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Opel
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Man
kann sagen, daß das Denken des Herrn Franz, der von sozialer
Abfederung spricht, von großen Beschäftigungsgesellschaften
und ähnlichem, vollkommen sozial korrumpiert ist. Ebenso sind
es die Parteien und die Medien und der ganze kapitalistische
Staat, der diesen Geist verbreitet, immer mit dem Ziel:
Hauptsache, wir haben heute keine Unruhe, morgen ziehen wir den
Leuten doppelt das Fell über die Ohren |
Internet
Statement 2004-80/11.12.04
Quelle:
Neue Einheit
Sozial ist daran
gar nichts, Herr Franz!
Bei
Opel sind die Ergebnisse der Verhandlungen des Konzerns mit den
Betriebsräten auf den Tisch gelegt worden. Kaum überraschend, sind sie
ziemlich genau das gleiche, was der GM-Konzern vor dem Beginn der Kämpfe
im Oktober bereits verlangt hatte. Fast 10.000 industrielle Arbeitsplätze
sollen in den Werken in der Bundesrepublik Deutschland abgebaut werden.
Und als gebe es die katastrophale Entwicklung der Sozialkassen im Lande
gar nicht, wird ein sog. „Absicherungsplan“ mit ausgehandelt, der
verhindern soll, daß aus der großen Betriebsreduzierung eine weitere
Unruhe entspringt.
Alles
wie gehabt! In den 80er und 90er Jahren wurde Betrieb auf Betrieb in
diesem Lande meist Stück für Stück geschlossen, es erfolgte die
Freisetzung der Kollegen, dann die sog. Abfederung, zu der Umschulungen
in vermeintliche andere Jobs, frühzeitige Renten und Abfindungen gehörten.
Alles das wurde aus den Sozialkassen, letztlich aus den Steuern und
Beiträgen, die von den Arbeitern und Angestellten aufgebracht werden,
bezahlt. Und immer wurde gesagt: das ist sozialverträglich. Wie
„sozialverträglich“ das ist, das spürt heute die jüngere
Generation, die unter weitaus schlechteren Bedingungen arbeiten muß,
das spürt heute die überwiegende Mehrheit im Land, die die Belastungen
tragen muß. Ein nicht unerheblicher Teil wird aber auch durch die
enormen Gewinne aus der internationalen Produktion abgedeckt, die dort
alles andere als soziale Bedingungen erzeugen. Und so, als wenn es das
alles überhaupt nicht gäbe, wird hier wieder ein Abkommen nach dem
Strickmuster der 80er und 90er geschlossen. Hauptsache, es gibt keine
Unruhe!
Die
sog. Abfederung in Beschäftigungsgesellschaften wird zu zwei Dritteln
von der Bundesagentur für Arbeit getragen. Die Steuerzahler, und das
sind vor allen Dingen die lohnabhängig Beschäftigten, zahlen die
Rechung, und es zahlt vor allen Dingen die zukünftige Generation.
Es
heißt, es werden Abfindungen für die Opelbeschäftigten gezahlt, die
recht hoch sind und sogar die früheren Abfindungen der 90er Jahre übersteigen.
Das
Schlimmste an dem Vorgehen ist die Vernebelung, die Verschleierung
dessen, was eigentlich im Hintergrunde vor sich geht. Jedes auf die
gesellschaftliche Entwicklung bezogene Denken wurde und wird immer noch
mit diesem Dingen verhindert. Die vielen Millionen, die sich im Laufe
der Jahre zu Hunderten von Millionen, wenn nicht Milliarden addieren
werden, sind wieder ein Steuerbrocken, der in der Zukunft aufgebracht
werden muß. Alle diese
Lasten werden der Ruin für ganze kommende Arbeiter- und Beschäftigtengenerationen
sein unter den heutigen sozialen Bedingungen.
Man
kann sagen, daß das Denken des Herrn Franz, der von sozialer Abfederung
spricht, von großen Beschäftigungsgesellschaften und ähnlichem,
vollkommen sozial korrumpiert ist. Ebenso sind es die Parteien und die
Medien und der ganze kapitalistische Staat, der diesen Geist verbreitet,
immer mit dem Ziel: Hauptsache, wir haben heute keine Unruhe, morgen
ziehen wir den Leuten doppelt das Fell über die Ohren.
Klaus
Mehrens von der IGMetall sagt, ‚die materielle Ausstattung ist gut’.
Vor allen Dingen für das Kapital ist sie gut, weil dieses seine
Probleme nämlich auf die Allgemeinheit ablastet. Und sie mag gut sein für
einzelne Kollegen, die damit aus der Sache herauskommen und sich nicht
schlecht stehen. Aber sie ist absolut nicht gut für die Mehrheit der
arbeitenden Klasse in diesem Land.
Alles
wie gehabt! - das kann man zu dieser Lösung sagen. Ein Teil der
Arbeitsverhältnisse wird „sterben auf Raten“ in den Beschäftigungsgesellschaften,
die Kollegen werden dann ins Arbeitslosengeld und dann in Hartz IV
kommen, wo ihnen droht, daß die Abfindungen aufgebraucht werden. Man
sieht hieran, was es bedeutet, daß der Streik in Bochum mehr oder
minder mit Überrumpelung und Gewalt
abgebrochen worden ist, und was die Versprechungen wert sind: wir
können die Kampf ja wieder aufnehmen, wenn es soweit ist. Wenn in der
Zukunft Generationen von Arbeitern sagen werden, sie wollen diese
steuerlichen Lasten nicht tragen, dann haben sie absolut recht. Man wird
noch sehen, wie man aus dieser Situation herauskommt. In der Tat muß
das Kapital zur Verantwortung gezogen werden, aber es kann in dieser
Gesellschaft nicht richtig zur Verantwortung gezogen werden, dazu ist
etwas ganz anderes nötig. Wenn aber Leute wie Franz und maßgebliche Führer
der Gewerkschaften nicht solche Sachen mittragen und das korrumpierende
Denken und Handeln so bedingungslos unterstützen würden, dann wären
auch mehr Möglichkeiten gegeben, durch Widerstand wesentliche
Positionen an Produktion hier im Lande zu entwickeln. Auch unter den
gegenwärtigen Produktionsverhältnissen ist es nicht notwendig, daß in
diesem Umfange die Produktion abgebaut wird! In dieser Art von Abkommen
liegt ein ganz reaktionärer Trend.
Red.
NE
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