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Die Kraft der Arbeiterklasse wird weltweit immer spürbarer - Klassenkämpfe treiben die Geschichte vorangetrieben und lassen sich nicht aufhalten – immer sichtbarer zeichnet sich die von Karl Marx und Friedrich Engels vorhergesehene weltweite Revolution des Proletariats ab*

200.000 ARBEITER DEMONSTRIERTEN IN NEU-DELHI

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Internationaler Metallgewerkschaftsbund (IMB). (aauf Kommunisten-online am 8. März 2011) – In einem historischen Demonstrationszug zogen rund 200.000 Arbeiter Indiens am 23. Februar 2011 vor das Parlamentsgebäude in Neu-Delhi und forderten dort staatliche Preiskontrolle beim Grundnahrungsmittel Reis, strenge Durchsetzung der Arbeitsgesetze, Verknüpfung der Sicherung der Arbeitsverhältnisse mit jeglichen steuerlichen Subventionen, allgemeine Durchsetzung der sozialen Sicherheit, Aufstockung der Mittel für soziale Sicherheit und den Stopp der Privatisierung im Bereich der öffentlichen Betriebe und Dienstleistungen.

Die von der großen Gewerkschaftszentrale (CTUs) und den Nationalen Angestelltenverbänden vertretene Arbeitermasse Indiens kam am 23. Februar 2011 in Neu-Delhi zusammen, um Druck auf das Indische Parlament auszuüben und dringende politische Korrekturmaßnahmen von der Regierung Indiens einzufordern, die das enorme Leiden der Arbeiter und des Volkes infolge der ständig weiter ansteigenden Preise für das Grundnahrungsmittel Reis, der ausufernden Verletzung von Arbeiterrechten und den Angriffen auf die Arbeitsgesetzgebung, steigender Massenarbeitslosigkeit, Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse, Zunahme von Arbeitsunfällen und Ausgliederungen erhöhen.

Die Arbeitergewerkschaften (CTU's) forderten konkretes Handeln für die allgemeine Durchsetzung der sozialen Sicherheitsstandards für alle unorganisierten Arbeiter ohne jede Einschränkung nach Berechtigung oder Kategorie bei den Mitteln des „Nationalen Sozialversicherungsfonds“. Die Arbeitergewerkschaften (CTU's) forderten von der Regierung ebenfalls damit aufzuhören, den Einrichtungen des öffentlichen Dienstes Investitionsmittel vorzuenthalten.

In der Protestschrift an die Parlamentssprecherin Lok Sabha werfen die Arbeitergewerkschaften (CTU's) der Regierung Indiens vor, den überwältigenden Massenprotest der Arbeiterbewegung zu ignorieren und im Kontrast zu den Forderungen der Volksmassen weiterhin eine Politik zu verstärken, die durch Deregulierung die Preise für Reis sowie Brenn- und Kraftstoffe weiterhin ansteigen läßt, dem spekulativen Handel auf dem Rohstoffmarkt weiterhin Vorschub leistet und das Verrotten einer großen Menge von Nahrungsmittelbeständen in der Nahrungsmittelbehörde Indiens zuläßt.

Die Arbeitergewerkschaften (CTU's) bezeichneten die Argumentation der Regierung Indiens, dass „die gestiegenen Arbeitsentgelte des Volkes für die Preissteigerungen verantwortlich zu machen sind“ als brutalen Scherz. Sie äußerten, dass steigende Preise bei Massenbedarfsgütern bei zugleich steigenden Massenentlassungen und Massenarbeitslosigkeit sowie sinkenden Löhnen auf breiter Front durch immer mehr prekäre und Dumping-Arbeitsverhältnisse das breite Volk in eine Lage bringen, wo es sich einer dramatischen Senkung der Pro-Kopf-Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und anderen Massenbedarfsgütern ausgesetzt sieht. Die Arbeitergewerkschaften (CTU's) verurteilten zugleich die falsche Regierungspolitik, die eine derartige Verzerrung der Volkswirtschaft hervorruft, dass trotz der wirtschaftlichen Zuwachsraten der Anteil für die Arbeiter am erwirtschafteten Mehrprodukt ständig abnimmt.

Die Arbeitergewerkschaften (CTU's) und die Angestelltenverbände forderten die Parlamentssprecherin zu dringendem Eingreifen auf und richteten folgende Forderungen an sie, damit die Regierung endlich dringend notwendige Kurskorrekturen vornimmt:

- Preissteigerung bei Massenbedarfsgütern sowie die Spekulationen auf dem Rohstoffmarkt müssen durch geeignete Maßnahmen wie ein allgemeines Öffentliches Verteilungssystem unter Kontrolle gebracht werden;

- Strenge Durchsetzung aller Grundrechte der Arbeiter bei strengen Strafmaßnahmen im Fall von Verletzung der Arbeitsrechte;

- Konkrete Maßnahmen zur Verknüpfung des Schutzes der Arbeitsverhältnisse in den unter Rezession leidenden Bereichen mit einem steuerlichen Ankurbelungspaket an die Industriellen und Arbeitsplatzschaffung durch steigende öffentliche Investitionen in der Infrastruktur;

- Einleiten von Schritten zur Beseitigung aller Einschränkungen hinsichtlich der „Armutsgrenze“ bei der Sozialversicherung gemäß Gesetz 2008 für die unorganisierten Arbeiter und Schaffung eines Nationalen Fonds für den Bereich der unorganisierten Arbeiter zur Einbeziehung von ihnen allen einschließlich der Teilzeit- und Gelegenheitsarbeiter;

- Beenden des Investitionsstopps in den öffentlichen Einrichtungen.

Alle diese Forderungen wurden einstimmig angenommen und von allen Arbeitergewerkschaften (CTU's) und Angestelltenverbänden Indiens auf dem All-Indischen Arbeiterkongreß am 14. September 2009 formuliert. Die Forderungen wurden nachdrücklich bei vielen Veranstaltungen öffentlich vertreten. So gab es am 28. Oktober 2009 den „All-Indischen Protesttag“. Massendemonstrationen vor dem Parlament sowie in den Hauptstädten der indischen Bundesstaaten und in den industriellen Ballungszentren am 16. Dezember 2009. Landesweite Proteste am 5. März 2010 mit Festnahme von einer Million Arbeiter in ganz Indien. Der massenhaft befolgte Generalstreik in Indien vom 7. September 2010 mit Beteiligung von rund 100 Millionen Arbeitern.

Arbeiter der größten indischen Gewerkschaften INTUC, AITUC, HMS, CITU, AIUTUC, TUCC, ACCTU und UTUC nahmen gemeinsam mit den Unabhängigen Arbeiter- und Angestelltenverbänden an der Demonstration zum Parlament am 23. Februar 2011 teil.

G. Manicandan

Quelle:

http://www.imfmetal.org/index.cfm?c=25776&l=2

* Einleitende Anmerkung von Jens-Torsten Bohlke

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