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Kampf den ideologischen Diversanten |
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Wichtige Rubriken und Beiträge Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk Kampf den ideologischen Diversanten Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands Gegen den imperialistischen Krieg Wider
den Block der zur
Geschichte |
0. Einleitung oder Der Kunde ist König Bertolt Brecht macht in „Turandot oder Der Kongreß der Weißwäscher“ Intellektuelle lächerlich, die sich wie Prostituierte anbieten und Ausreden, Erklärungen - also Ideologien – an alle verkaufen, die dafür zu zahlen bereit sind. Er nennt sie Tuis[1]. Man sollte meinen, Brecht habe dichterisch übertrieben. Aber es gibt sie wirklich, diese intellektuellen Prostituierten. In Duisburg gibt es ein privates Institut. Es nennt sich Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Sein Chef ist Professor Siegfried Jäger, ein Soziolinguist an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg. Dieses Institut veröffentlichte vor einiger Zeit ein Elaborat mit dem Titel: „ Die Nahost-Berichterstattung zur Zweiten Intifada in deutschen Printmedien, unter besonderer Berücksichtigung des Israel-Bildes.“ Ein brisantes Thema also. Da wir den Chef des Instituts persönlich kennen – und auch schätzen - opferten wir Lebenszeit, um die auf einer Homepage veröffentlichte Kurzfassung durchzuarbeiten. Ein Umstand fiel uns zunächst auf: Finanziert wurde dieses „Studie“ genannte Machwerk von einem „American Jewish Committee (Berlin) (AJC)“, also einem Amerikanischen jüdischen Komitee. Nähere Recherchen ergaben, dass dieses Komitee aus obskuren Quellen finanziert wird und auf seiner Homepage die Vertreibungspolitik und den Völkermord der Sharon-Regierung rechtfertigt[2]. Der Verdacht, der Mossad finanziere das AJC, liegt verdammt nahe (siehe auch: http://christophconinx.hypermart.net/Geheimdienst_2/MOSSAD/mossad.html) Außerdem erfreut sich das AJC seit über 20 Jahren der Partnerschaft der CDU- „Konrad-Adenauer-Stiftung“, die ja auch nicht eben am linken Rand unserer Gesellschaft angesiedelt ist. - Wussten das die DISS-Leute nicht? - Wussten sie nicht, dass unter Konrad Adenauer, dem Namensgeber der Stiftung, führende Nazis wieder in höchste Staatsämter der BRD kamen? - Wussten die DISSler nicht, dass Adenauers Bürochef Globke an den Nürnberger Rassegesetzen mitkritzelte und die Kommentare dazu verfasste, die zur Rechtsgrundlage der Judenverfolgung wurden? - Wusste die Truppe um Prof. Siegfried Jäger nicht, dass im Kabinett Adenauer einer Minister war, der an Kriegsverbrechen beteiligt war? - Schrillten bei ihnen nicht alle Alarmsirenen? Alles Umstände, die Jäger und seine Mitarbeiter in Betracht ziehen mussten, bevor sie solch einen Auftrag annahmen. Aber pecunia non olet[3]. Jäger nahm das Geld auch aus dieser zweifelhaften Quelle und lieferte ein Elaborat, das alles in den Geruch des Antisemitismus stellt, das sich aber auch nur ansatzweise kritisch mit der Politik der Regierung Israels auseinander setzt. Selbst ganz nüchterne, sogar wohlwollende Artikel über die israelische Politik sind, wie Jäger „herausfand“, antisemitisch. 1.
Es gibt keine wahre Berichterstattung oder Die Überschrift eines Kapitels im DISS-Elaborat lautet: „Die Perspektivität der Wirklichkeitsdeutung“. Was das ist? Der geneigte Leser möge sich überraschen lassen. Jäger
schreibt hierzu: „Objektive oder gar wahre Berichterstattung ist generell,
also auch über den Nahen Osten, letztlich nicht möglich, da jeder Autor / jede
Autorin die Wirklichkeit nach Maßgabe seiner erlernten ideologischen bzw.
