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Sie
sind Rassisten, sie hetzen zum Krieg - sie sind Faschisten |
Antideutsche
Lumpen als
Denunzianten gegen Linke
„Antideutsche“
Neokonservative denunzieren antikapitalistische Linke, zeigen
sie bei der Polizei an und machen Falschaussagen – Teile der
Linkspartei lieben nicht nur ihren Verrat – sie lieben auch
die Verräter
Quelle:
Kommunistische
Assoziation Hamburg (KAH) siehe
Auf
Kommunisten-online am 7. Oktober 2010 – |
(Leicht
überarbeitet) „Extremismus jeglicher Art“, schreibt die
schwarzgelbe Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag, „sei es
Links- oder Rechtsextremismus, Antisemitismus oder Islamismus, treten
wir entschlossen entgegen.“ Entsprechend hat sie unlängst Mittel für
die Bekämpfung des „Rechtsextremismus“ umgewidmet. Künftig sollen
sie zur Bekämpfung von „Islamismus“ und „Linksextremismus“
verwendet werden. „Antideutsche“, nähme man ihren Namen beim Wort,
müssten diese Entwicklung deutscher Politik scharf kritisieren. Doch
das Gegenteil ist der Fall: Sie – und in ihrem Gefolge auch Teile der
linken Szene – begeben sich nicht nur ideologisch, sondern zunehmend
auch ganz praktisch auf Regierungslinie.
Auf
der Welle des neokonservativen Zeitgeistes unterwegs, sprechen die
„Antideutschen“ ihr Programm ganz offen aus: „Abbruchunternehmen
der Linken“ wollen sie sein. Für diesen Zweck ist ihnen jedes Mittel
Recht – auch das der staatlichen Repression. Verleumdung, Denunziation
und Informantendienstleistung für die Exekutive sind gängige
Strategien geworden, linke Strukturen zu zerstören und Linken politisch
und persönlich zu schaden. Unverblümt verbreiten
„antideutsche“ Gruppen im Internet, dass sie in Auseinandersetzungen
mit Linken gern die Staatsmacht zur Hilfe rufen. Selbst polizeiliche
Hausdurchsuchungen werden als „Erfolge“ beklatscht.
Unzumutbarkeiten…
Zweimal
verschaffte sich das Hamburger LKA 72 im Frühjahr 2010 Zutritt zu
Wohnungen linker Aktivisten, weil Mitglieder des „antideutschen“ Bündnisses
gegen Hamburger Unzumutbarkeiten (BgHU) einen der Bewohner angezeigt
hatten. Der von der Denunziation Betroffene soll laut
Durchsuchungsbefehl im Zuge der Auseinandersetzungen um eine von
Aktivisten des Internationalen Zentrums B5 und anderen Linken
verhinderte Veranstaltung der „antideutschen“ Gruppe
Kritikmaximierung am 25.10.2009 (wir verweisen auf unsere Analysen
dieser Vorgänge auf unserer Homepage: http://kommunistischeassoziationhamburg.blogspot.com)
einem „Antideutschen“ eine „gefährliche Körperverletzung“
zugefügt haben. Dass nichts dergleichen passiert war, wie sogar die an
jenem Tag anwesenden Polizeibeamten einräumten, und laut
Zeugenberichten körperliche Übergriffe von Seiten der
„Antideutschen“ ausgegangen waren, hielt die Denunzianten nicht von
der Anzeige ab – und auch nicht davon, ihrer Phantasie freien Lauf zu
lassen, um der Lügengeschichte die nötige Würze zu verpassen. „Auf
offener Straße mit Mord gedroht“ habe ihnen einer der Aktivisten aus
dem B5-Umfeld, verbreitet das BgHU auf seiner Homepage (http://b-g-h-u.blogspot.com/).
Auch
die am Tag der Auseinandersetzung im Oktober 2009 anwesende Polizei war
aus den Reihen der Antideutsche Gruppe Hamburg und des BgHU gerufen
worden, wie diese stolz erklären. Gern „lässt man sich von der
Polizei aushelfen“ oder begibt sich „in den Schutz der Polizei“
– und „selbstverständlich wurde auch diesmal Anzeige erstattet“,
heißt es auch in einem später veröffentlichten Text des BgHU, in dem
sich dessen Mitglieder ein weiteres Mal als Opfer von angeblich durch
Antiimperialisten aus der B5 inszenierten Schlägereien stilisieren.
Selbstverständlich werden sie auch in diesem Fall der Polizei schamlos
ihre Lügen aufgetischt haben.
Justus
Wertmüller, Autor der neurechten „antideutschen“ Zeitschrift
Bahamas und einer der Wortführer dieser Szene, die sich mittlerweile
offen mit britischen Rassisten solidarisiert (siehe Sören Punjer: Im
Geiste Winston Churchills. In Großbritannien sorgt die English Defence
League für Aufregung und Verwirrung. Bahamas 59/2010), dürfte seine kühnsten
Träume verwirklicht sehen: „Endlich, so keimte Hoffnung auf, würden
Polizei und Presse mit Informationen über dieses Gesindel versorgt,
gegen einzelne Schläger Strafanzeige gestellt und unter dem Ruf ‚rote
Nazis raus!’ Demonstrationszüge Richtung Brigittenstraße
[Internationales Zentrum B5, Anmerkung der Verfasser] ziehen“ (http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Veranst-30-11-09.html).
…gibt
es nicht nur in Hamburg
Auch
in Leipzig wollte man kürzlich Wertmüllers Wünsche Wirklichkeit
werden lassen – doch vergeblich: Mitglieder des kriegstreiberischen
BAK Shalom der Linksjugend ['solid] und das Linksparteimitglied Sarah
Nagel beschwerten sich nach einer linken Solidaritätsdemonstration für
die von der israelischen Armee angegriffene Free-Gaza-Flottille darüber,
dass Polizisten ihre Anzeigen gegen Demonstrationsteilnehmer nicht
aufnehmen wollte. „Antideutsche“ aus dem Umfeld des BAK Shalom
hatten den Demonstrationszug angegriffen und Teilnehmer als „Nazis“
beschimpft. Dass die Demonstranten sich gegen ihre Angreifer gewehrt
hatten, später jedoch von den „Antideutschen“ als Aggressoren
bezichtigt und angezeigt werden sollten, war anscheinend selbst den
Ordnungshütern zu absurd.
