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Österreich:

Arbeiter und Angestellte wehren sich gegen Abbau der Renten

Plakat gegen die Rentenabbaupläne der Bundesregierung in Wien

(oben: Plakat gegen die Pläne der Bundesregierung in Wien)

Die österreichische Regierung (ÖVP und FPÖ) will die Renten abbauen...

....aber das Bundesheer mit modernen Nato-Waffen und dem teuren Euro-Fighter ausrüsten

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Fast 200.000 österreicherische Gewerkschafter demonstrierten trotz Wolkenbruchs gegen die Regierungspläne zum Sozialabbau am 13. Mai 2003 in Wien

ÖGB-Demonstration 13. Mai 2003Wien (Westbahnhof)

Wien (Westbahnhof)

Wien (Westbahnhof)

Wien (Westbahnhof)

Wien (Südbahnhof)

Wien (Südbahnhof)

Wien (Demonstrationszug)

wpeA.jpg (142861 Byte)Wien (Demonstrationszug)

Wien (Heldenplatz)

Wien (Heldenplatz)

Wien (Heldenplatz)

Der Bundeskanzler muss sich belehren lassen

Wien (Heldenplatz)

Transparent

Wien (Heldenplatz)

Wien (Heldenplatz)

Österreichische Sozialdemokraten (sie sind in Wien in der Opposition, es regieren die Schwarzen mit der FPÖ)

 

Wien (Heldenplatz)

Drucker machen Druck

Wien (Heldenplatz)

Wien (Heldenplatz)

Wien 

Demonstranten

Wien 

Demonstranten

Wien 

Demonstranten

Die Bilder aus:

http://www.oegb.or.at/sozialgerecht/


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Die Forderungen des ÖGB

Auszug aus dem Forderungskatalog des ÖGB vom 22. Oktober 2002.

Österreich besitzt ein gut ausgebautes System der Alterssicherung, das in seiner Grundstruktur erhalten und den Erfordernissen entsprechend weiter entwickelt werden muss. Eine Entsolidarisierung wird in der Alterssicherung ebenso wie in anderen Bereichen vehement abgelehnt. Von der FP/ÖVP-Koalition wurde die überfallsartige Anhebung des Antrittsalters, die Erhöhung der Pensionsabschläge sowie die Kürzungen bei Witwen-, Invaliditäts-und Berufsunfähigkeitspensionen beschlossen. Weiters wurde eine Verschlechterung der jährlichen Pensionsanpassung bei gleichzeitiger Erhöhung der Steuerlast (Veränderung des PensionistInnenabsetzbetrages) vorgenommen. Diese Maßnahmen sind Eingriffe in die Lebensplanung der Betroffenen, die eine Evaluierung der vergangenen Pensionsreform und abfedernde Regelungen für besondere Härtefälle, vor allem im Bereich der vorzeitigen Alterspension wegen geminderter Arbeitsfähigkeit notwendig machen. Die Übergangsregelung bei Vorliegen von 45/40 Beitragsjahren muss überarbeitet und ins Dauerrecht übernommen werden.

 Die derzeitige Ausgangslage für die Weiterentwicklung der gesetzlichen Pensionsversicherung ist wesentlich besser als viele es wahrhaben wollen. Falsch wäre es allerdings, daraus abzuleiten, dass kein Handlungsbedarf besteht. Im Gegenteil: Die Alterssicherung muss mit der Gesundheitspolitik vernetzt und weiterentwickelt werden, um neue Herausforderungen bewältigen zu können. Zur Sicherung der ökonomischen Basis der Alterssicherung und zur Eindämmung des Anstiegs der Pensionsquote ist, neben der Weiterentwicklung des Pensionsrechts, die dringende Erarbeitung eines Gesamtkonzepts erforderlich.

________________

Der ÖGB fordert:

Gezielte Wachstumspolitik

- Sicherung und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit („employability “) der Erwerbsbevölkerung (zukunftsorientierte Erstausbildung, berufsbegleitendes Lernen und berufsbegleitender Gesundheitsschutz, Vereinbarkeit von Beruf und Familie) statt einer Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters.

- Mobilisierung des vorhandenen Arbeitskräftepotentials (Abbau der Arbeitslosigkeit, Verbesserung der Erwerbschancen von Frauen und älteren ArbeitnehmerInnen).

- Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze.

Das Leistungsrecht der gesetzlichen Pensionsversicherung orientiert sich am Versicherungs- und Sozialprinzip. Diese beiden Prinzipien müssen auch in Zukunft eine Einheit bilden und in ausgewogener Form einander ergänzen.

Mehr Transparenz und Ausgewogenheit

- Das Leistungsrecht muss überschaubarer gestaltet und die Verbindlichkeit des Schutzes erworbener Pensionsanwartschaften erhöht werden. Leitlinie für die Weiterentwicklung des Leistungsrechts soll einerseits eine klare Beitrags-/Leistungsbeziehung,andererseits die klare Verankerung von sozialen Ausgleichsmechanismen sein.

