Aus Betrieb & Gewerkschaft

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

siehe auch: 

Nur eins: Kampf, Kampf, Klassenkampf Nokia und kein Ende, Von Günter Ackermann/18. Januar 2008 mehr

Nokia:

Sie feuern bereits die ersten – 

aber die IG-Metall setzt auf Einsicht und das soziale Gewissen der Konzernleitung

Von Gerd Höhne/22. Januar 2008 mehr

Polit-Clownerie

Politiker werfen Nokia-Handys weg

Daniel Behruzi

Quelle: jungeWelt vom 19. Januar2008

Die von hiesigen Politikern und Medien zur Schau gestellte Empörung über die Pläne des Nokia-Konzerns zur Schließung des Bochumer Standorts ist schier grenzenlos. Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) und SPD-Bundestagsfraktionschef Peter Struck entsorgen öffentlichkeitswirksam ihre Mobiltelefone des finnischen Herstellers. Und Peer Steinbrück (SPD) erfindet gleich eine neue Kapitalismus-Va­riante: Nach dem Post-, Raubtier- und Casinokapitalismus ist es jetzt also der »Karawanen-Kapitalismus, von dem viele wissen müssen, daß er die Zustimmung zu diesem Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell systematisch unterminiert. Die Menschen verlieren Vertrauen, und das ist eminent gefährlich«, gibt der Finanzminister im Deutschlandfunk zum besten. Hier wird deutlich, was Steinbrück und Co. umtreibt: die Angst, die Menschen könnten dahinterkommen, daß hier der ganz normale, ordinäre Kapitalismus am Werk ist.

Die gleichen Politiker, die sich jetzt lauthals über das Vorgehen von Nokia beklagen, feiern sich, wenn Deutschland mit seiner Strategie des Lohn- und Sozialdumpings wieder einmal zum »Exportweltmeister« gekürt wird ­ ein Titel, von dem die Beschäftigten hier und in anderen Ländern nichts, die Konzernherren hingegen sehr viel haben. Und wenn man selbst beim Subventionspoker obsiegt, preisen das Politiker aller Couleur ­ inklusive des Berliner Wirtschaftssenators von der Linkspartei ­ als »erfolgreiche Ansiedlungspolitik«. Tatsächlich handeln wollen sie also nicht. Das Geschrei muß deshalb um so lauter sein.

Ansatzpunkte zur Begrenzung der Unternehmerwillkür gibt es genug. Das Verschleudern von Steuergeldern an die Konzerne über Vergünstigungen und Subventionen müßte ebenso beendet werden wie die Praxis, daß Verlagerungskosten auch noch als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden können. Entsprechende Forderungen erhob IG-Metall-Chef Berthold Huber am Freitag. Auch müßten die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigtenvertreter ausgeweitet werden, um handstreichartige Verlagerungen wie bei Nokia zu verhindern. Doch lenkt auch dies vom Eigentlichen ab. »Nur noch ein kleines Fünkchen« brauche es, um die Bochumer Belegschaft in Bewegung zu versetzen, erklärte kürzlich ein Gewerkschaftsvertreter im jW-Gespräch. Eben dieser Funke zu sein, wäre Aufgabe der IG Metall.

Statt dessen sorgen die Spitzen von Gewerkschaft und Betriebsrat derzeit dafür, daß in Bochum weiter Handys gefertigt werden. Man wolle erst die Gespräche der Regierenden mit den Konzernvertretern abwarten, heißt es. Dabei haben die finnischen Manager bereits klargemacht, daß der Verlagerungscoup von langer Hand geplant war und in jedem Fall durchgezogen werden soll. Das erste Mobiltelefon im neuen, höchstwahrscheinlich mit Regierungs- und EU-Subventionen errichteten »Nokia village« in Rumänien ist bereits vom Band gelaufen. Die Zeit drängt also. Sie weiterhin mit Polit-Clownerie zu verbringen, wäre fatal.

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!