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Nur
eins:
Kampf,
Kampf, Klassenkampf
den
kapitalistischen Ausbeutern!
Nokia
und kein Ende
Von
Günter Ackermann/18. Januar 2008
Nokia
kassierte schlappe fast 90 Millionen € an Subventionen, damit sie das
Mobilfunkwerk in Bochum bauten. Noch 2007 schöpften sie aus dem
Staatstopf.
Die
dort Beschäftigten wurden schon mal, von Unternehmen, Politik und
Gewerkschaft unter Druck gesetzt und verzichteten auf Überstundenbezahlung
und Lohnerhöhung. Auch jetzt wieder das gleiche Bild, wie vor kurzem
auch beim Siemens-Handywerk:
Die
politische Prominenz in NRW, vom Ministerpräsidenten bis zu diversen
Landes- und Bundespromis, schimpfen über die Nokia-Entscheidung wie die
Rohrspatzen. Man ist geneigt, z.B. Ministerpräsident Rüttgers Recht zu
geben, wenn er von „Subventionsheuschrecken“ spricht. Natürlich ist
Nokia das – und nicht nur Nokia. Andere Konzerne nicht minder. Aber es
sind Krokodilstränen, die die Politpromis vergießen.
Sie
reden jetzt radikal, man wolle die Subventionen zurück fordern. Dabei
wissen sie genau, dass Nokia formalrechtlich legal handelt und nichts
zurückzahlen muss – freiwillig schon gar nicht. Und moralisch? Was
ist für einen Konzern Moral? Moralisch ist, wenn die Profite die höchstmögliche
Marge erreichen und sie dann möglichst auch noch überspringen. Genau
das macht Nokia.
Auch
„Die Linke“ singt mit in diesem Chor der Krokodilstränenvergießer.
Oskar
Lafontaine erklärte, die „Vergabe
öffentlicher Gelder müsse künftig an den Erhalt der Arbeitsplätze
gebunden werden.“ (jW vom 16. Jan. 2008). Dabei weiß er ganz genau,
dass eben das ja so war, wenn auch befristet. Mehr zu erwarten, also bis zum
Ende des Kapitalismus, ist ja wohl Unsinn. Seine Parteifreundin „Bundestagsabgeordnete
Sevim Dagdelen (Die Linke), die ihr Wahlkreisbüro in Bochum hat,
verlangte, die EU müsse die Subventionen zurückfordern, die für die
Erschließung des neuen Werksgeländes für Nokia in Rumänien gezahlt
wurden.“ (jW vom 16. Han. 2008)
Ich
krieg mich nicht ein vor lachen ... Aber das Lachen bleibt mir im Halse
stecken, wenn ich die Heuchelei dieser Leute lese und höre. Kampf,
Kampf, ganz allein Klassenkampf muss jetzt die Tagesparole sein. Keine
Krokodilstränen, keine Gejammer, sondern die Faust der Arbeiter in die
feiste Fresse der Konzernherren.
Das
Bochumer Werk schreibt schwarze Zahlen. Zwar enthält der Preis eines
Handys nur 5% Lohnkosten, aber die Zahlen sollen noch schwärzer werden
und der Lohnanteil noch mehr sinken. In Rumänien bekommen die Arbeiter
nur einen Bruchteil dessen, was die Arbeiter in Bochum verdienen. Womöglich
zahlt Nokia dort auch noch weniger Steuern oder bekommt weitere
Subventionen.
Die
Kollegen sind stocksauer und wollen kämpfen. Aber die IG-Metall wiegelt
ab:
„Wir haben uns selbst verpflichtet, kooperativ mitzuarbeiten«, sagte
die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bochum, Ulrike Kleinebrahm, am
Donnerstag. Der erste Schritt sei jetzt, einen Termin mit der
Nokia-Zentrale zu vereinbaren. Solange Gespräche möglich seien, seien
auch keine Arbeitsniederlegungen geplant.“ (jungeWelt, vom 16.
Jan. 2007)
Dabei
sollte kein einziges Handy mehr das Werk verlassen können. Nokia muss
seine freche Entscheidung mit Profiteinbußen bezahlen müssen.
Stattdessen ist die Gewerkschaft „kooperativ“. Ich muss erneut lachen, aber erneut bleibt mir das Lachen im
Halse stecken.
Nokia
will noch nicht einmal mit der Landesregierung reden, geschweige denn
mit der IGM. Mit der wird sie sich nur auf einen betrügerischen Deal
gegen die Arbeiter einlassen. Es läuft darauf hinaus, dass von der IGM abgewiegelt wird.
Kommt es nicht zu Verhandlungen mit dem Konzern oder gehen die ohne
Ergebnis aus, ist der beste Zeitpunkt zum Arbeitskampf verpasst.
Dann
gibt es in Bochum einige tausend Arbeitslose mehr.
G.A.
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