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Globus-Beschäftigte
fühlen sich zunehmend schikaniert und rücksichtslos ausgeplündert
Von
Anna Heinzberger/24. April 2007
Anlass
In
der SB-Warenhauskette Globus
rumort es gewaltig. Rabiater Umgang mit den Beschäftigten deutet auf
Kosteneinsparung auf deren Rücken. Die Recherchen förderten zu Tage,
dass noch einiges mehr dahinter steckt.
Seit
ca. drei Jahren entwickelt sich in den BRD-Standorten des mittelständischen
Handelskapitalisten mit Sitz im saarländischen St. Wendel nach und nach
ein Regime, das die Beschäftigten hoher Arbeitsverdichtung und Druck
aussetzt. An einigen Standorten wird der Druck derart gesteigert, dass die
gesundheitliche Substanz von Beschäftigten beschädigt wird. Davon sind
alle Beschäftigten bis in die Führungsebenen hinein betroffen.
Die
Beschäftigten erleben diese Entwicklung, ohne sie zu begreifen. Sie
verstehen sozusagen die Welt nicht mehr.
Mit
diesem Artikel analysieren wir die Sache in einem größeren Zusammenhang.
Geschichte
Gegründet
1828 im ländlichen St. Wendel blieb Globus weit über ein Jahrhundert
regionaler Handelsbetrieb, dessen Ausstrahlung auf den Ort und die nähere
Umgebung beschränkt war. Erst 1966 wurde der erste großflächige
Verbrauchermarkt in Homburg-Einöd in Betrieb genommen, der ebenfalls in
der Stammregion liegt. Das Jahr 1966 markiert wohl auch den Beginn eines
rasanten Wachstums dieses Handelskapitalisten zu einem in der BRD auf 37
SB-Warenhäuser, 51 Baumärkte und 9 Elektro-Märkte angewachsenen
Imperiums. 1992 begann der Sturm auf den Markt der DDR, den sich die
BRD-Imperialisten einverleibt hatten. 12 der 37 SB-Warenhäuser haben dort
ihre Standorte. 1996 begann Globus mit dem Kapitalexport in das
Protektorat
der BRD-Imperialisten Tschechien, in dem sich mittlerweile 11 SB-Warenhäuser
befinden. Seit 2006 betreibt der Handelskapitalist ein SB-Warenhaus in
Russland. In diesen riesigen Markt scheint auch die Hauptrichtung des zukünftig
beabsichtigten Kapitalexports zu gehen.
Nachwirkende
Traditionen
Bis
Ende der Neunziger Jahre pflegten die Bruchs
zu den Führungskräften und Beschäftigten das, was im Rahmen
kapitalistischer Bedingungen eine patriarchalische Führung genannt werden
kann. Globus rekrutierte viele Führungskräfte aus den eigenen Reihen und
Beschäftigte hatten die reelle Chance sich zumindest in untere Führungspositionen
vorzuarbeiten. Es war der Umgang miteinander in einem patriarchalisch geführten
Familienunternehmen. Der Patriarch entwickelte ein gewisses Maß an Fürsorge
für die Beschäftigten. Er wusste, dass in der Konsolidierungsphase
des Nachkriegskapitalismus („Vollbeschäftigung“) die
Kapitalverwertung mit motivierten und zufriedenen Beschäftigten
erfolgreicher ist. Diese Philosophie setzten auch die Führungskräfte auf
den verschiedenen Ebenen um. Den meisten Beschäftigten schien die
Globus-Welt heil und geordnet.
Mit
dem Tod des Patriarchen Dr. Walter Bruch im Jahre 1999 endete auch die Ära
der patriarchalischen Führung des Konzerns.
Die
Traditionen und Erfahrungen wirken bis heute in den Köpfen nach und führen
dazu, dass viele Beschäftigte völlig überrascht werden vom neuen
rabiaten Führungsstil. Sie stehen fassungslos vor den Trümmern ihrer
verinnerlichten Vorstellungen von Globus und verstehen die Welt nicht
mehr.
Die
Beschäftigten erfahren diese Führung täglich als menschliche
Verkommenheit und Niedertracht. Daraus schließen sie in der Regel, dass
die Gründe für die Veränderungen, menschliche Verkommenheit und
Niedertracht der jeweiligen rabiaten Führungskräfte sind.