Diskursposition deutet“ Oder auf – mit Verlaub – gut Deutsch: ob
Journalismus, Geschichtswissenschaft, Politik usw. - alles ist für die Tonne,
laut Jäger gibt es keine Wahrheit. „(...) Denn Wirklichkeit spiegelt sich nicht im Bewusstsein
wider...“ Die schlichte Weisheit daraus: Leute, macht gar nicht erst den
Versuch, etwas zu erkennen, es geht einfach nicht. Kurzer
Exkurs hierzu: Jäger
profilierte sich einst als fortschrittlicher Wissenschaftler, indem er die auf
dem Marxismus basierende Theorie der kulturhistorischen Schule vertrat. Aus der
Zeit ist er uns auch persönlich bekannt. Einer
der wichtigsten Vertreter dieser kulturhistorischen Schule ist L.S. Wygotski.
Aus seinem Hauptwerk „Denken und Sprechen“ zwei Zitate: „Folglich sind
die höheren, dem Menschen eigenen Formen des Verkehrs nur dadurch möglich,
dass der Mensch denkend die Wirklichkeit verallgemeinert widerspiegelt..“[4]
Und: „Das Bewusstsein spiegelt sich im Wort wie die Sonne in einem
Wassertropfen... Das sinnvolle Wort ist der Mikrokosmos des Bewusstseins.“[5]
Wygotski (damals auch Jäger) war Marxist. Vom marxistischen Standpunkt aus
gilt: „Das Bewußtsein
kann nie etwas Anderes sein als Bewusstes Sein.“[6]
In diesen Zitaten ist das Credo der kulturhistorischen Schule zu sehen. Das
bescherte Jäger den Ruf eines fortschrittlichen Wissenschafter. Mit einem
Elaborat wie dem über angeblichen Antisemitismus verspielt er diesen Ruf. Ende
des Exkurses Es gibt in Jägers Elaborat keinen einzigen Versuch, die Wahrheit zu erkennen, sondern alles wird marktgerecht im Sinne der Käufers aufbereitet. Immerhin ist der Kunde König, man will ja mehr solche lukrativen Aufträge haben. Dass der Kunde einen zweifelhaften Ruf hat, ist nicht von Bedeutung, denn er hat das, worauf es im Kapitalismus ankommt: Geld! Und
so geht Jäger dann auch vor: Nicht die Wahrheit ist gefragt, sondern das, was
der Auftraggeber seinem Tui vorgibt. Immer gilt: je nach Preis werden die Ausrede,
Lüge oder Ideologie besser oder schlechter, schmaler oder umfangreicher. Jägers Preis dürfte recht hoch gewesen sein, das Elaborat ist schon in der Kurzfassung ca. 40 Seiten lang, allerdings ist die Qualität eher mäßig. Offensichtlich konnte bei noch so vielem Drehen und Wenden die Vorgabe nicht erreicht werden: - Massenmord ist kein Massenmord, sondern er dient der Menschheit gegen die Barbaren -, ganz im Sinne dessen, was bereits im 19. Jahrhundert Theodor Herzl, der Begründer des Zionismus, schrieb: „Palästina ist unsere unvergeßliche historische Heimat. Dieser Name allein wäre ein gewaltig ergreifender Sammelruf für unser Volk. (...) Für Europa würden wir dort ein Stück des Walles gegen Asien bilden, wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen.“[7]. Das ist ein Bestandteil der Staatsdoktrin Israels! 2. Die wundersame Verwandlung der Möglichkeit in Realität Jäger kann mit der Sprache umgehen. Nicht nur, weil er Germanistikprofessor ist, er hat seine allerersten Veröffentlichungen auch im formalsprachlichen Bereich getätigt. Der
Konjunktiv, also die Möglichkeitsform, wird von Jäger in seiner Auftragsarbeit
über Antisemitismus exzessiv eingesetzt. Der Sinn ist darin zu sehen, dass er
sehr genau weiß um den manipulativen Charakter seiner Textinterpretation. Beispiel: „Hinsichtlich der diskursiven Effekte dürfte dies dazu führen, dass der Nahe Osten insgesamt als ein „Pulverfass“ imaginiert wird, das im Begriff ist zu explodieren. Als Ursache dafür werden sowohl die als uneinsichtig, aggressiv und militant charakterisierten Israelis wie auch die als atavistisch und zurückgeblieben gesehenen islamischen Palästinenser ausgemacht. Dass solche Berichterstattung zur Vorurteilsbildung beiträgt, dürfte unbestritten sein.“ In
dem ersten Wort „dürfte“ steckt die Prostitution: Jäger wagt es nicht, den
beschriebenen Sachverhalt (wohl wider besseres Wissen) als angebliche Wahrheit
darzustellen: „Dies führt dazu, dass ...“. Damit würde er sich festlegen.
