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Die
GoG ist eine parteiunabhängige Gruppe bei GM/Opel
Bochum
Treff: dienstags 17.00 Uhr
Kulturbahnhof Langendr. Raum 6
visdp: W. Hajek, co: soz.-kult. Zentrum, Wallbaumweg 108
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Gegenwehr
ohne Grenzen
Info der GoG Nr. 17 vom Februar 2002
Was
passiert mit Werk III
Spontane
Arbeitsniederlegung
Mit
einer spontanen Arbeitsniederlegung reagierte die Mittagschicht von Werk III am
14.2.01 auf die tags zuvor bekannt gewordenen Pläne für das TuZ. Danach ist für
das Teile- und Zubehörwesen folgendes in Untersuchung:
-
Einrichtung
von 12 Verteilzentren in Deutschland u. 3 weiteren in Österreich
-
Ein
Lager für Schnellgänger
-
Ein
Lager für Langsamgänger
-
Alternativ
ein Lager nur für Blechteile
Die
Verteilzentren sollen von großen Opelhändlern geführt werden, um von dort aus
innerhalb von vier Stunden, jeden Kunden zu beliefern. Der Einsatz dieser
Verteilzentren wird frühestens im April 2004 erfolgen. Zusätzlich ist auch
daran gedacht, von Lieferanten oder Lohnverpackern die Verteilzentren zu
beliefern. Damit ist vielleicht auch zu erklären, warum die Entscheidung zur
Einführung von Catalyst im Werk III, trotz bestehender BV, seit Monaten rausgezögert
wird. Alle Untersuchungen sollen bis Ende Juni 2002 abgeschlossen sein um dann
die Entscheidung für eine der verschiedenen Varianten zu fällen. Nicht
auszuschließend ist das die Überlegungen bis hin zur Komplettschließung von
Werk III gehen. Auf jeden Fall sind hunderte Arbeitsplätze bedroht.
Der Werksleiter von Werk III , Herr K. H. Bohr, schreibt dazu in einem Brief an
die Vorgesetzten am 13.02.2002, (".....bitte keine Spekulationen und bitte
auch keine Unruhe in die Manschaft tragen (...)Wir stehen voll im
Konkurrenzkampf und wollen gewinnen.")
Ganz
schön abgewichst, aber die Manschaft wird wissen, dass mit Ruhe im Betrieb noch
nie was erreicht worden ist. Im Gegenteil: in den Phasen der "Ruhe"
(Verzicht) wurde uns permanent was weggenommen. Nur wenn von der Belegschaft
entschieden der Kampf aufgenommen wurde, konnten Angriffe abgewehrt und
Forderungen durchgesetzt werden.
Die Pläne zu Werk III sind Bestandteil von Forster´s olympischer Disziplin der
Arbeitsplatzvernichtung und muss von uns gemeinsam bekämpft werden. Warum soll
nicht mal Werk III den Anfang machen? Aber nur das "WIR" in Werk II u.
III reicht nicht und die flexibelste Flexi-Vereinbarung hilft uns da nicht
weiter, sondern wir müssen an der wichtigsten Entscheidung festhalten, die wir
im Juni 2000 getroffen haben:
EIN
Betrieb -
EINE Belegschaft,
EIN Kampf.
(EIN Konzern - EINE Konzernbelegschaft - EIN Kampf)
Bundesarbeitsgerichtsurteil:
Opel im Unrecht!
Am
13. Februar 2002 fällte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt ein für viele
Opel-Beschäftigte positives Urteil. Nach nun fast 4 Jahren kommen die
Kolleginnen und Kollegen zu ihrem Recht, die in dem Zeitraum als
FK-Zusatzschichten an Samstagen gefahren wurden, von Arbeitsunfähigkeit
betroffenen waren. Opel weigerte sich damals die Zeit der Arbeitsunfähigkeit
auf dem FK-Konto gutzuschreiben. Nunmehr muss Opel den damals Betroffenen die
entsprechende Zeit gutschreiben. Dies gilt allerdings nur für den Zeitraum der
Lohnfortzahlung (6Wochen).
Opel verpflichtete sich damals, mittels Schreiben vom 19. Juni 1998,
"...eine rechtskräftige Entscheidung zu einem solchen Streitgegenstand
auch auf solche Mitarbeiter anzuwenden, die nicht unmittelbar an dem
Gerichtsverfahren beteiligt sind."
Meine
Meinung
Wahlmanöver???
