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Attac
oder
Die
Wolkenkuckucksheimer
von
Theo Kremers
Attac
verkündet in seinem Selbstverständnis großspurig: „attac hat keine
verbindliche theoretische, weltanschauliche, religiöse oder
ideologische Basis und braucht eine solche nicht. Vielfalt ist eine Stärke.“
Ebenso hätten die attac-Ideologen schreiben können, das Selbstverständnis
von attac ist kein Selbstverständnis.
Natürlich
ist diese Aussage schlicht falsch, wie der Text mit seinen acht Thesen
belegt. Die attac-Theoretiker wenden den Kunstgriff der neuen Namen an.
Sie nennen ihre Weltanschauung „Grundkonsens“, „emanzipatorisches
Politikverständnis“, „weltanschaulicher Pluralismus“,
„hegemoniefähige Botschaft“ und so weiter. Ohne es ausdrücklich zu
sagen, verkündet das Papier vom ersten bis zum letzten Satz die
Ideologie des Kapitalismus. Im attac-Tempel predigen die attac-Priester
der kapitalistischen Gemeinde, ihre Sünden zu bereuen und fortan nicht
mehr in der obszönen Form der Globalisierung zu sündigen. Es sei
gerechter vom Reichtum auch an die Armen zu verteilen. Erst nach diesem
Opfer solle sie sich wieder an Gewinninteressen orientieren.
Um
die Wirkung der Predigten zu erhöhen werden zusätzlich Riten wie die
Bewegungsakademie und religiöse Formeln angewendet wie z. B. „eine
bessere Welt ist möglich“, „die Welt ist keine Ware“ usw.
Diesen
Formeln ist eins gemeinsam. Sie sind leer, allgemein, klingen gut und
tun niemandem weh. Sie stellen eine Aufforderung an die Gläubigen und
jeden dar, diese Leere mit ihren individuellen Träumen, Vorstellungen
und Phantasien zu füllen.
Die
Praxis von attac belegt, das genau dieser Vorgang bei den attac-Anhängern
stattfindet, wodurch sich auch deren ungleichartige Zusammensetzung von
Links über Esoterisch bis Rechts erklärt. Alles Volk, das sich zum
Verbessern berufen fühlt, und dabei an die Wirkung von Gebeten glaubt,
tummelt sich deshalb bei attac.
Die
Stärke der Vielfalt, die attac fast unfehlbar macht, führte präzise
zur Erkenntnis, dass das Thema Krieg und Frieden sowie demokratische
Rechte nichts mit ökonomischen Fragen zu tun haben.
Es
ist erstaunlich, wie viel Mittelalter sich in unsere Zeit gerettet hat.
Die Behandlung der Pest Kapitalismus erfolgt laut den attac-Medizinmännern
am Besten durch Beten und verbinden einzelner besonders ekelhafter
Pestbeulen.
Für
den herrschenden Kapitalismus ist die bestehende Welt bereits eine der
besten, die ihm möglich sind. Verbesserung ist aus seiner Sicht nur
erreichbar durch noch mehr monopolistische Beherrschung der
Rohstoff- und Energiequellen, die wir gerade praktisch erleben
(mittels räuberischer Kriege) und die Aufteilung der gesamten Welt
unter die verschiedenen Kapitalistenverbände. Diese Bewegung ergibt
sich zwangsläufig aus dem Kapitalismus und ist sogar unabhängig vom
Willen der Kapitalisten. Der Inhalt der laufenden und geplanten
imperialistischen Kriege ist ökonomischer Natur. „Kampf der
Kulturen“, „weltweiter Terrorismus“ oder andere von den
kapitalistischen Medien aufgebauschte
Vogelscheuchen dienen in der Hauptsache zur Ablenkung des Proletariats
von den tatsächlichen Inhalten der Kämpfe.
Die
Losungen und der Inhalt von attac sind Seifenblasen, die bekanntlich
sehr kurzlebig sind. Die modische Bewegung attac hat ihren Höhepunkt
bereits überschritten und befindet sich im Niedergang. Attac gibt keine
wirklichen Antworten auf die drängenden Probleme, der Menschheit.
Der
Imperialismus des 21. Jahrhunderts wird die Fragen jedoch unerbittlich
stellen und die Bedingungen für eine proletarische Bewegung selbst
erzeugen. Es wird Zeit, dass die Linken erwachsen werden und aufhören
im Sandkasten zu spielen.
Theo
Kremers
Bei Verknüpfungen von Fragen ökonomischer Globalisierung
mit innenpolitischen oder nicht-ökonomischen Problemen, die durch
die politische Entwicklung unabhängig von uns auf die Tagesordnung
kommen – z.B. gegenwärtig das Thema Krieg und Frieden sowie
demokratische Rechte ….
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