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Sklavenhandel
mit Unterstützung der Arbeitsämter
Ein
Betroffener berichtet über seine Erlebnisse mit Maatwerk
von
F.A. Magdeburg |
Teil
1
Sehr
geehrte Redaktion,
ich
möchte kurz über mich berichten:
Ich
bin 49 Jahre alt, ledig und seit 01.2003 arbeitslos. (unverschuldet) Ich
hatte im Jahr 2003 insgesamt 345 Bewerbungen inkl. Telefonate und
Personalgespräche gehabt, um
mich selbst wieder in Arbeit zu bringen. Die einzige Unterstützung vom
Arbeitsamt MD lag mit nur 5 Vermittlungsvorschlägen. Von diesen 5 wurden in drei Fällen
die Entscheidungen zugunsten anderer gefällt und die restlichen zwei
waren Scheinangebote, wo entweder die Adressen in keiner Weise stimmten
oder keine Antwort zu erhalten war. Das erbrachte mir aber keinen Ersatz
oder auf meine Bitten wurde von Seiten des AA nur abweisend reagiert. Die
wenigen Arbeitgeber, die auf meine Bewerbungen reagierten, machten ihre
Entscheidung von einer Trainingsmaßnahme abhängig - diese habe ich auch
prompt bewilligt bekommen, aber zu einer Festanstellung kam es leider nie.
Nun bin ich selbst auch noch in der unglücklichen Lage, dass mein
Qualifikationsstand mit den heutigen Auffassungen der Arbeitgeber auf der
unattraktiven Seite liege - trotz erlerntem Beruf als Tiefbauer und einer
17jährigen angelernten und erfolgreich ausgeübten Tätigkeit als
Schleifer im Maschinenbau
Bitten
für eine Art Umschulung mit Unterstützung des AA wurden mir nicht gewährt.
Nun hatte ich vor einer Woche bei meiner Arbeitsberaterin die Erlangung
eines Gabelstaplerscheines angeregt, die DEKRA hatte den Termin schon klar
gemacht. Nach Vorlage der Unterlagen und des Kostenvoranschlages (nur
200Eur), wurde dies von meiner Beraterin abgelehnt, weil für mein
Vorhaben keine Vermittlung zu einem Arbeitgeber vorlag. Ich ging aber
davon aus, dass ich mit diesem Schein eher meine
Wertigkeit auf dem Arbeitsmarkt stark verbessern könnte - es half
nichts, sie blieb stur. Nun hatte ich
mich beschwerend zu dieser Ablehnung geäußert - die Strafe folgt
wohl jetzt wie den folgenden Zeilen: Am 20.01.04 bekam ich per Post zwei
Briefe, einen vom AA (der Name der Beraterin stand nicht drauf) in dem ein
Vermittlungsvorschlag für eine Personal Service Agentur
-MAATWERK - Magdeburg, Erzbergerstr. 2, 39104 MD enthalten war. Der zweite
Brief ist eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch direkt zum
MAATWERK-Büro in Magdeburg. Daraufhin erkundigte ich mich telefonisch
beim AA über den Firma "MAATWERK", bekam aber nur zur Auskunft,
dass dies eine Gesellschaft zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen ist
und das AA-Magdeburg hat einen besonderen Vertrag mit
dieser Firma geschlossen. Leider aber keine weiteren Auskünfte,
nur der Hinweis, „gehen sie doch erst mal hin...“
Da
ich in der Vergangenheit zur Firmenrecherche oft das Internet nutzte, war
es für mich auch kein Problem über die Suchmaschine Web-Einträge der
MAATWERK GmbH zu suchen. Nun gelang ich auf Eure Seite (mit Erstaunen) und
las mit zunehmender Sorge die darin enthaltenen Beiträge zur Zeitfirma
MAATWERK....und bin regelrecht enttäuscht.(obwohl mir schon so manches
Kriminalstück von Zeitfirmen bekannt wurde) .
So,
ich würde gern, falls es interessiert, Euch den weiteren Werdegang
berichten?
Ansonsten
verbleibe ich mit besten Grüssen aus MD,
F. Adler
Teil
2 zum Thema "mein Entsetzen zum Beitrag "MAATWERK"
Nun,
heute am 21.1, 13.30uhr, bin auf "Einladung" zum Büro
MAATWERK in Magdeburg dort erschinen - leidereine halbe Stunde zu früh,
aber das hat sich so ergeben. Ich bekam natürlich im Foyer die
angemessene Wartemöglichkeit und nutzte die Zeit zum Studium wichtiger
mitgegebrachter Dokumente, wie die A4-Druckversion des SGB IIIneu (240
Seiten), Hartz-Doku, Tarif-Infos und anderes. Das fiel natürlich im
Flur auf, aber keiner von den "Angestellten" sagte etwas, aber
es schreckte wohl auf - ich machte mir nebenbei schnell ein paar
Notizen und checkte die Szene. Nun, die Zeit zum Gespräch mit einer Frau
Stichel und einem Herrn Schmorl von MAATWERK war ran. Die
Unterhaltung lief bis Ende sehr sachlich. Nachdem mein Lebenslauf
aufmerksam studiert wurde, mir fast im Small Talk der farbige
bundesweite Wechsel-Einsatz mit Hotel erklärt wurde, dann, ebenfalls im
Small-Talk mein Frage-Antwort Dialog. Resultat: Eine
feste Anstellung beim sei möglich. Es gibt Auslöse und je Kilometer eine
Erstattung von 13cnt, 35h Woche, Überstunden per Freizeitausgleich. Aber
- leider: „...Ich bin nicht ausreichend für die Firma
qualifiziert...eine Beschäftigung nur für einfache Arbeiten - 6,88
Eur/h max in Übereinstimmung Tarif IGZ...“ Ich sagte: das hört
sich doch gut an, aber ich muss zu Hause meine Verbindlichkeiten mit den
Erwartungenvergleichen - das würde außerhalb der Region sehr dünn für
mich werden, wenn ich die Fahr- u. Unterkunftskosten vorstrecken müsste.
