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Verrat? 

Verrat!

Der Streik ist nicht gescheitert. Sein vermeintliches Scheitern wurde vielmehr von Zwickel/Huber und ihren Verbündeten, allesamt bereits seit längerem erklärte Gegner "unflexibler Flächentarife" und selbsternannte Spezialisten für Haustarife, bewußt inszeniert...."

Carl von Lüderitz

ein im Umfeld von Automobilzulieferern tätiger Unternehmensberater 

Richtigstellung

Liebe Engagierte,

als im Umfeld von Automobilzulieferern tätiger Unternehmensberater möchte/muß ich auf folgendes hinweisen:

Es hat keinerlei streikbedingte Produktionsausfälle bei westdeutschen Autoherstellern gegeben. Das ist den Betriebsratsvorsitzenden sowie den Herren Zwickel und Huber, die den Streikenden und den Herren Düvel und Peters in den Rücken gefallen sind, auch sehr genau bekannt.

Die Produktionsunterbrechung bei VW war eine reine Propaganda-Show, inspiriert durch die Vorgänge bei BMW. Zulieferengpässe gab es nicht, da sowohl VW sich für diverse Eventualitäten bevorratet als auch seine Zulieferer grundsätzlich auf Halde produzieren (zumal wenn sie wissen, daß ein Arbeitskampf bevorsteht), da sie nie genau wissen, wann VW die nächste Char*ge abruft. Das ist bei allen Autoherstellern und Zulieferern so.

Die Kurzarbeit bei BMWs 3er-Reihe-Produktion ist einzig und allein auf Grund erheblicher, konjunkturbedingter (nicht nur kurzfristiger) Absatzprobleme mit eben dieser Reihe vereinbart wurden. Genau deshalb hat der Betriebsrat der Vereinbarung auch zugestimmt, was er sonst gar nicht dürfte. Kurzarbeit auf Kosten des Arbeitsamtes in Folge unzureichender Bevorratung mit Zulieferteilen wäre nicht legal möglich.

Die Kausalkette Streik bei ZF Brandenburg -> fehlende Getriebe für die BMW-3er-Reihe -> Kurzarbeit kann es schon deshalb nicht geben, weil ZF Brandenburg zwar Getriebe für BMW baut, nicht aber für die 3er-Reihe(!).

Der Streik ist nicht gescheitert. Sein vermeintliches Scheitern wurde vielmehr von Zwickel/Huber und ihren Verbündeten, allesamt bereits seit längerem erklärte Gegner "unflexibler Flächentarife" und selbsternannte Spezialisten für Haustarife, bewußt inszeniert. Zwickel hat zudem schon im Herbst 2002 öffentlich Vorbehalte gegenüber der 35-Stunden-Woche im Osten geäußert.

Das Problem in den oberen hauptamtlichen Rängen der IG Metall ist die Übervorsicht derer, die eigentlich noch interessiert sind an echter gewerkschaftlicher Interessenvertretung und weniger an Selbstinszenierung: Selbst jetzt, wo das Zwickel-Huber-Lager lautstark nach rollenden Köpfen ruft, wird von der Gegenseite noch immer lediglich kleinlaut die "Tandem-Lösung" (Peters als Vorsitzender, Huber als Vize) verteidigt und versucht, die "Aufarbeitung der Streikfehler" von "Personalien" zu trennen. Daß beides sehr wohl zusammengehört, daß der Streik gar nicht gescheitert ist sondern schlicht abgeblasen wurde — aus Gründen primär personaler Konkurrenz —, wird nicht thematisiert. Das spielt natürlich denen in die Hände, die in ihrem Vorgehen weit weniger Skrupel erkennen lassen.

Ich bitte Euch, diese für meine Begriffe wichtigen Hinweise zu den Hintergründen der angeblichen Westwirkung des Streiks möglichst breit zu kommunizieren, insbesondere an kritische Vertrauenskörperleitungen etc.

Mit solidarischen Grüßen

Carl von Lüderitz

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