Erfolgreicher
war das „antideutsche“ Vorgehen gegen die Internet-Satireseite der
„gefährlichen Planetengirls“, die immer wieder die Umtriebe von
„Antideutschen“ aufs Korn genommen hatten. Die „Obrigkeit“ auf
den Hals gehetzt habe ihnen Lars Quadfasel, Hamburger Landessprecher der
Neokonservativen Kampagne Stop the Bomb, Mitglied der hardcore-„antideutschen“
Hamburger Studienbibliothek und des bereits erwähnten BgHU: „Lars
Quadfasel greift an ... und wir geben auf. Gegen den deutschen
Rechtsstaat mit seinen postnazistischen Funktionären kommen wir nicht
an. Lars hat sie alle studiert und kennt ihren Verfolgungsdrang“
(http://planetengirls.blogsport.de). Mit dem Kampf für die bürgerliche
Meinungsfreiheit, die andernorts gar mit Bomben gegen die „arabischen
Barbaren“ verteidigt werden soll, ist offenbar Schluss, wenn sich
linke Satire des Problems des Neokonservatismus’ annimmt.
Bürgerlich
zivilisiert und beim Kampf gegen Antimilitaristen ganz an der Seite der
Staatsmacht zeigten sich auch die Berliner kosmopolitischen Kommunisten:
Sie verzichteten vollständig auf die Waffe der Kritik und setzten ganz
und gar auf die Kritik der Waffen – und denunzierten Kriegsgegner
wegen „Verwendung eines verfassungsfeindlichen Symbols“ bei der
Polizei. Die Friedensaktivisten hatten Plakate gegen den Irakkrieg
verklebt, auf denen die Flagge der USA und der Namenszug eines im Irak tätigen
US-Konzerns in Form von Hakenkreuzen verfremdet waren (http://de.indymedia.org/2004/06/84644.shtml).
Mit
der Parole „Bitte die Täter outen!“ werben „Antideutsche“ in
Magdeburg für ungeniertes Denunziantentum und Falschaussagen. Dort war
Linken der Zutritt zu einer „antideutschen“ Veranstaltung verwehrt
worden. Von den Veranstaltern hieß es später, sie seien gewalttätig
angegriffen worden. „Sie brauchen diese Lügen aus rein juristischen
Gründen, sonst wären die Anzeigen gegen uns wegen angeblichen schweren
Landfriedensbruchs unhaltbar“, kommentiert einer der Betroffenen im
Internet (http://web.resist.ca/~infoladenlb/infoladen4/sections/news/news_show.php?id=1688).
Anzeigen
bei der Polizei sind nicht das einzige Mittel, mit dem Linke und ihre
Strukturen durch „Antideutsche“ angegriffen werden. Im Internet
werden Steckbriefe, Namen und Fotos von angeblichen „linken
Antisemiten“ veröffentlicht, Gruppenzugehörigkeiten und Details über
private Verhältnisse im Netz präsentiert – eine willkommene
Arbeitserleichterung für jeden Verfassungsschützer, der mit der
Durchleuchtung linker Strukturen beauftragt ist. Wenn die Ermittler aber
so gar nicht tätig werden wollen, legt man zur Not auch selbst Hand an:
Im Mai 2010 schlugen „Antideutsche“ das Schaufenster des
Internationalen Zentrums B5 mit einer Flasche ein, beschimpften Besucher
des Zentrums als „Hurensöhne“ und „Spastis“. Einem
B5-Aktivisten rief einer der Angreifer ins Gesicht: „Fotze, ich fick
dich in den Arsch“ (http://www.sol-hh.de/dateien_fuer_index/stellungnahme%20-%20antideutscher%20angriff.pdf)
Und
was tut die Linke?
Alle
diese Fälle stellen längst keine Ausnahmen mehr dar, sondern gehören
zur „antideutschen“ Politik, gegen Antimilitaristen,
Antiimperialisten und andere Linke vorzugehen. Als willige Vollstrecker
der herrschenden Klasse bedienen sie sich ungehemmt der Mittel des
staatlichen Gewaltapparates. Trotzdem können sie in linken
Jugendzentren, freien Radios bis zur Linkspartei so ungehindert agieren,
als handle es sich bei ihren schmutzigen Methoden um ein ganz normales
Mittel linker Politik.
Der
ideologischen Rechtfertigung ihres Handelns innerhalb der linken Szene
hilft ihre Sprache der verwalteten Welt: Krieg sei Frieden, Linke seien
„Rot-Nazis“, und Kapitalismuskritik sei „Antisemitismus“.
Kurzum: Linke, besonders Kommunisten und Antiimperialisten, sollen die
wahren Feinde zivilisatorischer Errungenschaften sein. Eine Ideologie,
die in der linken Szene dankbare Aufnahme gefunden hat und den Boden
bereitete für die Akzeptanz jeglicher antilinker Hetze. Im erwähnten
BgHU sind neben den Kritikmaximierern, Bahamas-Autoren und – bis vor
einigen Monaten noch – der Antideutschen Gruppe Hamburg auch
Antifagruppen (wie die Hamburger Gruppe Sous la Plage), Aktivisten der
Roten Flora und andere Teile der autonomen Szene organisiert. Sie tragen
den Verrat an linker Solidarität und Antirepressionspolitik mit. Über
die Denunziationen und Kooperation mit der Polizei, die in der autonomen
Szene noch vor einigen Jahren für Empörung gesorgt hätten – „Anna
und Artur halten’s Maul“, so der alte Autonomen-Slogan –, wird
heute im besten Fall geschwiegen. So lässt auch die Redaktion der
Rote-Flora-Zeitung Zeck jede linke (Scham-)Grenze hinter sich und
rechtfertigt das Vorgehen gegen Kritiker der „Antideutschen“ ohne
Einschränkung: „Dass die Auseinandersetzungen um die Blockade von
‚Warum Israel’ nicht vergessen wurden und Konsequenzen für die
Beteiligten nach sich ziehen, unterstützen wir“ (Zeck Nr. 156.