Er nimmt auch nicht das Wort „könnte“ (Dies könnte dazu führen, dass
...), weil es eine reine Vermutung wäre – dem Anspruch des Auftraggebers also
nicht gerecht – er suggeriert mit der Form „dies dürfte dazu führen,
dass“, die stärker ist als „könnte“, dass dies zwar eine Vermutung, aber
mit einem hohen Wahrscheinlichkeitsgehalt ist. Wozu das dann gut ist, was das DISS fabriziert hat? Siehe Brechts Tui-Kritik oder genauer: Man prostituiert sich überall da, wo es Geld gibt. 3. Ein verfälschtes Bild der Realität Es gibt sie sicher, die Antisemiten im deutschen Blätterwald. Aber die Beispiele des DISS-Elaborats taugen nichts, um dies zu belegen. Jäger hinterfragt nicht, ob seine Beispiele tatsächlich Ausdruck der antisemitischen Haltung sind. Zitat neben Zitat werden gesetzt – und Jäger behauptet einfach, dies sei antisemitisch. Beispiel: „Ein Trupp Soldaten stürmt wie eine Kohorte römischer Legionäre durch die Via Dolorosa.“(Die Welt, 7.10.). Bezeichnend ist, daß dieses Wüten in der „Via Dolorosa“ stattfindet, dem Weg der Leiden Christi, wodurch das Vorgehen der israelischen Soldaten in einen antichristlichen Kontext gestellt wird." Einen
Vergleich zwischen Christen und Juden zieht Jäger an den Haaren herbei -
dabei geht es einzig und allein darum, was sich da ereignete. Dass es
bewaffnete israelische Kräfte waren, die den Tempelberg stürmten, ist für Jäger
nicht von Belang. Eine
(nicht ganz ernst zu nehmende) Frage sei gestattet: Warum bringt Jäger
anti-italienische Formulierungen hinein und geht davon aus, dass die römischen
Soldaten – die Römer sind ja die Vorfahren der Italiener – hier unisono als
die Bösen dargestellt werden. Weiter: Die Zeitungen berichten, ein Kind wird von israelischen Soldaten erschossen. Dazu schreibt Jäger: „Auch hier ist das Bild, das von Scharon gezeichnet wird, überaus negativ. Er wird als Hardliner und Kriegstreiber oder auch als „verbaler Brandstifter in der Rolle des Biedermanns“ bezeichnet, der es – so die Worte eines Palästinensers – „liebt ..., Blut zu sehen“, (FR). Vor allem die semantische Nähe zu Blut und Vergeltung lassen auch antisemitische Effekte entstehen. Auch der Hinweis, Scharon betreibe eine Politik der selektiven Kollektivstrafe (z.B. im Spiegel), spielt auf Kollektivsschuld im Zusammenhang mit der Shoah an und kann sekundären Antisemitismus aufrufen.“ Über diesen Mord gibt es Filmaufnahmen, die beweisen, der Junge hatte nichts getan, er war in Deckung gegangen, um den Schüssen zu entgehen. Er wurde mit gezielten Schüssen umgebracht. Weiter
bei DISS: „Israelische Soldaten werden als „schießende Soldaten“, als
Besetzer von Moscheen und gar als israelische „Elemente“ charakterisiert
(z.B. FAZ). Sie werden als überaus „hart“ als „erbarmungslos zurückschießende
Soldaten“, die unbescholtene Gläubige zusammenschießen (Spiegel) und die palästinensische Wohnhäuser zerstören,
dargestellt (FR). Die israelische Armee bediene sich einer zynischen militärischen
Sprachregelung, in dem sie vom „Kreuzfeuer“ spreche, durch das palästinensische
Kinder getötet worden seien (FAZ). Das Militär wird als „Besatzungstruppe“
(Spiegel) oder auch als
„Kolonialisten“ (SZ) bezeichnet. Den Soldaten wird unterstellt: „Sie schießen,
um zu töten“ (Spiegel). Sie
werden auch dadurch als brutal und mordlustig charakterisiert, dass sie mit
Schlagstöcken Palästinensern die Beine brächen und gezielte Todesschüsse abgäben.