Das
ist aber nur die äußere Erscheinung der Bewegung des derzeit
akkumulierten Kapitals, das durch den Bruch-Clan bewegt wird.
Die
patriarchalische Führung war nur äußere Erscheinung des auf niedrigerem
Niveau akkumulierten
Kapitals. Rahmenbedingung war der Kapitalismus in seiner
vorimperialistischen Phase. Die rabiate, rücksichtslose Führung ist nur
äußere Erscheinung des massenhaft akkumulierten Kapitals.
Rahmenbedingung ist der Kapitalismus in seiner imperialistischen Phase.
Das
Wesen in allen Phasen war und ist Kapital und seine Akkumulation –
wertheckender Wert.
Derzeitiger
ökonomischer Inhalt
Heute
befindet sich der saarländische Handelskapitalist auf dem zehnten Platz
der umsatzstärksten Handelskapitale in der BRD. Nach eigenen Angaben beträgt
der Umsatz in allen Vertriebslinien derzeit ca. 5 Milliarden Euro jährlich.
Der wird erzeugt von
ca.
22 000 Beschäftigten.
Es
wird auf den ersten Blick klar, dass es ein gewaltiger Unterschied ist ein
Kapital von einer Million zu verwerten oder ein Kapital von 2 Milliarden.
Kapitalisten erwarten eine gleich hohe Verwertungsrate auf ihr gesamtes
Kapital, also auch das bereits akkumulierte. Angenommen die
durchschnittliche Verwertung sei 5% jährlich. Dann muss ein Kapital von
einer Million nach einem Jahr um 50.000 anwachsen. Ein Kapital von 2
Milliarden aber um 100 Millionen.
In
den letzten vierzig Jahren hat es das ursprünglich auf St. Wendel
begrenzte Kleinkapital immerhin geschafft auf den zehnten Platz der
Handelskapitale in der BRD vorzustoßen. Diese stürmische Verwertung und
Akkumulation kommt jetzt offensichtlich an die Grenzen ihrer Möglichkeiten
in der BRD.
Alle
anderen Handelskapitale führen nämlich genau die gleiche grundsätzliche
Bewegung der Akkumulation aus. Ein Vergleich mit anderen
Handelskapitalisten vermittelt einen Eindruck von den inzwischen
erreichten Dimensionen.
Umsätze
von ausgewählten Handelskapitalisten,
die SB-Warenhäuser betreiben
|
Nr
|
Name
|
Umsatz
Mrd.€
|
Standorte
|
|
1
|
Real
|
12
|
288
|
|
2
|
Kaufland
|
10
|
700
|
|
3
|
Marktkauf
|
5,4
|
186
|
|
4
|
Globus
|
3,6
|
37
|
|
|

|
Globus
ist in dieser Liste der Fetten das einzige Handelskapital, das sich überwiegend
im Besitz einer Familie befindet. Real gehört zur Metro-Gruppe, Kaufland
zu Lidl&Schwarz und Marktkauf zur Edeka-Gruppe.
Allein
an der Zahl der Standorte wird deutlich, wie dicht die BRD bereits mit
SB-Warenhäusern übersät ist. Die Grenzen weiterer Expansion und
Akkumulation in der BRD werden deutlich. 2006 übernahm Real die 70
SB-Warenhäuser vom US-Konzern Wal Mart in Deutschland.
Expansion
ist im Wesentlichen nur noch durch Aufkäufe und Verdrängung anderer
Handelskapitalisten möglich.
Die
Liste der zehn umsatzstärksten Handelskapitale im
Lebensmitteleinzelhandel ergänzt die Überlegung zu den Expansionsgrenzen
für die Handelskapitale in der BRD.
|
Nr
|
Name
|
Umsatz
Mrd.
€
|
Nr
|
Name
|
Umsatz
Mrd.
