische Kontrolle durch
die Mitglieder statt. Es gibt, zumindest intern und oder mit den gewählten
Revisoren, eine Kontrolle der Finanzen. Nicht so bei Attac. Es gibt nichts,
was an demokratische Kontrolle und demokratische Wahlen erinnert. Das
gilt auch für die Programmatik. Das hier mehrfach erwähnte Thesenpapier ist
das einzige, was programmähnlich ist (wobei sich die Frage stellt: Woher
diese Thesen, wenn Attac ja eine Nichtorganisation ist?) Es
sei also festgestellt: Bei Attac ist Beliebigkeit System. Beliebigkeit ist
aber immer auch Willkür. Und Willkür ist alles andere als demokratisch. Das
ganze Geschwätz von Basisorientierung und Bewegungsorientierung soll nur den
wirklichen Charakter von Attac verschleiern: Attac ist undemokratisch
organisiert, ist politisch nicht eindeutig – Attac ist eben Attac: Eine
Organisation die einfältige Gutmenschen, Karrieristen, Selbstdarsteller und
dubiosen Gestalten Gelegenheit zum Agieren gibt mit dem Ziel, diejenigen, die
sich ehrlich um die Lösung der Probleme bemühen, von der Orientierung zur Lösung
abzuhalten. 3. FazitIn
dem Moment, als die Bewegung gegen die Folgen der Globalisierung und den
Neoliberalismus politische Dimensionen anzunehmen drohte, als sich immer mehr
Menschen fragten, ob man nicht doch den Kapitalismus als Ursache der Misere
vorstellen kann, taucht aus dem Nichts Attac auf und fordert eine Tobinsteuer,
demokratische Kontrolle der Finanzmärkte, kommt mit griffigen Parolen wie:
„Die Welt ist keine Ware“ usw. Alles schöne und ehrenwerte Forderungen
und Parolen, aber neu und richtig sind sie nicht – und sie sind beim den
x-ten Aufguss, diesmal durch Attac, nicht richtiger und praktikabel geworden. Attac
stieg wie ein Rakete hoch, verbreitet gleißendes Licht und macht Krach. Wer
die Rakete abschoss und vor allem wer sie finanziert, das liegt im Dunkeln. Wie
überhaupt die Frage mich bewegt, woher für Attac diese ganz offensichtlich
nicht kleinen Finanzquellen sprudeln, wo die Geldquellen liegen. Aus der
Vergangenheit kennen wir solche Organisationen, die von der
Bedeutungslosigkeit innerhalb kürzester Zeit zu hoher Bedeutung aufstiegen.
Aus mittlerweile freigegebenen Akten wissen wir doch jetzt (dazu gab es auch jüngst
eine Buchveröffentlichung einer britischen (?) Journalistin), wie die CIA im
Kalten Krieg angeblich linke und demokratische Kultur-Bündnisse aufbaute, die
einen sehr honorigen Anstrich hatten und sich mit Dissidenten schmückte. Und
stand nicht ebenso jüngst im ND, dass der französische Staatspräsident
jahrzehntelang über einen "Privatfonds" nach Gutdünken und geheim
verfügen konnte, bis Chirac den Bogen überspannte, so dass dieses Instrument
jetzt abgeschafft bzw. "reguliert" wird (er darf zwar noch Geld
verteilen, aber sozusagen nur gegen Quittung), womit beträchtliche Summen plötzlich
liquidiert werden müssen. Ist es Zufall, dass ATTAC aus Frankreich kommt? Ich
habe nur auf den Umstand aufmerksam machen wollen, dass zumindest die Frage
gestellt werden sollte, ob nicht die, gegen die Attac zu kämpfen vorgibt, die
eigentlichen Finanziers sind. Immerhin wäre es von Vorteil, wenn die Bewegung
gegen die sozialen Folgen des modernen Kapitalismus in harmlose unverbindliche
Bahnen gelenkt werden könnte, in Bahnen, wie sie Attac vertritt. Genau das
liegt im Interesse des Großkapitals. Und
was die demokratische Legitimation der Attac-Funktionäre betrifft: Dass
Unverbindlichkeit anstelle klarer Programmatik steht – es ist das nicht mein
Drang zur Bürokratisierung, die mich zu dieser Kritik treibt. Im Gegenteil.
Funktionäre, die nicht legitimiert und kontrollierbar sind, neigen zum
Missbrauch ihrer Macht. Organisationen, Vereine dienen einen Zweck, stellen
sich Aufgaben. Eine Universalorganisation ist ein Unding. Attac wäre eine
Eier legende Wollmilchsau. Aber genau so versteht sich Attac - jedenfalls
scheinbar. Aber
das ist nur der Schein. Attac hat eine Aufgabe, hat Programmatik und hat
Kontrolle der Funktionäre – allerdings nicht durch die Mitglieder, sondern
durch die Hintermänner, wer immer die auch sein mögen. Attac
kokettiert mit seiner Organisationsform und tut so, als sei sie neu. Attac
steigert sich in die Selbstgefälligkeit, wenn sie schreiben, dass
Organisationssoziologen einst den Organisationstyp benennen werden. Wir
sollten nicht darauf warten, sondern schon jetzt mit dem scharfen Blick von
Marxisten versuchen, eine Organisation zu analysieren, die Universalanspruch
stellt. In Wirklichkeit ist Attac – im günstigsten Fall – ein Verein von
konfusen Kleinbürgern mit edlen Absichten. Für mich aber ist es
wahrscheinlicher, dass das Engagement dieser konfusen kleinbürgerlichen
Gutmenschen von knallharten Kapitalinteressen oder aus Staatskassen finanziert
wird. Meine Empfehlung an alle Linken: Geht nicht in die Falle von
Attac! Sinnvoller ist es, da für eine konsequente
Politik für die Arbeiterklasse zu kämpfen, wo sich der Kampf lohnt: in den
Gewerkschaften und den politischen Organisationen der Linken, Sozialisten und
Kommunisten. Nicht
Attac wird den Widerstand gegen die globalen Unterdrückungen und das
Profitstreben organisieren. Es führt kein Weg an der Mühe vorbei, die
traditionellen Organisationen der Arbeiterbewegung, die Gewerkschaften, zu stärken
und sie wieder dahin zu bringen, dass sie ihre eigentlichen Aufgaben, Kampf für
soziale Verbesserungen für die Arbeiterklasse, gegen die Willkür des
Kapitals, wieder aufnehmen und führen. Diese Ochsentour ist
erfolgversprechender als die scheinbare Patentlösung Attac. Was
aber vor allem notwendig ist, ist die Sammlung und Organisierung der
Kommunisten. Die soziale Bewegung muss politisiert werden, muss Richtung und
Ziel bekommen. Auch wenn wir davon noch weit entfernt sind, die einzige
dauerhafte Lösung des Problems ist die Beseitigung des Kapitalismus, ist die
Errichtung der Diktatur des Proletariats.
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