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 Fischer bei Boulevard Bio (Abspielbar mit Real Player

Ex-Nazi, Trotzkist und Pro-Zionist Jörg Fischer:

Der gewendete Michael Kühnen oder

Faschist ist Faschist, da hilft auch keine rote Tünche

„Wahr ist vielmehr, daß ich keinerlei Seilschaften unterhalte.“ Er würde auch nicht von „westlichen Diensten“ gesponsert oder/und angeleitet“ sagt Fischer

Von Günter Ackermann /12. Mai 2006

0. Vorbemerkungen

Ich kann es ja noch verstehen: Da erkennt ein nicht eben sonderlich selbstlos denkender Mensch, er könne in der Naziszene nach oben kommen, muss aber irgendwann erkennen, dass er eine Grenze erreicht hat, die zu überschreiten ihm nicht vergönnt ist. Da sind schon andere da. Die haben mehr Geld, mehr Einfluss, sind klüger, vielleicht auch rücksichtsloser als er… .

Was macht dieser Mensch? Er steigt aus und vermarktet dieses Aussteigertum dann medienwirksam und kontenstandverbessernd. Das ist eine im Kapitalismus absolut übliche Methode. [1] 

Auch das verstehe ich bis zu einem gewissen Grad. Dieser Mensch hat ja nie gelernt, mit seiner Hände Arbeit sich sein Brot zu verdienen. Er hat nur gelernt, als Nazi deren inhumane und verquere Vorstellungen nachzuplappern. Maßstab war, wie viele Menschen er für die faschistischen Vorstellungen missbrauchen konnte. Maßstab war nicht der Mensch, selbst das Geschwätz von Volk nicht. Denn dienen für ihr Volk – das deutsche oder ein anderes – ist nie das Ding der Faschisten gewesen, auch wenn ihre Mitläufer ihnen auf den Propagandaleim gingen. Sie sind die Reserve des Finanzkapitals, die dieses aus dem Ärmel zaubert, wenn sich das Volk nicht länger auspressen lassen will. Lüge ist das oberste Gebot der Faschisten, Lüge im Interesse dieses Finanzkapitals. Und Lüge darüber, dass sie ihrem Volk dienen würden.

Das Finanzkapital bedient sich der Faschisten ebenso, wie es sich der anderen,  der bürgerlichen Parteien, der sich demokratisch nennenden Kräfte, bedient.

Und derzeit braucht es in Deutschland die Faschisten nur, um bestimmten Kreisen des Volkes, die unzufrieden mit der eigenen Verelendung sind, eine dem Finanzkapital nützende Betätigung zu geben. Indem sie den Unmut auf in Deutschland lebende Ausländer, womöglich auch noch anderer Hautfarbe, lenken, arme Migranten als die Ursache der Verelendung all der Arbeitslosen und Billigjobber hinstellen, erfüllen die Faschisten eine wichtige Aufgabe für das Finanzkapital: Sie halten den Unmut der Opfer des Kapitalismus vom antikapitalistischen Aufbegehren selbst ab und richten deren Zorn gegen vollkommen unschuldige Nachbarn und Kollegen, die nur das eine Merkmal haben oder zu haben scheinen: sie sind keine seit Generationen in Deutschland beheimateten Deutschen.

Und es macht sich gut, dann vom Bündnis der Anständigen zu schwafeln, wenn die Nazipartei NPD nichts anderes ist als eine Resindentur des deutschen Inlandsgeheimdienstes BfV (Bundesamt für Verfassungsschutz).

Da kann es einen karrierebewussten und etwas narzisstischen Volksgenossen, wie es offenbar Fischer ist, schon frustrieren, hier Drecksarbeit zu machen. Die Lorbeeren stecken andere ein und Herr Dr. Frey scheffelt Millionen auf Millionen.

Also wendet man sich und versucht es bei den „Anständigen“. Aber gelernt hat man nur Rassismus und Menschenverachtung. Das muss kaschiert werden.

Naziaussteiger Jörg Fischer macht es sich dagegen einfach: Er dreht sich um 180 Grad. Aus einem Nazi, der drauflos brüllte, die Juden seien das Erzübel, macht er es nun umgedreht. Juden sind alle erzgut und können nur erzgut sein. Aus einem Antisemiten ist ein Philosemit geworden.

Rassismus ist beides. Jetzt nämlich sind für ihn die Untermenschen die Araber oder die Moslems. In Wirklichkeit aber hat sich Fischer nicht viel verändert. Er ist immer noch Rassist und Faschist, nur eben von einer anderen Feldpostnummer.

Es gibt keinen Unterschied, ob man alle Juden vernichten will oder alle Araber, wenn man die jüdische Weltverschwörung herbei fantasiert oder die moslemische. Das bleibt sich gleich als menschenverachtende Vernichtungsideologie im Interesse des Finanzkapitals.

Derzeit ist es den Herrschenden der imperialistischen Staaten sogar lieber, wenn man den Erzfeind bei den Moslems sucht. Das nützt nämlich den Interessen recht maßgeblicher Kreise des internationalen Finanzkapitals, hier konkret den Ölinteressen der Standard Oil, der Anglo Dutch usw. Die wollen mal wieder und genau jetzt näher ran an die Ölhähne in allen moslemischen Ländern, nicht nur auf der arabischen Halbinsel. Rings um das Kaspische Meer ist ein Meer von Erdöl in der Erde und sind grösstenteils Menschen moslemischen Glaubens in den Ländern beheimatet. Wenn da eine Regierung aus dem Ruder der Imperialisten läuft, wie vor ein paar Jahren die des Öllandes Irak oder jetzt des Öl- und Gaslandes Iran, haben jene imperialistischen Staatsführungen mit hausgemachten Terrorismusvorwürfen wohlfeile Begründungen für anhaltende Aggressionen gegen diese Länder und die dort lebenden Völker.