(taz)
„Israel wird als „Besatzungsmacht“ (taz) angesehen, und dem Land wird eine „Liquidierungspolitik“ unterstellt sowie eine „exzessive Gewaltanwendung ... gegen palästinensische Demonstranten“ zugeschrieben (FR). Mehrfach wird Israel – von palästinensischer Seite – ein „brutales Massaker am palästinensischen Volk“ vorgeworfen (Welt)“. Hier sei nur daran erinnert, dass es einen ehemaligen israelischen Oberst gibt, der die Soldaten aufruft, Befehle zu verweigern, weil sie verbrecherisch sind. Dieser Ex-Oberst nennt das, was da geschieht, Besatzung und Kriegsverbrechen. Ist er auch antisemitisch? Na denn, weggesperrt mit diesem Vaterlandsverräter wegen Hochverrats! Oder? Der Text des Obersts ist entnommen der Homepage des IPNNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) DISS: „Eine negative Charakterisierung wird auch dadurch vorgenommen, dass die militärischen Aktionen Israels vornehmlich als Aktionen von Maschinen geschildert werden: „israelische Kampfhubschrauber beschossen ... mit Raketen, ... israelische Panzer fuhren auf, ... Hubschrauber nahmen ... unter Beschuss, ... israelische Schnellboote patrouillierten, ... Israel ... riegelt ab“ (FR, 13.10.). „Israel holt zum Gegenschlag aus: Kampfhubschrauber nehmen ... Ramallah unter Beschuss, ... Panzer rollen an. Gefeuert wird auf, ... (es werden) gezielt Symbole der Autonomie-Regierung attackiert...“ (FR, 13.10.). „Israel setzt Luftangriffe fort,... Kampfhubschrauber ... griffen an“ (FR, 14.10.).“ Na,
liebe DISSler, wie denn, was denn? War es denn nicht so? Ja, es saßen Menschen
an den Steuerknüppeln der Kampfhubschrauber, und Menschen waren es, die die
Raketen abfeuerten, in israelischen Schnellbooten sind Seeleute und die
Kampfflugzeuge werden von Piloten gesteuert. Aber, mit Verlaub, Herr Jäger, das
sind doch israelische Menschen, die schießen, feuern, attackieren. Und sie tun
es auf Befehl eben jenes Scharon. Sie schießen auf wehrlose Menschen,
bombardieren Dörfer und Flüchtlingslager, Bulldozer der israelischen Armee
walzen Dörfer nieder oder haben Hunderttausende von Olivenbäumen mit der
Wurzel ausgerissen und somit die Existenzgrundlage tausender Palästinenser
vernichtet. Das aber ist Herrn Jäger nicht wichtig. Vor allem aber: indem von Panzern, Hubschraubern, Schnellbooten anstelle von Menschen die Rede ist, versuchten die Schreiber die Sache abzuschwächen. Sie wollen sich nicht dem Vorwurf aussetzen, was sie schreiben sei antisemitisch. Indem Maschinen anstelle von Menschen gesetzt werden, greift die Zensurschere im Kopf. Weiter DISS: „Deutlich wurde weiter, dass sich Journalistinnen häufig hinter Zitaten in direkter oder indirekter Rede oder/und auf Interviews zurückziehen und damit Kritik oder Sympathie stellvertretend zum Ausdruck bringen lassen (Israelis kritisieren Israelis). Negative Symbole und Zuschreibungen, die in solchen Texten vorkommen, zeitigen aber die gleichen Effekte wie Texte von Mitgliedern der Redaktionen. Diese Vorgehensweise ist vor allen Dingen dann zu beobachten, wenn die israelische Konfliktseite kritisiert wird.