- Ausbau der eigenständigen Alterssicherung der Frauen: Eigenständige Alterssicherung wird fürs erste über Erwerbsarbeit (und die daraus abgeleitete Zahlung von Pensionsbeiträgen) vermittelt. Es muss daher auch im Blick auf die Alterssicherung als eine der zentralen Aufgaben der Politik gesehen werden, im Erwerbsleben noch immer vorhandene Benachteiligungen für Frauen abzubauen (bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, etc). Darüber hinaus muss aber auch das Pensionsrecht vermehrt auf die besondere Situation von Frauen ausgerichtet werden. Erforderlich ist vor allem eine verstärkte Berücksichtigung der beruflichen Nachteile, die Frauen (oder gegebenenfalls auch Männer)durch das Übernehmen von Betreuungsaufgaben in Kauf nehmen.

- Bedarfsorientierte Mindestsicherung: Ältere Menschen ohne Pensionsanspruch sind im Falle der Bedürftigkeit auf Leistungen der Sozialhilfe im jeweiligen Bundesland angewiesen. Da Alterssicherung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen ist, muss das zersplitterte System der Mindestsicherung in eine generelle (bedarfsorientierte) bundeseinheitliche Mindestsicherung im Alter übergeführt werden. Die Richtsätze für Ausgleichszulagen und Sozialhilfeleistungen müssen vereinheitlicht und angehoben werden. Die Finanzierung ist mit den Ländern zu regeln.

- Wertsicherung der Pensionen und Valorisierung des Pflegegeldes.

Finanzierung der Pensionen

- Höhere Beitragssätze für Selbstständige: Es ist untragbar, dass für die Pensionen der Selbstständigen noch immer wesentlich niedrigere Beitragssätze entrichtet werden als für die Pensionen der Unselbstständigen. Dieses Ungleichgewicht spiegelt sich auch in den völlig unterschiedlichen Bundesbeitragsanteilen. Diese Ungerechtigkeit muss beseitigt werden.

- Kostendeckende Finanzierung der Ersatzzeiten aus den jeweilig sachlich zuständigen Budgettöpfen.

- Das bewährte System der Umlagenfinanzierung muss beibehalten werden. Pensionsansprüche dürfen nicht zum Spielball der Kapitalmärkte werden.

________________

Der gesamte Forderungskatalog als PDF-Datei (203 KB)

>> http://www.oegb.or.at/downloads/oegb_forderungen221002.pdf

Die Position der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst zur geplanten Pensionsreform als PDF-Datei (91.6 KB)

>> http://www.oegb.or.at/downloads/goed_position150403.pdf

Link zur Gewerkschaft Öffentlicher Dienst

>> http://www.goed.at

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Pressemeldung

„Nein“ der Gewerkschaften

„Wir lassen uns nicht abfedern, sondern wollen ein solidarisches System.“

Trotz anhaltend strömenden Regens war der Wiener Heldenplatz bei der Abschlusskundgebung der ÖGB-Demonstration am 13. Mai 2003 voller Menschen, die ihrem Unmut gegen die von der Regierung geplante Pensionssicherungsreform Ausdruck verleihen wollten. „Die Straße, dieser Platz, das sind mehr als 100.000 Menschen, die sie gering schätzen, Herr Schüssel“, so ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch in seiner Abschlussrede. Dabei wurden jene TeilnehmerInnen nicht mitgezählt, die am Heldenplatz keinen Platz mehr fanden. „Das sind alles Menschen mit Gesichtern und Schicksalen, die so wie ich sagen: So nicht, Herr Bundeskanzler!“

„Wir Gewerkschafter sind wetterfest und stellen uns der öffentlichen Diskussion“, so Verzetnitsch. Bundespräsident Thomas Klestil habe recht, wenn er mehr Zeit für die Ausarbeitung der Reform fordere. „Wir brauchen keinen runden Tisch, bei dem man uns im Kreis schickt. Wir wollen verhandeln, vereinigen, verbessern.“ Der Bundeskanzler solle die Aktionen der Vorwoche und die „kraftvolle Demonstration“ vom 13. Mai als deutliches Zeichen sehen. „Regieren Sie mit dem Volk und nicht gegen das Volk“, so der Appell von Verzetnitsch an den Bundeskanzler.

Der ÖGB-Chef warnte davor, dass man der Jugend die Illusionen raube, wenn man ihr in 30 Jahren ein Viertel ihrer Pension wegnähme oder auf Aktienspekulation setze. Verzetnitsch: „Wir lassen es nicht zu, dass man Menschen im Alter die Würde raubt. Dazu sagen wir Gewerkschafter ein klares Nein!“ Verzetnitsch forderte auch die Wirtschaft auf, ebenfalls dem Bundeskanzler zu sagen: „So nicht!“

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Linz, 13. 5. 2003

Medieninformation

Salmutter/Euro-Armee/Friedensvolksbegehren

Die Kritik des GPA-Vorsitzenden Sallmutter* an dem SPÖ-EU-Abgeordneten Hannes Svoboda trifft den Nagel auf den Kopf

Die Plattform "Neutralität statt Euro-Armee" unterstützt die Kritik des GPA-Vorsitzenden Sallmutter an dem SPÖ-EU-Abgeordneten  Hannes Svoboda wegen dessen jüngsten Aussagen zur europäischen Sicherheitspolitik.  Wir empfinden es als ermutigend, daß auch von Gewerkschaftsseite die Forderung Svobodas nach einer 20%igen Steigerung des Verteidigungsbudgets angesichts des Kahlschlags im Sozialbereich als "entbehrlich" zurückgewiesen wird. Diese Forderungen nach Erhöhung des Rüstungsbudgets wird von seiten Svobodas offen mit der Forderung  nach Aufgabe der Neutralität und voller Beteiligung an einem EU-Militärbündnis verknüpft.