Mai/Juni 2010).
Offensichtlich
können die „Antideutschen“ die Autonomen aus Deutschlands Roten
Floren selbst dann noch an ihrer Seite wissen, wenn Anna und Artur sich
längst mit der Staatsanwaltschaft zum Kaffeekränzchen treffen. Für
„Kameramann Arschloch“ werden beide Augen zugedrückt – solange er
ein „Antideutscher“ ist.
„Antideutscher“
Neokonservatismus als Teil des modernen kapitalistischen
Herrschaftsprojekts
Verleumdung,
Falschaussagen und Strafanzeigen sind eine logische Konsequenz
„antideutscher“ Politik. Um den „barbarischen“
Kapitalismuskritikern, die zum neoliberalen Leidwesen noch nicht
verstanden haben, dass „westliche Werte“ mit allen Mitteln
verteidigt werden müssen, den Prozess zu machen, holen sie gern auch
den Staatsschutz oder die Polizei ins Boot. „Ein pragmatisches Verhältnis
zur Polizei entwickeln“, nennt das die Antideutsche Gruppe Hamburg.
Kein Wunder: Das linke Projekt, die bürgerliche Herrschaft zu überwinden,
haben sie längst aufgegeben oder nie verfolgt.
Unter
dem „antideutschen“ Dauerfeuer geht mancher Linke in die innere
Emigration. Die Mehrheit der Szene bevorzugt die mehr oder weniger
offene Kollaboration. An die Stelle von Antirepressionsarbeit und
Solidarität treten immer öfter Denunziation und Spitzel-Dienstleistung
für die Polizei. Die Unterstützung oder Billigung dieser Praxis durch
große Teile der Linken legen Zeugnis ab von der schwindenden Distanz
der Szene zur „antideutschen“ Rechten. Eine Linke aber, die festhält
am Projekt einer Welt frei von Ausbeutung und Unterdrückung, eine
solche Linke duldet nicht nur keine Denunziation – sie setzt die
Denunzianten vor die Tür.
zurück |
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„Neues
Deutschland“ setzt auf Krieghetzerin
Das
wichtigste Presseorgan der Partei Die Linke feiert Pressefest mit der
Kriegshetzerin und Lügnerin Doris Akrap
Von
Gerd Höhne
Kommunisten-online
vom 21. April 2011 – Ende Mai findet mal wieder das Pressefest des
ND statt. Diese Zeitung gehört in Gänze der Gysi-Partei, ist also
quasi deren offiziöses Zentralorgan. Dabei wurde die berüchtigte
Kriegshetzerin und Lügnerin, Doris Akrap, als Moderatorin engagiert.
Frau
Akrap hat zum Beispiel mit dem zionistischen Kriegshetzer Henryk M.
Broder und den antideutschen Faschisten Thomas v. der Osten-Sacken
gemeinsame Sache und Großauftritte gehabt. Letzterer entstammt zum
einen aus niedersächsischen Uradel und auch einem baltischen
Junkergeschlecht. Die v. der Osten-Sackens brachten illustre Gestalten
hervor: Zwei preußische Generäle, einen kursächsischer
Kabinettsminister und Diplomaten, die reichste Frau Preußens zu Beginn
des 19. Jahrhunderts (Christiane Fürstin von der Osten-Sacken
(1733–1811), mehrere Militärs im Dienste des russischen Zaren, einen
Sternengucker und eben unseren Thomas.
Dieser
ist einer der Erstunterzeichner der berüchtigten Hetzschrift „Stopp
the bomb“, die behauptet, der Iran würde Atomwaffen entwickeln und
die Welt bedrohen. Dass genau das die USA machen, wird schamhaft
verschwiegen.
Auch
hier finden wir als Erstunterzeichner die Dame Doris Akrap. Sie ist auch
sonst für den Zionistenstaat im Rennen. Das macht sie nicht ganz ohne
Eigennutz.
„Doris
Akrap im Parteibuch Lexikon, dem parteiischen Wiki mit wertenden
Informationen in deutlicher Sprache
Person: Doris
Akrap ist eine Journalistin, die die Hasbara der Israel-Lobby
insbesondere in vorgeblich linken Medien wie Jungle World und taz
verbreitet.
Seilschaften: In
der Vergangenheit war Doris Akrap auch für ihr Engagement in der
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus bekannt.“
Offenbar
ist siw Lohnschreiberin der zionistischen Kriegstreiber.
Deren Propagandainstrument ist eben jene Hasbara.
Hasbara
ist eine Einrichtung der israelischen Auslandspropaganda und dürfte aus
dem Topf des Geheimdienstes Mossad bezahlt werden. Die israelische
Botschaft wirbt offen für dieses Abteilung. Am 3. Februar 2011 veröffentlichte
sie auch ihrer Homepage folgendes Inserat:
„Möchtest
Du die Hasbara-Abteilung verstärken?
Dein
Herz schlägt für Israel und Du hast Interesse an einem Job für Öffentlichkeitsarbeit
im Internet? Dann bewirb Dich!
Da
solltest Du mitbringen:
Deutsch
ist Deine Muttersprache.
Du
beherrschst Englisch fließend in Wort und Schrift. Hebräisch-Kenntnisse
sind von Vorteil.
Du
hast einen Hochschulabschluss.
Du
hast fundierte Kenntnisse über Israel und den Nahen Osten.
Du
hast eine starke Affinität zu Internet und sozialen Medien.
