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Zum
Verlauf der Auseinandersetzung mit P. Wahl und W. Rätz vom
Attac-Ko-Kreis auf der Frankfurter Aktionskonferenz
Fakten, die es
wert sind festgehalten zu werden
Was
man aus der "junge welt" (Daniel Behruzi) leider nicht erfährt
aus:
Neue Einheit
Da
es über diese Vorgänge sicher noch zu weiteren Diskussionen kommen
wird, möchten wir hier den faktischen Verlauf in einigen Details
festhalten.
Die
Arbeitsgruppe (AG) 7 hatte ab 13.30h aufgrund zweier vorliegender Entwürfe
die Erklärung der Aktionskonferenz zu erarbeiten. In der Diskussion
wurde vorgeschlagen, den Streik als wichtige Kampfform ausdrücklich zu
erwähnen. Dies war in den beiden vorliegenden Entwürfen noch nicht
geschehen, jedoch in der Arbeitsgruppe offensichtlich Mehrheitsmeinung,
und daher wurde klar, daß der Streik in die Erklärung hineinkommen würde.
Plötzlich meldete sich W. Rätz von Attac-Ko-Kreis (neben ihm saß P.
Wahl) mit der kategorischen Drohung: wenn ihr den Streik hineinschreibt,
wird Attac nicht mitmachen. Da fingen Teilnehmer der AG an, Unmut über
dieses Vorgehen auszudrücken, und eine Auseinandersetzung zeichnete
sich ab, bei der die Mehrheit mit größter Wahrscheinlichkeit auf der
Erwähnung des Streiks bestanden hätte. H.
Dierkes (Thyssen-Krupp-Betriebsrat aus Duisburg)
bog in letzter Minute die Auseinandersetzung ab - man war
eigentlich schon über der Zeit und mußte ins Plenum zurück, um das
Ergebnis hineinzutragen - mit dem Vorschlag, statt „Streik"
„bundesweite betriebliche Proteste während der Arbeitszeit" zu
schreiben. Das Für und Wider dieser windigen Formel konnte mit keinem
Wort mehr besprochen werden, die AG-Leitung schrieb sie jedoch rasch in
den Erklärungstext, ohne sich um ein Meinungsbild dazu zu bemühen, und
sofort löste man die Runde auf, um nicht zu spät ins Plenum zu kommen.
Im
Plenum wurden die Berichte der sieben AGs nacheinander vorgetragen. Als
es schließlich zum Bericht der AG 7 kam, trat ein Teilnehmer der AG ans
Mikro und kritisierte den Erklärungstext mit der Dierkesschen Formel,
wie er von der AG-Leitung vorgetragen wurde. Streik müsse in die Erklärung
rein, forderte er. Dann wurde von anderen auch das Geschehen in der AG
nach und nach zur Sprache gebracht, es wurde wiederholt festgestellt, daß
dieser Textteil
nicht den Konsens darstelle, und schließlich wurde das Vorgehen der
beiden Attac-Repräsentanten direkt beschrieben und als erpresserisch
angegriffen, nochmals festgestellt, daß es keinen Konsens gab, und daß
die AG-Leitung die schlechte Dierkessche Formel im Grunde
hineinmanipuliert hatte. Dies geschah durch einen Redebeitrag
eines Vertreters unserer Gruppe. Von hier ab war das Plenum wirklich
alarmiert und ging immer mehr zu Unmutsbekundungen über das Fehlen des
Streiks und das Vorgehen von Wahl/Rätz über. Auch Riexinger als
Versammlungsleiter bezog in dieser wohl unerwarteten Entwicklung klar
Stellung. Er trat ebenfalls für die Streik-Formel ein und forderte
Abstimmung des Plenums.
