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Daimler:
Jammern auf hohem Niveau
Profiterwartungen
des Automobilkonzerns nicht ganz erfüllt. Prompt wird über
Stellenabbau nachgedacht
Quelle: jungeWelt
vom 11.02.2005
Der
Automobilriese DaimlerChrysler hat im vergangenen Jahr seine Ziele
erreicht. Wie der Konzern am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, stieg
2004 der Umsatz um vier Prozent auf 142 Milliarden Euro. Operativ
verdiente das Unternehmen nach den vorläufigen Berechnungen 5,8
Milliarden Euro – 700 Millionen mehr als 2003. Den Gewinn konnte der
Konzern mit 2,5 Milliarden Euro mehr als verfünffachen.
Dennoch
wurde von Beteiligten und Berichterstattern so getan, als habe sich das
deutsche Vorzeigeunternehmen in eine solide Krise manövriert. Grund:
Analysten waren der Auffassung, Umsatz und vor allem Gewinn hätten viel
höher ausfallen müssen. Dabei kann Daimler froh sein, solch satte
Gewinne einheimsen zu können. Hätte der Staat beim Maut-Desaster, das
der Bunderrepublik Milliarden an nichteingegangene Abgaben kostete,
seine Interessen gewahrt, wäre der Konzern wohl kräftig zur Kasse
gebeten worden. Daimler ist am Betreiberkonsortium Toll Collect
beteiligt, das für den großen Reinfall bei der Maut verantwortlich
zeichnete.
Trotz
der guten Ergebnisse ist man in Stuttgart und bei den besagten Börsenanalysten
sehr unzufrieden darüber, daß die Marke Mercedes weniger Profit
brachte als sonst. Das operative Ergebnis bei Mercedes halbierte sich
den Angaben nach nahezu auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Auch der Umsatz
der Sparte gab um fast zwei Milliarden Euro auf 49,6 Milliarden Euro
nach. Nachdem der Zukauf in Übersee – Chrysler – endlich schwarze
Zahlen zu schreiben scheint, wird das tatsächlich als Alarmsignal
gewertet.
Die
Unternehmensleitung schloß am Donnerstag selbst Entlassungen nicht mehr
aus. Dabei glaubt das Daimler-Management auch für die kommenden Jahre
Gewinnsteigerungen in Sicht, vorausgesetzt, der Gesamtmarkt entwickele
sich positiv. Wie gierig Aktionäre inzwischen sind macht die Tatsache
deutlich, daß die Aktie des Konzerns bis Donnerstag mittag 1,6 Prozent
an Wert verlor.
(jW) |