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Schaeffler-Gang schlägt zu:

(Staats) Geld her oder wir feuern! –

IG-Metall-Chef bekommt  für Staatsknete für die Milliardärin ein mitbestimmtes Linsengericht

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 24. Februar 2009 – Da verzockt sich die Milliardärin[1] mit österreichischem Pass, Maria-Elisabeth Schaeffler (67), wohnhaft in Herzogenaurach in Franken. Die liebe Frau kaufte sich in ihren Konkurrenten in der Autozulieferer-Branche, Continental, ein und übernahm sich.

Jetzt sollte man nicht glauben, dass die Frau zum Kauf von Conti ihre Sparbücher und Aktiendepots leeren musste,  Mitnichten. Sie setzte kein eigens Geld ein, denn die Dame ist ja am Rand des Alters und braucht die paar Milliarden Euro als Alterssicherung. Gezockt hat sie, aber den Flop ausbaden sollen nun wir alle.

Es ist bekanntlich in Mode geraten, dass gezockt wird auf Teufel-komm-raus, geht es gut, prima, die Nummernkonten in der Schweiz und Liechtenstein werden dicker, geht es schief, wozu gibt es eine Bundesfinanzminister. Die Banken machten es vor und, was denen recht ist, ist der von Armmut bedrohten Milliardärin billig.

Dabei stieß sie auf willige Verbündete: Die Gewerkschaftsführung der IG-Metall. Der sicherte sie einige Mitbestimmungsrechte zu, also einen paritätischen Aufsichtsrat und, was bei VW mit Peter Hartz und seinen Bestechungen geklappt hat, wird hier schöpferisch weiter entwickelt.

Bei VW durften Betriebsräte sich zwar mit leichten Damen schwer beschäftigen – auf Kosten von VW – garantierten dafür aber den Betriebsfrieden wenn es um dubiose Lohnfragen ging.

Ob die Dame Schaeffler das positive Beispiel des Vorbestraften Peter Hartz und andere seines Gleichen vor Augen hatte, weiß ich nicht. Ich denke aber, IG-Metall-Chef Huber dürfte es kennen und sich darauf beziehen. Die „Mitbestimmung“, wie sie Huber und seines  Gleichen vorschwebt, hat sich im Interesse der Konzerne bewährt – und hat verdienten Gewerkschaftsfunktionären gut bezahlte Vorstandsjobs verschafft. Peter Hartz kommt ja auch aus der IG-Metall.

Man müsste sich wundern, wenn das, was die Multi-Milliardärin Schaeffler und IGM-Chef Huber das gedreht haben, nicht inzwischen die Regel wäre. Man denke nur an die Bahngewerkschaft Transnet. Deren vormaliger Chef sitzt nun auf der anderen Seite und ist Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn-AG. Wird auch besser bezahlt als vorher.

Früher nannte man solche Gewerkschaften „Gelbe Gewerkschaften“. Mit scheint, das ist die Regel in den Gewerkschaftsführungen geworden.

Ach ja: Es wurde alles unter Vermittlung eines notorischen Lügners und Missbrauchers von Staatsvermögens ausgeheckt. Rudolf Scharping, der uns die Lüge von dem serbischen „Hufeisenplan“ zur angeblichen Vertreibung der Albaner aus dem Kosovo auftischte – das diente dann als Kriegsgrund gegen Jugoslawien, der sich als Minister auf Staatkosten zu seiner Herzensdame hin und her fliegen lies, heckte dieses Abkommen aus.

Scharping. gemeinsam mit Huber und der ehrenwerten Dame Schaeffler, erklärten: „Beide Seiten werden alles dafür tun, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt.“

Wenn das der notorische Lügner Scharping, die von zur Multimillionären zu verarmen bedrohte Multimilliardärin Schaeffler und der gelbe Gewerkschafter Huber sagen, muss man es wohl glauben.

G.A.


[1]  In der Liste der reichsten Deutschen 2007 des Manager-Magazins stand sie an 22. Stelle. Das Netto-Privatvermögen von Maria-Elisabeth und Georg F. W. Schaeffler wurde auf zusammen etwa 4,85 Milliarden Euro taxiert. Auf der Liste der reichsten Österreicher des österreichischen Wirtschaftsmagazins trend stand die Familie Schaeffler 2007 auf Platz drei, 2008 sind sie mit einem geschätzten Vermögen von 4,1 Milliarden Euro auf Platz vier zu finden. Auf der Liste der Reichsten weltweit des Forbes Magazine wurden Mutter und Sohn 2007 mit einem geschätzten Vermögen von 8,7 Milliarden US-Dollar auf Platz 78 geführt, 2008 stehen sie mit geschätzten 8,5 Milliarden Dollar auf Platz 104. siehe Wikipedia

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Leserbrief zur Affäre Schaeffler von W.

