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Kapitalistenlogik
E.on
will die erzwungene Senkung der überhöhten Durchleitungsgebühren über
Lohnraub wieder reinholen
Von
Günter Ackermann/23, März 2007
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Die
Energieriesen E.on, RWE und andere ersaufen in Geld. Die Gewinne sind so
üppig, wie noch nie. Ursache hierfür sind vor allem die überhöhten
Energiepreise. Die Normalverdiener werden bis an den Rand ihrer Möglichkeiten
geschröpft, jedoch sie brauchen Gas und Strom zum Kochen und Heizen. Die
gelobte Marktwirtschaft funktioniert bekanntlich nicht so, wie es die
Strategen des Neoliberalismus uns Glauben zu machen versuchen.
Die
überhöhten Energiepreise ärgern aber auch die Konzerne. So schimpfen die Aluminium-Hütten-Manager, der Strom sei zu
teuer. Und nicht nur in dieser Branche ist man sauer und wohl auch
neidisch. Auch andre Konzerne stellen verärgert
fest, dass ihre „Kollegen“ aus der Energiebranche ihnen einen dicken
Happen der Profite über die Energiekosten wegschnappen. Nicht, dass sie
hungern und von der Pleite bedroht sind, aber das ist für sie einfach ärgerlich.
Die
deutschen Industriebosse haben noch nicht einmal wirklich die Möglichkeit
billigen Atomstrom aus dem Ausland zu kaufen, denn die Stromnetze gehören
E.on, RWE und Kumpanen und die langen bei den Durchleitungskosten kräftig
zu. Das hat sogar dazu geführt, dass aus der obersten EU-Etage
Forderungen nach Enteignung der Verteilernetze kamen. Dabei sind diese
Herrschaften nicht eben des Kommunismus verdächtig.
Also
hat die Regulierungsbehörde angeordnet, dass die deutschen Stromkonzerne
die Durchleitungsgebühren zu senken haben. Das wiederum ist ärgerlich für
e.on, RWE und Konsorten, schmälert es doch etwas die Gewinne und es
besteht die Gefahr, dass im nächsten Jahr die Profite nicht oder zu wenig
über die jetzigen Rekordprofite steigen werden.
Dem
wollen die e.on-Manager vorbeugen: Sie beabsichtigen die Löhne der Beschäftigten
zu senken und wollen die Arbeitszeit verlängern. Natürlich ist das auch mit
Arbeitsplatzabbau verbunden. Von 1.600 „eingesparter“ Arbeitsplätze
ist die Rede.
Sie
sind sich sicher, dass sie Erfolg haben werden. Denn auf dem Arbeitsmarkt funktioniert die
Marktwirtschaft. Bei 5 Mio. registrierter (und wohl doppelt so vieler tatsächlicher)
Arbeitsloser, ist das Angebot an Arbeitskraft überreichlich. Nach
marktwirtschaftlichen Vorstellung sinkt bei Überangebot bekanntlich der
Preis der Ware. Auch
in anderen Bereichen funktionierte es und e.on ist da nicht allein. Die
Telekom versucht es derzeit auch.
Zu
verhindern ist das alles nur durch den entschiedenen Widerstand der Beschäftigten
und ihrer Gewerkschaften. Der Wille zum Widerstand bei den Beschäftigten
dürfte vorhanden sein, immerhin ist es ja ihr Einkommen, das der Konzern
schmälern will. In wie weit die Gewerkschaft Ver.di diesen Kampf führen
wird, gilt es abzuwarten. Die Beispiele anderer Branchen lassen eher
Skepsis aufkommen. Die e.on-Kollegen sollten ihren Gewerkschaftsführern
mal Feuer unterm Hintern machen.
G.A.
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