Da gibt es aber auch die unbequemen und aufgeklärten Linken, allen voran die Kommunisten. Die beziehen Positionen gegen diese Politik, die klären auf über die Hintergründe und die entlarven Rassismus als Rassismus, auch wenn er sich Zionismus oder militärische Vergeltungsmaßnahmen zur Sicherung des Existenzrechts Israels nennt. Eine kernwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten anstelle eines sich derzeit auch atomar weiter hochrüstenden Israels als von den führenden imperialistischen gesponserter Juniorpartner, dies bleibt für die Kommunisten und den fortschrittlichen und Friedensbewegungen anhängenden Menschen das wünschenswerte Ziel für ein friedliches Neben- und Miteinander der verschiedenen Völker und Religionen im Nahen und Mittleren Osten. Uns geht es um das Recht aller dort lebenden Menschen auf Frieden, Wohlstand und Selbstbestimmung in Gleichberechtigung zwischen ihnen, weshalb wir uns von der derzeitigen Hysterie um angebliche Israel- und EU- und USA-Angreifer aus Arabien, Iran, Afghanistan, Kuba, der KVDR, Venezuela und Bolivien ... bis hin zu Russland und China ... nicht beeindrucken lassen. Wir wissen, dass mit dieser ganzen Kriegshysterie die imperialistischen Kräfte lediglich ihre eigenen Raubkriegs- und Profitinteressen raschestmöglich durchsetzen möchten, dass sie die Kriegstreiber sind und uns ebenso reinlegen wollen wie unsere Nachbarn und Mitmenschen in all den Ländern der sog. 2. und 3. Welt. Sie wollen Arabiens und des Mittleren Ostens Rohstoffe unumschränkt sich aneignen mit nun auch direkter militärischer Besetzung. Sie wollen Kubas, Weissrusslands, Nordkoreas, Venezuelas, Boliviens… und möglichst auch noch Chinas und Russlands Regierungen durch Regimewechsel in ihnen hörige und von ihnen abhängige Vasallen-Regierungen verändern und sich auch der sibirischen und chinesischen Bodenschätze bemächtigen. Dies nur, um sich nun auch die letzten Reste an Rohstoff- und Absatzgegenden zu sichern, die als Erbmasse aus der beendeten Existenz der sozialistischen Staatengemeinschaft nun neu aufteilbar für die Imperialisten erscheinen, so dass das Pentagon & Co. sich gerade mal eben den Nahen und Mittleren Osten neu ordnen, sich neu unterwerfen will in alter kriegsverbrecherischer kolonialistischer Herrenmanier.

Hier gibt es dafür – so meinen die Herrschenden –  eine bewährte Methode des Vorgehens, um uns Kommunisten als ihre Gegner im eigenen Land weitgehend kaltzustellen. Schon seit der Zeit vor den Nazis behaupteten Sozialdemokraten und andere bürgerliche Politiker, die Kommunisten und die Nazis seien gemeinsam Feinde der Freiheit. So sollen nicht die Wahlkampfmillionen der Schwerindustrie für die NSDAP, die Hilfestellung eines Herrn Hugenberg und nicht die Steigbügelhalterei des Herrn Hindenburg die Weimarer Republik beseitigt haben, sondern laut Geschrei der bürgerlichen Meinungsmacher, machten die Nazis angeblich gemeinsame Sache mit den Kommunisten und die Kommunisten gemeinsame Sachem mit den Nazis. Was Täter und Opfer schlicht gleichsetzt und die Wahrheit auf den Kopf stellt! Auch heute noch schwafeln bürgerliche Politiker von rechter und linker Gefahr für die Demokratie und setzen Rechts- und Linksradikalismus gleich, setzen den SS-Aufseher im KZ gleich mit dem von ihm gepeinigten und dahingemordeten kommunistischen Widerstandskämpfern, setzen die faschistischen Tausende von Ortschaften niederbrennenden hitlerdeutschen Söldner gleich mit den viele Völker vom faschistischen Joch hart kämpfend befreienden Rotarmisten und kommunistischen Partisanen … und ein durch bürgerliche Medien sich verblöden lassender Teil des Volkes geht diesen Ammenmärchen auch noch auf den Leim!

Und genau dazu werden solche Leute wie Fischer gebraucht. Diese Antideutschen waren jahrelang viel zu pauschal und zu oberflächlich, um glaubhaft zu wirken. Mittlerweile verfügen sie über Logistik und reichlich Geldmittel und Hintermänner, so dass Hagalil und ähnliche „Vereine” bestens gesponsert ihr Unwesen in die Köpfe insbesondere der linken und gesellschaftskritischen Szene des Bildungsbürgertums hinein treiben können. Sie besorgen auf besonders subtile Art einen  besonders perfiden Teil der Propaganda der Imperialisten. Mit ihrem Geschrei jagen sie alle möglichen naiven Gutmenschen ins Mauseloch, aber wer wie unsereiner als beispielsweise Kommunist auch nur etwas Grips hat, lacht über sie nur noch.

Gewendete Nazis aber, wie Ralf Fischer – oder auch seriöse Professoren, wie der Duisburger Exlinke Prof. Siegfried Jäger[2] – leisten hier den Imperialisten gute und gutgesponserte Dienste. Die hofiert die Presse, die werden vom einen zum anderen gereicht und denen bedient man sich gern in Talkshows und mit Vortragsreisen bei dicken Honoraren und Ehrungen und sonstiger „Zuwendungen“.

