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Die
GoG ist eine parteiunabhängige Gruppe bei GM/Opel Bochum
Treff: dienstags 17.00 Uhr
Kulturbahnhof Langendr. Raum 6
visdp: W. Hajek, co: soz.-kult. Zentrum, Wallbaumweg 108
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Gegenwehr
ohne Grenzen
Nr. 15 vom Dezember 01
Opel
arm? Opel pleite?
Klar,
bei angeblich einer Milliarde DM Verlust auch in diesem Jahr, haben die
Opel-Herren allen Grund zum öffentlichen Stöhnen. Wir sollten nicht darauf
hereinfallen.
1.
Generell gilt: Die Unternehmer bestimmen, was und wieviel und wie produziert
wird. Sie nennen das "freie Marktwirtschaft" und verteidigen ihre
Macht mit allen Mitteln. Bei Krisenentwicklungen jammern sie uns um
"Hilfe" an, ihre "Wettbewerbsfähigkeit" zu verbessern...
Wir können noch soviel verzichten, noch härter, schneller, noch flexibler
arbeiten und Verbesserungsvorschläge ohne Ende machen: garantieren können uns
die Unternehmer nur eines, dass dann ihr Profit wächst. Die Hoffnung, bei
steigendem Profit würden unsere Arbeitsplätze sicherer, ist dösig.
2.
Wer über Opel-Verluste redet, ohne über GM-Profite zu informieren, verbreitet
Nebel.
General
Motors als größter Autokonzern der Welt besitzt die A.Opel AG bekanntlich zu
100% und diktiert demnach nicht nur, wo was gebaut und investiert wird, sondern
auch, wo und wie Gewinne und Verluste bilanziert werden...
Auch
das sind Tatsachen:
-
GM
hat zur Zeit 10,9 Mrd. Dollar Cash Flow zur Verfügung, - offizielles Ziel
2001 heißt allerdings 13 Mrd. (Wall Street Journal 18.6.01)
-
GM/Opels
Marktanteil 2000 in Westeuropa wird mit 9,66% angegeben, Spitze 1993 mit
12,75% (lt. Wall Str. J. 9.8.01) Doch GM/Opel und Fiat gemeinsam haben in
Europa einen Marktanteil von gut 20%. (Handelsblatt 16.8.01)
-
GM-Chef
Richard Wagoner rechnet bei Motoren/Getrieben wegen des Fiat-Joint Ventures
"mit jährlich 2,5 Mrd Mark weniger Kosten bis 2003. Anschließend soll
die Ersparnis auf 4 Mrd DM steigen." (Capital 15/01)
-
GM
hat eine 100%-Tochter an einen anderen Konzern verkauft, nämlich Hughes
Electronics, und zwar für 26 Milliarden Dollar. (Wall Street Journal
30.10.01)
-
Bekanntlich
erweitert GM auch seine Weltmacht durch Übernahme des südkoreanischen
Autoherstellers Daewoo, zumindest mit 67% Anteil für 400 Mio Dollar. (Fin.Times
25.10.01)
Zum
Manager gehört das Stöhnen, damit wir löhnen.
IGM-Forderung:
5 – 7 %
das wären für Zwickel rund 1000 Euro!
Denn
IGM-Chef Zwickel hat 34000 DM/Monat. (Klasse Zwickel)
Zu
dieser offiziellen IGM-Forderung ist es nur gekommen, weil diesmal die Basis
ihre Forderungen von 200 Euro (Opel Bochum) bis 10,5% (Daimler/Chrysler),
vehement veröffentlicht haben. Gut so!
Wegen
dieser "explosiven Stimmung an der Basis" (so Zwickel) wurden alle
anderen Überlegungen fallengelassen. Z.B. die Anbindung eines Teils der Lohnerhöhung
an den jeweiligen Betriebserfolg.
Wieder mal – viel Rauch um nichts?
"Zwickel
erinnerte daran, dass die IGM sich seit Jahren mit Tarifverträgen bescheidet,
die sich nach dem wirtschaftlichen Stand der Gesamtentwicklung
orientierten." (FR 16.5.01)
Auf
Grund all unserer Erfahrungen in den letzten Jahren, befürchten wir,
insbesondere wegen dem aktuellen Krisengejammer und Rücksicht auf die
bevorstehenden Schröderwahlen:
Trillerpfeife in den Mund, Mütze auf, ½ Stunde Warnstreik und fertig ist die
hochgerechnete 3 vor dem Komma.?
Wer
das durchbrechen will, muss sich einsetzen für Urabstimmung und Vollstreik: Von
Nix, kommt Nix!
Managerprämie
für Arbeitsplatzabbau !
Nach
einer Untersuchung des amerikanischen Gewerkschaftsdachverbandes AFL/CIO
"stiegen die Gehälter, Prämien und langfristigen Abfindungen der
Vorstandschefs der 30 Unternehmen, die die meisten Entlassungen ankündigten, um
67,3 %." GM-Boss John Smith, der für den Abbau von 82.000 Stellen
verantwortlich war, erhielt 1997 eine Extra-Prämie von 2,54 Millionen Dollar.
Warum? "Ohne die saftigen Prämien hätten die Konzernleiter keinen
wirtschaftlichen Anreiz, sich schwierigen Managemententscheidungen wie zum
Beispiel Entlassungen zu stellen." Das berichtet die Bestseller-Autorin
Naomi Klein in ihrem Buch über die brutale Politik multinationaler Konzerne
"No Logo" (S.267) .
