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Ein
Jahr nach dem von der Geschäftsleitung des Konzerns
in Turin voraussehbaren Brand wollen wir uns
in Duisburg am 6. Dezember 2008 am
Stahlwerk Bruckhausen, Kaiser-Wilhelm-Str. 100 um 13.40 Uhr
versammeln und vor den Toren der Thyssen-Krupp der sieben Opfer der
Profitgier des Konzerns gedenken:
Antonio Schiavone (36),
Roberto Scola (32),
Angelo Laurino (43),
Bruno Santino (26),
Rocco Marzo (54),
Rosario Rodinò (26) und
Giuseppe Demasi (26)
Partito della Rifondazione Comunista
Trotz Stilllegungsbeschluss ThyssenKrupp-Werk
Kaltwalzwerk in Turin produzierte mit defekter Feuerlöschanlage auf
Volllast:
Sieben
Stahlarbeiter verbrennen –
Menschopfer
für die Profite des Konzerns
Partito
della Rifondazione Comunista vom 4. Dezember 2008 – In der Nacht
zum 6. Dezember 2007 bricht an einer Produktionslinie des Kaltwalzwerkes
von Thyssen-Krupp in Turin ein Brand aus, die Feuerlöschanlagen sind
defekt, die Flammen ergreifen sieben Arbeiter, von denen die einen an
der betroffenen Produktionslinie beschäftigt sind, während die anderen
den Kollegen zu Hilfe eilen. Alle sieben sterben, der erste sofort, der
letzte nach einem fast einen Monat andauernden Todeskampf.
Im
Verlauf der Ermittlungen wurden schwere Mängel an der Sicherheitsanlage
festgestellt, die, wie belegt ist, der Betriebsleitung der Thyssen-Krupp
Italien bereits seit mehreren Monaten bekannt waren. Die
Staatsanwaltschaft Turin hat deswegen gegen sechs Mitglieder der
Betriebsleitung Anklage erhoben. Die Anklage gegen den Geschäftsführer
der Thyssen-Krupp Italien Harald Espenhahn lautet auf Tötung mit
bedingtem Vorsatz, die anderen fünf Manager müssen sich je nach
Verantwortlichkeit wegen fahrlässiger Tötung, vorsätzlicher schwerer
Brandstiftung und vorsätzlicher Verletzung der Sicherheitsmaßnahmen
verantworten.
Zum ersten Mal werden in einem solchen Verfahren Kollegen der Opfer
nicht nur als Nebenkläger, sondern auch als verletzte Partei zum
Prozess zugelassen wegen des Risikos, dem sie durch ihre Arbeit in
dieser Fabrik ausgesetzt waren. Schon vier Jahre zuvor hatte
es einen ähnlichen Unfall gegeben, jedoch glücklicherweise ohne Opfer.
Und trotzdem wurden, wie die Arbeiter bezeugen, die Instandhaltung der
Sicherheitsmaßnahmen sowie die Ausbildung der Arbeiter in der
Unfallverhütung seit Jahren zunehmend vernachlässigt. Das Unternehmen
beabsichtigte, die Anlage, deren Schließung bereits beschlossen war,
bis zum Letzten auszunutzen. Die Belegschaft wurde nahezu halbiert und
gleichzeitig zu Überstunden gezwungen, um die Aufträge zu erfüllen.
Wir
hoffen, dass die italienische Justiz ein strenges Urteil über die
Verantwortlichen spricht. Denn schon das allein wäre ein wichtiger Akt
zur Prävention von Arbeitsunfällen, eine Mahnung für all jene, die
das Leben und die Sicherheit ihrer Arbeiter auf’s Spiel setzen für
Profit. Weder können wir Tote durch Arbeitsunfälle noch wegen
berufsbedingter Krankheiten akzeptieren, die von den Verantwortlichen
dann als Opfer der “Verkettung unglücklicher Umstände” deklariert
und in einer Statistik erfasst werden.
In
Italien hat die Deregulierung nicht der Sicherheitsmaßnahmen, sondern
der Arbeitsbedingungen selbst zum traurigen Rekord von vier Toten pro
Tag geführt. Auch in Deutschland haben Outsourcing, Leiharbeit und ähnliches
zur Folge, dass viele Menschen Arbeitsstellen haben, deren Gefahren sie
nicht vollständig einschätzen können. Diese Ideologie der Mobilität
um jeden Preis dürfen wir nicht akzeptieren. Die Rechte der Arbeiter müssen
gewahrt bleiben: Das erste unter ihnen ist das Recht, unter Bedingungen
arbeiten zu können, die weder die Gesundheit noch das Leben gefährden.
Ein
Jahr nach dem Unfall, am 6. Dezember 2008, wollen wir uns in Duisburg am
Stahlwerk Bruckhausen, Kaiser-Wilhelm-Str. 100 um 13.40 Uhr versammeln
und vor den Toren der Thyssen-Krupp der sieben Opfer Antonio Schiavone
(36), Roberto Scola (32), Angelo Laurino (43), Bruno Santino (26), Rocco
Marzo (54), Rosario Rodinò (26) und Giuseppe Demasi (26) gedenken.
Partito della Rifondazione Comunista Colonia
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