Das Ganze soll natürlich nur verschleiern, dass wieder einmal den Kleinen in die Tasche gegriffen werden soll, um den Großen den Reibach zuzuschieben.“

Lieber Günter, 

jetzt ist es endlich raus. Es gibt keinen Klassenkampf mehr. Alle sind sich einig und alle sitzen im gleichen Boot. Ludwig EHRHARD hat es schon damals gewusst.

Ich nehme Bezug auf die beiden Artikel, entnommen der Zeitung „Freies Wort“. Am 19.02.2009 war der Bericht über die Aktion der Beschäftigten der Schaeffler-Gruppe abgedruckt. Da hat dann DPA aus einer Aktion zum Erhalt von Arbeitsplätzen gleich mal eine Solikundgebung für die arme Frau Schaeffler gemacht, die dann natürlich auch sofort „sehr gerührt“ war.

Die bundesdeutsche Postille schreckt vor nichts mehr zurück. Die Lügen können nicht dick genug sein, die man dem Leser (durch BILD bestens vorbereitet) vorsetzt. Und der schluckt auch noch die Kröten. Dass auch noch Gewerkschaften und SPD bei diesem Mummenschanz mitmachen, fällt dann kaum noch auf. Auf dieser Linie werden dann auch die Aktivitäten der BRD in Afghanistan reingewaschen, das Zionistenregime in Isreal hochgelobt, ob seiner „Sicherheitspolitik“ und zunehmend alle globalimperialistischen Tätigkeiten als Wohltat für Deutschland und Europa verkauft.

Aber zurück zu Schaeffler. Die Anmerkung im zweiten Beitrag zeigt, dass unsere Politiker am Tropf der Industrie und Banken hängen. Ein Sozialdemokrat ist sich nicht zu blöde, solchen Unsinn von sich zu geben. Dabei müsste er als Politiker und Lobbyist doch den Unterschied zwischen Buchwert und Realwert kennen. Wenn nicht, sollte er in Zukunft keine Aktien als Geschenk mehr annehmen.

Das Ganze soll natürlich nur verschleiern, dass wieder einmal den Kleinen in die Tasche gegriffen werden soll, um den Großen den Reibach zuzuschieben. Zu deutsch: Frau Schaeffler überfrisst sich mit Conti, weil sie nicht genug bekommen kann, der Steuerzahler kauft ihr die Medikamente und bezahlt ihre Kur. Und dafür darf er dann eventuell bei ihr weiterhin seine Arbeitskraft verkaufen. D.h., Frau Schaeffler verdient wieder am Steuerzahler (Die zugeschossenen Millionen müssen natürlich nicht zurückgezahlt werden, wo kämen wir denn dann hin?)

Da passt auch ganz gut hinein, dass HARTZ IV-Empfänger keinen Anspruch auf die sogenannte Abwrackprämie haben. Die 2500 € würden ihnen sofort als Vermögen angerechnet. Also Umweltschutz schon, aber bitte doch nicht so, dass die ganz Armen was davon haben! Ein bisschen Abstand muss schon sein! Bitter nur, dass mancher Arbeiter mit etwas über 1000 € Monatslohn meint, er wäre was Besseres als die HARTZ IV-Empfänger. Leider merken diese Leute erst bei Eigenbetroffenheit, dass man dahin völlig schuldlos geschoben werden kann.

So hat also alles seine gottgewollte Ordnung. Da fällt auch dann gar nicht weiter auf, dass die Hypo Real Estate wohl doch ein paar mehr Milliärdchen in den Sand gesetzt hat, als erst mal zugegeben. Und wer darf das bezahlen? Der Steuerzahler! Wer hat den Nutzen? Die Aktionäre! Und wieder hat die Bundesregierung ihre Hausaufgaben glänzend erledigt (summa cum laude). Aber merkt Euch, Genossen, das ist noch nicht zu Ende. Da merkelt und steinmeiert sich noch einiges zusammen.

Wenn wir nicht aufpassen und diesen Ganoven nicht rechtzeitig auf die Finger klopfen, dann geht es dem Volk wie weiland dem Kaiser mit seinen neuen Kleidern. Und alle wundern sich plötzlich, warum wir nackt da stehen.

Rot Front

W.

