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Gewerkschaftsgedanke weiterentwickeln, statt Unternehmerlogik akzeptieren

Schon seit langem sind wir nicht mehr einverstanden mit der Politik der IG BCE. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen aus Chemiebetrieben sind, oft nach langjähriger Mitgliedschaft, resigniert oder wütend ausgetreten. Andere hielten an der Mitgliedschaft fest. Wir alle halten gewerkschaftliche Organisierung und die Gewerkschaft als gesellschaftliche Gestaltungskraft für unabdingbar.

Solidarität - Grundstein der Arbeiterbewegung

Endlich organisiert der DGB Proteste gegen die Demontage unserer Sozialsysteme im Rahmen der AGENDA 2010, und schon fällt "unsere" Gewerkschaft anderen Gewerkschaften in den Rücken. Die IG BCE versucht die IG Metall und Ver.di schulmeisterlich zu belehren und verletzt ohne zu zögern die notwendige gewerkschaftliche Solidarität.

Wir halten es für skandalös, dass unser Gewerkschaftsvorsitzender dem Vorstandskollegen einer anderen Gewerkschaft, der zur Kostensenkung im Gesundheitswesen auch die Pharmaindustrie heranziehen will, auffordert, das zu unterlassen, da er ihm sonst vorrechnen werde, was ein Krankenhausbett koste. Bevor die Unternehmer belastet werden, bittet Hubertus Schmoldt lieber die Versicherten zur Kasse. Und in wie vielen Tarifrunden ist die IGBCE der IG Metall in den Rücken gefallen?

Seit Jahren backen wir in den Betrieben trotz Rekordgewinne "unserer" Arbeitgeber kleine Brötchen, um die verheißenen Arbeits- und Ausbildungsplätze zu ernten, die unser Lohnverzicht, unsere Flexibilität und die Abkehr vom "Versorgungsdenken" gesät haben sollen. Statt der versprochenen Arbeitsplätze, erhalten wir allerdings nur die Aufforderung zum nächsten Gürtelengerschnallen.

Wir haben gesehen, dass die von der Industriepolitik der IGBCE unterstützte Gentechnik unsere Probleme nicht löst. Die Arbeitsplätze, der mit unseren Steuergeldern geförderten Start-Up-Firmen haben weder quantitativ noch qualitativ das gehalten, was von den Modernisierern versprochen wur-de. Wir sind gegen die Patentierung von Leben für Konzerninteressen. Und die Privatisierung (GATS) wird nicht effizientere Dienstleistungen hervorbringen, sondern Verarmung, Klassenmedizin sowie Elitebildung zu Folge haben.

Uns reicht es, wenn wir die Argumente über die Notwendigkeit der neoliberalen Globalisierung und die internationale Wettbewerbsfähigkeit von unseren Arbeitgebern hören, und brauchen weder Gewerkschaften noch Betriebsräte, die sie eifrig nachbeten. Wir wollen unsere Arbeitsplätze nicht ausspielen lassen gegen Umweltschutzmaßnahmen, und uns auch nicht in Standortkriege gegen Kolleginnen und Kollegen anderer Werke, anderer Firmen oder anderer Ländern hetzen lassen.

Etwas anderes ist möglich!

Unsere Vorstellung ist, dass soziale Errungenschaften verteidigt und weiterentwickelt werden müssen. Die Arbeitgeber haben nicht die geringsten Hemmungen, ihre Interessen rücksichtslos durchzusetzen. Von uns Arbeitnehmern hingegen wird erwartet, dass wir schizophren die Interessen der Arbeitgeber mit berücksichtigen sollen.

Um allen Missdeutungen vorzubeugen, wir rufen hiermit nicht zum Austritt aus der Gewerkschaft auf, obwohl sich einige der UnterzeichnerInnen zu diesem Schritt entschlossen haben. Wir wollen uns nicht mehr damit zufrieden geben, dass es angeblich keine Alternativen, weder zur Globalisierung, zur herrschenden Regierungs- noch zur vorherrschenden Gewerkschaftspolitik gäbe. Wir wenden uns mit dieser Initiative an Gleichgesinnte, die ebenfalls nicht resignieren, sondern was bewegen wollen.

Weltweit gibt es Aufbegehren gegen die herrschende Form des Wirtschaftens und der Politik, die den Interessen der Mehrheit der Menschen nicht gerecht wird. Wir wollen uns in diese Bewegung einbringen, um eine gerechtere Welt, Frieden und Alternativen im Betrieb zu diskutieren und anzugehen.

Wer ähnlich denkt, und sich mit Gleichgesinnten austauschen möchte, möchte sich melden bei Gleichgesinnte@onlinehome.de, Belegschaftsliste oder Fax an: 0202-2741547  

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Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
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