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siehe auch: 

Nur eins: Kampf, Kampf, Klassenkampf Nokia und kein Ende, Von Günter Ackermann/18. Januar 2008 mehr

Polit-Clownerie

Politiker werfen Nokia-Handys weg

Daniel Behruzi

Quelle: jungeWelt vom 19. Januar2008 mehr

Nokia:

Sie feuern bereits die ersten – 

aber die IG-Metall setzt auf Einsicht und das soziale Gewissen der Konzernleitung

Von Gerd Höhne/22. Januar 2008

Jetzt werden die ersten Kolleginnen und Kollegen bei Nokia gefeuert. Es sind zwar „nur“ Leiharbeiter, aber macht das einen Unterschied?

Diese Kolleginnen und Kollegen sind bisher vor allem mit dem Verpacken der Handys beschäftigt. Da Leiharbeiter leichter loszuwerden sind, werden die bereits jetzt gefeuert. Die Kollegen der Stammbelegschaft – bisher in der Produktion beschäftigt – machen jetzt diese Arbeiten zusätzlich. Das steigert den Gewinn des Konzerns.

Wenn aber Nokia besetzt und bestreikt würde und kein Handy das Werk verließe, übten die Kolleginnen und Kollegen zumindest wirtschaftlichen Druck auf den Konzern aus. Die zusätzlichen Gewinne durch den Rauswurf der ersten Nokia-Kollegen, fielen weg und auch der normale Gewinn wird geschmälert.

Aber die IG-Metall ist dagegen und predigt, die Nokia-Kollegen sollten ja nicht streiken, das könne die Konzernherren verärgern. Dann schlössen die umso entschiedener das Werk und auch die Abfindungen könnten kleiner ausfallen. Welch ein Unsinn! Das weiß auch die IG-Metall-Führung. Die IGM kalkuliert bewusst mit der Existenzangst der Nokia-Kollegen um sie brav, bis zur letzten Stunde und zum Wohle des Konzerns schuften zu lassen. Damit wird der letzte Euro aus ihnen heraus gepresst.

Heute, am 22. Januar 2008, findet in Bochum eine Demonstration und Kundgebung statt. Zehntausende Kollegen aller Branchen aus ganz Deutschland werden gegen die Machenschaften der Bosse von Nokia protestieren. Anzunehmen und wahrscheinlich ist, dass die IG-Metall-Bosse sich, der Landes- und der Bundesprominenz eine Tribüne verschaffen wollen, von der aus sie sich publikumswirksam, als wahre volksverbundene Beschützer der Entrechteten, aufspielen werden. So z.B. wird der CDU-Landesvater Jürgen Rüttgers sprechen, auch von den Berliner Promis werden sch einige in Bochum in Szene setzen und werden leeres Stroh dreschen. Sie werden von ihrer Betroffenheit schwafeln, aber in Wirklichkeit den Kolleginnen und Kollegen Sand in die Augen streuen.

Kampf allein ist die richtige Antwort auf die von der Nokia-Konzernleitung beschlossene Schließung des Werkes. Ob das letztlich zum Erfolg führt, ist nicht garantiert, aber es ist die einzige Chance der Kolleginnen und Kollegen. Stillhalten, auf die politische Prominenz, dem Verhandlungsgeschick der IG-Metall-Bosse oder der Einsicht und dem sozialen Gewissen der Manager vertrauen – die Niederlage ist da vorprogrammiert. Manager haben kein soziales Gewissen, das weiß jeder aktive Gewerkschafter – auch die IGM-Führung. Wenn sie trotzdem auf die Masche machen, dann lügen sie und verraten wieder einmal die Interessen ihrer Mitglieder.

G.H.

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