Und so auch im Fall des Jörg Fischer. Dass der in seinem Überschwang, alle Kritiker israelischer Politik seien Antisemiten oder Faschisten oder Nazis oder alles davon, den Boden jeder Glaubwürdigkeit längst verlassen hat und – ihm Gutwillige – glauben, er habe lediglich eben mal etwas übers Ziel hinweg geschossen, macht nichts und ändert nichts an der objektiven Funktion dieses Speichelleckers der Imperialisten. Manchmal ist auch soviel naive Gutgläubigkeit vermeintlich linker Szeneleute schon gut für diesen Zweck, denn einige den Imperialisten möglicherweise gefährlich sein könnende Linke werden so eingeschüchtert und desorganisiert im Klassenkampf.

Dass Jörg Fischer sich diesmal in den Finger geschnitten hat, wird er nach Erscheinen dieses Textes schnell merken. Sein Aussteiger-Kumpan Detlef Nolde, der sich auch als Linker ausgibt, hat das schmerzlich zu spüren bekommen.

Die Verunglimpfungen dieser gewendeten einstigen Nazifunktionäre lasse ich mir nicht gefallen. Schon gar nicht, wenn wie bei Fischer, mich ein solches Subjekt als Nazi beschimpft.

Ich entstamme nicht nur einer sozialistisch-kommunistischen Familie, sondern ich war mein Leben lang kommunistisch organisiert und auch von der BRD-Justiz deshalb verfolgt. Das letzte Mal im Jahr 2000/2001.

Ich bin im Geiste des Antifaschismus, der Ideale des Marxismus-Leninismus erzogen worden und überzeugt davon, ihnen auch immer treu geblieben zu sein. Wenn solch ein Subjekt, wie ein gewissenloser Jörg Fischer, mich mit seinen braunen Kumpanen und Exkumpanen auf eine Stufe stellt, so hat er eine Grenze überschritten, die er besser nicht überschritten hätte.

Ich erkläre hier klar und unmissverständlich:

Ich kämpfe gegen Faschismus, gegen Rassismus und dessen Ursachen und Nutznießer, den Kapitalismus – wo auch immer er auftritt. Und auch gegen seine Spielarten des Faschismus und Rassismus, deren ein Spielart sich heute auch im durch Israel und seine Freundeskreise wie z.B. Hagalil und den „Antideutschen” praktizierten Zionismus findet. Der Zionismus ist ein Feind der Menschen in Israel und der Menschen jüdischen Glaubens weltweit, denn er rechtfertigt Vertreibung und Kriegsverbrechen Israels an den Palästinensern und Moslems aus religiösen und rassistischen Vorwänden. Ihn zu bekämpfen ist die Pflicht eines jeden aufrechten Humanisten.

1. Jörg Fischer, der gewendete Michael Kühnen

Neonazi Michael Kühnen

1945 - 1991

Ihr erinnert euch an Michael Kühnen (1955-1991), jenen „Führer“ der Neonazis in den 80er Jahren, der es vom Bundeswehroffizier und Student an der Bundeswehrhochschule zum bekennenden Faschisten brachte. Ein Schritt, der sicherlich nicht so weit und absurd ist, wie die Mär vom Staatsbürger in Uniform uns Glauben machen will.

Kühnens sittsam-germanisches Leben brachte  ihm Aids ein, was ihn schließlich 1991 nach Walhalla gehen ließ. Das war wohl eine der wenigen positiven Taten dieses Nazis.

Jörg Fischer ging nicht nach Walhalla. Er war jahrelang Gefolgsmann der NPD und des Nazi Dr. Gerhard Frey (Nationalzeitung, DVU-Führer). Er brachte es zu höchsten Würden. Dass er es heute überall und zu jeder möglichen Gelegenheit hervorhebt, zeigt seinen gewissen Stolz um das Erreichte.  Man höre sich nur mal sein Interview in „Boulevard Bio” vom 29. September 2000 an. (Fischer bei Bio)

Mit stolzgeschwellter Brust sitzt da ein selbstzufriedener Fischer. Als ich damals diese Sendung sah, überkam mich schon ein etwas schales Gefühl. Als ich mir heute das noch mal ansah, wusste ich warum: Der Kerl da vermarktet seine Metamorphose. Weitere Recherchen bestätigten das.

Da treibt sich Fischer bei einem Projekt des „Stern“ herum – natürlich nur „antifaschistisch”. So war Fischer auch für die ZDK tätig. Die ZDK ist nicht der Zentralverband Deutscher Kaninchenzüchter eV – die nennen sich allerdings aus so – sondern der Gesellschaft Demokratische Kultur. Die ZDK schmeißt alle „Radikalen“ in einen Topf und schreibt:

„Derzeit stellen Rechtsradikalismus und Islamismus in all ihren Erscheinungen die bedeutenden Herausforderungen dar. Es gilt dem Antisemitismus entgegen zu treten, ebenso wie linksradikalen Strukturen und Aktivitäten.“

Also rechts ist links und links ist rechts – es gibt keinen Unterschied. Das, was wir aus den Reden der bürgerlichen Politiker seit vielen Jahrzehnten kennen: Nazis und Kommunisten sind gleich, Und natürlich waren es die Kommunisten, die Hitler an die Macht brachten (nicht etwa Thyssen und Krupp). Das jedenfalls, wenn man bürgerlichen Medien und Politikern Glauben schenkt.