Es
handelt sich um eine Vollzeitstelle in Berlin. Bewerbungen bestehend aus
Anschreiben und Lebenslauf bitte bis zum 10. Februar an pub-assis@berlin.mfa.gov.il
schicken.“
Es
dürfte eine gut bezahlte Stelle sein, Frau Akrap dürfte einen auskömmlichen
Lebensunterhalt haben..
Da
lügt sie auch schon Mal. So protestierten Gegner der zionistischen
Politik gegen die Aufführung des pro zionistischen Propagandafilms
„Warum Israel“ in Hamburg und blockierten die Aufführung. Es soll,
behauptet die antideutsche Gruppe, die den Film aufführen wollte, zu tätlichen
Angriffen gekommen sein, man habe die Veranstalter als Drecksjuden
bezeichnet usw. Die bürgerliche Presse
wiederholte das ungeprüft. Auch in der TAZ schrieb Frau Akrap das –
und sie wusste es besser. Es gibt keinerlei Zeugen dieser Vorfälle,
auch die anwesende Polizei hat nichts vernommen,
Dass
der Film ein übles Machwerk ist, steht fest. Die Protestierer
verteilten ein Flugblatt, auf dem der Grund ihres Protestes steht:
„Der
Film „Warum Israel“ soll eine Antwort auf die Frage geben, was
Israel ist. Dazu hat der Regisseur Claude Lanzmann (,) im
Jahre 1972 gesammelt und es zu einem Dokumentarfilm zusammen
geschnitten. Einiges hat Lanzmann in seiner Betrachtung „vergessen“:
Im Staat Israel leben nicht nur Israelis,
sondern aus Palästinenser. Fünf Jahre vor den Filmaufnahmen hat Israel
in dem Sechstagekrieg ein überlebensfähiges palästinensisches
Territorium zerschlagen und besetzt. Heute sind den Palästinensern nur
noch ein Fleckenteppich in der Westbank und der kleine Gazastreifen übrig
geblieben – dies zusammen wird niemals ein lebensfähiger Staat sein können.
Zusätzlich werden in der Westbank vom israelischen Staat und
Rechtsradikalen mit Schusserlaubnis weiter Siedlungen aufgebaut. Damit
werden Fakten für eventuelle Friedensverhandlungen geschaffen.
Weiterhin verschweigt der Film die Tatsache, dass der Staat Israel auf
den Trümmern von 500 arabischen Städten und Dörfern entstanden ist
und ca. 700.000 PalästinenserInnen aus ihrer Heimat vertrieb. Viele
andere Gesichtspunkte, wie den Umstand, dass Israel bis heute für sich
keine Grenzen akzeptiert, im Gegensatz zu der palästinensischen Seite,
die Israel in den Grenzen von 1948 anerkennt, bleiben genauso unberücksichtigt.
Ein Film, der das Thema Israel behandelt und das gesamte Ausmaß der
Besatzung und Vertreibung unerwähnt lässt, kann niemals eine Antwort
geben, was Israel wirklich ist. Der Film suggeriert, dass Israel nur
eine Zufluchtstätte der Juden vor dem Antisemitismus sei, aber
verschweigt, dass Israel zugleich die Existenzberechtigung der PalästinenserInnen
untergräbt.
„Die Israelis sind keine Killer. Definitiv nicht. Sie töten, aber sie
sind keine Killer, das ist nicht in ihrem Blut.“ So argumentierte der
Regisseur des Films Anfang des Jahres in der Berliner Zeitung. Dem ist
wirklich nicht viel hinzuzufügen. In Anbetracht des zionistischen
Massakers Anfang des Jahres an der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens,
dem über 1.500 Menschen, darunter allein 500 Kinder, zum Opfer fielen,
wirkt diese Aussage wie reiner Hohn.“
Und
diese Dame, die das alles für richtig hält, wohl auch vom
zionistischen Staat bezahlt wird, diese Dame mischt beim Pressefest der
„sozialistischen“ Zeitung Neues Deutschland mit.
Mich
wundert es nicht. Hat doch Gregor Gysi Frau Merkels Feststellung. das
Bekenntnis zu Israel sei ein Teil der deutschen Staatsdoktrin, ausdrücklich
unterstützt. Bodo Ramelow ist ein anderer Prominenter der Partei Die
Linke, der sich offen zu den zionistischen
Kriegstreibern und Mördern bekennt und schließlich Petra Pau.
Die gehört auch zu den Erstunterzeichnern von „Stopp the Bomb.“
Der
Kreis schließt sich. Die Anti- und Scheinlinken in der PdL bieten
denen, außerhalb dieser Partei, auf dem Pressefest des ND eine Tribüne
um ihre Kriegshetze zu verbreiten.
G.H.
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„Die
Konsequenzen begrüßen wir!“
Der
„Lanzmann-Skandal“ oder
Die
Geschichte eines gemeinschaftlichen Tabubruchs
Quelle: Kommunistische
Assoziation
Haamburg (KAH)
Auf
Kommunisten-online am 16. Dezember 2011 – In Hamburg ist ein
Antifaschist verurteilt worden. „Antideutsche“ und Neue Rechte
hatten ihn wegen gefährlicher Köperverletzung und Nötigung angezeigt.
Die Vorwürfe waren erlogen, aber Staatsschutz und -anwaltschaft waren
die Denunzianten herzlich willkommen. Statt den Vorgang zu
skandalisieren, schweigt Hamburgs „radikale“ Linke. Sie lässt
„Antideutsche“ und Neue Rechte gewähren. In einigen Bereichen
findet sogar eine Annährung statt; immer mehr rechte Ideologie –
Bellizismus, Rassismus, Wohlstandschauvinismus – sickert in ihre
politische Kultur ein.
