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Bei ihm verzockte "Start" etliche Millionen der Arbeitslosen
Start
NRW GmbH: Geld von und für Arbeitslose bei windigen Geschäften an der Börse verzockt Die Start NRW
GmbH ist eines der
Prestige-Projekte des damaligen NRW-Ministerpräsidenten und jetzigen Bundespräsidenten
Johannes Rau. Start sollte das wichtigste Projekt bei der Bekämpfung der
Massenarbeitslosigkeit werden. Das Land NRW besorgte die Anfangsfinanzierung.
Gesellschafter sind u.a. der DGB, die Kirchen, Arbeitgeberverband und der
Deutsche Städtetag. Aber wie es so geht: Der Berg kreißt und gebiert eine
Maus. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit durch Start ist nicht einmal im
Promillebereich zu messen. Von den
hochfliegenden Plänen blieb eine Arbeiterkräfteverleihfirma. Sie ist
spezialisiert auf den Verleih von Langzeitarbeitslosen und arbeitslosen
Behinderten. Allerdings – und das ist von ursprünglichen Plan noch erhalten
geblieben – wer einen Job bei Start bekommt, arbeitet, gemessen an den
Sklavenhändlerfirmen, unter guten Bedingungen. Start zahlt nach Tarif, es gibt
Tarifurlaub und alle üblichen Mitbestimmungsrechte. Start soll sich bemühen,
die Arbeitslosen in feste Beschäftigungsverhältnisse zu überführen. Wieweit
das gelingt, entzieht sich meiner Kenntnis. Für die Betroffen ist ein Job bei
Start jedoch eine kleine Chance. Jetzt wurde
bekannt, dass Start-Manager mehrere Millionen Euro an der Börse verzockt und
verloren haben. Gelder, die eigentlich zu Förderung der Eingliederung von
Langzeitarbeitslosen und arbeitslosen Behinderten gebraucht werden sollten. Start-Zeitarbeit
- Das besondere Zeitarbeit-Unternehmen mit gesellschaftspolitschen Aufgaben Das ist Eigenwerbung. Die Start-Manager legten
ihre Aufgabe offensichtlich etwas frei aus. Es ist sicherlich auch eine
gesellschaftspolitische Aufgabe, dass das Geld unters Volk – hier speziell das
Volk der Börsenspekulanten und Schweizer Bankiers – kommt. Und da, wie sich
der Start Geschäftsführer Wilhelm Oberste-Beulmann so treffend ausdrückte, die Zockerverluste "den Geschäftsbetrieb von Start
nicht nachhaltig beschädigt" haben. Na
also. Einige Millionchen Spielgeld für die Manager muss ja wohl erlaubt sein,
oder? Start
hat sich beim Fond des umstrittenen Spekulanten Kurz Ochner, der beim Schweizer
Bankhaus Julius Bär tätig war, aber inzwischen entlassen wurde. Das
Mangager-Magazin nennt Ochner einen „der größten Geldvernichter der
Fondsindustrie". Ochner kaufte Risikopapiere in großen Mengen, trieb
die Kurse in die Höhe, aber irgendwann kam der Absturz. Dieser
windige Typ bekam das Geld von Start. Geld, das eigentlich zur Förderung von
Arbeitslosen bestimmt war. Ochner
ist fein raus. Für seine Spekulationen ist er nicht haftbar zu machen. Start
versucht jetzt dessen Auftraggeber, das Bankhaus Julius Bär, zu belangen. Obs
denn klappt, steht in den Sternen. Konsequenzen? Klar,
was die Start-Manager trieben, war kriminell. Leider nur im umgangssprachlichem
Bereich. Nach dem Strafrecht scheint ihnen nicht beizukommen sein. Das durften
sie offenbar. Das
Geld wurde durch Arbeitskräfteverleih verdient, also von den ,erwirtschaftet, für
die Start eine Chance sein soll, einen festen Job zu bekommen. In den Knast muss
offensichtlich keiner. Kurt Ochner, der hochkarätige Börsenzocker, der die
Verluste zu verantworten hatte und den das Managermagazin unter die größten
Geldvernichter einstuft, Ochner
zwar seinen Job bei der Bank Julius Bär, seine Provisionen in Millionenhöhe
konnten sie ihm aber nicht mehr nehmen. Und gefeuert wurde er nicht, weil er
windige Geschäfte machte, sondern weil diese letztlich keinen Gewinn brachten. Start
und andere Anleger wollen jetzt zwar gegen die Bank klagen, wie der Prozess aber
ausgeht, steht in den Sternen. Verlierer
sind wieder mal die da unten, also jene, denen Start helfen sollte. Sie haben
das Geld verdient und für sie und andere, die keinen Job haben, sollte es
verwendet werden. Die großmäuligen
Erklärungen des Start-Chefs Wilhelm Oberste-Beulmann , das verzockte Geld würde "den Geschäftsbetrieb von Start nicht nachhaltig beschädigt"
haben, ist nur
Rechtfertigung. Eingespart auf Kosten der Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger
usw. wird überall, denen in den Vorständen und die dicken Verdiener aber wird
es in den Rachen geworfen. Man kann nicht laut genug schreien: Die
Verantwortlichen für diesen Skandal müssen haftbar gemacht werden! Sie sollen
ihre Spielsucht selbst bezahlen und nicht auf Kosten der Menschen, für die sie
den hochbezahlten Job bei Start bekommen haben. Günter Ackermann |
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