ZDK ist also eine GmbH, wenn auch mit g davor, was wohl gemeinnützig bedeuten soll. Ein Bestandteil dieser dubiosen eGmbH ist das ebenso dubiose Aussteigerprogramm Exit angeschlossen, deren Chef und Gründer ein ehemaliger Politschnüffler und Staatsschutzchef ist.[3]

Die Geldgeber von Exit ist letztlich der Bertelsmann-Konzern, konkret die Illustrierte Stern. Die unterhält nun Ihrerseits „mut-gegen-rechte-gewalt“, ein Internet-Portal. Fischer schreibt auch hierfür.

Der Bertelsmann-Verlag ist andererseits einer der Hauptinitiatoren der nationalistisch angehauchten Initiative „Du bist Deutschland“ mit ihren unsäglichen Werbespots und Großanzeigen über die Größe der deutschen Nation. Eines hierbei beruhigt mich allerdings sehr: Diese Initiative scheint wegen Misserfolg selig entschlafen zu sein.

Fischer wurde von den Göbbels-Nachfolgern und –Nachahmern aus der Nazi-Szene ausgebildet, wofür sich Kommunisten wie ich nie hergeben würden:

 Der publizistische Erfolg von Jörg Fischer hängt nicht nur mit seiner spektakulären Story zusammen. Er hat den Umgang mit den Medien gelernt - bei einer Kaderschulung der NPD. Im April 1987 lernte er im parteieigenen „Nationaldemokratischen Bildungszentrum“ im norditalienischen Iseo alles über „den Umgang mit der Öffentlichkeit und dem politischen Gegner“.[4]

Sein Lehrmeister damals war der spätere NPD-Führer Udo Voigt:

„Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, der damals mein Lehrer war, wird sich heute sonstwo hin beißen, dass er mir das alles beigebracht hat“, freut sich Fischer. „Was ich allerdings nicht mehr verwende, ist das Manipulative.“[5]

Hier lügt Fischer, wie ich noch zeigen werde.

Hier nur soviel: Kommunisten, die sich gegen die rassistische Politik der israelischen Regierung wenden, sind für ihn Antisemiten und Nazis. Daher konnte er auch locker seine angeblich gewonnene linke Gesinnung bei der ZDK unterbringen.

Aber Lügen dürfte ja eines der zentralen Lerninhalte an dieser Nazi-Propaganda-Schule gewesen sein. Lügen gehörten bekanntlich zum Alltäglichen der Faschisten.

Fischer, dieser smarte Berufsaussteiger, versucht sich nach allen Regeln der Eitelkeit zu vermarkten. So schreibt er anbiedernd – unterschrieben mit „Euer Jörg“, auf seiner Homepage:

„Manche verdrehen die Augen oder ihre Gesichtsfarbe verändert sich aufgrund ansteigenden Blutdrucks wenn sie meinen Namen hören - und dafür habe ich einiges getan. Seit nunmehr 9 Jahren nerve ich die ehrenwerte Gesellschaft mit meinen Artikeln, Büchern, Talkshowauftritten, Reden und im Internet.“[6]

Sicher muss er eitel all seine Tätigkeiten erwähnen, sich selbst – einschließlich seiner Nazivergangenheit – in Szene setzen und dann sein Wirken in den Mittelpunkt stellen. Er zeigt sich selbst werbewirksam vor. Das erinnert mich daran, wenn Gewinner von Skiveranstaltungen vor der Kamera stehen, sie immer den Markenaufdruck auf ihren Skiern in die Kamera halten. Dafür bekommen sie dann von den Firmen Geld.

Fischer nennt sich „freier Journalist“. Er lebt also davon, was er absondert. Kaum zu glauben, dass er bei all seinen publikumswirksamen Aktivitäten auf die sonst üblichen Honorare verzichtet, die es bei „Artikeln, Büchern, Talkshowauftritten, Reden und im Internet“ gibt. Darunter sind Institutionen, die sich sonst nicht lumpen lassen, so z.B. die SPD-Stiftung „Friedrich-Ebert-Stiftung“. Ein gewisser Lars Sittig berichtet von einem Auftritt Fischers mit einem anderen  Kumpan aus der Nazi-Aussteiger-Szene:

Mit Fischer und Adrian hat die Ebert-Stiftung zwei brillante Rhetoriker verpflichtet, die in der Aussteiger-Szene als Medienprofis gelten.“[7]

Der Mann hat’s erkannt.

Eine Frage dabei ist allerdings unbeantwortet: Der öffentliche Auftritt Fischers in Suhl, über den hier berichtet wurde, war erst vor einem Jahr. Damals war Fischer schon bei der WASG (vorher war er bei der PDS), also  nicht bei der SPD, und: Es war Wahlkampf! Wieso engagiert eine Institution der SPD einen bösen Konkurrenten und Unterstützer einer verpönten Abspaltung von der SPD? Kaum zu glauben, dass die Friedrich-Ebert-Stiftung das aus purem Antifaschismus getan haben soll.

2. Der Feind steht links

Wir haben oben schon erwähnt, dass Fischer sehr intensiv mit eigenartigen und sich als staatstragend verstehenden Vereinen – offenbar allerdings nicht ganz selbstlos – zusammenarbeitet, der ZDK,  auch der Friedrich-Ebert-Stiftung, den elektronischen Medien usw. Die schreiben: „Es gilt dem Antisemitismus entgegen zu treten, ebenso wie linksradikalen Strukturen und Aktivitäten.“

Wieder das manipulative Schema: Linke sind Rechte und müssen bekämpft werden. Diese Institutionen – und offenbar auch dieser Herr Fischer – geben vor, gegen rechts zu kämpfen. Fischer kokettiert in Wirklichkeit mit seiner Nazivergangenheit und lebt offenbar ganz gut davon, wie ja oben angedeutet wurde.