Von
der Lüge zum Gericht
Die
Geschichte ist schon dutzendmal erzählt. Eine Handvoll Leute,
antiimperialistische Aktivisten aus dem Internationalen Zentrum B5 in
Hamburg-St. Pauli, blockierte am 25. Oktober 2009 eine Veranstaltung im
angrenzenden Hinterhof-Kino. Zu der hatten „Antideutsche“ der Gruppe
Kritikmaximierung geladen, erklärte Gegner der B5. Die Veranstaltung
musste abgesagt werden (1).
Alles,
was seitdem an Legenden über diesen wenig aufregenden Vorfall wuchs und
gedieh, war die Frucht zweier Lügen, die die selbsternannten
„Antisemitenjäger“ um Kritikmaximierung in die Welt gesetzt hatten:
die Blockierer hätten „Judenschweine“ gerufen und seien gewalttätig
geworden. Die Mär vom „antisemitischen Schläger-Mob auf St. Pauli“
war geboren, und es bedurfte keiner weiteren Beweise, damit die bürgerlichen
Medien und, ganz im Gleichklang, die linke Szene aus dieser Provinzposse
eine Grand opéra machen konnten (2) – medienwirksame Demonstration
inklusive: Unter dem Motto „Antisemitische Schläger unmöglich machen
– auch linke!“ zogen kurz vor Weihnachten 2009 350 mehr oder weniger
überzeugte „Antideutsche“ unter der Leitung von Andreas
Blechschmidt, Sprecher der Roten Flora, und dem eigens gegründeten Bündnis
gegen Hamburger Unzumutbarkeiten (BGHU), flankiert vom US- und
Israelfahnen, durch Hamburgs Szene-Viertel (3). Parole: „Wir tragen
Gucci, wir tragen Prada, Tod der Intifada!“ An der Spitze des Aufzuges
auch Bastian S. der auf seiner Facebookseite in israelischer
Armeeuniform posiert und erklärt, dass die rechtspopulistische Partei
Die Freiheit sich „in einigen Punkten positiv hervortut“. Sie sei
zwar nicht wählbar, „Grund hierfür ist jedoch nicht ihr
,Rechts-Sein‘, denn rechts der Mitte findet sich die CDU ebenso wie
der Likud“ (4). Um einen „Streit unter Linken“ ging es also in
Hamburg gar nicht (5).
Selbst
Claude Lanzmann persönlich wurde zur propagandistischen Unterstützung
eingeflogen. Im Yuppie-Schuppen Übel & Gefährlich sollte er gegen
die angeblichen „Nazis“ vom Internationalen Zentrum wettern – das
Publikum durfte für den saftigen Eintrittspreis schließlich einiges
erwarten. Aber Lanzmann ließ sich vom nervös stammelnden Moderator Max
Dax nicht als jüdische Kanone in Stellung bringen; er wollte lieber
sein neuestes Buch promoten. Also mussten die „antideutschen“
Inquisiteure die Strafexpedition selbst in die Hand nehmen: Im Mai 2010
wurde der Nachwuchs an die Front geschickt und warf die Scheiben der B5
ein (6).
Kurz
zuvor hatten die „Antideutschen“ weitere „Erfolge“ feiern können:
zwei Wohnungsdurchsuchungen in linken Zusammenhängen durch das
Landeskriminalamt. Lars E. alias Lars Quadfasel, Chef des BGHU, hatte
Anzeige erstattet, weil er von einem der Aktivisten aus dem Umfeld der
B5 geschlagen worden sein wollte. Über ein Jahr später (!) nahm die
politische Polizei den von Quadfasel denunzierten Antifaschisten Gernot
H. für eine Woche in Untersuchungshaft. Ende Oktober 2011 folgte der
Prozess vor dem Hamburger Amtsgericht. H. sollte sich wegen gefährlicher
Körperverletzung verantworten.
Qui
melius probat, melius habet
Wer
besser beweist, hat besser, sagt das Sprichwort. Wer aber den
Staatsanwalt auf seiner Seite hat, kann nur gewinnen. Und so wirkte der
Prozess gegen den angeblichen „antisemitischen Schläger“ wie ein
Possenspiel. Bereits nach wenigen Verhandlungsminuten war klar: dem
Angeklagten waren die ihm vorgeworfenen Taten (zwei gefährliche Körperverletzungen
und eine Morddrohung) angedichtet worden. Hauptzeuge Lars E. verstrickte
sich in Widersprüche und ein von einer Überwachungskamera
aufgezeichnetes Video widerlegte E.s Aussagen zu einer der „Körperverletzungen“.
Folgerichtig
schlug der Richter die Einstellung des Verfahrens vor. Der Staatsanwalt
ließ sich jedoch nicht darauf ein. Drei weitere Zeugen wurden gehört:
Silke O., Andreas B., beide mit Lars E. befreundet, und Hans Jörg W.,
sein Mitbewohner. Keiner der drei wagte allerdings zu bezeugen, dass E.
von dem Angeklagten geschlagen worden war. Nicht einmal der vernommene
Zivilpolizist, der vor der B5 im Einsatz gewesen war, konnte die Vorwürfe
bestätigen.
Alles
sprach also für Freispruch. Doch der Staatsanwalt setzte dem Richter
die Pistole auf die Brust: er stellte – ganz im Sinne der seit zwei
Jahren von „Antideutschen“ und bürgerlichen Medien verbreiteten
antilinken Propaganda – den Angeklagten als gewaltbereiten
Israel-Feind dar. Aus der Protestaktion gegen eine „antideutsche“
Veranstaltung machte er – man ahnt es – eine Aktion gegen „jüdische
Filme“. Ein deutsches Gericht könne es sich heutzutage nicht
erlauben, ein solches Motiv in der Urteilsfindung unbeachtet zu lassen.
Es folgte die Verurteilung. Der Ausgleich für das mit den
herrschendenden Machtverhältnissen kompatible Urteil: geringstmögliche
Geldstrafe, zur Bewährung ausgesetzt. Der Richter ahnte wohl, dass er,
hätte er anders gehandelt, als „antisemitischer Richter“ in den
Fokus der Neocons gerückt wäre.
