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IGBCE eine gelbe Gewerkschaft!?

Die fünfte Kolonne der Ausbeuterklasse

Von Anna Heinzberger/ 20. März 2007

Die fünfte Kolonne der Ausbeuterklasse

Von Anna Heinzberger/ 20. März 2007

Die Arbeiterklasse in Deutschland ist seit langer Zeit daran gewöhnt von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaftsführungen an der Nase herumgeführt zu werden. Dennoch gibt es bemerkenswerte Abstufungen zwischen den Führungen der verschiedenen Einzelgewerkschaften, hinsichtlich des Grades ihrer Verlogenheit und ihrer Verkommenheit im Verrat an der Arbeiterklasse.

Den unangefochtenen Spitzenplatz hält die Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie in dieser Disziplin.

Das Verhandlungsergebnis der Gewerkschaftsfunktionäre von 3,1 Prozent[1] ist nicht mehr, als ein fast vollkommen abgenagter Knochen für die Arbeiterklasse in der chemischen Industrie. Das weiß auch die Gewerkschaftsführung. Darum rechnet sie jetzt schön. Auf ihrer Internetseite verkündet sie ein Ergebnis von 3,6 Prozent. Der oberste Tarifschönredner Bischoff errechnet sogar 4,3 Prozent.[2]

Nicht schlecht das Rechenkunststück, gaukelt es den Arbeitern doch ein um 38 Prozent besseres Ergebnis vor, als tatsächlich vereinbart.

Selbstzufrieden bewerten die Funktionäre das Ergebnis: „Das ist in Ordnung, das ist ein anständiger Kompromiss.“

Ihre herausragende Leistung schildern sie im folgenden Satz: „Die Arbeitgeber haben sich deutlich bewegt, dies ist sicherlich auch auf die massiven Proteste in den Betrieben zurückzuführen.“ Das liest sich im Kommentar des Chemiekreises ganz anders: „…die Mobilisierungen der IG BCE im Rahmen der Tarifrunde – bis auf eine Ausnahme in Ludwigshafen, wo etwa 8000 Beschäftigte demonstriert hatten – allesamt fehlgeschlagen…“

Die IG-BCE-Führung hat allen Grund, wenigstens etwas Wind zu machen und Nebelschwaden vor ihr miserables Ergebnis zu blasen. Sie muss ihre wahre Rolle verbergen, die darin besteht die Interessen der Monopolkonzerne zu legitimieren und den Diebstahl an der Arbeiterklasse zu vollenden ohne dass es zu Widerstands-Aktionen kommt.

Der Arbeiterklasse muss sie gleichzeitig vormachen, dass sie ihre Interessen erfolgreich vertritt und durchsetzt. Nur so lange, wie es der BCE-Aristokratie gelingt die Mehrheit ihrer Mitglieder mit diesem Theater zu beeindrucken, kann sie die Rolle der fünften Kolonne für die Kapitalisten in den Reihen der Arbeiterklasse erfolgreich spielen. Gelingt ihr das nicht mehr wird sie wertlos für die Ausbeuterklasse. Darum ihr Wortgerassel von „massiven Protesten in den Betrieben“.

Die Kapitalisten der chemischen Industrie vereinbarten genau das, was sie wollten. Und sie bilden sehr erfolgreich die Speerspitze für die Interessen der Kapitalisten anderer Branchen, deren Tarifrunden noch folgen.  

Anna Heinzberger

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