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siehe auch: Peter Hartz und das Wesen der Mitbestimmung

Die Lüge von Demokratie hinter dem Werkstor

Von Günter Ackermann/19. Januar 2007 mehr

Klassenjustiz pur:

Peter Hartz muss nicht in den Knast 

Er gesteht und deckt die Hintermänner in der VW-Spitze.

Von Günter Ackermann/26. Januar 2007

Gestern ist der Schöpfer der Schröderschen Hartz-Reformen zu 2 Jahren Knast auf Bewährung und 576 000 Euro Geldbuße verurteilt.

Nein, nicht weil er unzählige Menschen durch seine Reformen ins Elend stürzte, das war legal und rechtens. Sein Schmieren von Betriebsräten des VW-Konzerns waren die Straftat.

Was Hartz tat, geschieht in allen deutschen Konzernen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Allerdings hat es Hartz etwas zu dreist getrieben, Auf Kosten von VW flossen Millionen an den damaligen Vorsitzenden des VW-Betriebsrates. Teure Reisen wurden den „Arbeitervertretern“ (sprich: Arbeiterverrätern) ebenso bezahlt, die Zweitfrauen und auch Bordellbesuche. Hartz in Geberlaune hielt seine Kollegen aus den Betriebsratbüro bei Laune. Zum Wohle des Konzerns.

Da wurden betriebsinterne Dumpiglöhne eingeführt – alles allerdings als soziale Großtat gegen die Arbeitslosigkeit medienwirksam verkauft –, die Arbeitszeiten zwar verkürzt, aber ohne Lohnausgleich usw. Das Geld war gut angelegt für den Konzern. Die paar Millionen für den Betriebsratsvorsitzenden Volkert waren gut angelegt und kamen mit Gewinn zurück. Die Belegschaft jedenfalls hielt still –  dank der Beschwichtigungen Volkerts.

Das hätte so noch lange weiter gehen können, denn, wie gesagt, dass Arbeitsdirektoren die Betriebsräte „begünstigen“ ist gängige Praxis, wenn auch nicht so dreist.

Aber das war Volkert und seiner Gefolgschaft zu wenig. Sie gründeten Zulieferfirmen, die an VW zu überhöhten Preisen lieferten. Andere Anbieter hatten – mangels  solch guter Beziehung – keine Chance.

Das weckt Neider. So kam es zum Skandal. Volkert und Hartz mussten gehen – am System der Korrumpierung hat sich wenig geändert.

Hartz flog aber nicht raus und bekam keinen Tritt in den Arsch wie ein räudiger Hund. Er ging in Ehren und mit fast 27.000 € monatlich und einer Barabfindung von 2 Millionen € in Pension. Er betätigt sich im Saarland bereits wieder als Ehrenmann.

Wir schrieben damals, als das mit der Abfindung bekannt wurde ironisch:

Frage der Redaktion K-online: Warum bekommt Hartz (Peter) von VW zwei Millionen Euro Abfindung? Antwort: Das soziale Gewissen des VW-Konzerns verbietet es, einen eigentlich verdienten  Mitarbeiter wie Peter Hartz ins soziale Loch fallen zu lassen. Hartz (Peter) hat nämlich, weil er wegen Korruptionsvorwürfen gehen musste, seine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet und somit keinen Anspruch auf Hartz IV“

Hartz ist ein geständiger Sünder und erntet die Milde des bürgerlichen Gerichts. Zwar weiß jeder – sicher auch der Richter – warum: Wenn alle Details auf offener Bühne des Gerichts verhandelt worden wären, wenn die bestochenen Betriebsräte und die Nutten ausgesagt hätten, wenn gar die graue VW-Eminenz Ferdinand Piëch und andere im Zeugenstand gestanden hätten oder Zeugen deren Mitwisserschaft bestätigt hätten (wovon auszugehen ist), wäre der Hartz-Skandal ein Skandal des Großkonzerns geworden.

Es gab Forderungen von Hartz IV-Opfern, Peter Harzt in den Knast zu stecken. Ich finde das sehr sympathisch, wenn auch etwas naiv. Nach dem Mannesmann-Prozess, mit den Einstellungen des Verfahrens und Geldbußen, die für meinen Namensvetter (nicht Verwandten) und Deutsche Bank-Chef, Josef Ackermann, nicht einmal ein kleines Loch in dessen Portokasse reißen dürfte, wäre es verwunderlich gewesen, wenn Peter Harzt gesiebt Luft hätte atmen müssen. Peter Hartz verließ das Gericht, zwar nun vorbestraft, aber frei, stieg in seine Luxuskarosse und entschwebt Richtung saarländische Heimat.

Harzt hat sich nicht nur Verdienste für den VW-Konzern erworben, sondern für das gesamte deutsche Großkapital. Ihre Gewinne werden nicht mehr – Dank Hartz-Reformen – mit für sie unnötigen Soziallasten geschmälert. Solch ein verdienter Bürger darf doch nicht im Knast schmoren. Auch wenn er eigentlich da rein gehört. Wir haben einen kapitalistischen Klassenstaat und somit eine kapitalistische Klassenjustiz. Bekanntlich hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus.

G.A.

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