Aus Betrieb & Gewerkschaft

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

unten:Sven Griegold (33)

Friedensbewegung:

Will Attac die feindliche Übernahme versuchen?

von Günter Ackermann

Ein Zitat der wichtigsten Frau international von Attac:

"Ich habe mich geirrt, als ich das amerikanische Bombardement Afghanistans kritisierte. (...) Es lohnte sich zu tun, um die Taliban loszuwerden. ... Ich möchte George Bush danken. Er hat gezeigt, dass es möglich war, die Terroristen und ihre Basen zu erreichen." ("Svenska Dagbladet", Stockholm, zitiert nach "Courrier international" Nr. 585 (17.-23. Januar 2002) (siehe)

Diese Dankesrede an George Bush stammt von der wohl wichtigsten Frau von Attac überhaupt (nicht nur der deutschen Sektion). Sie ist Vizepräsidentin von Attac-France, von Simone George. Nachdem sie mit dieser Aussage, die sie im schwedischen Rundfunk gemacht hatte, vom Svenska Dagbladet geoutet worden war, hagelte es nicht etwa Dementis, sondern Beschimpfungen gegen die Journalisten. Sie leugnete ganz einfach, widerlegte die Aussage aber nicht. Auch wir wandten uns damals, bevor wir darüber berichteten, an Attac mit der Bitte, uns eine gegenteilige Erklärung zu schicken. Es kam aber keine, nur eben die Journalistenschimpfe. Nach erneuter Aufforderung, kam wieder dieser Text, der sei nun der ultimativ richtige, was kam war nur, dass der gleiche Text diesmal in einer anderen Sprache geschrieben kam. (siehe) und (siehe)

Einer der deutschen Attac-Fürsten ist Sven Giegold (33). Giegold ist Mitglied im Attac-Koordinierungskreis, dem Führungsgremium seiner Organisation (von denen übrigens keiner je gewählt wurde, Wahlen gibt’s bei Attac nicht). Giegoild verfuhr letztens nach ähnlichem Muster, wie vor über einem Jahr Frau George: Erst eine unangebrachte Presseerklärung und dann alles nicht wahr.

Er kritisierte die Friedensbewegung heftig und behauptete, die Bewegung sei zu zersplittert und zu schlecht koordiniert, ihre „Schlagfertigkeit“ auf Bundesebene leide darunter.

Und vor allem: Attac sei bereit an einer stärkeren Koordination mitzuwirken, aber – leider – gebe es bei der Friedensbewegung grundsätzlichen Widerstand dagegen. Diese Giegold'sche Aussage allerdings erscheint mir als eine Drohung: Wenn ihr nicht nach unserer Pfeife tanzt, bringen wir euch die Flötentöne bei.

Dass dies in der Friedensbewegung als Zumutung von außen empfinden würde, ist klar. Auf seine Äußerungen gegenüber AP nahm er es wieder zurück und sagte, das sei seine Privatmeinung. (siehe)

Privatmeinung? Kann er denn sagen, dass Attac sich an der Koordinierung beteiligen – sprich die Führung übernehmen -  werde? Kann da jeder Attac-Fürst seine Organisation nach eigenen Gutdünken einsetzen? Soweit gehen die – bekanntermaßen undemokratischen - Strukturen von Attac nun auch nicht.  Nein, das war ein Versuchsballon. Als Giegold klar wurde, dass er ins Fettnäpfchen getreten hatte, reagierte er wie voriges Jahr seine Chefin Simone George: die Journalisten lügen.

Ich habe bei Ostermarsch Rhein-Ruhr mitgemacht. Ich sah da ein einziges mickriges Attac-Männchen mit dem Prozentzeichen – mehr nicht. Attac ist in der Friedensbewegung nicht präsent.

Die Taktik dieser Organisation ist, angesehene Organisationen, Personen und Bewegungen zu vereinnahmen um sie dann vor ihren Karren spannen zu können. Zu den Fragen, die Attac aufwirft, werden falsche oder halbrichtige Antworten und Phrasen geliefert. Alles, was Attac macht, machen andere bereits und sie machen es besser. Selbst den Kampf gegen Sozialabbau wird von den Gewerkschaften besser gemacht – und die machen ihn eher lahm und immer das SPD-Parteibuch der Funktionäre im Kopf.

Das Image von Attac, jung, frisch und tabulos zu sein, ist Etikettenschwindel. Die meisten Attac-Fürsten sind nicht weniger in die Jahre gekommen wie die Spitzenleute der Gewerkschaften, der politischen Parteien und der Friedensbewegung.