Es
war einmal eine Betriebsratsfraktion die hatte im Betriebsratsgremium die
Mehrheit. Die nutzte sie um zu Co-Managen wo es nur ging. Eines Tages sah eine/r
jener Damen/Herren auf den Kalender und stellte fest: oh Schreck, Anfang März
2002 sind Neuwahlen. Das Kollektiv erschrak und hatte, nicht zu Unrecht, Angst
um seine Mehrheit. Was nun? Da war guter Rat teuer. Bis jemand auf den Einfall
kam die Betriebsräte der bisherigen Mehrheit auf 3 Listen zu verteilen.
Darunter auch eine spezielle Liste für Werk II/III und eine mit Verdi
vereinigte Liste. Gesagt getan. Bei diesen Listen sitzen natürlich die gleichen
Leute auf den ersten Plätzen. Fertig war der erste Teil der Formel (aus 1 mach
3). Nun hofft man darauf das bei den Wahlen jeder sein Schäflein ins Trockene
bringt.
Das
erhoffte Ergebnis ist, dass am Ende wieder jene im Betriebsratsgremium sitzen
die dort auch vorher waren. Dann greift der zweite Teil der Formel. Nach einer
speziellen Wiedervereinigung hätten wir wieder dieselbe Mehrheit (aus 3 mach
1). Mit nur einer Liste, wäre dies ungleich schwieriger zu erreichen.
Wahltaktik
vom allerfeinsten. Alle Achtung. Ob die Taktik aufgeht und die Belegschaft auf
die Formel "aus 1 mach 3 und daraus wieder 1" hereinfällt, stellt
sich spätestens einen Tag nach der Wahl heraus.
Deshalb
versuche ich Euch hiermit die Augen zu öffnen, damit WIR UNS nicht noch weiter
den Bach herunter Co-Managen lassen.
Geht
wählen,aber überlegt Euch genau Wen oder Was ihr wählt!!
In
diesem Sinne
Thomas "Theo"Weigelt
6,5%
mehr Lohn ab 1. März?
Zur
Freude der Unternehmer sind wir daran gewöhnt bloß abzuwarten, wann und wie
der Tarifkampf "von oben" inszeniert wird, wann wir zum Warnstreik
rausgehen sollen und wie am Ende der Kompromiss aussieht.
"Dieses
Mal nicht!" – Warum gibt es jetzt die Chance einer anderen Tarifrunde?
1.)
aus zahllosen Belegschaften sind diesmal Lohnforderungen gekommen, die weit über
der offiziellen 6,5%-Forderung lagen, oft sogar noch höher als unsere Forderung
von "200 Euro mehr für alle"!
2.)
Tatsache ist auch, dass in vielen Metallbetrieben jetzt mehr denn je darauf
aufgepasst wird, dass wir nicht wieder ein Ergebnis mit dem Kommentar
"wieder verarscht worden" schlucken müssen:
-
VK-Leiter
und BR-Vorsitzender von Siemens/Frankfurt üben knallharte Kritik an der
ihrer Meinung nach zu niedrigen 6,5%-Forderung der IGM-Spitze (Brief an
K.Zwickel und J.Peters vom 22.1.02): "Wie lange wollen sich die
Mitglieder einen Vorstand leisten, der hinter ihren Erwartungen
bleibt?"
"Lieber Kollege Zwickel, weiter verzichten können wir auch alleine,
dazu brauchen wir Euch nicht!" , so die Kritik seitens des VK
Aerospace/München (Brief an IGM-Vorst. V. 17.1.02)
-
"Wenn
wir unsere Geldforderung mit Forderungen aus dem Entgeltrahmen-abkommen
verknüpfen, schwächen wir uns. Es wird unklar, für was wir kämpfen
sollen. Für ein Abkommen oder für mehr Geld. Wir sind für mehr
Geld!" – so der VK der Firma Jungheinrich/Norderstedt (Brief v.
17.1.02 an die IGM-Bezirksleitung Küste/Hamburg). Die Kolleginnen und
Kollegen ahnen schon Übles: in dieser Tarifrunde will die IGM ja
gleichzeitig ein neues Lohnrahmenabkommen (ERA) zur Angleichung der
Arbeiter-Lohneinstufung an Angestellte durchsetzen. Zu befürchten ist dann
die Trickserei, dass ein Teil unseres Tarifergebnisses gar nicht als Lohnerhöhung
bezahlt, sondern mit ERA-Verbesserungen verrechnet wird. Davor warnt auch
die VKL von Kar-mann/Osnabrück (Brief an IGM-Vorst.24.1.02): "Im
Mittelpunkt der Tarifrunde stehen deutliche Einkommensverbesserungen. Dabei
dürfen keine Abstriche zur Kompensation für andere Forderungen wie den
Gemeinsamen ERA vorgenommen werden!"
