Aus Betrieb & Gewerkschaft

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

siehe auch: 

Polit-Clownerie

Politiker werfen Nokia-Handys weg

Daniel Behruzi

Quelle: jungeWelt vom 19. Januar2008 mehr

Nokia:

Sie feuern bereits die ersten – 

aber die IG-Metall setzt auf Einsicht und das soziale Gewissen der Konzernleitung

Von Gerd Höhne/22. Januar 2008 mehr

Nur eins

Kampf, Kampf, Klassenkampf

den kapitalistischen Ausbeutern!

Nokia und kein Ende

Von Günter Ackermann/18. Januar 2008

Nokia kassierte schlappe fast 90 Millionen € an Subventionen, damit sie das Mobilfunkwerk in Bochum bauten. Noch 2007 schöpften sie aus dem Staatstopf.

Die dort Beschäftigten wurden schon mal, von Unternehmen, Politik und Gewerkschaft unter Druck gesetzt und verzichteten auf Überstundenbezahlung und Lohnerhöhung. Auch jetzt wieder das gleiche Bild, wie vor kurzem auch beim Siemens-Handywerk:

Die politische Prominenz in NRW, vom Ministerpräsidenten bis zu diversen Landes- und Bundespromis, schimpfen über die Nokia-Entscheidung wie die Rohrspatzen. Man ist geneigt, z.B. Ministerpräsident Rüttgers Recht zu geben, wenn er von „Subventionsheuschrecken“ spricht. Natürlich ist Nokia das – und nicht nur Nokia. Andere Konzerne nicht minder. Aber es sind Krokodilstränen, die die Politpromis vergießen.

Sie reden jetzt radikal, man wolle die Subventionen zurück fordern. Dabei wissen sie genau, dass Nokia formalrechtlich legal handelt und nichts zurückzahlen muss – freiwillig schon gar nicht. Und moralisch? Was ist für einen Konzern Moral? Moralisch ist, wenn die Profite die höchstmögliche Marge erreichen und sie dann möglichst auch noch überspringen. Genau das macht Nokia.

Auch „Die Linke“ singt mit in diesem Chor der Krokodilstränenvergießer.

Oskar Lafontaine erklärte, die „Vergabe öffentlicher Gelder müsse künftig an den Erhalt der Arbeitsplätze gebunden werden.“ (jW vom 16. Jan. 2008). Dabei weiß er ganz genau, dass eben das ja so war, wenn auch befristet. Mehr zu erwarten, also bis zum Ende des Kapitalismus, ist ja wohl Unsinn. Seine Parteifreundin „Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke), die ihr Wahlkreisbüro in Bochum hat, verlangte, die EU müsse die Subventionen zurückfordern, die für die Erschließung des neuen Werksgeländes für Nokia in Rumänien gezahlt wurden.“ (jW vom 16. Han. 2008)

Ich krieg mich nicht ein vor lachen ... Aber das Lachen bleibt mir im Halse stecken, wenn ich die Heuchelei dieser Leute lese und höre. Kampf, Kampf, ganz allein Klassenkampf muss jetzt die Tagesparole sein. Keine Krokodilstränen, keine Gejammer, sondern die Faust der Arbeiter in die feiste Fresse der Konzernherren.

Das Bochumer Werk schreibt schwarze Zahlen. Zwar enthält der Preis eines Handys nur 5% Lohnkosten, aber die Zahlen sollen noch schwärzer werden und der Lohnanteil noch mehr sinken. In Rumänien bekommen die Arbeiter nur einen Bruchteil dessen, was die Arbeiter in Bochum verdienen. Womöglich zahlt Nokia dort auch noch weniger Steuern oder bekommt weitere Subventionen.

Die Kollegen sind stocksauer und wollen kämpfen. Aber die IG-Metall wiegelt ab:

„Wir haben uns selbst verpflichtet, kooperativ mitzuarbeiten«, sagte die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bochum, Ulrike Kleinebrahm, am Donnerstag. Der erste Schritt sei jetzt, einen Termin mit der Nokia-Zentrale zu vereinbaren. Solange Gespräche möglich seien, seien auch keine Arbeitsniederlegungen geplant.“ (jungeWelt, vom 16. Jan. 2007)

Dabei sollte kein einziges Handy mehr das Werk verlassen können. Nokia muss seine freche Entscheidung mit Profiteinbußen bezahlen müssen. Stattdessen ist die Gewerkschaft kooperativ. Ich muss erneut lachen, aber erneut bleibt mir das Lachen im Halse stecken.