Die
Auseinandersetzung im Plenum über diesen Punkt entwickelte sich immer
stärker zur Hauptsache, die übrigen Einwände gegen andere Punkte des
Entwurfs verloren an Interesse. Schließlich redeten auch noch Rätz und
Wahl, sie waren dazu aufgefordert worden, hatten sich aber bis nach
Schluß der Rednerliste nicht gemeldet. Man gab ihnen trotzdem noch die
Möglichkeit zur Stellungnahme. Sie brachten die ablehnende Stimmung
gegen sie endgültig zum Kochen. Rätz deutete eine Warnung vor den
Folgen an, sollte die Konferenz so verfahren, wie sie es offensichtlich
tun wollte. Das Bündnis müsse sich öffnen für Strömungen, die auf
der Konferenz kaum vertreten seien. Er sagte interessanterweise auch, daß
es in Attac selbst keine einheitliche Meinung zur Streikfrage gebe. Das
wurde vom Plenum natürlich so verstanden, daß die beiden nicht
autorisiert seien, wegen dieser Frage den Ausstieg von Attac zu erklären.
Wahl sagte sinngemäß: ´daß abgestimmt wird, ist falsch, die
Verhandlungsführung durch Riexinger ist nicht OK. Wir können über das
Thema Streik rasch zur Einigung kommen, aber das Prinzip der Mehrheitsentscheidung kann nicht
akzeptiert werden. Mehrheitsabstimmungen sind keine Demokratie.
Das ist ein grundsätzliches Problem der politischen Kultur.'
Wir
verzichten an dieser Stelle auf einen Kommentar zu diesen wirklich
einmaligen Ausführungen zur Demokratie.
Die
Abstimmung darüber, ob der Satz mit der Erwähnung des Streiks in die
Erklärung aufgenommen wird, brachte schließlich eine über 90%-ige
Mehrheit, vielleicht 1-2 Nein-Stimmen (Wahl erklärte, er nehme an der
Abstimmung nicht teil), und vielleicht um die 20 Enthaltungen. Wegen der
absoluten Eindeutigkeit der Abstimmung wurde nicht gezählt. Ein großer
Teil der Teilnehmer, die zu diesem Zeitpunkt noch da waren und in dieser
Weise gegen Wahl/Rätz stimmten, dürften auch Attac-Mitglieder gewesen
sein.
Behruzi
läßt in seinem jw-Artikel (jw v. 20.1.04 "Reizwort Streik")
die Vorgänge im Plenum leider völlig unter den Tisch fallen. Er
schreibt lediglich ganz allgemein etwas über einen „Eklat“:
„Als
es kurz vor Ende der Konferenz am Sonntag abend um die Verabschiedung
einer Abschlußerklärung ging, kam es auf dem bis dahin recht
produktiven Treffen doch noch zum Eklat“, berichtet dann über die
kategorische Weigerung von Wahl und Rätz, das Wort „Streik“ in der
Abschlußerklärung zu dulden, und eine Kritik daran durch Bernd
Riexinger. Wer den Artikel liest, käme nie auf den Gedanken, daß das
Plenum der Aktionskonferenz selbst auf Initiative von Teilnehmern sich
intensiv mit dem Erpressungsversuch befaßt und in dieser eindeutigen
Weise dagegen gestimmt hat. Riexinger hat das dann klar unterstützt,
war aber nicht der Initiator.
Behruzis
Ansicht, die Konferenz sei nur bis zu diesem Eklat produktiv gewesen,
wird sicher von ihrer großen Mehrheit nicht geteilt. Wieso ist ein
Plenum von mehreren hundert Teilnehmern nicht produktiv, das über die
Sache sich informiert und dann dafür sorgt, daß die Mehrheitsmeinung
nicht von zwei Leuten unterdrückt werden kann?
Das
Bestreben, Wahls Selbstrechtfertigung publik zu machen und als Gegenpart
nur einen einzigen prominenten Vertreter zu nennen, das Geschehen im
Plenum aber überhaupt nicht zu erwähnen und das Konferenzende in die Nähe
unproduktiven Streits zu rücken, fällt hier doch unangenehm auf. In
Zukunft bitte mehr Berichte über demokratische Auseinandersetzungen,
weniger Hofberichterstattung!
Christoph
Klein, Werner Klumpp ( GNE, Teilnehmer der AK)
25.1.04 |
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Klassische
Haltung des Obertrotzkisten und Duisburger PDS-Ratsherrn Hermann Dierkes:
Fauler
Kompromiss und Verrat
von
Günter Ackermann
"H.
