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Belgien:
Gewerkschaftlicher
Aktionstag 6. Oktober 2008
ALLE
RÄDER STEHEN STILL...
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Exklusiv
für Kommunisten-Online, 7: Oktober 2008-
Die rote sozialdemokratische bzw. sozialistische
Gewerkschaft ABVV/CGTB rief zum teils befolgten Generalstreik auf.
Allerdings beließen es die beiden anderen Gewerkschaftsverbände bei
Aktionen und unterstützten Streik lediglich bei der Bahn und bei den
Bussen im ganzen Lande. Bereits am Abend des 5. Oktobers 2008 stellten
immer mehr Eisenbahner die Arbeit ein und fuhren immer weniger Züge. Am
6. Oktober 2008 dann konnte die belgische Staatsbahn lediglich in
Flandern einen Notbetrieb von maximal einem Bummelzug alle zwei Stunden
auf den wichtigsten Strecken aufrechterhalten. Bei den Bussen ging
ebenfalls nichts außer ein paar Schulbussen.
Die
belgischen Arbeiter und Angestellten kamen also in Fahrgemeinschaften
durch dichte Verkehrsstaus verspätet zu den Arbeitsstellen. Im Seehafen
von Antwerpen streikte die Frühschicht. Auch in der Automobilindustrie
und etlichen Industriebetrieben kam es zu Arbeitniederlegungen. Die
Gewerkschafter der ABVV/CGTB zogen vielerorts protestierend durch die
Strassen. Der Aufruf zum Aktionstag trägt die Unterschriften aller drei
großen Gewerkschaftsverbände. Industriearbeiter blockierten
stundenlang mit roten Fahnen die strategisch wichtigen Kreisverkehre am
Brüsseler Ring. Die grünen Gewerkschaftsdelegierten und -funktionäre
der ACV/CSC fuhren zu den Hauptsitzen der Großkonzerne und
demonstrierten dort für höhere Löhne, während die
Gewerkschaftsmitglieder zumeist arbeiteten und in vielen Fällen auf der
Arbeit durch Tragen von grünen Bändern Unterstützung für den
gewerkschaftlichen Protest bekundeten.
Erst
am späten Nachmittag setzte zumindest der Notverkehr mit Bummelzügen
auf den Gleisen bei den Eisenbahnern wieder ein, damit die Menschen von
den Arbeitsstellen und den Demonstrationen nach Hause kommen konnten.
Der kämpferischen belgischen Arbeiterbewegung ist gelungen, ein
deutliches Zeichen an das Kapital und die Regierung auszusenden, wonach
die Arbeiterklasse nicht bereit ist, weiterhin nur die Zeche der arg
gestiegenen Lebenshaltungskosten zu zahlen. Für uns Genossen von der
PVDA/PTB ist klar, dass der Klassenkampf sich in den nächsten Wochen
enorm zuspitzen muss. Anfang 2009 werden die Menschen die Energiekosten
zu zahlen haben, und schon jetzt können zehntausende Haushalte diese
hohen Summen nicht mehr aufbringen. Die Gürtel können also nicht mehr
enger geschnallt werden. Da wird der Kampf für die Massen zum Muss.
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