Die Friedensbewegung ist eine der Bewegungen bei der Attac nur eine Statistenrolle, wenn überhaupt, spielt. (Hier sei auf die anderen Artikel über Attac auf unserer Homepage hingewiesen, v.a.  Attac - so überflüssig wie ein Kropf“ (siehe). Hier den Fuß in der Tür zu haben,  erscheint für Attac nützlich. Auch hier gilt: "Mit Wortspielchen wird Militanz vorgegaukelt –  dass es ein Verein ist, der nur eine neue Steuer einführen will und darin das Heil aller Dinge sieht, erkennt der normale Mensch nicht auf Anhieb..." (siehe)

Dabei hat Attac der Friedensbewegung nichts zu bieten.

„Bei Verknüpfungen von Fragen ökonomischer Globalisierung mit innenpolitischen oder nicht-ökonomischen Problemen, die durch die politische Entwicklung unabhängig von uns auf die Tagesordnung kommen – z.B. gegenwärtig das Thema Krieg und Frieden sowie demokratische Rechte – wird ATTAC sich gewöhnlich darauf beschränken, die Perspektive ökonomischer Globalisierung einzubringen.“ (aus: attac- für eine solidarische Weltwirtschaft, gegen neoliberale Globalisierung, Zwischen Netzwerk, NGO und Bewegung, Das Selbstverständnis von ATTAC, 8 Thesen) (siehe)

Das ist O-Ton Attac. Diese 8 Thesen ist die einzige programmatische Aussage. Mit anderen Worten, sie interessieren sich nicht sonderlich für das Thema Kampf für Frieden, gegen Krieg, die berüchtigte Tobin-Steuer ist wichtiger.

Attac wird sich darauf beschränken... Organisatorisch reicht es ihnen offensichtlich nicht. Die heftige Reaktion der Weltöffentlichkeit, auch der deutschen, gegen den Irak-Krieg, hat gezeigt, dass Attac noch lange nicht das Monopol hat, die Linke zu repräsentieren. Also steht nun offensichtlich die Friedensbewegung auf der Speisekarte von Attac.

So lügt Giegold – oder weiß es einfach nicht – dass die Friedensbewegung die ökonomische Seite des Krieges nicht berücksichtigt habe. Dabei war die Parole „Kein Blut für Öl“ eine der Parolen des Ostermarschs.

Dass die Schröder-Regierung den Irak-Krieg dazu nutzt, ihren brutalen Sozialabbau weiter voran zu treiben, ist unbestritten. Dagegen vorzugehen, sich dagegen zu wehren, macht die Friedensbewegung und das machen auch die meisten der Menschen und Organisationen, die in der Friedensbewegung mitwirken. Dass das verstärkt werden muss, dass der Widerstand gegen diese Machenschaften stärker werden muss, ist unbestritten. Hier sind alle aufgerufen. Wenn da Attac mitmacht, dürfte Attac willkommen sein. Ich meine jedoch, dass hier der Kampf geführt werden muss mit und über die traditionellen Organisationen der Arbeiterbewegung, also der Gewerkschaften. Dazu brauchen wir Attac nicht.

Den sozialdemokratischen Führern der Gewerkschaften muss Feuer unterm Hintern gemacht werden, damit sie endlich die Mitglieder mobilisieren aber es muss auch die Basis der Gewerkschaften rebellieren. Keine lahmen Proteste der Gewerkschaftsvorstände bei der Regierung, sondern Massendemonstrationen, Massenprotest und Massenaktionen können etwas bewirken. Was aber kann da Attac beitragen? Sind die Masser der (noch) Beschäftigten, sind die Arbeitslosen, die Sozialhilfeempfänger ebi Attac organisiert? Natürlich nicht, bei denen ist der Attac-Einfluss gleich Null.

Attac wähnt sich im Glauben, sie könne der Bewegung gegen den Turbokapitalismus, gegen die Kriegspläne und Kriege der imperialistischen Mächte nur durch Methoden und Inhalte, die attacgerecht sind, voran treiben. Als probates Mittel z.B. soll hier die Tobin-Steuer dddienen.

Ich meine dagegen, dass Attac überflüssig ist. Hier ist nichts Neues entstanden, nur ein schlechter zweiter oder dritter Aufguss eines billigen Tees. Der jetzt von Giegold angepeilte Griff zur Übernahme der Friedensbewegung jedenfalls muss verhindert werden. Das wäre eine feindliche Übernahme, das wäre das Ende der Friedensbewegung.

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!