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„Links“partei.PDS-Führung
voll dabei beim Streikbruch
Berliner
IG-Metall-Führung, SPD-Wowereit und sein PDS-Kumpan Gregor Gysi gemeinsam
gegen streikende Arbeiter
Von Günter
Ackermann/14. November 2006
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Die
Polizei des SPD/PDS-Senats im Einsatz gegen streikende Kolleginnen
und Kollegen bei BSH |
Bosch-Siemens-Hausgeräte
(BSH) in Berlin soll dicht gemacht werden. Dort produziert der Konzern
Waschmaschinen – und macht guten Profit. Die armen Aktionäre und
Konzernherren stecken ihr sauer verdientes Geld also keineswegs in einen
Verlustbetrieb, sondern sie bekommen ganz schön Knete. Aber sie wollen
noch mehr.
Es ergibt es sich
gut für sie, dass im Osten Europas nur ein Bruchteil dessen an Löhnen
gezahlt wird, wie in Berlin. So verdient eine Arbeiterin in Lignice (Polen), wohin
der Konkurrent von der AEG-Haustechnik sein Werk in Nürnberg verlagert, im
Monat schlappe 400 €. Das ist etwa das Existenzminimum in Polen.
Klar, dass bei
diesen Hungerlöhnen den Bossen von Bosch/Siemens das Wasser im Munde
zusammen läuft. Solche zusätzlichen Profite soll nicht nur die
Konkurrenz machen. Folglich wollen sie das profitable Werk in Berlin dicht
machen und nach Osten verlagern. Was aus den Kolleginnen und Kollegen wird – den Herren ist es
scheißegal.
Diesmal aber stießen
sie auf entschiedenen Widerstand der dort Beschäftigten. Die begannen im
September mit Streik. Die Berliner IG-Metall-Führung, kämpferisch wie
sie nun einmal ist, machte sogar mit. Immerhin wollte sie ja nicht die
Kontrolle über den Arbeitskampf verlieren.
Aber der drohte
den IG-Metall-Oberen aus dem Ruder zu laufen. Die Kolleginnen und Kollegen
entfalteten nämlich Aktivitäten, die sie nicht wollen können – es sei
denn, sie verlieren ihre Beruhigungs- und Kontrollfunktion im Sinne der
Konzerne. Die Beschäftigten von
BSH nahmen nämlich Kontakt auf zu anderen von der Vernichtung ihrer
Arbeitsplätze bedrohten Kolleginnen und Kollegen auf, organisierten mit
denen Demonstrationen vor der Siemens-Zentrale usw. Sie verlagerten den
Kampf aus dem örtlichen Bereich und führten ihn bundesweit. So auch zu den
Kolleginnen und Kollegen von benq.
Bekanntlich hatte Siemens vor
Jahresfrist seine Handy-Sparte an das taiwanesische Unternehmen benq
verkauft. Bei Verkäufen zahlt in der Regel der Käufer. Hier war es aber
anders. Siemens gab mit der Händyproduktion das gesamte Know hoff und den
Markennamen Siemens nach Taiwan und legte auch noch 35 Mio. Euro oben drauf.
Vor kurzem erklärte dann das
benq-Management, ihr Unternehmen sei
pleite und wollten dicht machen. Dieser Schurkenstreich von Siemens blieb
bekanntlich nicht ohne Kritik.
Auch der
BSH-Streik um die Arbeitsplätze in Berlin erregte
Aufsehen. Aber die Kontrolle durch die IG-Metall drohte verloren zu gehen. Das aber
konnten weder die IGM-Führung, noch die Konzernherren und auch nicht die
rosa-rosa-Stadtoberen Berlins wollen.
Zunächst
verhandelte die IGM und hatte „Erfolg“. Es werden nicht alle auf die
Straße geworfen, sondern „nur“ ein Drittel.