-
"Wir
sind auch zu notwendigen Kampfmaßnahmen bereit. Wir erwarten, dass kein
Abschluss getätigt wird, bevor nicht diese Kampfbereitschaft der
Kolleginnen abgefragt und eingesetzt wurde!" Solche Aufforderungen wie
diese vom VK Karmann kommen aus vielen Betrieben und Verwaltungen, so etwa
aus dem IGM-Ortsvorstand Frankfurt:
"Keine
Verabschiedung eines Ergebnisses ohne Urabstimmung!"
Was
bedeutet die Drohung mit der "Überkapazität"?
Es
wird so geredet, als wenn das ein Naturereignis wäre: zuviele Autos auf dem
Markt, nicht genug Käufer, weniger Produktion, Abbau der Belegschaft.
In Wahrheit gibt es genug Leute, die ein Auto wollen. Nur können sie nicht
einen Preis bezzahlen, der den angepeilten Profit erbringt. Die Unternehmer sind
die Verursacher der Massenarbeitslosigkeit, der Lohnsenkungen und damit der
schwachen Kaufkraft.
"Überproduktion" bedeutet in Wahrheit nicht einfach "zu viele
Produkte", sondern zuviel angehäuftes, im Moment aber nicht für weitere
Profitsteigerung verwertbares Kapital...
noch
ein Tipp zur BR-Wahl:
Wahlgeschenke
begeistert annehmen -
Geschenkeverteiler bloss nicht wählen,
denn,
Weihnachtsmänner und Osterhasen
haben im Betriebsrat nichts mehr zu suchen.
Gedanken
beim Kacken
....
endlich! - nach 30 Minuten abgelöst, du rennst zur Toilette, die
Schliessmuskeln bis zum äußersten aktiviert, mit einer Hand die Buxe am öffnen,
Treppenhaus arschkalt, Toilette arschkalt, - erste Kabine verschissen, zweite
Kabine verschissen, dritte Kabine auch, aber nicht so schlimm und nur am Rand,
also drauf. Man hat sich an die Zustände schon gewöhnt, außerdem melden sich
die Schliessmuskeln. Für die Oberschenkel ist das ein gutes Training, denn
Setzen ist ja nicht drin. Aber nur gebückt, muss man drauf achten, die Schüssel
voll zu treffen. Der Vorteil ist, man muss nicht drücken und ist schneller
fertig. Aber der Stress bleibt, denn der Gruppensprecher guckt bestimmt schon
auf die Uhr. 9 Minuten schon vorbei! Also abwischen und spülen. Hände waschen
muss sein. Mit einem leicht schlechten Gewissen, weil selbst ich, der die
unsauberen Toiletten immer kritisiert, ebenfalls eine nicht saubere Toilette
hinterlasse, denn der Schiss vom Vorgänger ging nicht ab.
Das
müsste so nicht sein!
Man
kann erwarten, daß gerade die Toiletten der Bandarbeiter öfter gereinigt
werden. Dafür muss Opel auch Geld ausgeben. Man kann erwarten, daß man
rechtzeitig zum Kacken kommt und genügend Zeit hat, anschließend auch zu säubern.
Chaostage
Vorgeschmack
auf neue Arbeitszeitmodelle?
Die
Chaostage der Schichtverlegungen, nebst anschliessend geplanter Qualitätsrausholschichten
sind sicher nicht nur unter der Rubrik "kann ja mal passieren"
einzuordnen.
Das sind Flexi-Arbeitszeiten wo die Firma hin will. Nahezu optimale Anpasssung
der Personalstärke an die momentane Marktsituation, aber auch an qualitativ, an
Zuliefer-Schwierigkeiten oder anderweitig bedingter Produktionsengpässe,
mittels völlig flexibel, zu jeder Tag- und Nachtzeit einsetzbarer
Stammbelegschaften. Als Joker kommen dann noch Leiharbeitnehmer.
Das ist das Kernstück des Horrorkatalogs von C.P. Forster, dem großen
Heilsbringer, dessen Fähigkeiten selbst in Betriebsratskreisen permanent
beschworen werden. Er macht nur seinen Job. Worin der besteht ist in seinem
Horrorkatalog nachzulesen.