Dierkes (Thyssen-Krupp-Betriebsrat aus Duisburg) bog in letzter Minute
die Auseinandersetzung ab - man war eigentlich schon über der
Zeit und mußte ins Plenum zurück, um das Ergebnis hineinzutragen - mit
dem Vorschlag, statt „Streik" „bundesweite betriebliche
Proteste während der Arbeitszeit" zu schreiben. Das Für und Wider
dieser windigen Formel konnte mit keinem Wort mehr besprochen werden,
die AG-Leitung schrieb sie jedoch rasch in den Erklärungstext, ohne
sich um ein Meinungsbild dazu zu bemühen, und sofort löste man die
Runde auf, um nicht zu spät ins Plenum zu kommen."
So
steht es im Bericht oben (siehe) und so
kenne ich ihn. Von 1999 bis bis zu meinen Parteiaustritt auch der PDS
(Oktober 2001) habe ich ihn mehrfach als Verräter und Denunzianten
erlebt. So bescheinigte er schwarzen Sheriffs, die eine türkische Frau
niederschlugen, dass sie recht gehandelt hätten, so distanzierte er sich
von der Mehrheit des Duisburger Kreisvorstandes der PDS, als sie gegen
die Abschiebepraxis der Stadtspitze kämpften, ja, er denunzierte sie
auch noch bei der Staatsanwaltschaft. Das alles wurde auf
Kommunisten-online dokumentiert (siehe: "Wider
drn Block der Rechten und Trotzkisten"
Damals
boten wir Linken in der PDS-Duisburg ihm noch Paroli, jetzt aber hat er den
Kreisverband in der Tasche.
Das
heißt nicht ganz. Im November war Jahreshauptversammlung des
Kreisverbandes. Seine treuer Lakai und Speichellecker, Horst-Werner Rook, kandidierte nicht
wieder zum Kreissprecher. Er beabsichtigt möglichst bald seine
Frühpensionierung als Lehrer in der Mittelmeersonne Griechenlands zu
genießen. Der Nachfolger als Kreissprecher, ein Student und Halblinker,
passte Dierkes nicht, denn der gehorcht nicht aufs Wort. Also wurde die
Jahreshauptversammlung lahmgelegt.
Die
Gefolgsfrau Herrmanns und Trotzkistin, die von ihm ins Amt gepuschte Fraktionsgeschäftsführerin Ute
Abraham, bekam den Auftrag, zu einen statuarischen Trick zu greifen. Nach
dem Landesstatut der PDS müssen die Gremien quotiert besetzt werden
(also mind. 50% Frauen). Die Quotierung kann aufgehoben werden, aber
nicht gegen die Mehrheit der weiblichen Mitglieder. Da es aber neben der
Sprecherin nur noch Frau Abraham gibt, war eine quotierte Besetzung des
Vorstands nicht möglich, aber die Quotierung konnte auch nicht
aufgehoben werden: Ute Abraham verhinderte es.
Das
hinderte Dierkes aber nicht daran, seinen Gefolgsmann zum Kassierer
wählen zu lassen, obwohl er nicht kassiert (diese Arbeit macht die
Sprecherin), er ist nur Aufpasser des Gefolgsmann Trotzkis im
Kreisvorstand.
Das
sind die Tricks des Hermann Dierkes. Er will die Kontrolle über die PDS
am Ort nicht verlieren - jedenfalls solange die PDS in Duisburg eine
Ratsfraktion hat und es um viel Geld geht (ca. 8000 € im Monat
Fraktionsgelder plus einige Tausend als Sitzungsgeld und Diäten).
Wenn
im Herbst das vorbei sein wird, verliert Dierkes sein Interesse an der
PDS in Duisburg. Da sind die Kommunalwahlen und es ist eher
unwahrscheinlich, dass die PDS in Duisburg ihren Wahlerfolg von 1999
wiederholen kann.
Das
hat er auch schon angekündigt: Wenn er von der PDS kompromittiert wird,
distanziert er sich, erklärte er öffrntlich.
Seine
Unverfrorenheit aber ist schon fast bewundernswert. Er, dem viele Linke
kaum noch das Wasser reichen, stellt sich bei der Aktionskonferenz im
Januar vor die Teilnehmer und verkündet (wieder mal) einen faulen
Kompromiss. Aber er hatte Pech, er kam nicht durch! |