“ Naja, mit Verlaub: Jubelberichte von der Richtigkeit des Vorgehens der israelischen Regierung gibt es ja wohl genug und Zitate von Scharon und Co auch. Aber nun jetzt auch noch Juden zu Antijuden zu stempeln, ist ein starkes Stück. Wir begehen mal hier erneut diese Freveltat und verweisen auf den israelischen Soziologen Dr. Lev Grinberg: Er schreibt „Gleichzeitig wird Scharons Verantwortung für die israelischen Kriegsverbrechen völlig ignoriert: Wen sollte man verhaften, angesichts der gezielten Ermordung von fast 100 Palästinensern? Wen ins Gefängnis werfen für den Tod von über 120 palästinensischen Sanitätern? Wer wird wohl verurteilt werden für mehr als 1200 tote Palästinenser und für die kollektive Bestrafung von mehr als drei Millionen palästinensischer Zivilisten während der vergangenen 18 Monate? Und wen stellt man dereinst vor ein internationales Tribunal für die illegale Besiedlung von besetztem palästinensischen Land, für das Zuwiderhandeln gegen UN-Beschlüsse - und das über 35 Jahre?“ http://www.friedensforum-duisburg.de/themen/israel/jw020409b.htm Herr
Jäger, wo hier Antisemitismus zu sehen ist, müssen Sie uns erklären! Aber,
Ihrer Logik folgend, ist das keine wahrheitsgemäße Berichterstattung, die gibt
es bekanntlich nicht (auch, wenn die Fakten stimmen). Letztes Zitat aus Jägers Elaborat: „Die verwendete Kollektivsymbolik trägt nicht zuletzt mit zu einer Dramatisierung und Sensationalisierung der Berichterstattung über die Zweite Intifada bei. Damit wird der gesamte Nahe Osten als quasi naturwüchsiger ‚Brandherd’ inszeniert. Sowohl Israelis wie auch Palästinenser werden durch diese Symbolik in gleicher Weise als unvernünftig und gefährlich dargestellt. Dabei rückt sie gesellschaftliche Konflikte in die Nähe von Naturereignissen oder technischen Prozessen. Diese Gleichsetzung findet ihren beredtesten Ausdruck in dem Symbol von der „Spirale der Gewalt“.“ Der Slogan „Gewaltspirale durchbrechen!“ lieber Herr Professor, wird von der Friedensbewegung verwendet. Was muss das für ein antisemitischer Haufen sein! 4. Die erwünschte Wirkung in den Köpfen Einfältiger Was
soll das? - fragt man sich, wenn man diese BrandSätze liest. Denn die Sache hat
System. Siegfried Jäger ist nämlich der Autor eines „Kultbuches“ über den
Rassismus im Alltag. „BrandSätze“ heißt es. Darin zeigt Professor Jäger
auf, wie Sprache das Handeln der Menschen beeinflusst; wie Sprache, die
gesellschaftlichen Zündstoff trägt, das Denken und Handeln der Menschen
beeinflusst. Das Buch gehört zur Pflichtlektüre an zahlreichen Universitäten
und macht seinen Schreiber zu einer Autorität auf diesem Gebiet. Und jetzt
bastelt der "BrandSätze"-Autor selbst einen Brandsatz: Mit
Siegfried Jäger ist ein Tui gekauft worden, der bei Linken einen gewissen
positiven Ruf genießt. Er schreibt mal im Neuen Deutschland, wird zu Kongressen
der Antifaschisten eingeladen. Genau
darum geht es. Wenn z.B. ein als konservativ geltender Professor genau den
gleichen Mist geliefert hätte, hätte es keine Wirkung gehabt. Die heftigsten
und auch glaubwürdigen Kritiker des Zionismus und der zionistischen Unterdrückungspolitik
befinden sich im linken Lager. Nur die Linken sind in der Lage, Kampagnen zu
organisieren, die sich gegen den Ausrottungs- und Vertreibungskrieg Israels
gegen die Palästinenser richten. Und vor allem bei ihnen kann niemand ernsthaft