€
|
|
1
|
Edeka-Gruppe
|
35,75
|
6
|
Tengelmann-Gr.
|
14,26
|
|
2
|
Metro-Gruppe
|
31,93
|
7
|
Karstadt-Quelle
|
12,50
|
|
3
|
Rewe-Gruppe
|
31,20
|
8
|
Leckerland
|
7,23
|
|
4
|
Schwarz-Gruppe
|
24,00
|
9
|
Schlecker
|
5,60
|
|
5
|
Aldi-Gruppe
|
23,00
|
10
|
Globus
|
3,57
|
Globus
lernt die Lektion über Expansionsgrenzen gerade mit den zuletzt eröffneten
SB-Warenhäusern in Freilassing und Ludwigshafen. Das Ergebnis der Häuser
bleibt weit hinter den Profiterwartungen zurück.
Eine
zweite Grenze für die Verwertung des Globus-Kapitals wird sichtbar, in
der geographischen Verteilung der Globus-Standorte.
Die
Profitbasis von Globus konzentriert sich auf vier Bundesländer (Saarland,
Rheinland-Pfalz, Thüringen, Bayern) und auf das Protektorat Tschechien. Für
Globus ist in der BRD praktisch kein Platz mehr vorhanden zum Expandieren.
Die Basis für weitere eigenständige Akkumulation ist sehr schmal. Das
gesamte angehäufte Kapital schreit jedoch nach Verwertung.
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Die Karte stammt aus
der Festschrift anlässlich der Namensgebung „Dr.-Walter-Bruch-Schule“
in St. Wendel. |
Handelskapitalist
Bruch sucht nach Auswegen
Die
geschilderten Bedingungen kennt natürlich auch der Herr Bruch. Der vom
Akkumulationserfolg der letzten vierzig Jahre verwöhnte Handelskapitalist
sinnt auf Abhilfe. Das wird deutlich bei der Lektüre von verfügbaren
Erklärungen, die er gegenüber den kapitalistischen Medien abgab und bei
Recherchen über die Beziehungen und Verbindungen die Globus unterhält.
Kapitalmarktfähigkeit
Bereits
im Jahr 2004 zitierte das Managermagazin eine Äußerung Bruchs gegenüber
der FAZ, nach der „Globus kapitalmarktfähig werden soll“.
Dieser Prozess scheint bei Globus in vollem Gang zu sein und erklärt das
„gewaltige Rumoren“ an den verschiedenen Standorten.
Der
Begriff „kapitalmarktfähig“ ist eine flotte Formulierung aus der
Wortschatz-Trickkiste des Kapitalismus. Er verwischt jeden konkreten
Inhalt und verdeckt vornehm, um was es den Kapitalisten geht.
Wenn
im gleichen Artikel des Manager-Magazins zitiert wird: „Für
mich ist Geld nicht alles“,
sagt Herr Bruch die Wahrheit. Der Satz muss jedoch vollständig lauten »Für
mich ist Geld nicht alles,
Geld-Kapital-Profit-Akkumulation-Profit-Akkumulation-Profit und so fort,
das ist Alles.« Es geht um
Profit und Akkumulation, um die private Aneignung gesellschaftlicher
(fremder) Arbeit.
Um
den praktischen Vorgang der Profitmacherei unter den
Akkumulationsbedingungen der imperialistischen Phase des Kapitalismus
besser zu erkennen, steigen wir herab von den lichten,
theoretisch–sprachlichen Höhen der Kapitalmarktfähigkeit. Wir begeben
uns in die vom Schweiß der Beschäftigten durchwehten Regalreihen der
Bruch´schen SB-Warenhäuser. Die Entstehungsstätten des Handelsprofits.
Seit
Jahren läuft der Prozess, die Warenhäuser mit immer weniger Beschäftigten
zu betreiben. Parallel erhöhen sich beständig die Anforderungen und
Arbeitsaufgaben. Die Vertriebslinie SB-Warenhaus soll sich ja von
Mitbewerbern und insbesondere von den Discountern abheben und ein
besonderes Profil von Service und Beratung für den Kunden bieten. Das ist
den Globus-Beschäftigten bisher unter ständig steigender
Arbeitsverdichtung auch gelungen, für die Bruch´schen Interessen. Globus
wurde zum zwölften Mal zum beliebtesten SB-Warenhaus Deutschlands gewählt.