Durchgeknallt
Die
Angst des Richters wäre nicht unberechtigt. Auf der Zeugen- wie auf der
Zuschauerbank hatte sich ein Aufgebot von Personen zusammengefunden, das
keine Skrupel kennt, wenn es gilt, gegen „Völkerrechtsfetischisten“
und „linke Nazis“ vorzugehen. Lars Quadfasel, der als Sprecher der
Kriegshetzer-Kampagne Stop the Bomb! keine Bedenken hat, für seinen
feuchten Traum einer Apokalypse im Nahen Osten jüdische Israelis –
die favorisierten Lustobjekte seiner Täterenkel-Projektionen – in
einem „Militärschlag“ gegen den Iran zu opfern, hat schon 2002
Gegnern des Irak-Krieges in einem Hassbrief Prügel angedroht (7). Nicht
weniger durchgeknallt: E.s Mitstreiterin Silke O. Bei studiVZ verbreitet
sie Parolen wie „UNO abschaffen!“ oder „Hamburger statt Thüringer
– mit McDonald`s gegen Deutschland“ (8). Auf ihrer eigenen
Internet-Seite erklärt O., die aus ihrer Bewunderung für Geert Wilders
kein Geheimnis macht, dass sie FriedensaktivistInnen, die gegen den
Bundeswehreinsatz in Afghanistan protestieren, „die Fresse
verkloppen“ möchte. Die TeilnehmerInnen einer
Antikriegsdemonstration, zu der der Flüchtlingsrat Hamburg mit
aufgerufen hatte, erklärt sie schlichtweg für „Nazis“ (9).
Unter
den Zuschauern saßen auch die Kulturkämpfer und Rassisten der Gruppe
Sous la Plage und Heinrich K., der sich sonst rührend um politisch
Verfolgte kümmert und deshalb für die Initiative „Gegen die Jagd auf
Theodor zu Guttenberg“ wirbt (10). Allergisch reagiert er dagegen auf
Kopftuch tragende Frauen und deren angebliche Seelenverwandte:
Bauwagenplatzbewohner, Arbeitslose, „Schwarzarbeiter“, „notorische
Gewohnheitskriminelle“, „Versager“ und sonstige Insassen des
„Zoos“, der von dem „linken politischen Gewalttäter“ Gernot H.
repräsentiert wird. Für dieses linke Gesindel empfiehlt Heinrich K.
nur eines: Die Anzeige beim Landeskriminalamt (11).
Dunkle
Diktatur im Szene-Zentrum
Der
irre Vorschlag des Guttenberg-Fans stößt mindestens bei einem Teil der
Hamburger „linksradikalen“ Szene auf offene Ohren. Moralinsauer hieß
es schon im November 2009 aus der Leitungsebene des „autonomen
Stadtteilzentrums“ Rote Flora: „Egal, ob emotionsgeladen oder nicht:
wer links und rechts, Worte und Fäuste verwechselt, ist für uns
politisch – auch in breiten Bündnissen – untragbar.“ Dass die
„Antideutschen“ um BGHU und Kritikmaximierung erst die Scheiben der
B5 einwarfen, Polizei und Staatsanwaltschaft auf den Plan riefen und
damit Hausdurchsuchungen, erkennungsdienstliche Behandlung und Haft für
einen Hamburger Antifaschisten zu verantworten haben, dazu hatte das
Flora-Establishment nur ein kühles Statement parat: „Dass die
Auseinandersetzungen um die Blockade von ‚Warum Israel’ nicht
vergessen wurden und Konsequenzen für die Beteiligten nach sich ziehen,
unterstützen wir“ (12).
Jetzt
ist ein Antifaschist verurteilt worden – wieder auf Betreiben
bekannter „Antideutscher“. Ein Tabubruch. Aber die empörten „Untragbar!“-Rufe
der Floristen bleiben weiterhin aus. Stattdessen rollen sie der von der
Rosa Luxemburg Stiftung finanzierten Kritikmaximierung und ihrer rechten
Propaganda den roten Teppich aus: Monatlich dürfen die „Maximierer“
künftig ihre Neocon-Referenten von Associazione delle Talpe bis
Classless Kulla auf der Flora-Bühne präsentieren.
Der
„Lanzmann-Skandal“ und die Reaktionen, die er unter den Floristen
auslöste, macht die eklatanten politischen Verschiebungen in der
„Linken“ hierzulande deutlich. Immer mehr geht sie auf Distanz zu
Antiimperialismus und konsequentem Antikapitalismus. Die Weichen für
diesen Rechtsruck wurden nicht erst 2004 gestellt, als Mitglieder des
Rote-Flora-Plenums sich an der Bahamas-Demonstration „Flagge zeigen! Für
Israel gegen Old Europe“ gegen die – damals noch – autonome Linke
in Hamburg beteiligt und somit gegen ihr eigenes Zentrum protestiert
hatten. Es sollte also nicht verwundern, dass sich Autonomen-Sprecher
Andreas Blechschmidt nicht nur als PR-Manager für die mittlerweile vom
Hamburger Senat mit viel Wohlwollen beobachtete Entwicklung der Roten
Flora zur Radical-Chic-Marke, sondern auch als Dauerbeauftragter für
performative Empörung über „linken Antisemitismus“ (der rechte
interessiert ihn nicht) profiliert. Dazu gehört auch seine
medienwirksame Anbiederung an den neokonservativen Konsens. 2009 gestand
er reumütig der taz, er habe „damals“, vor 20 Jahren, noch
„Boykottiert Israel“ an Wände gesprüht (13).
