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Der unsägliche Ulrich

Der Erzrevisionist Ulrich Sander entlarvt seinen Antikommunismus

Von Günter Ackermann/Ostern 2008

Was ist ein Kommunist? Einer, der sich so nennt oder einer, der es ist? Letzterer, klar und der zeichnet sich durch drei Kriterien aus:

- Anerkennung des Marxismus-Leninismus;

- Anerkennung der revolutionären Rolle der Sowjetunion als Vaterland der Werktätigen und des Sozialismus, des sozialistischen Lagers und nicht zuletzt das Bekenntnis zur DDR als der wichtigsten Errungenschaft des deutschen Proletariats und

- Anerkennung der Tatsache, dass der moderne Revisionismus die Basis für die Konterrevolution war und der Kampf gegen den modernen Revisionismus als Voraussetzung für den Aufbau einer starken kommunistischen Partei ist.

Eigentlich Binsenweisheiten. Aber in den paar Grundlagen steckt Sprengstoff, zeigt es doch die Trennlinie zwischen jenen, die mit der Bezeichnung Kommunist Schindluder treiben, ihn aber längst verraten und über Bord geworfen haben und den Kommunisten, denen es um die Sache des Sozialismus, den revolutionären Kampf um die Herrschaft (Diktatur) des Proletariats und um die Rechte der werktätigen Menschen geht.

Ulrich Sander, Landessprecher der VVN-BdA NRWUnd nun komme ich zu diesen Ulrich Sander:

Der war mal stellv. Chefredakteur der der DKP-Zeitung UZ gewesen und derzeit in der VVN/BdA, der Friedensbewegung, der DKP und in der Linkspartei aktiv. Also ein Hans-Dampf in allen Gassen. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass es auch ein bekennender Paktierer mit den derzeitig kriegslüsternsten Kräften im Nahen Osten ist, den Zionisten. Alle die, die sich gegen den Zionismus wenden diffamiert er als Faschisten und Antisemiten, ebenso wie die von der CIA und der Mossad unterhaltenen sogenannten Antideutschen.

Mir flog per e-Mail Ende Februar ein Text von Sander ins Haus, in dem er sich vor meinen Augen als einer der übelsten Antikommunisten im Gewande eines Kommunisten erneut entlarvte.

Da beschwert er sich, dass er, obwohl von einigen in der Linkspartei gewollt, er nicht in den Landesvorstand der Lafontaine/Gysi-Truppe in NRW gewählt worden sei, weil es weiterhin DKP-Mitglied sei. Das, so stellt er es dar, läge vor allem an Christel Wegner aus Niedersachsen, die über die Liste der Linkspartei in den Landtag kam, sich aber nicht davon abbringen ließe, Kommunistin zu sein.

Sander schreibt (wörtlich):

„Was geschehen ist, das ist ein Rückschlag für unsere Bündnispolitik. Christel Wegner hat reflexartig die DDR verteidigt (o wie schlimm, sic!, Red K-online). Wie es sich in der »Panorama«-Sendung anhörte, hat sie aber keine Fehler aus der Vergangenheit verteidigt, was schlimm genug wäre, sie hat ihre Wiederholung befürwortet. Und das Argument, sie habe eben einen Fehler gemacht, reicht mir nicht.“ Und

„Leider hat insbesondere Christel Wegner so ziemlich jedes antikommunistische Klischee bestätigt. Dass eine Abgeordnete der Linken (halt eben nicht der DKP – die stand tatsächlich nicht zur Wahl) zum Besten gibt, dass ihr Programm ein anderes ist, finde ich unglaublich – so etwas schadet der Linken.“

Letzteres unter Berufung auf eine nichtgenannteEine gewiss den Kommunisten sehr nahestehende Freundin aus der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ Ich kann mir denken, aus welcher Ecke die „gewiss den Kommunisten sehr nahestehende Freundin“ herkommt. In NRW haben die Mitglieder der ehemaligen FDP-Jugend, die Jungdemokraten, faktisch der VVN übernommen und diese halblinken Yuppies vertreten genau solche Positionen wie Sander. Israel ist für sie ein Hort des Friedens und der Demokratie, die Palästinenser Nazifreunde usw. und Kommunisten Betonköpfe und Gestrige.