Artig
bedankt sich der Konzern bei den Kunden für die Wahl:
„Herzlichen
Dank! Sie haben uns beim Kundenmonitor 2005 schon zum zwölften Mal in
Folge zum beliebtesten SB-Warenhaus Deutschlands gewählt. Das spornt uns
an, Ihnen auch in Zukunft das zu bieten, was es sonst nirgendwo gibt.“
Bei
den Beschäftigten bedankt das Bruch´sche Imperium sich auf ganz
besondere Weise für deren Leistung. Der Beliebtheits- Schnickschnack für
die Imagepflege bringt nämlich nicht sehr viel für die Kapitalmarktfähigkeit.
Das ist schließlich das nächstliegende strategische Ziel des Konzerns.
Um
das strategische Ziel schnell zu erreichen hat sich der Menschenfreund
Bruch wohl für die Methode Brechstange entschieden. Er bedient das
schwere Eisen nicht selbst. Für die grobe, dreckige Knochenarbeit an der
Brechstange heuerte er geeignetes Personal an. Dessen Anforderungsprofil
kann kurz mit grob, skrupellos, rücksichtslos und brutal beschrieben
werden. Dafür wurden und werden große Teile der Stammführungsmann-schaften
ausgetauscht. Ersetzt werden sie vorwiegend mit Leuten aus einem in
Deutschland gescheiterten US-Konzern, der einschlägig bekannt ist für
seine schmutzigen Methoden und rücksichtslose Ausbeutung der Beschäftigten.
Unter dem neuen Personal mit dem vorgenannten hohen Anforderungsprofil
sind auch solche Idioten, die soviel Radau mit der Brechstange
verursachen, dass die neuen Globus-Ausbeutungsmethoden Gesprächsthema in
ganzen Regionen sind.
Das
ist Grund genug die Zusammenhänge etwas besser auszuleuchten, um von der
irrigen Vorstellung des einzelnen bösen Schinders wegzukommen. Irrige
Vorstellungen ziehen falsche Schlussfolgerungen und Reaktionen nach sich.
Die
Vorgänge haben jedoch Methode und ein solides ökonomisches Interesse als
Fundament.
Der
Begriff kapitalmarktfähig ist nur ein Tarnwort für Ausbeutung. Kapital,
Profit und Akkumulation entstehen aus der Ausbeutung. Die höchste
Ausbeutungsrate zieht das meiste Geld an, das zu Kapital, zu wertheckendem
Wert werden will. Und davon will der Bruch-Clan möglichst viel anziehen.
Warum
soll Globus kapitalmarktfähig werden?
Es
sind einige Gründe denkbar, warum der Bruch-Clan kapitalmarktfähig
werden will. Die derzeit schmale Akkumulationsbasis des Familienimperiums
ist bereits oben entwickelt.
Für
die Öffentlichkeit wird regelmäßig erklärt, dass ein Verkauf des
Konzerns nicht in Frage kommt und dass Globus alleine wachsen, also weiter
akkumulieren, will. Bruch begründete die strategische Ausrichtung auf den
Kapitalmarkt (AG - Börse?) mit Sanierung alter Warenhäuser, Expansion in
Deutschland und Russland.
Ob
diese für die Öffentlichkeit bestimmten Äußerungen so lupenrein
zutreffen ist fraglich. Einige Indizien sprechen dafür, dass er sich
zumindest der Rückendeckung eines Großkonzerns versichert, der dieselbe
sicher nicht aus reiner Liebe zum Bruch-Clan gewährt. Seit 2002 besteht
ein Bündnis zwischen Globus und Edeka. Bekannt bei den Globus-Beschäftigten
ist nur, dass eine Einkaufskooperation mit Edeka besteht. Auf der
Internetseite von Edeka ist Globus aber voll in das Organigramm
eingegliedert. Lediglich die Prozentzahl für die Beteiligung fehlt
(noch?).
Im
Text der Edeka- Seite wird Globus zwar als Kooperationspartner neben
einigen anderen Kapitalisten aufgeführt, aber im Organigramm der Edeka
erscheint von den Kooperationspartnern nur Globus.
Der
Globusboss Thomas Bruch ist im Aufsichtsrat der hundertprozentigen
Edeka-Tochter Marktkauf.