Zur
Erinnerung: „Damals“ war, bevor der „Ostblock“ zerschlagen
wurde, als es für Opportunisten noch attraktiv und lukrativ war, ein
Linksradikaler zu sein. „Damals“ war, als Israel noch weitgehend als
bürgerlicher Rechtsstaat funktionierte, es zumindest noch Reste einer
sozialistischen Kibbuz-Bewegung gab, seine Linke noch nicht
kriminalisiert mit dem Rücken zur Wand stand – als es noch Hoffnung
gab auf einen gerechten Frieden, sogar eine solidarische Koexistenz von
Juden/Jüdinnen und AraberInnen. Heute, unter den Bedingungen eines
weltweit entfesselten Kapitalismus, wo Israel von Ultrarechten regiert
wird, die Menschen mit der faktischen Abschaffung elementarer Grund- und
Bürgerrechte schikaniert werden, die Pressefreiheit in Teilen
abgeschafft ist und die Lage sich so dramatisch zugespitzt hat, dass
selbst Ariel Sharons Ziehtochter Tzipi Livni (während des Gaza-Kriegs
2008/2009 war sie Außenministerin) befürchtet, dass Israel sich „in
eine dunkle Diktatur verwandelt“, heute werden Blechschmidt und seine
Freunde nicht müde, ihre Solidarität mit der „einzigen Demokratie im
Nahen Osten“ zu betonen und sich selbstgefällig als Oskar Schindlers
von St. Pauli zu inszenieren.
Flora
bleibt unverträglich
Da
versteht es sich von selbst, dass in der Roten Flora ein Palästinensertuch-Verbot
herrscht. Das Elend der entrechteten und den Gewaltausbrüchen der
militanten Siedler schutzlos ausgelieferten Bevölkerung unter dem
israelischen Besatzungsregime ist dort ebenso ein Tabu-Thema wie der
Widerstand gegen den imperialistischen „Anti-Terror“-Krieg der NATO.
Radikale antikapitalistische Praxis wird als „antisemitisch“ dämonisiert.
Die Flora bleibt unverträglich – wenn auch in einem ganz anderen
Sinne als es der Werbeslogan des möchtegern-subversiven
Autonomen-Zentrums suggerieren will. Die Vorstellung, dass auch in (Anti-)Deutschland
ein Frühling anbrechen könnte, ist der politischen Klasse der Flora
ein Graus. Damit bloß kein Autonomer sich mit dem verzweifelten Kampf
der Armen solidarisiere, malte Blechschmidt im Mai 2011 gemeinsam mit
den saturierten Dampfschwätzern Thomas Ebermann und Karl-Heinz Dellwo
den „kommenden Aufstand“ in den Banlieues von Clichy-sous-Bois bis
Neuwiedenthal als Horrorszenario aus. Die Verdammten dieser Erde, so die
Botschaft, sind blutrünstige Barbaren, die sich nach nichts anderem
sehnen als nach der „Despotie des Bandenwesens“, kollektiver
Frauenschändung und fröhlichem Judenmord (14).
Aber,
möchte man sagen, wenigstens positioniert sich die Flora auf der Seite
der „Antideutschen“. Da weiß man, was man hat: Ein Zentrum für
West-Chauvinismus, US-Fahnen-Schwenken und Merkel-Jugend-Elektropop
(15). Und so ließ Blechschmidt mit seiner Entourage nichts unversucht,
den Geert-Wilders- und Guttenberg-Anhängern die Türen in die Hamburger
Linke aufzustoßen. Aber er hatte die Szene überschätzt: Noch zieht
sie vielfach leisere Töne vor: Die Kampagne der „Antideutschen“ und
Neuen Rechten, vor allem deren Zusammenarbeit mit der Polizei, wird
beschwiegen, das stille Goutieren zum Rückzug ins Reservat der
„Unbeteiligten“ verklärt.
Beredtes
Schweigen
„Hört
endlich auf, eure Streitereien in der linken Szene auszutragen“ –
dieser anonyme Kommentar auf der Autonomen-Internetplattform Indymedia
ist exemplarisch für das ebenso schäbige wie erbärmliche Verhalten
der linken Szene in den vergangenen zwei Jahren. Von einem
„Sektenstreit“ und verkommener linker Debatte war die Rede (Gruppe
Rantanplan), vom „gegenseitigen Versuch zweier Strömungen einander
mundtot zu machen“ (Anarchistische Gruppe Rätekommunisten). Der
„Lanzmann-Skandal“ – das sind die anderen.
Dass
sich „Antideutsche“ gegen Linke „von der Polizei aushelfen“
lassen, sich „in den Schutz der Polizei“ begeben und „selbstverständlich
auch diesmal Anzeige erstatten“, wie es in „antideutschen“ Texten
der letzten Monate heißt, all das ist in der „Szene“ kein Problem
mehr – solange es gegen die „richtigen“ geht: Antiimperialisten,
konsequente Antikapitalisten und Antimilitaristen. Mit dem immer wieder
und zu Recht beschworenen Prinzip „Keine Aussagen bei Polizei und
Staatsanwaltschaft“ hat es dann ein Ende (16). Den Vorwurf des Verrats
an so fundamentalen Prinzipien außerparlamentarischer Oppositionsarbeit
schafft man sich mit der Behauptung vom Hals, „weder Antideutsche noch
Antiimps tragen zur gesellschaftlichen Emanzipation bei“
(Anarchistische Gruppe Rätekommunisten). Radikal für totalitären
Kapitalismus, neoimperialistische Raubzüge, Folter und Massenmord im
Namen der Zivilisation zu sein, das ist nicht gut, aber radikal dagegen
zu sein, auch nicht – so flüchten die sozialdemokratisierten Linken
ab durch die Mitte.
Aber
selbst dort ist es einigen von ihnen nicht sicher genug. Darum gilt: Im
Zweifel für die „Antideutschen“. So fühlten sich die
„undogmatischen Linken“ von Avanti zu der Erklärung berufen, sie
hielten es für ein „widerliches politisches Signal, den Film eines jüdischen
Resistance-Kämpfers zu verhindern, der sich mit Israel beschäftigt“.