Da muss er aber auch eine Menge dafür tun. Die Herrschaften, die ihm diese Jobs verschafften, die ihn zu Talkshows einladen, seine Bücher verlegen, ihn interviewen – sei es mit oder ohne Honorar – erwarten, dass er mehr macht, als Anekdötchen und Schmunzelgeschichten über eigenartige Germanismen in der Sprache der Rechten, wie anstelle t-shirt sollen sie, sagt Fischer, t-Hemd sagen. Haha, was haben wir wieder mal gelacht. Die verlangen Handfesteres, um ihre Klassenherrschaft zu festigen. Und Fischer ist eifrig.

Der Feind steht links, davon sind die Herrschenden überzeugt. Und Fischer befriedigt ihre Erwartungen, dies bis in linke Kreise und das gesellschaftskritische Bildungsbürgertum hinein zu propagieren. Wie aber kann man diese verlogene Propaganda subtiler einbringen, als wenn man, wie Fischer es macht, alle und jeden, der/die sich ernsthaft gegen Rassismus jeglicher Art engagieren, selbst als Faschisten hinzustellt? Maßstab ist dabei die Haltung zur Politik der israelischen Regierung. Wer die Unterdrückung der Palästinenser kritisiert, ihren Widerstand gegen israelische Unterdrückung berechtigt findet, der sei ein Antisemit und Antisemit sei gleich Nazi usw. Das schreit Fischer lauthals in die Welt, und das machen auch die anderen „Antideutschen” – und mit ihnen der bürgerliche Propagandaapparat.

Indem sich Fischer mit seinem vorgeblichen Aussteigen aus der Naziszene wirkungsvoll vermarktet, dabei naive Gutmenschen vom Schlage eines Alfred Biolek beeindruckt, dass man den Eindruck hat, in seiner Talkshow würde Bio ihm jeden Moment die Füße küssen, - verleumdet er so ganz nebenbei aufrechte Kämpfer gegen Faschismus. Das ist seine wirkliche Mission. Das, wie bei den Nazis, so auch noch heute, und auch gegen mich.

Der gewendete Michael Kühnen namens Jörg Fischer ist in Wirklichkeit gar nicht so sehr gewendet. Er legte sich nur Mimikry zu und erscheint im „Antifa”-Gewand und hetzt nun, von den bürgerlichen Medien umworben, bis in die linke Szene hinein gegen Kommunisten. Nun sage noch einer, ein Joseph Göbbels habe nicht würdige Nacheiferer gefunden… .

Es ist auch kein Zufall, dass Fischer ausgerechnet bei der trotzkistischen SAV gelandet ist. Trotzki selbst bezeichnete Hitler und Stalin als „Zwillingsgestirne”[8]. In seinem letztlich maßlosen Hass gegen die UdSSR und deren damaliger herausragender Führungspersönlichkeit Stalin biederte sich dieser Renegat am Sozialismus den Imperialisten auf übelste Weise als trojanisches Pferd innerhalb der Linken an.

Wie auch z.B. Winston Churchill, der bekanntlich Hitler und Stalin als zwei tolle Hunde sah, die man dazu animieren müsse, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen, sah auch der Verräter Trotzki eine solche Gleichheit.

So ja auch Fischer. Denn alle, die links und dennoch nicht israelkonform und araber- und islamhassend sind, sind für Fischer antisemitisch. Als Antisemiten sind sie für Fischer Faschisten. Und mit diesem Feindbild schlägt Fischer dann gemeinsam mit der bürgerlichen Medienmeute und seinen gewonnenen Mitstreitern bei SAV und Hagalil usw. auf aufrechte, dem antiimperialistischen nationalen und sozialen Befreiungskampf der Völker verbundene Linke ein. Dabei schreckt er auch nicht vor rassistischer Hetze zurück, wie der rassistische da falschkonstruierte Antisemitismusvorwurf in solchen Fällen klar beweist.

2.1 Der Islam ist Terrorismus

Wir von Kommunisten-online sind wahrlich keine Fans von Oskar Lafontaine. Aber wir werden jeden verteidigen, der wegen einer richtigen oder zumindest humanitären Haltung von Subjekten vom Schlage eines Jörg Fischer angepinkelt wird.

So hatte Lafontaine öffentlich erklärt, er sähe zwischen Islam und Linken Gemeinsamkeiten (Verbot von Zinsen, Gebot des Teilens usw.) Ich sehe diese Gemeinsamkeit vielleicht bei gewissen linken Strömungen des Islam, wie ich sie auch entsprechenden christlichen, jüdischen und anderen Religionen sehe. Aber sei’s drum. Lafontaine wollte offenbar um Verständnis für Menschen moslemischen Glaubens werben.

Fischer dagegen schäumt. Er wettert dagegen[9] und wirft alle Strömungen in einen Topf mit einigen wenigen extrem rückständigen und reaktionären Denkrichtungen des Islam. Dahinter steckt die Botschaft: Alle Islam-Anhänger seien potentielle Terroristen, Frauendiskriminierer, Schwulenverfolger, Feinde der Freiheit des Menschen, usw.

Denkt so ein Linker, als der sich das Subjekt Fischer ausgibt? Oder redet da nicht noch immer ein Nazi? Anstatt: „Alle Juden sind…“, jetzt „alle Moslems sind…“ Ist das humaner als die Hasstiraden der Nazis mit Glatze und Springerstiefel? Ich sehe da keinen Unterschied.