Antwort: na ja, die Kostenabrechnung erfolgt durch persönliche
Sammelzettel und wird in der Folgezeit erstattet.(?) Meine Frage zur
Begutachtung eines Arbeitsvertrages und „wie geht’s los?“ wurde erst
einmal abgewehrt, auch kein Fragebogen. Dies mit der Bemerkung: „Wir
werden erst über ihre Aufnahme entscheiden, denn wir haben zur
Zeit einen übergroßen externen Andrang von Willigen...".
Sie sollten sich das ruhig überlegen.(Ich nehme mal an, das AA macht eine
selektierte Massen-Entsorgung nach Hartz-Drehbuch) Nach fast einer Stunde
wurde ich dann höflich zum Ende des Dialogs aus Zeitgründen bedrängt,
ich verkündete nochmals meinen ernsthaften Willen um eine
Club-Mitgliedschaft und wir verblieben darin, dass ich also am
22.1 bis 12uhr per Telefon meinen Willen wiederholen dürfte...
(Das
werde ich auch tun, denn es gibt noch viele Fragen zu klären.)
Sollte
ich tatsächlich bei MAATWERK anfangen, dann habe ich da noch andere
Probleme, ich habe da noch keine
Lösung.
Ich
müsste meinen Garten sofort verkaufen. Ich müsste jemanden finden, der
meine Katze zeitweilig pflegt. Das vertraute Tier ist 11 Jahre alt - ich möchte
sie nicht ins Tierheim geben, dass hat sie nicht verdient.
Im
Falle einer Absage durch MAATWERK wäre die Frage, wie reagiert das AA.
Die
Frage der Zumutbarkeitsregel nach §121 SGB III ist für mich das Problem Arbeitsaufnahme,
ich möchte gern arbeiten, aber die finanzielle Erniedrigung bei Zwang zum
Billiglohn mit hohen Eigenaufwendungen ist der Schlüssel zum unverdienten
Abgrund ins Nichts.
Übrigens,
ich bin froh, dass es das Internet als Info-Quelle gibt.
MD
d. 22.01.04
Teil
3 zu „Mein Entsetzen zum
Beitrag MAATWERK“
Heute,
am 22.01 führte ich wie vereinbart das Telefonat mit einem Herrn Schmorl
vom MAATWERK-Büro Magdeburg. Da ich einige offne Fragen hatte, auf die
man mir beim persönlichen Gespräch am 21.01 keine Antwort gab bzw. nicht
mehr zur Sprache kamen, wollte ich diese nun endgültig klären. Auch
meine versprochene endgültige Entscheidung hing ja wesentlich von den
Antworten ab.
Anfang:
*Am
Telefon sagte ich: „für eine persönliche Entscheidung brauche ich ein
paar Auskünfte, die für mich sehr wichtig sind, da bei einem Bruttolohn
von 6,88Eur für mich kein Spielraum für Vorauslage von Fahr- u.
Unterbringungskosten besteht und ich als Alleinstehender für alle
Verbindlichkeiten selbst aufkommen muss, ob eventuell eine Anpassung des
Stundensatzes möglich ist..“
*Darauf seine Antwort: „eine höhere Einstufung können wir ihnen
nicht anbieten!“
*Auf
meine Frage: „die Höhe des Auslösesatz bzw. der Tagessatz und welche
Art der Unterkünfte sind vorhanden bzw. muss man die sich erst am Tag X
selbst organisieren?“
*Seine
Antwort: „darauf gebe ich keine Auskunft“.
*Dann
die Frage von mir: „ werden längere Anreisezeiten ausgeglichen und
wie?“
*Antwort:
„dazu kann ich jetzt nichts sagen“.
*Darauf
meine Bitte: „wenn sie mir keine Auskunft geben können, dann möchte
ich nochmals ein persönliches
Gespräch zur entgültigen Klärung“
*Antwort:
„ja, na gut - wir rufen sie
dann an“
Ende
des Dialogs
Leider
hat bis 18Uhr keiner bei mir angerufen.....
Damit
war für mich das Gespräch ohne Erfolg abgeschlossen und ich schwebe im
Nebel. Ich bin ja nun mal
gespannt was da jetzt noch
kommt...
Ich
werde weiter berichten.
Ende
des Teil 3
Es
grüßt herzlich aus MD
F.
A. |