DieVertrauensleute haben am 13.2.02 Herrn Brems, der das Anliegen der GL
vortrug, am 23.2. und 2.3. je eine der verlegten Schichten zu fahren, eine
deutliche Antwort gegeben. Obwohl die Schichten irgendwann so oder so nachgeholt
werden müssen, sehen sie es nicht mehr ein, dass die Belegschaft sich damit
abfinden soll, heute nicht zu wissen, ob und wielange morgen gearbeitet wird.
Wir
sind Menschen, und wir tun genau das Richtige, wenn wir denjenigen, die meinen
über uns permanent verfügen zu können, immer wieder deutlich machen, was wir
wollen und was nicht.
Meine
Meinung – von Wolfgang Schaumberg
Was
mich beim täglichen Zeitungslesen total nervt: Es ist ja unglaublich, wie das
Opel-Management Angst und Schrecken verbreitet und dafür sorgt, dass so viele
Menschen in den Belegschaften wie in der Bevölkerung glauben, für alle wäre
es nun am wichtigsten, dass Opel bald wieder satte Gewinne, den sogennannten
"Turnaround" veröffentlichen kann. Als hätte damit der
Arbeitsplatzabbau, der Druck auf Löhne und Gehälter ein Ende! Wie schaffen das
solche transnationalen Konzerne wie General Motors bloß, trotz bekannter
Vormachtstellung als weltgrößter Autokonzern, trotz riesiger Finanzreserven
und trotz GM-Reingewinn im vergangenen Krisenquartal von 255 Millionen Dollar
solch eine Stimmung zu verbreiten?
Große
Konzerne setzen wohl auch großes Geld für ihre Öffentlichkeitswirkung ein,
wie die Zeitschrift Capital (18/2001) berichtete: "Geschickt bereitet
Opel-Chef Forster sowohl Mitarbeiter, Lieferanten und Händler als auch die Öffentlichkeit
auf die Sanierung vor. Im Hintergrund zieht sein PR-Berater die Fäden:
Professor Peter Engelmeier, Kommunikations- und Medienstratege aus München. Das
Duo will jede Überraschung vermeiden –kommt es am Ende nicht ganz so schlimm
wie befürchtet, ist sogar Erleichterung angesagt." Daraus folgere ich,
dass Forster und Co keine einzige Pressemitteilung, keine einzige Info an die
Belegschaften, kein einziges Gespräch mit dem Betriebsrat bekanntmachen, ohne
dass nicht vorher die öffentliche Wirkung genau von den hochbezahlten
Medienspezialisten abgeklärt wurde. Das scheint ja zu klappen, wenn so viele
Leute jetzt Opel "helfen" wollen, wieder mehr Reibach zu machen...
Was
mich allerdings wieder etwas hoffnungvoller macht: Ein Kommentar in der
Unternehmerzeitung "Frankfurter Allgemeine" (FAZ) vom 17.1.02
analysierte als zentrales Problem des Opel-Managements: die alten erkämpften
Betriebsvereinbarungen müßten weg. "Die Kunst ist", schreibt der
Kommentator, "Verträge so aufzuweichen, dass sie die richtige Entlastung
(für Opel) bringen, aber zu keiner Revolte führen!" Mit brutaler
Offenheit erklärt der FAZ-Schreiber weiter: "Vermutlich hätte Forster
kurz nach seinem Amtsantritt die Gunst der frühen Stunde nutzen und ein Werk
schließen müssen, Antwerpen, das hätte den geringsten Widerstand bedeutet.
Oder, wenn man es ganz scharf rechnet, Bochum. Aber wer traut sich schon an
Bochum heran angesichts der dort besonders streitlustigen Belegschaft? Vor
allem, wenn man bedenkt, dass durch die Vernetzung der Produktion nur rund 500
streikende Mitarbeiter in Bochum nötig sind, um die gesamte Fertigung in Europa
lahmzulegen."
Ergo:
das Management hat auch Angst. Besonders vor der Bochumer Belegschaft. Die hat
am deutlichsten ihre Gegenmacht bewiesen, zuletzt 2000 beim GM/Fiat-Joint
Venture, und eine Vereinbarung erkämpft, die Opel wohl heute noch wehtut. Das
macht mir Mut, wenn trotz aller Angstpropaganda selbst in der bürgerlichen
Presse deutlich wird, dass im Bewußtsein der Belegschaften, speziell in Bochum,
eine Erfahrung fest verankert ist: gemeinsame Gegenwehr ist unsere einzige
Chance.
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