Aber Fischer schlägt den Sack und meint den Esel. Treffen will er hier die mit der trotzkistischen SAV verfehmte ebenfalls trotzkistische Gruppe in der WASG namens „Linksruck“, die für eine Fusion von WASG und Linkspartei.PDS eintritt. Während die SAV dagegen ist. Seine Aufgabe ist ja bekanntlich,  „Linke” unter „Linken” zu bekämpfen, indem er sie als Rechte und Nazis diffamiert. So auch hier. Zwar handelt es sich bei „Linksruck“ auch um eine trotzkistische Gruppe, so wie auch die SAV, der Fischer angehört, aber sei’s drum – die sind einfach anders „links” und da steht der Feind – meint Fischer gegen andersseiende Trotzkisten.

Lafontaine muss wohl bei einer Pressekonferenz mit einigen von „Linksruck” aufgetreten sein. Das nimmt das gewendet-faschistische Subjekt Jörg Fischer zum Anlass, „Linksruck“ des – versteht sich – „Antisemitismus” zu beschuldigen. Fischer schreibt:

„Hierzu gehört unter anderem eine Organisation namens „Linksruck“, deren Mitglieder schon mal die „bedingungslose Solidarität“ mit der islamistischen Terroristenorganisation „Hamas“ beschwören.“[10]

Tatsächlich schreibt Linksruck, z.B. über das Ergebnis der Palästinenserwahlen:

„Angeblich bedrohen Hamas und Iran den Weltfrieden. Die tatsächliche Bedrohung kommt von den Regierenden in den USA, der EU und Israel, argumentieren ein Israeli, ein Palästinenser und Heike Hänsel von der Linksfraktion“[11]

Das liest sich allerdings etwas anders, als der gewendete Michael Kühnen, Jörg Fischer, behauptet. Der hat offenbar wieder mal tief in die bei der NPD gelernte Trickkiste der Lüge gegriffen.

Ferner behauptet dieser Mensch über Linksruck: „Denn hier scheinen einige noch viel mehr Gemeinsamkeiten mit Islamisten zu pflegen.“[12]

Und weiter: „hier geht es um den blanken Hass auf den jüdischen Staat, um das ventilieren altbekannter Vorurteile und Ressentiments.“

Ich bin immer wieder verblüfft über die Unverfrorenheiten dieses Absolventen der Nazi-Kaderschule und Schüler des NPD-Chefs Voigt. Herr Voigt hat in seinem Fischer einen würdigen Schüler gefunden.

Das Muster ist immer das gleiche: Linke Kritik an der Politik Israels wird als Antisemitismus denunziert, Aufdecken von Verbrechen aus der Geschichte des Zionismus als „blanken Hass auf den jüdischen Staat“ und Visionen des Friedens und Ausgleichs in der Region, das friedliche Zusammenleben der Menschen in Palästina, wenn Israel seinen zionistischen Rassismus aufgibt, als Verneinung des Existenzrechts Israels.

Einfaches faschistisches Strickmuster wird dabei eingesetzt: Man behauptet etwas, was so gelogen und an den Haaren herbei gezogen ist, dass niemand auf die Idee kommt, solch eine Ungeheuerlichkeit wäre Lüge. Und trotzdem ist es Lüge, eben Lüge nach faschistischem Muster. Fischer hat’s ja bei NPD-Voigt gelernt.

Interessant ist hierzu allerdings, wie andere Fischer charakterisieren:

PDS-Ratsherr Jörg Detjen zeigte sich erleichtert über den Austritt Jörg Fischers. Bei Fischer handele es sich um jemanden, bei dem die Selbstdarstellung leider zu häufig vor Inhalten stehe. Nachdem der „Egomane“ in der PDS gescheitert sei, suche er sich jetzt halt ein anderes Betätigungsfeld: „Der hängt seine Fahne immer in den Wind“, sagte Detjen der taz. Mal habe er zum „Reformflügel“ der PDS gehört, dann wieder zur Kommunistischen Plattform. Nun setzte er auf ein „linkes Wahlbündnis“ gegen die PDS.“[13]

Zusammenfassend muss gesagt werden, dass Fischers zur Schau getragener Antifaschismus nur Tünche ist, die seine rassistische und profaschistische Gesinnung übertüncht. Fischer bedient sich dabei der bei den Nazis gelernten Tricks der Manipulation, Unterstellungen und Lügen.

An seinem Sinneswandel vom aktiven Nazi zum linken Sozialisten zweifle ich zutiefst. Fischer war bei den Nazis an einen Punkt gekommen, wo er nicht weiter kam. Womöglich hat da sein Schwulsein eine Rolle gespielt, jedenfalls wird das behauptet.

Man weiß zwar, dass Schwule bei den Nazis ebenso häufig, wenn nicht gar häufiger sind, als anderswo – (die faschistischen Männerbünde, wie SA, SS oder heute Kameradschaften scheinen Homosexuelle magisch anzuziehen), aber Nazis sind da auch sehr rigoros. Michael Kühnen hat in seinen letzten Lebensjahren das auch zu spüren gekommen.

Es mag sein, dass da Fischer sich bei den Nazis mehr und mehr in die Isolation hinein manövrierte und schließlich die Flucht nach vorn antrat. Seine hervorstechende Eigenschaft war und ist ja seine Egomanie, die konnte er ganz sicher nicht als Mitarbeiter des Nazi-Verlegers Frey oder in der NPD ausleben.

