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12.07.2007

Solidaritätsadresse des Arbeitslosenausschusses der GEW Berlin

an die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Liebe Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer,

als Vertreter der arbeitslosen Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Berlin, versichern wir Euch unserer Solidarität mit Eurem Arbeitskampf. Ihr alle - ob als Lokomotivführer, als Bahnbegleiter, im Gastronomiebereich oder mit einer anderen Aufgabe - kämpft zu Recht um eine auskömmliche Bezahlung Eurer verantwortungsvollen Tätigkeit. Als Vertreter von Arbeitslosen, die mehr als manch andere die Angebote der Deutschen Bahn nutzen, wünschen wir uns dort gut bezahlte, wirklich motivierte Mitarbeiter. Diesem Ziel näher zu kommen, müssen zeitweilige Erschwernisse, wie sie bei einem Streik unvermeidlich sind, in Kauf genommen werden. Ein Erfolg Eures Kampfes wäre zudem ein wesentlicher Beitrag, die Tendenz zur Verschlechterung der Löhne und Gehälter zu stoppen, würde also allen abhängig Beschäftigten und in der Folge auch Arbeitslosen und Rentnern zu Gute kommen.

Wir bedauern, dass die Führungen Eurer Brudergewerkschaften Transnet und GDBA Euch zur Zeit nicht unterstützen, gar gegen Euren Kampf Stellung nehmen. Wir hoffen, dass die Mitglieder dieser Gewerkschaften ihre Führungen zu einer Korrektur dieser Haltung, zur Rückkehr zu einem  solidarischen Verhalten bewegen.

Bezeichnend für die in Leitungsetagen der Deutschen Bahn AG offenbar anzutreffende Arroganz ist es, wenn Hartmut Mehdorn Euren Streik als "unbotmäßig" bezeichnet. Offenbar ist der Herr noch im Feudalismus zu Hause. Insofern ist es logisch, dass er Euch juristisch am Streik zu hindern versucht. Dass sich jedoch auch die Justiz dafür missbrauchen lässt, empört uns zutiefst. Wir betrachten das als einen Angriff auf das  Streikrecht allgemein, gegen den sich mit Euch alle Gewerkschaften zur Wehr setzen sollten.

Für euren Kampf wünschen wir Euch auch weiter Kraft und Durchhaltevermögen. Wir werden Euch unterstützen, soweit uns das möglich ist, unter anderem dadurch, dass wir auch innerhalb der GEW Berlin für die Unterstützung Eures Kampfes werben.

Mit solidarischen Grüßen

Arbeitslosenausschuss der GEW Berlin

Anmerkung Roter Webmaster:

Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Justiz auf die Seite Mehdorns stellt. Sie ist nicht, wie immer behauptet wird, unabhängig, im Gegenteil. Die Justiz dieses Staates steht, wie auch der Staat selbst, auf Seiten des Kapitals, so wie dieser Staat ein Kapitalistenstaat ist. Daran ändert sich auch nichts, wenn es einzelne demokratisch gesinnte Richter geben sollte, die einmal im Sinne der abhängig Beschäftigten entscheiden. 

G.A.

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