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Metalltarifrunde 2004

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"Flexibel immer"?

Also doch! Die Rückzugslinie der IG-Metall?

Kuhhandel in Vorbereitung?

„Mit uns wird es keinen Tarifvertrag geben, der eine allgemeine Verlängerung der Arbeitszeit zulässt.“, sagt Peter Gasse, IG-Metall-Bezirksleiter in NRW und Landtagsabgeordneter der SPD in NRW. Klingt klar und hart, jedoch...

Der Bericht ist überschrieben: „Flexibel immer, 40 nimmer“ (40 Stunden die Woche Regelarbeitszeit).

Nun bringen wir mal beides zusammen und denken die Sache zu Ende:

Die IG-Metall ist also in dieser Tarifrunde flexibel – das genau fordert Gesamtmetall. Nun, da ist man ja schon einen Schritt weiter zur Einigung. 

Die Frage ist nur, wie flexibel ist die Gewerkschaft? Gasse sagte: „keine allgemeine Arbeitszeitverlängerung.“ Das aber verlangen bekanntlich die Metall-„arbeitgeber“ auch gar nicht, sondern n ur - siehe oben – „Flexibilität“.

Markiert die IG-Metall hier bereits ihre Rückzugslinie? Etwas mehr Lohn, wie der Metallkapitalisten-Verband bisher anbot, dafür stimmt die IGM einer, wenn auch abgeschwächten, Öffnungsklausel zu?

Wird bereits der Kuhhandel vorbereitet? Die Kolleginnen und Kollegen der Metallindustrie sollten auf der Hut sein.

Die Redaktion

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Wieder eine harte Auseinandersetzung

27.1.04                 

Es ist schon ein unerhört provokantes Auftreten, das die “Arbeitgeber” in dieser Tarifauseinandersetzung gegenüber der IG Metall, den Metallern und ihrer Forderung nach 4% Lohnerhöhung an den Tag legen. Dieses Auftreten legen sie allerdings auch gegenüber anderen Gewerkschaften z.B. der IG Bau, an den Tag, bei der ebenfalls aktuell die Tarifauseinandersetzung beginnt.

Andererseits musste man nach dem, was beim letzten Streik zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche für die Kollegen im Osten und danach alles gelaufen ist, auch mit so etwas rechnen.

Obwohl in dieser Tarifauseinandersetzung bei Metall die Frage der Arbeitszeit nicht ansteht und nicht anstehen kann, wird massiv die Forderung nach Verlängerung der Arbeitszeit auf 40 Stunden im Rahmen eines Korridors, möglichst ohne Lohnausgleich, erhoben und die Auseinandersetzung damit noch extra zugespitzt. „Freiwillige“ Betriebsvereinbarungen zwischen Unternehmensleitungen und Betriebsräten sollen das ermöglichen. Statt der geforderten 4% wird eine zweistufige Einkommenserhöhung von je 1,2% über einen Zeitraum von 27 Monaten angeboten.

Darüber hinaus hat der Verband der Sächsischen Metall - und Elektroindustrie (VSME) bereits jetzt deutlich gemacht, dass er einen möglichen Pilotabschluss, z.B. im Tarifbezirk Baden-Württemberg, der eine Vorreiterrolle spielen soll, sicherlich nicht 1:1 übernehmen wird. Schon das provokative Gegen-„Angebot“ des VSME auf die 4% Forderung der Metaller enthält gegenüber dem, was die „Arbeitgeber“ im Westen anbieten noch weitere Verschlechterungen. Eine um zwei Monate verspätete Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen und eine entsprechende Verlängerung der Laufzeit. Da wird die weitere Spaltung zwischen den Arbeiterinnen und Arbeiter in Ost West betrieben und die Tarifverträge im Osten sollen von denen im Westen auch zeitlich abgekoppelt werden. Dazu wird als Junktim für ihr Lohnerhöhungsangebot von 1,2% die Zustimmung zu längeren Arbeitszeiten und betrieblichen Öffnungsklauseln verlangt.

Schon daran wird deutlich, dass hier wieder eine harte Auseinandersetzung ansteht, die sich nicht alleine auf die Auseinandersetzung um eine Tariferhöhung beschränkt; dass hier das Kapital seinen grundsätzlichen Vorstoß zur Entrechtung der Arbeiterinnen und Arrbeiter und gegen die Gewerkschaften fortzusetzen gedenkt und dass die Gewerkschaften gut daran tun, alle nur möglichen Kräfte für die Auseinandersetzung zu mobilisieren um dem entgegenzutreten.

Das Auftreten des VSME setzt dabei auch auf gewisse Schwächen und Spaltungen, die beim letzten Streikkampf der IG Metall ganz offen zu sehen waren und damals schon von den Medien immer wieder geschürt wurden. Es wird also nicht so sehr davon abhängen, ob ein westlicher Tarifbezirk einen Tarifabschluss mit Pilotfunktion durchsetzten kann, sondern es wird vielmehr darauf ankommen, dass alle Tarifbezirke in einer Front stehen bis auch der letzte Bezirk im Osten den Abschluss durchhat. Denn wie soll sonst der Flächentarifvertrag verteidigt werden?

Die konkrete Tarifauseinandersetzung bringt uns also auch wieder zu Fragen aus dem letzten Streikkampf. Und es sollte eigentlich klar sein, dass eine praktische, streikmäßige Solidarität aus den westlichen Tarifbezirken in den westlichen Betrieben her muss. Das muss behandelt werden und darauf muss jetzt hingearbeitet werden. All die bisherigen Protestaktionen, Kundgebungen usw. zum Erhalt der Tarifautonomie müssen in dieser aktuellen Auseinandersetzung, jetzt wo es darauf ankommt, beweisen, dass es ihnen Ernst ist.

Und die Antwort der IG Metall auf die Ankündigung aus Sachsen, einen Pilotabschluss nicht zu übernehmen, kann nicht wirklich die sein, dann nur Haustarife abzuschließen in denjenigen Betrieben , in denen sie über eine ausreichende Mitgliederbasis verfügt.

Im Grunde verdeutlicht das Vorgehen, die provokative Zuspitzung von Gesamtmetall die Notwendigkeit: man wird diesen Kampf nicht nur, wenn auch zur gleichen Zeit, in einzelnen Tarifbezirken führen können und einer macht den Vorreiter beim Abschluss. Es muss jetzt eine wirklich umfassende Streikbereitschaft mobilisiert werden und auf Streik, gegebenenfalls in der ganzen Republik hingearbeitet werden. Wie sollte es anders gehen?

Klas Ber

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