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Türkei
kriminalisiert Gewerkschaftsaktion durch
Massenanklagen von Gewerkschaftsführern –
Handelt
jetzt um die Gewerkschaftsrechte zu verteidigen!
Von
Graciela 20-05-2011
Quelle:
http://cms.iuf.org/?q=de/node/899
Auf
Kommunisten-online am 2. Juni 2011 – Die türkische Regierung hat
Anklagen gegen 111 Gewerkschaftsführer, -mitglieder und –anhänger im
Zusammenhang mit einer Demonstration in Ankara im Jahr 2010 erhoben, die
mit Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren geahndet werden. Die Aktion in
Ankara wurde zur Unterstützung von 12 000 Arbeitern und Arbeiterinnen
durchgeführt, die nach der Privatisierung des staatlichen Tabakmonopols
TEKEL [1]über
Nacht freigesetzt worden waren.
Nach
dem Verkauf der Tabakherstellungsaktivitäten von TEKEL an BAT
im Februar 2008 behielt der Staat die Kontrolle über die 40 Lager, wo
roher und halbverarbeiteter Tabak eingelagert wurde. Die der IUL
angeschlossene Tekgida-Is, die die Belegschaft von TEKEL vertritt, bemühte
sich ständig um Verhandlungen mit der Regierung über die Zukunft der
12 000 Lagerarbeiter/innen, denen nur unsichere Verträge mit der Hälfte
ihrer früheren Löhne und keine Rechte oder Leistungen angeboten
wurden. Im Dezember 2009 wurde ihr Arbeitsverhältnis abrupt beendet.
Dreimonatige
gewerkschaftliche Proteste blieben ergebnislos, als Zeichen ihres guten
Willens stellte die Gewerkschaft die öffentlichen Aktionen jedoch ein
und wartete auf eine Reaktion auf ihre Forderungen nach einem neuen
Arbeitsverhältnis mit erworbenen Rechten – wie dies nach türkischem
Recht vorgeschrieben ist.
Da
die Regierung kein konkretes Angebot vorlegte, demonstrierten TEKGIDA-IS
und ihre zahlreichen Anhänger am 1. April in Ankara erneut. Sie wurden
geschlagen und mit Pfefferspray besprüht – und jetzt droht ihnen Gefängnis.
Zu
den vom Staatsanwalt von Ankara Angeklagten gehören der
TEKGIDA-IS-Vorsitzende Mustafa Turkel sowie 4 weitere nationale Funktionäre
und zwölf Ortsgruppenvorsitzende , der jetzige und der ehemalige Leiter
der nationalen Zentrale DISK, zwei ehemalige Führer des
Gewerkschaftsbunds für den öffentlichen Sektor KESK und weitere
bekannte gewerkschaftliche und soziale Aktivisten.
Die
Gerichtsverhandlung soll am 3. Juni beginnen.
Mit
den Anklagen soll die Arbeiterbewegung in der Türkei gelähmt werden,
indem Protestaktionen zur Verteidigung von Beschäftigungs- und
Sozialrechten kriminalisiert werden. Die Organisierungs- und
Verhandlungsrechte werden durch das türkische Arbeitsrecht bereits
erheblich eingeschränkt. Wenn man diesen lächerlichen Anklagen ihren
Lauf liesse und es zu einem Gerichtsverfahren käme, dann wäre dies ein
schwerer Rückschlag für die laufenden Bemühungen im In- und Ausland,
das Arbeitsbeziehungssystem der Türkei mit den internationalen Übereinkommen
in Einklang zu bringen.
Wir
fordern daher alle Gewerkschaftsanhänger auf, bei der türkischen
Regierung gegen diese Anklagen zu protestieren und zu verlangen, dass
alle Anklagen unverzüglich und bedingungslos zurückgezogen werden.
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UITA
Die
Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-,
Restaurant-, Catering-, Tabak- und anverwandter Arbeitnehmerverbände (IUL)
ist eine internationale Vereinigung von Gewerkschaften, die
Arbeitnehmer/innen in der Landwirtschaft und in Plantagen, in der
Verarbeitung und Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken, in
Hotels, Restaurants und Catering und in allen Bereichen der
Tabakverarbeitung vertritt.
Der IUL gehören 374 Mitgliedsverbände aus 119 Ländern an.Sie vertritt
insgesamt ca. 2,6 Millionen Mitglieder.
Verschiedene
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Postadresse: Rampe du Pont-Rouge, 8, CH-1213, Petit-Lancy (Switzerland)
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Fax: + 41 22 793 22 38
Quellen-URL:
http://cms.iuf.org/?q=de/node/899
Verweise:
[1] http://cms.iuf.org/?q=de/node/217
[2] http://www.iuf.org/cgi-bin/campaigns/show_campaign.cgi?c=568
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