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Kuturkritik
News: Die
Antideutschen haben sich am Wochenende in München zu ihrem Kongreß "Spiel
ohne Grenzen" zusammengefunden. Es
waren vielleicht 200 bis 300 Menschen, die zum Thema Globalisierung diskutieren
wollten. Der KONKRET-Herausgeber Gremliza macht die Eröffnung mit seiner
Feststellung, dass die Anti-Globalisierungsbewegung nicht ein Problem hat,
sondern dass sie das Problem sei! Quer durch seine Wahrnehmungen zog er mit
einer ungemein primitiven Häme über die bürgerlichen Impulse der
Anti-Globalisierung her, wobei die einzigen rationalen Positionen in der
Feststellung lagen, dass es dort einen versteckten Nationalstaatskonservatismus
gebe. Ansonsten ist alles antiamerikanisch und antisemitisch, und man müsse
bedenken, was hinter all dem steckt. Selbst in Lafontaine hat er einen
ausgemachten Antisemiten festgemacht, weil der in irgendeinem einem Zusammenhang
mal gesagt hätte: "Die Juden muss man nicht lieben". Gremliza
liebt sie, weil das einem politischen Trend für seine Zeitung entspricht, der
als Position in die Diskussion über die Weltordnungskriege eingebracht und bestärkt
werden soll: Der Krieg um die Ressourcen der Welt, ähem, um eine "neue
Weltordnung" habe einen großen und guten Zweck. Er sei letztlich erst der
Krieg um die Beendigung des Faschismus in der Welt, der sich immer noch als
Antisemitismus breitmachen würde. Zur Begründung kamen nur einige Wahrnehmung
von Aktivisten der Bügerbewegungen, besonders ATTAC, die sich hie und da
konservativ (nationalrtestaurativ) äußern. Das reicht dann auch schon: Ihm sei
jeder ehrliche Börsenspekulant lieber! Man müsse begreifen, dass im Judentum
die Entwicklung der Weltlage steckt: "Der Jude ist die Moderne"
(welche jetzt?). Sein Pathos ist so dröhnend, dass die Frage erlaubt sein muss,
was will er und die Antideutschen eigentlich wirklich? Gremlizas Hauptgeschäft
ist bloß die Absonderung einer guten Portion von jounalistischem Zynismus. Z.B.
zum Protest gegen McDonald in Russland: Der sei für jeden lachhaft, der die
russische Küche kennt! Und: Hätte der Stoiber den Friedmann in sein
Schattenkabinett geholt, dann hätte doch der Schröder keine Chancen gehabt.
Wieviel Dummheit ist nötig, um nichts zu sagen und viel zu reden? Immerhin wird
jetzt deutlich, wohin sich die KONKRET entwickelt: Zur Abstraktion. Und die
Antideutschen können nach meiner Wahrnehmung nur noch werden, was sie schon
sind: Antikritiker, die sich mit einer aparten Antiideologie (sie meinen
vielleicht, es sei Ideologie-Kritik) ausstatten, um nicht offenbaren zu müssen,
dass hinter ihrer Kritik nichts anderes steckt, als den nervigen
"Antikapitalismus" zu überwinden. Auch beim Abschlusspodium kam nichts substantiell zur Sprache. Für mich war es fast unglaublich, wie sich Leute solange mit etwas befassen können, wozu sie nichts zu sagen hatten - waren die nicht schon intelligenter? Ich hatte nach dem Gremliza-Erlebnis ein Flugblatt gemacht ("Paranoia über alles!") und dort verteilt (übrigens die einzige kritische Stellungnahme zu det Janze) und hatte wenigstens eine Begegnung, als mir eine der Veranstalterinnen das Verteilen am Eingang verbieten wollte und ich die Räume zu verlassen hätte. Auf meine tiefschürfende Frage: "Warum?" war sie so perplex, dass sie sich einfach nur sprachlos abwenden konnte. Vielleicht war das alles ja auch nur die Veranstaltung einer Massendepression. Wolfram
Pfreundschuh Mein
Flugblatt ist einzusehen unter: http://www.kulturkritik.net/Politik/Antideutsch/index.html zurück |
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