Es ist anzuraten, die Finger von Fischer weg zu lassen. Der Kerl ist mit Sicherheit ebenso wenig koscher, wie sein Ex-Gesinnungskumpan Detlef Nolde, der ja inzwischen auch auf links macht.

3. Fischer ein Jude?

Das ZDF berichtet am 30. Juli 2002 in der Sendung „37°“ folgende Rührstory:

„Auf der Suche nach ihm entdeckt er das verletzte Kind, das er einmal war. Jörg Fischer verkörpert auf tragische Weise den vaterlosen Jugendlichen, dem das Völkische die Familie ersetzte und ein „Führer“ den Vater. Bewegend ist seine Suche nach dem verlorenen Vater, in der sich Hass und Sehnsucht mischen. Erst spät hat er erfahren, dass seine Mutter jüdischer Abstammung ist und sein Großvater als einer der ersten Juden im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde. Seine Mutter hatte Angst, ihm das zu sagen, solange er bei den Neonazis war. „Das war ein Schock für mich“, sagt er heute.“

Hier sei gesagt: Ich kenne eine Menge Menschen – mich eingeschlossen – die vaterlos aufwuchsen und doch anständige Menschen wurden. Die weder Verbrechen  begingen noch Verbrechen verharmlosten oder rechtfertigten, wie Fischer in seiner Nazi-Vergangenheit oder heute in Bezug auf die Verbrechen der zionistischen Unterdrücker in Palästina.

Es gibt keinen Automatismus vaterlos = Nazi. Ich z.B. bin seit meiner Jugend kommunistisch-sozialistisch organisiert. Ich habe nie einen „Führer“ gebraucht, einen braunen schon gar nicht. Mein  „ Hass und Sehnsucht mischen“ sich darin, dass ich den Faschismus hasse, ihn bekämpfe, die Ursachen des Faschismus nicht minder, nämlich den Kapitalismus. Und meine Sehnsucht gilt der Revolution der unterdrückten Massen gegen Ausbeutung und Unterdrückung – egal in welchem Gewand die auftritt.

Nun gut, Fischer brauchte die Braunen, den Frey und den NPD-Voigt. Die Frage aber drängt sich auf, wie es wirklich mit seiner von rechts auf links gewendeten Gesinnung steht. Ich hege keinen Zweifel – wie oben schon dargestellt – dass Fischer immer noch Rassist ist, nur eben ist jetzt eine andere Rasse für ihn die Herrenrasse. Als Nazi waren die Juden die Bösen und die Germanen die Guten, jetzt sind die Juden die Guten und die Araber, die angeblichen Islamisten, sind die Verderber der Menschheit. Was macht das für einen Unterschied?

Der ZDF-Bericht aber geht weiter: Fischers Großvater sei, wird behauptet, Jude gewesen, der „als einer der ersten Juden im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde.“

Ich kann das Gegenteil nicht beweisen und auch nicht behaupten, dass dies eine platte Lüge sei. Aber Zweifel sind angebracht.

Fischer ist ein begnadeter Selbstdarsteller, ein begnadeter Egomane[14] und Narzisst. Das zeigt sich schon allein daran, wie er sein Schwulsein vermarktet. Wenn wirklich etwas dran wäre, dass er jüdischer Abstammung ist, wäre das doch ein weiteres Verkaufsargument für sein Ego. Man bedenke: was das für eine Steigerung wäre:

Fischer als schwuler Nazi ist schon eine Medienschlagzeile;

Fischer, der schwule Jude als Nazi die Steigerung (!), aber

Fischer, der schwule Jude und Naziaussteiger (!!!) wäre der Superlativ.

Jedoch, nichts dergleichen. Ich vermute, Fischer  weiß sehr genau, wenn er zu lauthals seine angebliche jüdische Abstammung raushängen lässt, muss irgendwann mal eine offizielle jüdische Stelle diese bestätigen oder dementieren.

Aber diese Rührstory via ZDF in die Welt zu setzen tut’s letztlich auch. Fischer kann dann jeden Angriff auf sich als einen Angriff auf den Enkel eines Opfers der Shoa hinstellen, ohne jemals das behaupten zu müssen. Geschickt, geschickt!

4. Fischers politische Aktivitäten

Auf einen Aspekt habe ich bereits hingewiesen. Dass Fischer ein bekennender Schwuler ist, ist Nebensache und hat keine Rolle zu spielen. Wie jemand seine Zeit im Bett oder sonst wo verbringt und mit wem, ist dessen ureigenste Angelegenheit.

Aber Fischer rückt seine Homosexualität selbst ständig ins Blickfeld. So als Kandidat der PDS bei der Bundestagswahl 2002 im Wahlkreis 96 (Köln III).

Fischer leierte damals für die Schwulenplattform in der PDS eine Kampagne an für die Legalisierung von sog. Darkrooms. Also dunklen Räumen, v.a. in Schwulenbars, wo anonym Sex gemacht wird. Nun kann man zu so etwas sicher ein geteiltes Verhältnis haben, ich finde es unappetitlich. Aber jeder mag’s eben anders. Allerdings ein besonders brennendesThema ist es nicht. Anders Fischer.

