Wuff
wuff, der Hundt kläfft mal wieder
Arbeitgeberpräsident
Dieter Hundt zum Siemens-Abkommen
von
Gerd Höhne
Er
gibt zwar keine Arbeit, er nimmt sie - er und die anderen Arbeit“geber“.
Wer Arbeit gibt, ist heute mehr denn je ein angesehener Mensch und muss zu
alles und allem seinen Senf hinzu geben.
Hundt
macht da seinem Namen alle Ehre: er kläfft laut und vernehmlich. Zum beißen
hat er aber seine Hundemeute in den Parlamenten und den bürgerlichen
Parteien. Deren Name ist nicht Hundt, sondern Gerhard Schröder, Wolfgang
Clement, Angela Merkel, Edmund Stoiber und, und, und...
Das
neue Gekläffe beschäftigt sich mit dem Siemens-Abkommen, die
40-Stunde-Woche wieder einzuführen. Er sagte hierzu:
„Ich
erkenne darin die Chance, dass sich aus solchen Beispielen eine neue
Kultur der Tarifpartnerschaft entwickelt."
Eine
„neue Kultur“ will Hundt? Neu? Was Hundt will ist uralt, nämlich das
Kapital sucht maximale Ausbeutung der Beschäftigten und die Chancen, es
zu erreichen, sind bei einem Riesenheer von Arbeitslosen, nie schlecht
gewesen,. Was vielleicht neu ist, dass die Verhandler, die von Siemens und
der IG-Metall, dafür von allen gelobt werden, vom Arbeitgeber-Hundt, vom
Kanzler, der CDU und CSU, den Grünen. Nur die FDP kritisiert. Sie will
das ganze Zeug von Tarifverträgen ganz abgeschafft wissen..
Gelobt
werden sie, weil sie Arbeitsplätze gerettet haben - naja, wers denn
glaubt.
Wenn
in Ungarn die Lohnkosten um ein Drittel niedriger sind, wird die
Arbeitszeitverlängerung und das abgeschaffte Weihnachts- und Urlaubsgeld,
den Kohl nicht fett machen.
Siemens
wird eine Weile PR-trächtig seine edle und selbstlose Gesinnung
vermarkten, womöglich Subventionen kassieren oder geldwerte Geschenke
bekommen und dann doch nach Ungarn gehen.
Womöglich
hatte Siemens die Verlagerung nie vor und benutzte das nur als Mittel der
Erpressung. Die wackeren Gewerkschaftsbosse waren wieder einmal treue
Partner. Ohne ihr Zutun wäre dieses Ding nicht gelaufen.
Gegen
seine sonstige Art, immer und überall mit der asozialen Keule
reinzuhauen, war unser braver Hundt diesmal etwas zahmer. Sein Präsidenten-Kollege
vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Michael Rogowski,
war da schon deutlicher: „Eine
Verlängerung der Arbeitszeit darf nicht nur in Notfällen möglich
sein.“
Freundlich
grinsend sagen wir somit etwas versöhnlicher: „Gut gebellt, Hundtchen!“ |