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EU: Massendemonstrationen
gegen Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterklasse
„DER
KAPITALISMUS IST KRANK!“
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Exklusiv
für K-Online, 15. Mai 2009.- Zehntausende
Menschen haben bereits am Donnerstag auf zahlreichen Kundgebungen in ganz
Europa für mehr Arbeitsplatzsicherheit und gegen die Sparprogramme ihrer
Regierungen demonstriert.
So
kamen in Madrid bis zu 150.000 Demonstranten auf die Straße. Die
Kundgebung in Spanien war der Auftakt einer dreitägigen Protestserie in
europäischen Hauptstädten.
„Gegen
die Krise, Beschäftigung zuerst“ lautete der Slogan auf zahlreichen
Plakaten. Und immer mehr Menschen bezeichnen den Kapitalismus als krank
auf ihren Transparenten bei der Kampfdemonstration.
In
Brüssel hielten die Demonstranten unter anderem auch ein Plakat mit „A
social Europe? , yes we can! „ in Anlehnung an Obamas Wahlshow hoch.
Die
Großdemonstrationen in Madrid, Brüssel, Berlin, Prag usw. finden im
Rahmen der Aktionstage des Europäischen Gewerkschaftsbundes (ETUC) für
ein soziales Europa statt. Aus allen Landesteilen Belgiens und aus den
Nachbarländern nahmen insgesamt bis zu 60.000 Werktätige an der
Kundgebung in Brüssel teil. Zur selben Zeit waren z.B. nur 55 Prozent der
Busse der wallonischen Nahverkehrsgesellschaft TEC im Einsatz. Die Störungen
im Busverkehr waren enorm, während die belgische Bahn Sonderzüge
einsetzte.
Bei
der Kundgebung im Zentrum der belgischen Hauptstadt verlangten Sprecher
der Gewerkschaften einen europäischen Sozialpakt mit mehr sozialer
Gerechtigkeit, mehr Solidarität, mehr und bessere Jobs und weniger
sozialer Ausgrenzung. Außerdem forderten sie von der EU, mehr für den
Erhalt der Arbeitsplätze zu tun.
Die
Demonstranten zogen friedlich, aber lautstark vom Nordbahnhof bis zum Südbahnhof.
Dabei erklärten sie, daß sie nicht für die derzeitige Wirtschafts- und
Finanzkrise zahlen wollen. Das sei eine weltweite Krise des Kapitalismus.
Zahlen sollen die Reichen, darin waren sich alle einig.
Zu
der Großkundgebung hatte der Europäische Gewerkschaftsbund aufgerufen.
Stark beteiligt waren alle drei großen belgischen Gewerkschaften.
Gewerkschafter meinten übereinstimmend, daß dies die größte
Demonstration Belgiens in den letzten Jahren gewesen ist.
Weitere
Kundgebungen werden am Samstag in Berlin und Prag veranstaltet.
Quellen:
flanderninfo.be, brf.be
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