behaupten, sie seien Antisemiten. Bis vor einigen Jahren gab es auch nur selten zaghafte Versuche von bürgerlichen Medien, uns zu unterstellen, wir wären linke Antisemiten. Das hat sich geändert. Es ist gelungen, in die Linke einen Keil zu treiben. Mit einigen ganz offensichtlich unseriösen Elementen aus dem Jungdemokraten-Spektrum und den sog. Antideutschen fing es an. Diese sehen in amerikanischen Imperialisten Freunde der Völker. Die Jungdemokraten sehen Antisemitismus im Kampf gegen internationale Drogenkartelle, oder sie stufen Palästinensertücher als eine moderne Form des Hakenkreuzes ein http://www.kommunisten-online.de/Diversanten/diversanten.htm, Wie ein Steppenbrand breiten sich diese Positionen aus. Vornehmlich scheinbar linke Zeitschriften mit Geldproblemen wie „Konkret“ und „Jungle World“ gingen auf diesen Kurs. Der Verdacht, dass es sich hier um eine gesteuerte Kampagne gegen linke Gegner der zionistischen Politik handeln könnte, wurde schon mehrfach geäußert. Hier aber - beim Projekt Jägers und seines DISS’ - ist das erste Mal offen und klar, dass hier ein Auftragsgutachten finanziert wurde, das die Realität verdreht und so den Krieg Israels gegen das palästinensische Volk unterstützt. Das
Ziel ist, die Bewegung gegen den Krieg allgemein und die Bewegung gegen den
zionistischen Ausrottungskrieg gegen die Palästinenser im besonderen zu
inkriminieren und zu schwächen. Indem auf einmal Linke selbst, sogar solche,
die sich Antifa oder gar Kommunisten nennen, behaupten, Kritik an Israel sei
unisono antisemitisch, wird dies begünstigt. Und das in einer Zeit, in der
Scharon zum Generalangriff ausholt. Im Schatten des drohenden Irak-Krieges plant
Israels Regierung, sich des Problems der Palästinenser zu entledigen. Mord,
Vertreibung, Terror sind die Methoden und die lassen sich noch steigern, wenn
die Welt in Richtung Euphrat und Tigris schaut und dort von US-Presseoffizieren
den sauberen Krieg vorgeführt bekommt. Jetzt können Scharon und seine Soldateska
am Jordan den schmutzigen Krieg gegen das Volk von Palästina zum Abschluss
bringen. Die durchgeknallten Elemente von den „Antideutschen“ sind erkennbar Spinner. „Konkret“ und „Jungle World“ könnte man unterstellen, sie wüssten nicht, was Sache ist. Jäger aber weiß es! Einer der Autoren dieses Textes hat mit Jäger politisch zusammengearbeitet und bei ihm studiert. Jäger kennt den Unterschied zwischen Antisemitismus und Kampf gegen den Ausrottungskrieg in Palästina. Er weiß, dass seine hier geäußerte Meinung, dass sein hier geäußerter Satz „Wahre Berichterstattung ist [...] prinzipiell nicht möglich“ nichts anderes ist als die Rechtfertigung von Lüge. Wenn er heute behauptet, „Wirklichkeit spiegelt sich nicht im Bewusstsein wider“, so lehrte er vor vielen Jahren genau das Gegenteil. Nein, Jäger ist kein Durchgeknallter, auch kein naiver Gutmensch, Jäger hat sich offensichtlich kaufen lassen. Wir sehen die Wirkungen der Jäger, Konkret, Jungle World, der sogenannten Antideutschen, Jungdemokraten in der Friedensbewegung. Sie ist in sich uneins. Da gibt es auf der einen Seite die, die sich konsequent auch gegen den zionistischen Ausrottungskrieg wenden. Aber dann gibt es einfältige Gemüter, die sich, um nicht in den Verdacht zu geraten, Antisemiten zu sein, sehr zurückhalten und lieber die Ereignisse in Palästina ausblenden - obwohl sie sie nicht billigen. Die erklärten oder heimlichen Anhänger der zionistischen Politik sind in der Minderzahl, aber umso schriller ist ihr Geschrei. 