Auf der anderen Seite holt sich Avanti mit dem FAZ- und
Jungle-World-Autor Volker Weiß einen Kommunisten- und Islam-Hasser aufs
Podium, der nicht nur seit vielen Jahren darum bemüht ist,
antikapitalistischen Linken mit geschichtsklitternden Vergleichen
Antisemitismus zu unterstellen, sondern auch gemäß der Strategie der
Neocons und europäischen Neuen Rechten versucht, Muslime in die
ideologische Nähe der Nazis zu rücken, um sie dem Feindstrafrecht
ausliefern zu können.
Die
festen Größen in Hamburgs linker und alternativer Szene schließlich
– der Infoladen Schwarzmarkt, die Buchhandlung im Schanzenviertel oder
das Centro Sociale – ziehen es vor, sich einfach gar nicht zu Wort
melden. Aber ihr Schweigen täuscht. Sie haben nicht weniger ihren
Frieden mit der „antideutschen“ Rechten gemacht – jeder auf seine
Weise. Der Infoladen Schwarzmarkt verkauft Propagandamaterial gegen die
Anti-G8-Bewegung. Der Schanzen-Buchladen, dessen Mitarbeiter auch die
Demonstration gegen die B5 unterstützten, zeigt Claude Lanzmanns
waffenklirrende Hymne an das israelische Militär „Tsahal“ und
behauptet, darin ginge es um den Willen, „sich nicht mit der Welt
abzufinden, so wie sie ist“. Das Centro Soziale stellte seine Räume
schon Martin Dornis zur Verfügung, der im Januar 2011 „gegen den
linken Konsens“ und für ein Bündnis mit der Neuen Rechten (Die
Freiheit, Straches FPÖ und Geert Wilders) auftrat (17). Im Centro
durfte er im Rahmen einer Kritikmaximierung-Veranstaltung seine kruden
Thesen verbreiten: „Lieber Kapitalismus pur als jene zum Zuge kommen
lassen, die gegen Spekulanten und Manager hetzen, den bürgerlichen
Rechtsstaat durch Horrorvisionen eines direkten Miteinanders ersetzen
wollen und gegen Israel ihre massenmordrelativierenden
Friedensflottillen aussenden.“
Die
Linke macht sich nicht zum Affen
Das
Abwiegeln, Lavieren und Schweigen weiter Teile der Hamburger Linken ist
mehr als beredt – sie nehmen nur scheinbar die Haltung der drei Affen
ein: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Sie haben sehr gut
verstanden, dass in der Szene die „antideutschen“ Rechten und damit
die Fürsprecher des entfesselten Kapitalismus das Sagen haben. Seiner
Übermacht haben sie sich widerstandslos unterworfen. Sie haben sich dem
Antisemitismus-Vorwurf als Herrschaftsinstrument der politischen Klasse
nicht nur ergeben – sie haben ihn sich zu eigen gemacht und richten
ihn nun gegen alles, was ihrem falschen Frieden mit den Herrschenden
noch im Weg steht. Die vorläufigen Kosten waren für sie offenbar überschaubar:
offene Denunziation und Falschaussagen bei der Polizei, ein verhafteter,
verurteilter Antifaschist – ein Bauernopfer.
Verändern
sich die Kräfteverhältnisse der Klassen – und im Weltmaßstab
spricht manches dafür –, werden die „undogmatischen Linken“, die
Rotfloristen und all ihre Freunde wieder auf der anderen Seite zu landen
versuchen. Es bleibt zu hoffen, dass ihr Verrat, ihre Anbiederung bei
den Kriegsherren und ihr Kotau vor den heute Starken von den heute
Schwachen dann nicht vergessen werden wird.
Kommunistische
Assoziation (KAH)
Hamburg,
im Dezember 2011
Kontakt:
kommunistischeassoziation@freenet.de
Anmerkungen:
(1)
Siehe unsere Dokumentationen auf
http://kommunistischeassoziationhamburg.blogspot.com/ sowie den Bericht
„Vom Eklat zum Event“ auf http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prber026.html
(2) KAH: „Von der ‚antideutschen‘ Schmierenkomödie zur Grand opéra.
Die Paralyse der Kritik: eine Gesellschaft ohne Opposition“, http://kommunistischeassoziationhamburg.blogspot.com/2010/09/von-der-antideutschen-schmierenkomodie.html
(3) KAH: „,Antideutsche‘ Demonstration gegen ,Antisemitismus von
links‘ erweist sich als Holocaustrelativierung und Kriegstreiberei“,
http://kommunistischeassoziationhamburg.blogspot.com/2010/09/antideutsche-demonstration-gegen.html
(4) Die Aussagen postete Bastian S. auf der Facebook-Seite der Kampagne
Hamburg für Israel unter: http://www.facebook.com/groups/128120110542652/.
Mittlerweile sind sie dort nicht mehr zu finden. Aber die Screenshots
liegen KAH vor.
(5) s. Bericht „Kein Streit unter Linken…Demo der Antideutschen in
Hamburg“: http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prber025.html
(6) s. unsere Dokumentation „‚Antideutsche‘ attackieren das
Internationale Zentrum B5“ auf
http://kommunistischeassoziationhamburg.blogspot.com/2010/09/dokumentiert-antideutsche-attackieren.html
(7) http://puk.de/es/component/k2/item/801-das-ende-linker-politik-an-der-uni-hannover.html,
http://antifa.unihannover.tripod.com/aktuell2002.html
(8) Screenshots ihres studiVZ-Eintrags liegen KAH vor
(9) www.myissue.de
(10) http://www.facebook.com/kordewiner?sk=info (unter „Aktivitäten
und Interessen“ einfach auf „Andere Seiten anzeigen“ klicken)
(11) https://plus.google.com/103682961246394941318/posts/h7AgeAMn2Au
(12) Zeck Nr. 156. Mai/Juni 2010
(13) http://www.taz.de/!45100/
(14) http://golem.kr/?p=447
(15) s. (2)
(16) KAH: „Anna und Artur packen aus“, http://kommunistischeassoziationhamburg.blogspot.com/2010/10/anna-und-artur-packen-aus.html
(17) http://nokrauts.org/2011/02/gegen-den-
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