Opel-Boss
Forster will mit "Olympia" den GM-Aktionären "mindestens 2
Milliarden Euro Erlös- und Kostenverbesserungen innerhalb der kommenden 2
Jahre" bescheren (laut FAZ 16.8.01). Schafft er das, ist ihm eine satte
Extra-Prämie wohl sicher... Forster in der letzten "Opel-Post
spezial" vom 7.11.01: "Es wird sich lohnen, Opfer zu bringen und mit
aller Kraft gemeinsam das ganze Unternehmen umzukrempeln." Verarschung hoch
drei: die Belegschaften sollen Opfer bringen. Um so mehr wird sich das für die
Aktionäre und ihre Manager lohnen...
Freischichten
– Poker
Am
22.11.01 verordnete die Geschäftsleitung mit der Zustimmung von 19
BR-Mitgliedern einem großen Teil der Belegschaft Vorholschichten am 1.Dez. und
8.Dez., dem anderen Teil Anrechnung von Freischichten ua. Das Gleiche für den
2., 3., und 4. Januar. Begründung für beide Fälle: Wir brauchen jeden Zafira,
wenn wir den nicht bauen, wird er in Thailand gebaut und Volumen was weg ist -
ist weg.
Diese
"Logik" sahen wir nicht ein, denn seit Wochen war der Zafira auf der
Astralinie gestrichen worden, obwohl kurz vorher noch eine Vereinbarung über
Pausendurchlauf erpresst worden war, um auf der Astralinie noch mehr Zafira
bauen zu können.
Wären
die ca. 70 Zafira/Schicht auf der Astralinie weitergebaut worden, wäre das
Volumen für die zwei Vorholschichten und für den 2. bis 4. Jan. erreicht
worden und alle KollegInnen hätten gleichermaßen zumindest die drei Tage im
Januar zuhause bleiben können. Deshalb haben wir gegen diese BV gestimmt.
Bis
28.11.01 war eigentlich jedem klar, dass am 20. und 21.12. gearbeitet wird! Dann
erschien ein Flugblatt vom BR-Vorsitzenden, wo behauptet wurde, dass auf
Initiative des Betriebsrats "die Weihnachtsferien" verlängert wurden
und alle am 20. und 21.12. zuhause bleiben können. Von dieser Initiative wusste
mehr als die Hälfte des BR-Gremiums überhaupt nichts. Wäre dies vor
der Entscheidung für die Vorholschichten bekannt gewesen, die Abstimmung hätte
anders ausgesehen.
Wir
haben vorgeschlagen, die Vorholschichten abzusagen, bzw. statt dem 20.und 21.12.
dann für alle den 2. bis 4. Jan. freizumachen. Die Diskussion darüber wurde
abgeblockt.
Damit
war auch klar, diese Sache wird zum Wahlkampfpolitikum auf Kosten der
Belegschaft. Davon haben wir uns nicht leiten lassen. Eine ganze Reihe von
KollegInnen wird nun gezwungen sein, im Dezember ins FS-Minus zu fahren bzw.
unbezahlten SU, TU, ZA, sofern vorhanden, zu nehmen. Wer krank wird, kann im
schlechtesten Fall 7 FS abgezogen kriegen.
Wir
haben bei beiden Abstimmungen mit Nein gestimmt.
Um
Opel´s Bilanz zu schönen sind wir nicht angetreten, dafür hat die Firma
hochbezahlte Finanzmanager. Wir haben die Bilanz der Belegschaft zugrunde
gelegt. Mit einem gemeinsamen Vorgehen des Betriebsrats von Anfang an, wäre es
machbar gewesen den 2. bis 4. Januar für alle freizumachen. Gleichbehandlung
nicht nur im Munde führen, sondern danach handeln.
R.
Müller-Heidenreich, J. Schwartz
Opel
engagiert Institut für Meinungsmache
Um
systematisch durch öffentliche Meinungsmache Angst zu schüren und die
Belegschaften wie auch die Bevölkerung in den Städten und Regionen samt ihren
politischen Vertretern für ihre Kostenspar- sprich Profitpläne zu gewinnen,
hat die Geschäftsleitung sogar ein Münchener Institut beauftragt:
"Geschickt
bereitet Opel-Chef Forster sowohl Mitarbeiter, Lieferanten und Händler als auch
die Öffentlichkeit auf die Sanierung vor. Im Hintergrund zieht sein PR-Berater
die Fäden:
Professor
Peter Engelmeier, Kommunikations- und Medienstratege aus München. Das Duo will
jede Überraschung vermeiden - kommt es am Ende nicht ganz so schlimm wie befürchtet,
ist sogar Erleichterung angesagt." (Capital 18/2001)
Ohne
seinen Berater befragt zu haben, wird Forster auch kein einziges Gespräch mit
den Spitzenleuten im Betriebsrat führen. Mit Erfolg, wenn man sieht, was diese
Betriebsräte mit Forster und Co vereinbart haben: "Das Hauptziel der
Unternehmensleitung und der Arbeitnehmervertretung besteht in der Unterstützung
der Ziele des Olympia-Projektes und der Umsetzung von Lösungen, die die
Profitabilität von GM-Europa ... sicherstellen" usw. (siehe Flugblatt der
IGM-Bochum 21.8.01)
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