5. Fazit: Wir nehmen uns das Recht, einen Verbrecher Verbrecher zu nennen, gleichgültig ob er Russe, Israeli, Engländer oder Deutscher ist, ob er sich als Christ, Moslem oder Jude bezeichnetAll dies hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Die Anwendung dieser Diffamierung gegen jeden, der Sharon und seine Kollegen zu kritisieren wagt, erinnert mich an Dr. Samuel Johnsohns Ausspruch: „Patriotismus ist das letzte Refugium eines Schurken“. Uri
Avnery, 22. Februar 2003
Wenn wir nicht Verbrechen Verbrechen nennen - und Völkermord ist ein Verbrechen -, sind wir mitschuldig. Es ist die Pflicht eines Publizisten, aber auch eines Wissenschaftlers, die Wahrheit zu vermitteln. Es ist verwerflich, für Geld aus einem Verbrecher einen edlen Menschen zu machen. Professor Siegfried Jäger überbietet das noch: Es ist Perfidie der schlimmsten Art, diejenigen zu diffamieren, die gegen die Verbrecher und ihre Verbrechen kämpfen. Jäger hat sich die bürgerlichen Printmedien herausgegriffen, weil er auf diese Weise die linken Medien nicht offen angreift und damit selbst immer noch als Linker gilt. Die Beispiele zeigen jedoch, wen er meint: alle Kritiker der verbrecherischen Politik Scharons und der israelischen Regierung. Es
wird über Verbrechen der israelischen Soldaten berichtet: Mord an Kindern
oder unbewaffneten, unbeteiligten Zivilisten (ein eindeutiger Verstoß gegen die
Genfer Konventionen, die das Verhalten des Okkupanten im Besatzungsgebiet und
die Pflichten der okkupierten Bevölkerung gegenüber regeln http://www.rotkreuz.de/voelkerrecht/genfer_konventionen/),
Berichtet wird über Raketen und Panzer gegen Steinewerfer, über Niederwalzen
ganzer Ortschaften. Oft sehr zaghaft und meist ohne Schuldzuweisung als
„Vergeltungsmaßnahme“. Bei Jäger sind diese Berichte an sich schon
antisemitisch, Berichte, die in der Regel die Aggressoren schonen. Jäger
schleudert gegen alle, die über Massenmord und andere Kriegsverbrechen in Palästina
berichten, den Bannstrahl des Antisemitismus. Der Missbrauch des Begriffs „Antisemitismus“ ist selbst antijüdisch und verstärkt den Antisemitismus. Wir sind damit der Meinung des Israeli Shraga Elam. Aber noch mehr: Wenn der Bannstrahl des Antisemitismus gegen alles und jeden gerichtet wird, der aber auch nur eine sanfte Kritik an der israelischen Politik wagt, kehrt er sich früher oder später ins Gegenteil um. Diese Waffe wird stumpf, und wenn wirklich offener Rassismus und Antisemitismus betrieben werden, wird niemand darauf reagieren. Und es schadet dem Ansehen der Juden selbst. Juden brauchen, wie Shraga Elam, ein israelischer Journalist, sagt, "keine 'Sonderbehandlung'!