Die Plattform "Neutralität statt Euro-Armee" erkennt ebenso wie der GPA-Vorsitzende einen inneren Zusammenhang zwischen der sozialen Krise und den laufenden Militarisierungsschritten und teilt die Schlussfolgerung: "Die Militarisierung der europäischen Union ist der falsche Weg. Wenn in einer europäischen Sicherheitsunion kein Platz für Neutrale ist, dann hat sie diesen Namen nicht verdient."

Die Plattform sieht sich mit der Stellungnahme des GPA-Vorsitzenden auch in der Richtigkeit ihrer Intitiative für ein Friedensvolksbegehren bestätigt. Das Friedensvolksbegehren fordert soziale Sicherheit statt Aufrüstung, aktive Neutralität statt Beteiligung an der EU-Armee und Nato-Anbindung. Wir sehen mit dem Friedensvolksbegehren die Möglichkeit verknüpft, den Interessen und dem politischen Willen der Mehrheit der Menschen in Österreich politisch Geltung zu verschaffen.

Ulrike Koushan (Friedenswerkstatt Linz in Salzburg), 0662-648911
Rosi Krenn (ARGE Wehrdienstverweigerung u. Gewaltfreiheit),0699-12115985
Boris Lechthaler (Friedenswerkstatt Linz), 0664-7607937
Gerald Oberansmayr (Friedenswerkstatt Linz), 0732-771094
Andreas Pecha (Wiener Friedensbewegung), 01-7965021
Veronika Rochhart (Steirische Friedensplattform), 0699-10582411
 Johann Schögler (Steirische Friedensplattform), 0316-402664

Anhang:

Betreff: [GPA] Sallmutter kritisiert SPÖ-EU-Abgeordneten Hannes Svoboda

GPA-Presseaussendung vom 09/05/2003
GPA/Sallmutter/Neutralität/Svoboda

GPA-Sallmutter kritisiert SPÖ-EU-Abgeordneten Hannes Svoboda
Utl.: Militarisierung der EU ist der falsche Weg

Wien (GPA). GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter kritisiert den EU-Abgeordneten Hannes Svoboda wegen dessen jüngsten Aussagen zur europäischen Sicherheitspolitik. Svoboda hatte in einem Pressegespräch in Brüssel für die Aufgabe der österreichischen Neutralität, den Beitritt Österreichs zu einem europäischen Verteidigungsbündnis und die Schaffung eines Berufsheeres plädiert. Ein Berufsheer würde nach Einschätzung Svobodas einer Steigerung des Verteidigungsbudgets von 20 Prozent gleichkommen. "Angesichts der laufenden Pensionsdebatte halte ich Überlegungen, die Militärausgaben um jährlich 340 Mio. Euro zu erhöhen, für ziemlich entbehrlich", sagt Sallmutter

"Wir stehen in Europa vor einer gewaltigen sozialen Krise. Es gibt Angriffe auf die sozialen Sicherungssysteme, die Arbeitslosigkeit steigt kontinuierlich und das Wachstum liegt aufgrund der restriktiven Budgetpolitik am Boden. Und in dieser Situation redet ein sozialdemokratischer EU-Abgeordneter einer Erhöhung der Militärbudgets das Wort", kritisiert Sallmutter.

Es gehe nicht darum, mit den USA militärisch gleichzuziehen, wie dies Svoboda fordere, sondern um sicherheitspolitische Alternativen. Dazu brauche es in erster Linie ein politisches Konzept und nicht militärische Strukturen. Eine defensive, friedens- und sozialpolitisch orientierte Sicherheitspolitik der EU sei nicht einmal im Ansatz erkennbar. Stattdessen werde seit Jahren unter Beschwörung der "gemeinsamen, europäischen Sicherheitsarchitektur" am Aufbau militärischer Strukturen und Interventionstruppen gearbeitet.

"Die Militarisierung der europäischen Union ist der falsche Weg. Wenn in einer europäischen Sicherheitsunion kein Platz für Neutrale ist, dann hat sie diesen Namen nicht verdient", meint Sallmutter abschließend.


* GPA - Gewerkschaft der Privatangestellten, eine der Branchengewerkschaften in

die der ÖGB = Österreichischer Gewerkschaftsbund unterteilt ist. Kollege

Sallmutter ist der Vorsitzende der GPA

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