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Anmerkung eines Nachdenkseiten-Lesers:
„Die Käuferin von Continental, die 67 Jahre alte Schaeffler-Eigentümerin, verfügt über ein Privat-Vermögen von 6 Milliarden Euro. Wir erfahren in der Sendung, daß Sie dieses Vermögen für Ihre Firmenkaufaktion nicht anrühren will, stattdessen werden wir, die Steuerzahler aufgefordert, dieses Schurkenstück zu finanzieren. Wo leben wir eigentlich? In einer Bananenrepublik? Das klingt harmlos. Wissen Sie eine treffendere Bezeichung für das, was wir hier erleben, wo wir leben? Jedenfalls bekommt Urban Priol viel Applaus für die folgende Rechnung: Würde die gute Dame 5,9 Milliarden Euro ihres Vermögens in den Kauf hineinstecken, also das tun, was doch eigentlich das normalste der Welt sein sollte, hätte sie immer noch 100 Millionen Euro für den Lebensabend übrig. Bei einer geschätzten Lebenserwartung von noch 30 Jahren wären das immerhin über 9000 Euro am Tag. Nun, das will Sie aber nicht. Ist ihr das zu wenig? Nein, sie spekuliert einfach darauf, daß wir Steuerzahler schon einspringen, weil ja Arbeitsplätze bedroht sind. Zur Zeit ist viel von “Enteignung” die Rede. Bei der HRE-Bank von Enteignung zu sprechen, ist eine Beleidigung des gesundes Menschenverstandes, schließlich wird sie bereits faktisch vom Steuerzahler komplettfinanziert und ist damit bereits als unser Eigentum zu betrachten. Ich habe vielmehr das Gefühl, daß nicht Banken, sondern wir - die Steuerzahler - jeden Tag mehr enteignet werden.“ Quelle: Hinweise des Tages auf den Nachdenkseiten vom 20.02.2009 externer Linkauf: „Neues aus der Anstalt“ vom 17.02.2009
Die Sendung in der ZDF-Mediathek externer Link(Video, ca. 45 min), siehe darin den Beitrag von Urban Priol

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Hilfe für Milliardärin

Von Daniel Behruzi

JungeWelt vom 24.02.2009

Die IG Metall stellt sich demonstrativ auf die Seite der Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler. Kein Wort der Kritik kam Gewerkschaftschef Berthold Huber über die Lippen, als er am Montag nachmittag in Frankfurt am Main eine Eckpunktevereinbarung mit der Eigentümerfamilie des angeschlagenen Autozulieferers vorstellte. Dabei hatte die Schaeffler-Familie das Unternehmen durch die riskante Übernahme des größeren Konkurrenten Continental selbst erst in Bedrängnis gebracht. Gemeinsam fordern die Gesellschafter des Konzerns und die IG Metall nun staatliche Unterstützung.

»Schaeffler und Continental sind für die deutsche Automobilindustrie von herausragender strategischer Bedeutung«, begründete Huber den Schulterschluß. Vom Überleben des Konzerns hingen weltweit 220 000 und in Deutschland rund 70 000 Arbeitsplätze ab, deren Sicherung für die Gewerkschaft oberste Priorität habe. Das soll nur gemeinsam mit der Milliardärsfamilie gehen. Huber: »Die IG Metall hat ein fundamentales Interesse daran, daß die Gesellschafter der Schaeffler-Gruppe in dem neuen Verbund mit Continental als wesentliche Ankerinvestoren tätig bleiben.« Natürlich könne man »sich fragen, ob in der jüngsten Vergangenheit alle Entscheidungen richtig gewesen sind«. Aber das will der IG-Metall-Chef nicht. Jetzt gelte es, »nach vorne zu schauen« und die gefährdeten Jobs zu sichern.

Das soll unter anderem durch den Staat ermöglicht werden. »IG Metall und Schaeffler stimmen darin überein, daß ein – die aktuelle Krise überbrückendes – Engagement der Länder und des Bundes erforderlich ist«, heißt es in der von Huber, Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg unterzeichneten Vereinbarung. Die öffentliche Unterstützung, die als Eigenkapitalhilfe, Liquiditätssicherung oder Bürgschaft gewährt werden könne, sei als zeitlich begrenzte Übergangshilfe zu verstehen.

Georg Schaeffler bezifferte die Eigenkapitallücke des Konzerns auf satte fünf bis sechs Milliarden Euro. Im Gegenzug für die öffentliche Unterstützung durch die IG Metall will die Schaeffler-Gruppe Mitbestimmungsregelungen wie in einer Aktiengesellschaft einführen. Das hieße vor allem eine paritätische Beteiligung von Beschäftigtenvertretern am Aufsichtsrat. Zudem sollen die Mitarbeiter Anteile am Kapital erhalten. Die bestehenden Tarifverträge sollen bei Umstrukturierungen gültig bleiben und Entlassungen vermieden werden. Wie in ihren anderen Teilen heißt es in der auf Vermittlung von Ex-SPD-Chef Rudolf Scharping zustande gekommenen Vereinbarung unverbindlich: »Beide Seiten werden alles dafür tun, daß es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt.«

Frau Schaeffler zeigte sich über die von Belegschaft und Gewerkschaft geleistete »Solidarität« fast schon wieder zu Tränen gerührt und sagte, es sei »ein großes Geschenk von unseren Mitarbeitern, daß sie sich auf unsere Seite gestellt haben«.

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