Aber es kommt noch schlimmer: Sander behauptet, die KPD Ernst Thälmanns habe vor 1933 „ein Sowjetdeutschland (verlangt) und die demokratischen Rechte und Freiheiten der Weimarer Republik im antifaschistischen Kampf zu vernachlässigen.“

Wie bitte? Ja, die KPD strebte ein Sowjetdeutschland an, meinte damit keineswegs den Anschluss Deutschlands an die UdSSR, sondern die Errichtung der Diktatur des Proletariats in Deutschland, also die Beseitigung der Herrschaft des Kapitals und der Großagrarier. Sicher dabei auch die Abschaffung der Privilegien dieser Kreise, deren Enteignung und deren Bestrafung wegen der von ihnen am deutschen Volk und den anderen Völkern im 1. Weltkrieg begangenen Verbrechen. Kurz: Die Thälmannsche KPD wollte, dass die Arbeiterklasse die herrschende Klasse wird.

Und dagegen ist Ulrich Sander? Ja, sicher, ist er. Er zitiert gern eine programmatische Erklärung der KPD von 1945, die die „Aufrichtung eines antifaschistischen, demokratischen Regimes, einer parlamentarisch-demokratischen Republik mit allen demokratischen Rechten und Freiheiten für das Volk“ forderte.

Das war sicher nicht falsch. 1945 lag ganz Deutschland in Trümmern, die Menschen hungerten, konnten sich nicht kleiden, froren im Winter. Brot, Kleidung, Wohnung und Heizmaterial mussten her. Voraussetzung für einen Sozialismus war auch, die Entmachtung jener, die den Faschismus zu verantworten hatten. Das geschah in der Sowjetischen Besatzungszone durch die KPD/SED und durch die sowjetische Besatzungsmacht.

Es war nicht daran gedacht, ein Regime wie es später in den Westzonen herrschte, zu errichten. Dort gelangten die alten Mächte wieder an die Macht und nur dadurch, dass die UdSSR unter Stalin, das sozialistische Lager und die DDR unter Führung der Sowjetmacht den aggressiven Revancheplänen ein entschiedenes – und bewaffnetes – Nein entgegen riefen, konnte einen 3. Weltkrieg verhindern.

Auch in der DDR versuchten diese Kreise ihr schmutziges Handwerk zu erledigen. Es war ein  Akt der Selbsthilfe und ein Akt des Überlebens, wenn die DDR sich ein Organ schaffte, das sich diesen Kräften entgegen stellte: das Staatssekretariat (später Ministerium) für Staatssicherheit.

Wer das für einen Fehler oder gar für etwas schlimmeres hält, verfälscht den wahren Charakter des Kapitals, das auch dann noch, wenn es bereits entmachtet ist, immer noch versucht, mittels Untergrundarbeit, Sabotage und Diversion die im Aufbau begriffene sozialistische Gesellschaftsordnung zu destabilisieren. Ja schlimmer noch: Wer das für politisch falsch hält will, dass sich die junge Macht der Arbeiterklasse kampflos den reaktionären Kräften ausliefert.

Und genau das will Sander. Sein Geschwätz von Einheitsfront gegen rechts ist unhaltsleer, denn  es wendet sich nicht gegen die Verursacher von Faschisierung und Rechtsruck, das Großkapital, sondern schwätzt – wider besseres Wissen – durch Beschwörungen und Appelle an die Einsicht der Kriegstreiber könne man zum Ziel kommen.

In einem aber hat Sander recht, wenn er schreibt: „Die DKP gehört zur politischen Kultur unseres Landes; ohne legale DKP als Resultat von 1968 hätte es auch keine zugelassene PDS als Resultat von 1989 gegeben.“

Die DKP gehört zur politischen Kultur der BRD? Ob das die kommunistischen Genossen in der DKP als so umwerfend positiv ansehen, wage ich zu bezweifeln.

Wörtlich genommen überschätzt er die Rolle der DKP. Allerdings ist die DKP gegründet worden mit dem ausdrücklichen Segen des Altnazi und damaligen Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger und zwar als revisionistische Partei, sie musste den Grundlagen des Marxismus-Leninismus abschwören. Und ohne den Revisionismus – auch im Osten – gäbe es tatsächlich keine PDS, sondern es gäbe noch immer die DDR und das sozialistische Lager.

G.A.

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