“ Auch Kriegsverbrecher jüdischer Religionszugehörigkeit sind Kriegsverbrecher, auch jüdischer Rassismus der Zionisten ist Rassismus, auch Aggressionen Israels sind Aggressionen und – das ist wichtig in einer Zeit, in der die USA mit Krieg drohen, weil der Irak angeblich Massenvernichtungswaffen besitzt – auch die Atombombe Israels ist eine Massenvernichtungswaffe und bedroht den Weltfrieden - mehr als die veralteten irakischen Kurzstreckenraketen, mit denen man vielleicht ein einigermaßen buntes Silvesterfeuerwerk veranstalten, nicht jedoch einen Krieg führen kann. Anmerkung: Zu beachten ist auch, dass Israel seine Atombombe in den 70er Jahren mit Hilfe der Rassisten in Südafrika entwickelte. Auch wichtig ist zu wissen, dass der Mossad einen der Wissenschaftler, der nach Großbritannien flüchtete und dort vor der Presse die bisher nur geahnte Existenz der israelischen Bombe bestätigte, unter Verletzung des britischen Rechts entführt hat, um ihn in Israel für den Rest seines Lebens wegzusperren. Herr Professor, wir wissen, Sie haben an alles gedacht und bezeichnen das Zitieren von jüdischen Menschen gegen die israelische Politik als eine besonders geschickte Art des Antisemitismus. Das aber lässt uns gleichgültig sein. Wir treten ein für Völkerverständigung, für Frieden und Solidarität, für das Recht aller Menschen auf Freiheit von Unterdrückung und das Recht auf Selbstbestimmung. Das dachten wir bis vor kurzem auch von Ihnen, aber Sie basteln schlechtes Lohngeschreibsel, finanziert aus der Kasse der israelischen Regierung und des Mossad. Dem Frieden in Palästina haben Sie nicht gedient, den Völkern auch nicht - dem palästinensischen nicht, aber erst recht nicht dem israelischen. Es ist unsere Aufgabe und moralische Pflicht, auch die eines Professor Jäger, der Öffentlichkeit den Unterschied klarzumachen zwischen Israelis und Juden, also Menschen wie du und ich, auf der einen und dem Zionismus als Rassismus und der rechtszionistischen Ausrottungspolitik gegen das Volk von Palästina auf der anderen Seite. Aber dafür zahlt weder der Mossad noch die Sharon-Regierung etwas; man muss schon seiner sozialistischen, antirassistischen und humanistischen Überzeugung treu bleiben. Zum Schluss noch mal Brecht: „Die Kunst der Speichelleckerei gehört übrigens zu den wenigen nicht brotlosen Künsten. Die Speichelleckerei nährt ihren Mann“ Bertolt
Brecht: Der Tui-Roman. Fragment. edition suhrkamp 603, Seite 98 Bilder
aus Palästina: http://www.kommunisten-online.de/Kriegstreiber/palaestina0.htm,
Der Text des DISS-Elaborats ist zu finden unter: Der Link ist nicht mehr aktiv. [1] von (In)Tuilektuelle. Der Tui ist der Intellektuelle dieser Zeit der Märkte und Waren. Der Vermieter des Intellekts. (B.Becht, edition suhrkamp 603, S. 29) [2] „Vielleicht
werden die tragischen Ereignisse des 11. September der Welt helfen, die
Bedrohung zu begreifen, der Israel ausgesetzt ist, und damit auch die Gründe
für Israels unnachgiebige Reaktionen.
Ja, sie sind unnachgiebig, aber auch angemessen. In Wahrheit könnte Israel
einen viel vernichtenderen Schlag gegen die Palästinenser führen, doch
Israels Regierung hat sich, aus einer ganzen Reihe von diplomatischen,
politischen, strategischen und humanitären Gründen entschieden, dies nicht
zu tun. [3] deutsch: Geld stinkt nicht. [4] L.S. Wygotski, Denken und Sprechen, Frankfurt am Main 1974, Seite 13 [5] ebenda, Seite V [6] MEW 3,26 [7] Theodor Herzl: Der Judenstaat |
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