Die IG-Metall-Führung
verkaufte das – versteht sich – als Erfolg. Die Kolleginnen und
Kollegen aber durchschauten das böse Spiel und widersprachen. Sie wollten
weiterstreiken – bis zum Erfolg. Also fuhr die IGM ihre wichtigste Waffe
zur Demoralisierung der Kollegen auf. Zunächst erklärte sie, dass, wenn
die Belegschaft von BSH weiter streikt, bekäm sie keiner materielle
Unterstützun g mehr aus den Kassen der IG-Metall. Also kein Streikgeld.
Man wollte die Kolleginnen und Kollegen aushungern.
Schließlch
erschienen die Spitzen der angeblich linken
Stadtregierung, Bürgermeister Wowereit und „Links“partei.PDS-Frontmann
Gregor Gysi und PDS-Wirtschaftssenator Harald Wolf auf der Bildfläche.
Sie warben für den Schandabschluss und drohten den Kollegen.
Von allen Seiten verraten und
verkauft sehend, beschlossen die Kolleginnen und Kollegen dem
Schandabkommen zuzustimmen und den Streik abzubrechen.
Einige aber, die
sich nicht ins Bockshorn jagen ließen, protestierten lautstark. Die
bedrohten die IGM mit Ordner und drehte ihnen dann einfach die
Lautsprecheranlage ab.
Zum Abschluss erklärt die IGM-Streikleitung:
„Das vorliegende Ergebnis ist
ganz klar ein Kompromiss! Dies unterstreichen auch beide Seiten
(nachfolgend AG- Arbeitgeber und AN- Arbeitnehmer). Es gibt keinen echten
Gewinner und auch keinen Verlierer. Was dort ausgehandelt wurde, hat ein
Kollege sehr ausführlich in unserem Gästebuch beschrieben. Bitte ggf.
dort nachlesen.“und
Keine Gewinner? Keine Verlierer? Gewinner ist
der Konzern. Der der erste Schritt zur Schließung des Werkes ist getan. Nach
einer Schamfrist wird dann endgültig die Bude dicht gemacht. Und das wird
keinen Kampf mehr geben, die Streikfront ist, Dank IG-Metall-Führung, SPD
und PDS, gebrochen. Arbeiterverrat also. Wieder einmal.
Was kam
heraus? Der Standort ist nicht gesichert. Es wird in Berlin nur ein
Auslaufmodell produziert. Die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen müssen
auf Lohn verzichten. Lohnkürzung und unbezahlte Mehrarbeit finanzieren
zusätzlich die Profite des Konzerns. (siehe Resolution der
Vertrauensleute)
Harald Wolf, Stellvertreter Wowereits,
Wirtschaftssenator und PDS-Mitglied zynisch:
„Ich
gratuliere Belegschaft und Geschäftsführung von BSH sowie der IG Metall
zu der Einigung, die sie nach harten und langen Verhandlungen erreicht
haben. Die Übereinkunft ist ein Sieg der Vernunft. Denn die Produktion in
Spandau-Gartenfeld bleibt, der größte Teil der Arbeitsplätze ist bis
mindestens 2010 sicher. Ich habe immer an die Zukunft des BSH-Werks in
Spandau geglaubt und mich in vielen Gesprächen mit Vertretern von
Siemens, der Belegschaft und der IG Metall für seinen Erhalt eingesetzt.
Dieser Erfolg ist zum einen der Hartnäckigkeit
und dem Kampfgeist der Belegschaft zu verdanken, die sich mit der Schließung
ihres Werks nicht abfinden wollte. Er wäre aber auch nicht möglich
gewesen ohne die Einsicht bei BSH, dass Profitmaximierung bis zum Äußersten
keine nachhaltige Unternehmensstrategie sein kann. Ich danke auch dem
Verband der Metall- und Elektroindustrie für seine erfolgreiche
Vermittlung in dem Konflikt.“
Die
Kolleginnen und Kollegen von BSH, die einen großartigen Streik führten,
aber verraten wurden, haben zum Schaden nun auch noch den Spott des
PDS-Bonzen und Senators. Es ist zum Kotzen!
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