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Freightliner-Truck

Freightliner ist der größte nordamerikanische Produzent für schwere und schwerste LKWs. Das Unternehmen gehört dem deutschen Daimler-Konzern in Stuttgart

Deutsche Gewerkschafter in Solidarität mit gemaßregelten amerikanischen Daimler-Kollegen

IG-Metall-Führung dagegen

Von Gerd Höhne/11. Juni 2008

Fünf Kollegen in den USA, die vom deutschen Konzern Daimler nach einem Streik gefeuert wurden, kämpfen für ihre Wiedereinstellung.

In Deutschland regt sich nun Solidarität mit den gemaßregelten amerikanischen Kollegen. Das ist sicherlich zu begrüßen. Wir finden es allerdings kontraproduktiv, wenn, wie in einem Solidarotätsschreiben einiger Beriesräte be Daimler, von den Kollegen geschrieben wird::

„In der unternehmenseigenen Verhaltensrichtlinie der Daimler AG heißt es: „Daimler erkennt das Menschenrecht an, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Bei Organisationskampagnen verhalten sich Unternehmen und Führungskräfte neutral; die Gewerkschaften und das Unternehmen (...) stellen damit sicher, dass die Beschäftigten eine freie Entscheidung treffen können. Das Recht auf Tarifverhandlungen wird respektiert. Bei der Ausgestaltung dieses Menschenrechts sind nationale gesetzliche Regelungen und bestehende Vereinbarungen zu beachten, wobei das Recht auf Koalitionsfreiheit selbst in den Staaten gewährleistet wird, in denen die Koalitionsfreiheit nicht geschützt ist. Die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften wird konstruktiv gestaltet. (...) Auch bei strittigen Auseinandersetzungen bleibt es das Ziel, eine tragfähige konstruktive Zusammenarbeit auf Dauer zu bewahren.“

Die Daimler-Bosse hatten dabei wohl so zahme Gewerkschaften, wie die IG-Metall im Sinn. Deren Betriebsräte sind handzahm, oft bestechlich, die Gewerkschaftsführungen verneiden alles, was den Unternehmen tiefer als unbedingt nötig die Gewinne schmälert, sie stimmten ers 2004 einem Tarifabschluss mit dem Konzern zu, der Lohnminderung und Mehrarbeit beinhaltet. Sie bekamen dafür das vage Versprechen einer Beschäftigungsgarantie. Solchen Gewerkschaften garantieren die Daimler-Bosse sicherlich gern die Koalitionsfreiheit. Dass die IG-Metall-Führer sich der Solidarität mit den amerikanischen Kollegen nicht nur nicht anschloss, sondern die Aktionen auch noch behindert, zeigt deren wahre Ansichten.

Der Text oben liest sich sicherschön. Aber die Realität sieht ganz anders aus. In den 70er Jahren des20. Jahrhunderts in Argentinien die Militärs putschten und zu zehntausenden auch Gewerkschafter verhafteten, folterten und ermordeten, war es dieser deutsche Konzern mit dem Stern, dessen (deutsche) Direktoren in Buenos Aires unliebsame Betriebsräte den Putschiten auslieferten Bis auf einen, sind ssie verschollen. Es ist anzunehmen, dass sie nach Folterungen vom Militär auf die bei ihnen übliche Art ermordet wurden: Aus einem Flugzeug aus großer Höhe wurden sie ins Meer geworfen. Somit verschwanden sie  - und viele andere auch – spurlos.

Das ist Achtung der Menschenrechte nach der Art von Daimler. Gleichzeitig geährte der Konzern in seinem Zweigwerk in Argentinien flüchtigen Nazimördern Unterschlupf. So zum Beispiel arbeitete der Organisator des millionenfachen Mordes an den europäischen Juden, Adolf Eichmann, Unterschlupf.

Auch war Dailer an den Verbrechen der Nazis betiligt, verdiente am Krieg Unsummen und beschäftigte massenhaft Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg wusch Daimler sein durch Kriegsverbrechen und Nazi-Zusammenarbeit errafftes Geld zum Beispiel mit Unterstützung der Argentinischen Regierung. Das Werk in Buenos Aires diente in erster Linie nicht dazu, in Argentinien Autos und LKWs zu bauen, sondern das Blut vom Daimler-Geld abzuwaschen und in sauberes Geld umzuwandeln.

Das, was da bei den Daimler Gewerkschaftern geschrieben steht, mag wohl gemeint sein, dient aber dazu, einen der brutalsten multinationalen Konzerne als einen Hort der Menschenrecht hinzustellen.

Es mag diesen zitierten Text geben, aber er wurde verfasst um Sand in die Augen von Beschäftigten und Öffentlichkeit zu streuen, damit sie nicht den wahren Charkter des Konzerns erkennen: Ziel ist, wie auch bei anderen kapitalistischen Betrieben, rücksichtslos Profite zu scheffeln. Dabei wird alles aus dem Weg geräumt, was diese Profite schmälern könnte. Wenn es sein muss, eben auch durch Bruch der bürgerlichen Gesetze. Die eigentlichen moralischen Richtlinien des Konzerns sehen  ganz einfach aus: Gut ist, was die Profite von Daimler steigert – schlecht, was sie schmälert. So einfach ist das.

G.H.

