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Hansen ist ein Verräter!“

Transnet-Chef wird neuer Arbeitsdirektor der Bahn AG

Günter Ackermann/14. Mai 2008

Den Vorwurf des Verrats kommt aus linken SPD-Kreisen, aus den Gewerkschaften und überall her. Auch die CDU sieht das so und die anderen bürgerlichen Parteien nicht minder.

Natürlich ist Hansen ein Verräter, daran besteht kein Zweifel, aber sein Verrat besteht nicht darin, dass er vom Gewerkschaftsboss zum Vorständler eines großen kapitalistischen Betriebes mutiert ist. Hansen und seine Gewerkschaft Transnet waren so gelb, dass sie nur noch von der IGBCE in den Schatten gestellt wurden. Transnet macht nicht einmal den Versuch den Anschein zu erwecken, als vertrete sie die Interessen der Bahnbeschäftigten. Die mageren Lohntarifverträge und die Unterstützung der Privatisierungspläne zeigen das klar.

Aber das ist es auch nicht. Der Wechsel von Hansen vor der Gewerkschaftsspitze in die Chefetage des Konzerns Bahn AG zeigt nur, wie kompatibel in den DGB-Gewerkschaften die Funktionäre sind die Figuren sind. Bisher gab es aber noch nie, dass ein Gewerkschaftschef so den Posten wechselte.

Monika Wulf-Mathies, ehemals Vorsitzende der heute zu Verdi gewordenen Gewerkschaft ÖTV segelte einst nach Brüssel zu EU-Kommission. Aber die Kommissare, zu denen auch Wulf-Mathies gehörte, wurde wegen ihrer Politik die eigenen Taschen zu füllen untragbar und man hörte lange nichts von der wackeren Gewerkschafterin. Heute ist sie Ehrenmitglied der Vereinigung Europäischer Journalisten und ihre Brötchen verdient sie bei der Deutschen Post AG. Nein, keine Bange, sie sortiert nicht Briefe und ist auch nicht Briefträgerin, sie ist Zentralbereichsleiterin Politik und Nachhaltigkeit der Deutschen Post AG. Was sie da macht? Keine Ahnung, aber es wird gut bezahlt.

Warum aber schreien die Leute aus den oberen Etagen der DGB-Gewerkschaften, wenn es um Hansen geht, heute von Verrat? Es ärgert sie, das Hansen offen vorgeführt hat, dass es unwichtig ist, ob einer Chef einer Gewerkschaft oder Vorstandsmitglied eines Großkonzerns ist. Die Führer der Gewerkschaften vertreten die Interessen des Kapitals in  den Gewerkschaften und nicht die der Beschäftigten, wenn sie dann Konzern-Bosse geworden sind. Sie wären ihren gut bezahlten Job schnell los, machten sie auch nur den Versuch, Arbeiterinteressen zu vertreten.

Die Gewerkschaften haben in den 70er Jahren lauthals von Mitbestimmung schwadroniert. Ich habe nie etwas davon gehalten, das Ergebnis zeigt es auch.

Da ist z.B. der berüchtigte Peter Hartz. Der kommt aus der IG-Metall und bekam so seinen Job bei VW. Den benutzte er im Interesse des Konzerns und schmierte Betriebsräte mit viel Geld, Luxusreisen und Nutten.

Überhaupt gibt es meines Wissens kaum einen Personalvorstand eines Konzerns, der nicht aus den DGB-Gewerkschaften kommt. Das finden die Gewerkschaftsbosse auch gut und richtig. Nur hat Hansen es in ihren Augen etwas übertrieben. Verrat ist ja ok, aber muss man es so offen zeigen?

Fassen wir zusammen: Die Gewerkschaft Transnet und ihr Vorsitzender waren nicht die Interessensvertreter der Mitglieder. Sie sind und waren eine Unternehmergewerkschaft. Das sind im Prinzip auch die anderen gegenwärtigen DGB-Gewerkschaften. Deren Politik richtet sich gegen die eigenen Mitglieder.

Abhilfe ist nicht in Sicht. Es muss aus den Reihen der Gewerkschaften der Aufruhr gegen die Führung kommen, nur so könnten wir wieder zu kämpferischen Vertretern der Arbeiterinteressen kommen.

G.A.

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