Die Eingliederung von Marktkauf in die Edeka begann auch einmal als
Einkaufskooperation.
Da
kommt dann schon die Frage auf, was ist dran an dem „Allein wachsen“
und der „zähen Verteidigung des Familienimperiums“, die in der Öffentlichkeit
regelrecht zelebriert werden.
Die
Fakten lassen es eher als wahrscheinlich erscheinen, dass Edeka einen
bedeutenden Anteil an Globus erwirbt. Existieren
bereits Rahmenvereinbarungen, die der Öffentlichkeit vorenthalten werden?
Vieles
spricht dafür, dass Edeka und der Bruch-Clan nur noch über die Höhe des
Anteils, den Preis und den Umfang des Einflusses feilschen, der dem
Bruch-Clan bei Globus und in der Edeka verbleibt.
Aus
Sicht des Bruch-Clans bleiben immer sinnvolle Gründe für die so genannte
Kapitalmarktfähigkeit. Der eine wäre, soviel Geld einzusammeln, um
richtig dick in Russland einzusteigen, weil dieser Markt bisher nur wenig
von den imperialistischen Handelskapitalen durchdrungen ist. Das
verspricht jahrelange kräftige Expansion und Akkumulation mit extra hohen
Profiten. Strategisches Ziel könnte sein in Russland das zu erreichen,
was in Deutschland nicht mehr erreichbar ist, die Marktführerschaft und
dadurch Monopolprofite im Sektor SB-Warenhaus.
Das
Ziel weiterer kräftiger Expansion und Akkumulation auf das bereits
akkumulierte Bruch´sche Kapital kann bei entsprechenden Verträgen
allerdings auch im Verbund mit Edeka erreicht werden. Das ist die derzeit
wahrscheinlichste Variante.
Selbst
Ziele, die auch im Kapitalismus als unsauber gelten, könnten sinnvoll
sein. Gelingt es, die Braut Globus schön profitabel mit geringen
Personalkosten herauszuputzen, ist ein hoher Ausgabekurs bei Aktien möglich.
Das würde eine Menge Geld ins Bruch´sche Imperium spülen, unabhängig
davon, wie es hinter der Fassade aussieht.
Die
Moral von der Geschichte
Es
sollte gezeigt werden, dass harte ökonomische Fakten Grundlage sind, für
die ekelhaften Erscheinungen an den Entstehungsstätten des Handelsprofits
und nicht allein die Niedertracht und Verkommenheit von Schindern. In der
imperialistischen Phase terrorisiert die Ausbeuterklasse Beschäftigte
nicht selten bis zum Ruin ihrer gesundheitlichen Substanz.
Solange
Gewerkschaften pennen und tatenlos der Schinderei zusehen und solange die
Solidarität in Belegschaften nicht soweit entwickelt ist, um den Kampf
gemeinsam gegen die Ausbeuter aufzunehmen, kann man den Beschäftigten nur
folgenden Rat geben:
Es
nutzt gar nichts immer schneller zu rennen und sich vor Angst in den
gesundheitlichen Ruin zu wühlen.
Obwohl
es in den Wartezimmern von Arztpraxen in der Regel langweilig und etwas
unangenehm ist – der zeitweise Aufenthalt dort ist allemal viel gesünder
als permanenter Hochleistungsport oder sich zu lange dem psychischen
Dauerfrost in Mobbing-Centern auszusetzen.
Zur
Ehrenrettung der nicht erwähnten Kapitalisten
In
diesem Artikel war es leider bei weitem nicht möglich alle Kapitalisten
zu nennen, deren Leistung eine Nennung rechtfertigen würde. Darum soll am
Schluss doch wenigstens erwähnt werden, dass die Meisten von ihnen der
gleichen honorigen Kategorie angehören wie der Bruch-Clan. Dieser hat
sich aufs Panier und seine Werbeblättchen den Spruch geschrieben: „Da
ist die Welt noch in Ordnung“.
Ja,
das stimmt für die Bruchs und die anderen Kapitalisten. Aber nur solange,
wie die Arbeiterklasse kein Glied der Endloskette
Geld-Kapital-Profit-Akkumulation bricht.
Anna
Heinzberger
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