|
Unternehmerwillkür:
Danfoss,
Flensburg
Jagdszenen
in
Schleswig-Holstein
(Februar
2001)
Auch
die dritte Kündigung gegen IG Metall-Betriebsratsmitglied Uwe Krull - er soll
seine Arbeit als Betriebsrat falsch abgerechnet haben - hat das Flensburger
Arbeitsgericht kassiert. Prompt legte die Personalleitung Berufung gegen das
"Fehlurteil" ein und beantragte beim Betriebsrat die vierte Kündigung.
Sie behauptete, die Mitarbeiter forderten, dass Krull "endgültig
ausscheidet".
Bei
der Betriebsratsvorsitzenden Hanne Petersen, die aus der IG Metall ausgetreten
ist, lief die Personalleitung damit offene Türen ein. Sie hatte Krull bereits
kurz nach dem Urteilsspruch in einem Schreiben aufgefordert: "Hau ab."
Die IG Metall hat inzwischen beim Arbeitsgericht beantragt, Petersen und drei
weitere Betriebsratsmitglieder aus dem Gremium auszuschließen - sie hatten den
"Hau-ab-Brief" und eine Unterschriftensammlung gegen Krull unterstützt.
"Wer sich als Betriebsratsmitglied derart verhält", heißt es in der
Begründung, "ist für dieses Amt nicht geeignet."
Neben
Krull wurde einem Vertrauensmann (Name der Redaktion bekannt) gekündigt - er soll im geschützten
Netzwerk der IG Metall rassistische Tendenzen in der Firmenzeitung kritisiert
haben. Das Arbeitsgericht lehnte auch diese Kündigung ab. Begründung:
Statements im internen Netz gefährden den Betriebsfrieden nicht. Prompt legten
die Danfoss-Anwälte eine Liste aller Netzteilnehmer vor. Sie sollte belegen,
dass das IG Metall-Netz auch Externen zugänglich ist. Auf Druck des Flensburger
Landgerichts hat sich Danfoss jetzt verpflichtet, alle Infos aus dem IG
Metall-Netz zu löschen. Flensburgs IG Metall-Bevollmächtigter Meinhard Geiken:
"Dass Firmen ins IG Metall-Netz gehen, ist illegal."
|