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Solidarität mit den »Freightliner Fünf«

Veranstaltungsreihe mit von US-Daimler-Tochter entlassenen Gewerkschaftern

Von Herbert Wulff

Quelle: jungeWelt vom 10. Juni 2008

Die »Freightliner Fünf«, fünf nach einem Streik im LKW-Werk der Daimler-Tochter Freightliner in Cleveland vor über einem Jahr entlassene Gewerkschafter, kämpfen weiter um ihre Wiedereinstellung. Auf Einladung der »Daimler-Koordination«, einem Zusammenschluß kritischer Aktivisten aus den deutschen Konzernstandorten, finden in dieser Woche Veranstaltungen in verschiedenen Städten mit einem der Entlassenen statt.

Der Vorfall ist exemplarisch für das antigewerkschaftliche Klima in den Südstaaten der USA. Das Freightliner-Werk im Bundesstaat North-Carolina ist einer der wenigen Betriebe mit anerkannter Gewerkschaftsvertretung. Als der 2003 abgeschlossene Tarifvertrag im Frühjahr 2007 auslief und das Management jegliche Verhandlungslösung blockierte, rief die Tarifkommission der Automobilarbeitergewerkschaft UAW zu einer Arbeitsniederlegung auf. Zunächst unterstützte der örtliche UAW-Chef George Drexel die Aktion. Doch nur wenige Stunden später machte der stramme Republikaner einen Rückzieher und erklärte den Streik öffentlich für »illegal«, weil dieser nicht von der UAW-Zentrale abgesegnet worden sei. Damit hatte Drexel die kämpferischen Aktivisten im Betrieb zum Abschuß freigegeben: Alle elf Tarifkommissionsmitglieder wurden fristlos entlassen. Statt ihnen den Rücken zu stärken, strengte Drexel ein Ausschlußverfahren gegen fünf der Streikführer an. Die konstruierten Anschuldigungen wurden jedoch von der Schiedskommission der UAW zurückgewiesen. Sechs der elf Entlassenen wurden kurz darauf wieder eingestellt –unter der Bedingung, daß sie auf ihr tariflich verbrieftes Reklamationsrecht verzichteten und schriftlich erklärten, von den anderen fünf »verführt und aufgehetzt« worden zu sein. Einer der Wiedereingestellten wurde mittlerweile erneut auf die Straße gesetzt.

Hintergrund sind offenbar geplante Produktionsverlagerungen nach Mexiko, wo derzeit ein neues Werk aufgebaut wird. In Cleveland waren bereits im vergangenen Jahr 700 Arbeiter entlassen worden. Wie Daimler-Vorstand Rüdiger Grube Mitte Mai dieses Jahres ankündigte, soll nun die Hälfte der verbliebenen 3000 Beschäftigten folgen. Die Angst, die das in der Belegschaft verursachte, macht es den »Freightliner Fünf« extrem schwer, ihre Kollegen zu einer offenen Solidarisierung zu bewegen.

Das Vorgehen gegen die Gewerkschaftsaktivisten ist nicht allein auf dem Mist des örtlichen Managements gewachsen, davon sind die Entlassenen überzeugt. Einer von ihnen, Robert Witheside, kommentierte: »Die machen keinen Schritt allein, da führt der große Bruder im Vorstand in Stuttgart die Hand.« Die Fabrik solle mittelfristig geschlossen und die Produktion in das neu entstehende mexikanische Werk verlagert werden, glaubt Witheside. »In unserer Gegend haben die dann sowieso kein Gesicht mehr zu verlieren. Mit unserem Rausschmiß setzen sie dann wenigstens ein Zeichen und führen den ganzen Südstaaten vor, was passiert, wenn sich hier unten irgendwo einer traut aufzustehen.«

Auch der Untertürkheimer Daimler-Betriebsrat Tom Adler, der kürzlich an einer Solidaritätsaktion vor dem Werk in Cleveland teilnahm, meinte in seiner Rede: »Ich bin davon überzeugt, daß das Vorgehen weder ein Fehler noch eine Überreaktion ist. Es ist Teil einer vom Topmanagement koordinierten Strategie zur Maximierung der Profite.« Gewerkschafter und Beschäftigte müßten international Druck auf die Daimler-Spitze ausüben, um diesen Verstoß gegen Gewerkschaftsrechte zurückzuweisen.

Aus diesem Grund haben oppositionelle Gewerkschafter in den deutschen Daimler-Werken Allen Bradley, einen der Entlassenen, zu einer Veranstaltungsreihe eingeladen. Unterstützung von der IG Metall erhalten sie dabei nicht. Im Gegenteil: In Berlin bekam der Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall keine Erlaubnis, die Veranstaltung im Gewerkschaftshaus abzuhalten. Arno Hager, Erster Bevollmächtigter der Berliner IG Metall, war am Montag für eine Begründung hierfür kurzfristig nicht zu erreichen.

Veranstaltungen mit Allen Bradley, einer der »Freightliner Fünf«: Dienstag (10. Juni) Betriebsversammlung Daimler-Werk Wörth; Mittwoch (11. Juni) 18.30 Uhr, Old Dubliner in der Lämmertwiete, Hamburg-Harburg. Donnerstag (12. Juni) 18 Uhr, Mediengalerie Berlin, Dudenstr.10 (U-Bhf. Platz der Luftbrücke)

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