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VW-Erpresser
in Navarra
Von
Stefan Natke, Pamplona
siehe
auch: Labournet,
VW
droht mit Werksschließung,
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Wird
bestreikt |
Quelle:
jungeWelt vom 7.
April 2006
Bisher
hielten die baskischen VW-Arbeiter aus der Provinz Navarra in Spanien
dem Druck aus Wolfsburg stand. »La lucha continua« – der Kampf geht
weiter, riefen am Donnerstag mittag Tausende Beschäftigte vor den Toren
des Volkswagenwerkes in Pamplona (baskisch: Iruñea). Die Frühschicht
streikte, und auch die nahe Zukunft wird von Arbeitsniederlegungen geprägt
sein: Für den von der Betriebsratsmehrheit vorgelegten neuen Streikplan
gab es Applaus. Noch hält der Widerstand gegen die Erpressung des
deutschen Konzernvorstands, Tarifverschlechterungen zu akzeptieren, an.
Allerdings wächst, auch angesichts des Drucks von Medien und Politik,
die Notwendigkeit einer breiten internationalen Solidarität – sonst könnten
die etwa 4000 VW-Arbeiter als Opfer der Konzernpolitik auf der Straße
landen.
Das
ungeheuerliche Ultimatum des VW-Vorstands Reinhard Jung vom 28. März an
den Betriebsrat läuft am heutigen Freitag aus. Es lautet: Entweder die
Arbeitervertreter stimmen dem Wolfsburger Diktat zu, oder die Produktion
wird verlagert. Jung wörtlich: Dann sehen »wir uns gezwungen, die
Fertigung des Polo-Nachfolgers in anderen Werken vorzusehen«.
Mit
Sicherheit entwickelt der Konzern längst Maßnahmepläne für den Fall
weiter anhaltender Widerständigkeit in dem baskischen Werk. So
kursierten in Pamplona Informationen, wonach von Wolfsburg bereits
angeordnet wurde, kurzfristig im slowakischen VW-Werk Bratislava 8000
Polos pro Jahr mehr zu produzieren. Außerdem könnten innerhalb weniger
Wochen fertige Karosserien von dort nach Brüssel geliefert werden. In
Pamplona war dazu zu hören, daß es inzwischen Kontakte zu den Kollegen
in Bratislava und Brüssel gebe, um dem Konzernvorstand einen Strich
durch die Rechnung zu machen, VW-Belegschaften gegeneinander
auszuspielen. Aus anderen Standorten erreichten die VW-Arbeiter von
Pamplona bereits Solidaritätsadressen.
Auch
wenn die Vertreter der sozialdemokratisch orientierten Gewerkschaft UGT,
die den Betriebsratsvorsitzenden bei VW-Navarra stellt, den Tarifvertrag
unterschrieben, hält die Betriebsratsmehrheit aus Gewerkschaften der
linken Basken (LAB), Anarchisten (CGT) und Kommunisten (CCOO) der
Drohung stand. Und die Belegschaft »reagiert mit Kampfbereitschaft«,
so Betriebsrat Benito Uterga gegenüber junge Welt. Schließlich gehe es
nicht nur um die Verteidigung des Sozialstandards, sondern auch darum,
sich nicht »unter Wert zu verkaufen«, so Uterga.
Für
kommenden Montag ist eine Kundgebung vor dem Regierungssitz der Provinz
Navarra geplant. Sowohl von dort aus, als auch aus Madrid wurde von den
VW-Arbeitern verlangt, sich zu beugen. So könnten sie vermeiden, daß
die Arbeitsplätze gefährdet werden. Darin sind sich Regierende in
Spanien und Konzerngewaltige in Deutschland offensichtlich einig. Übrigens
verzeichnete VW 2005 einen Gewinnzuwachs von 61,5 Prozent. Pro Aktie
wurden 2,90 Euro ausgeschüttet.
Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2006/04-07/062.php
(c)
Junge Welt 2006
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