Nokia will noch nicht einmal mit der Landesregierung reden, geschweige denn mit der IGM. Mit der wird sie sich nur auf einen betrügerischen Deal gegen die Arbeiter einlassen. Es läuft darauf hinaus, dass von der IGM abgewiegelt wird. Kommt es nicht zu Verhandlungen mit dem Konzern oder gehen die ohne Ergebnis aus, ist der beste Zeitpunkt zum Arbeitskampf verpasst.

Dann gibt es in Bochum einige tausend Arbeitslose mehr.

G.A.

zurück

Nur kämpfen hilft

Nokia in Bochum vor Schließung

Daniel Behruzi

Quelle: jungeWelt vom 18. Januar 2008

Die Ankündigung des finnischen Handyherstellers Nokia, sein Bochumer Werk zu schließen, hat die Menschen im Ruhrgebiet und darüber hinaus aufgeschreckt. Nach AEG, Samsung, BSH und anderen ist dies erneut ein international agierender Konzern, der die in Osteuropa gezahlten Billiglöhne ausnutzt, um seine Profite zu steigern. Auf bis zu 17 Prozent soll die operative Gewinnmarge in den kommenden zwei Jahren wachsen, so die Planung der Nokia-Manager. Daß dabei das Schicksal der mehr als 3000 Betroffenen und ihrer Familien keine Rolle spielt, ist Teil der Logik dieses Wirtschaftssystems.

Politiker von CDU und SPD prangern jetzt die »Unanständigkeit« der finnischen Konzernchefs an. Schließlich ist Wahlkampf. Nur die Turbo-Neoliberalen von der FDP haben es nicht nötig, ihrer Klientel der »Besserverdienenden« etwas vorzugaukeln. Doch auch die »Volksparteien« tragen Verantwortung. Haben sie den Unterbietungswettlauf bei Löhnen und Steuern mit dem deregulierten EU-Markt doch ebenso befördert wie die Standortkonkurrenz via Subventionszahlungen. Beklagt beispielsweise der SPD-Politiker Rainer Wend, es sei »zynisch, wenn Millionensubventionen kassiert und Jobs vernichtet«, werden, sobald bestimmte Fristen abgelaufen sind, ist das zweifellos richtig. Doch besteht diese Praxis seit Jahren. Auch bei AEG, Bosch-Siemens und anderswo wurden die Verlagerungen aus Steuermitteln finanziert. Geändert hat sich an der Verfahrensweise dennoch nichts.

Die Nokia-Belegschaft wäre schlecht beraten, ihre Hoffnungen auf solche Politiker zu setzen. Auch die Bereitschaft zum Verzicht wird den Betrieb nicht retten. Das hat das Beispiel Siemens/BenQ hinlänglich bewiesen, wo die Beschäftigten frühzeitig eine unbezahlte Verlängerung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden akzeptierten. Siemens nahm das Geschenk mit, entsorgte die Belegschaften dennoch anschließend über den Verkauf an BenQ.

Die Nokianer haben nur eine Chance, den Konzern von seinem Beschluß abzubringen: kämpfen. Mit der Forderung nach einem »Sozialtarifvertrag« hat die IG Metall die rechtlich verbriefte Möglichkeit, zum Streik aufzurufen. Bis die hierfür erforderlichen Vorbereitungen getroffen sind, kann der Betriebsrat die Produktion mit einer unbefristeten Betriebsversammlung lahmlegen. Warum auch sollten die Beschäftigten die Gewinne von Nokia brav weiter erhöhen, bis sie ihre Entlassungspapiere bekommen? Selbst wenn das ökonomische Druckpotential womöglich begrenzt ist ­ die Bochumer Belegschaft kann für eine nachhaltige Schädigung des Markennamens Nokia sorgen. Die Arbeiter der Berliner Waschmaschinenfabrik BSH haben auf ähnliche Weise die Schließung ihres Werks bereits zweimal abgewendet.

Die Nokianer stehen nicht allein. Das zeigen die vielen Solidaritätsbekundungen anderer Belegschaften und Gewerkschafter in den vergangenen Tagen. Und daß die Menschen in der Region hinter den Beschäftigten stehen, haben sie zuletzt beim Opel-Streik 2004 bewiesen.

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!