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Pressemitteilung
vom 22. Juni 2004
USA:
Kartellverfahren gegen Bayer, Dow und DuPont ausgeweitet
"Betrug
an der Tagesordnung"
Das
Wall Street Journal berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass in
den USA neue Kartellverfahren gegen die Chemiekonzerne Bayer, Dow und
DuPont eingeleitet wurden. Demnach wurden die seit zwei Jahren laufenden
Ermittlungen wegen Preisabsprachen beim Verkauf von Kautschuk ausgeweitet,
so dass nun vor einem Gericht in San Francisco vier Verfahren anhängig
sind. Dabei geht es unter anderem um das Kunststoffvorprodukt Urethan und
den synthetischen Gummistoff-Neopren. Die Preisabsprachen der Konzerne
galten für die weltweit wichtigsten Märkte Nordamerika, Europa und
Japan.
Philipp
Mimkes, Geschäftsführer der Coordination gegen BAYER-Gefahren:
"Recht und Gesetz scheinen für Unternehmen wir DuPont und Bayer
Fremdwörter zu sein. Die Konzerne müssten viel stärker kontrolliert
werden, denn für multinationale Firmen haben hohe Gewinne stets Priorität
gegenüber der Einhaltung der Gesetze". Mimkes weist darauf hin, dass
durch den Konzentrationsprozess der letzten Jahre informelle Absprachen
immer einfacher werden. "In Deutschland geht die Entwicklung leider
in die falsche Richtung, wie das Scheitern des Anti-Korruptionsregisters
gezeigt hat", so Mimkes weiter.
Im
aktuellen Fall versuchten die Unternehmen, durch Nutzung einer
"Kronzeugenregelung" einen Straferlass zu erhalten - nach
US-Recht erhält dasjenige Unternehmen Straffreiheit, das dem
US-Justizministerium ein bestehendes Kartell als erstes meldet. Nach
Angaben des Wall Street Journal muss Bayer daher im Fall von
Neopren keine Strafe zahlen. In einem weiteren Fall hätten jedoch Dow und
DuPont zuerst mit den Behörden kooperiert. Auch in Europa laufen
Ermittlungen gegen Bayer. Im Herbst 2002 hatte die EU Kommission die
Bayer-Zentrale in Leverkusen durchsuchen lassen.
In
der Vergangenheit gab es bereits eine große Zahl von Betrugsverfahren
gegen Bayer: So hatte die Tochterfirma Haarmann & Reimer
(H&R) in den 90er Jahren mit fünf Wettbewerbern ein Kartell für
Zitronensäure gebildet. Dabei hatten die Firmen Verkaufsquoten
ausgehandelt und die Endpreise exakt festgelegt. Während der
Existenzphase des Kartells verkaufte H&R allein in den USA für 400
Mio. Dollar überteuerte Zitronensäure. Gegen Haarmann & Reimer
wurden Strafen von 100 Mio Dollar verhängt - die bis dahin zweithöchste
Kartellstrafe in der US-Geschichte.
Ebenfalls
in den USA hatte Bayer über Jahre hinweg bei Lieferungen an die
staatlichen Gesundheitsprogramme "Medicare" und "Medicaid"
falsche Preise gemeldet. Dem Staat waren durch die Preismanipulationen jährliche
Schäden von rund einer Milliarde Dollar entstanden. Den US-Behörden
fielen geheime Firmen-Dokumente zu, in denen die Manipulationen als bewährte
"Marketing-Instrumente" beschrieben wurden. Bayer zahlte schließlich
14 Millionen Dollar Entschädigung. Bereits in den 80er Jahren beteiligte
sich Bayer an einem europaweiten Kartell für den Kunststoff Polyethylen.
Auch damals waren Preise und Quoten exakt abgestimmt gewesen.
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Coordination gegen
BAYER-Gefahren
CBGnetwork@aol.com
www.CBGnetwork.de
Tel: 0211-333 911
Fax 040 – 3603 741835
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Beirat
Dr. Sigrid Müller,
Pharmakologin, Bremen
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin,
Dormagen
Eva Bulling-Schröter, ehem.
MdB, Berlin
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz,
Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Dr. Janis Schmelzer,
Historiker, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt,
Köln
Dorothee Sölle,Theologin, Hamburg (verstorben
2003)
Prof. Dr. Anton Schneider,
Baubiologe, Neubeuern
Prof. Jürgen Junginger,
Designer, Krefeld |
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