„Jörg Fischer, Mitglied des Kölner KreissprecherInnenrates und Bundestagskandidat der PDS, erklärte hierzu: „Unabhängig wie man persönlich zu Darkrooms steht und ob man sie nun in Anspruch nimmt oder nicht: Es gibt sie, sie sind für nicht wenige ein Ort ihrer gelebten, lustvollen Sexualität. Deshalb dürfen sie nicht länger Gegenstand einer gnädigen, jederzeit endenden Duldung sein, sondern müssen endlich auf eine rechtssichere Grundlage gestellt werden.“[15]

Dass diese Darkrooms eine pervertierte Neuerung aus den USA ist, die auf, wie ich finde, perverse Art menschliche Sexualität – das Intimste des Menschen überhaupt – zur Ware macht, die man kaufen und verkaufen kann, ficht Fischer nicht an. Ob er diese Darkrooms benutzt oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Tatsache aber, dass er es für ein so wichtiges Thema hält, dass er eine Aktion im Rahmen des Bundestagswahlkampfes 2002 macht, zeigt eigentlich wessen Geistes Kind er ist.

4. Inhaltliche Erwiderung der Gegendarstellung des Jörg Fischer

Fischer:

„In dem Artikel wird behauptet: „Viertens stiessen vermehrt so scheinheilig links sich gebende politische Chamäleons wie Jörg Fischer und sein pro-israelischer, rein zionistischer Hagalil-Freundeskreis aus der „Provinz“ zur Berliner WASG, …“ Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß es keinen „Hagalil-Freundeskreis“ gibt, mit oder ohne den ich zur Berliner WASG gegangen bin.“

K-online:

Der mag sich so nicht nennen, aber einen „antideutschen“ Klüngel, den gibt es. Mit diesem macht Fischer zwar so lautes Geschrei, dass es in den Ohren gellt, als sei das die gesamte Berliner WASG. Dabei sind es nur wenige, wenn auch sehr schrille Gestalten.

Fischer:

„In dem Artikel wird behauptet: „…forderte in der entsprechenden PDS-AG „queerbeet“ …“ Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß ich niemals in einer PDS-AG mit dem Namen „queerbeet“ war und das es eine AG solchen Namens auch niemals in der PDS gab oder gibt.“

K-online:

Hier mogelt Fischer. Seine Schwulen AG in der PDS nennt sich „Bundesarbeitsgemeinschaft Queer der Linkspartei.PDS“ [16] – also nicht „queerbeet“. Wir schrieben, Fischer fordere „staatliche Förderung für so ein Extrem wie die dark rooms.“ Das war etwas krumm formuliert. Fischer forderte kein Geld für diese eigenartigen Vergnügungsstätten.

Tatsächlich forderte Fischer mehr als Geld, nämlich die staatliche Anerkennung dieser merkwürdigen Etablissements: „Deshalb dürfen sie nicht länger Gegenstand einer gnädigen, jederzeit endenden Duldung sein, sondern müssen endlich auf eine rechtssichere Grundlage gestellt werden.“[17]

Ich habe oben schon dargestellt, was ich davon halte. Warum Fischer das wohl zu einer eigenen Kampagne machte, als er 2002 PDS- Bundestagskandidat war?

Fischer:

„In dem Artikel wird behauptet: „Als zu Beginn der 90er Jahre seine Nazi-Redakteurskarriere im Verlagshaus des DVU-Chefs Frey in München misslang, brach er mit den Faschisten …“ Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß ich meine Tätigkeit im DSZ-Verlag im März 1988 beendet habe und diese Beendigung in keinem Zusammenhang mit meinem Ausstieg aus der Nazi-Szene Ende 1991 steht.“

K-online:

Hier mogelt Fischer wiederum. Als die Karriere bei Frey nicht gelang, ging Fischer zu einer anderen Nazi-Sekte: der Deutschen Liga für Volk und Heimat. Mitglieder dieser Gruppe warem in Hürth bei Köln in einen Dreifachmord verwickelt.

Als sich die Erfolglosigkeit dieser Nazisekte abzeichnete und er einsah, dass er so nie Karriere machen kann, stieg er da auch aus.

Was er aber zwischen seinem Ausstieg aus der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ und seinem Auftauchen in linken Kreisen machte, liegt im Dunkeln. Erst 1996, also 5 Jahre nach seinem Verlassen der Deutschen Liga, mutierte er öffentlich zum Antifaschisten. Nicht sehr glaubwürdig! Hat er  in der Zeit eine solide Ausbildung beim Verfassungsschutz bekommen? Ich weiß es nicht. Warum aber liegen diese Jahre im Dunkeln?

Fischer:

„In dem Artikel wird behauptet: „und konnte sich binnen weniger Jahre mit dem VVN-Vorsitzenden Gingold befreunden …“ Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß ich nicht mit dem „VVN-Vorsitzenden Gingold“, sondern mit dem Mitglied des Bundessprecherkreises der VVN-BdA, Peter Gingold, befreundet bin.“

K-online:

Wieder mogelt Fischer. Das steht auf der VVN-BdA-Homepage: „Peter Gingold (Mitkämpfer der französischen Resistance und der italienischen Partisanen, Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-BdA“[18] Das stammt vom Januar 2006.

Ob Fischer mit Peter Gingold befreundet ist, vermag ich nicht zu sagen, er dürfte ihn aber kennen.

Fischer:

„In dem Artikel wird behauptet: „Er unterhält dort eine nicht zu unterschätzende antikommunistische Seilschaft, …“ Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß ich keinerlei Seilschaften unterhalte.“

K-online:

Klar, dass Fischer das schreibt. Es ist aber eine reine Frage der Definition. Ob man das Kind Seilschaft oder Kreis von Freunden „antideutscher“ und prozionistischer Gesinnung und/oder der gleichen Neigungen wie Jörg Fischer nennt oder einfach Seilschaft. Wir nannten es einfach Seilschaft, denn das trifft den Nagel auf den Kopf.

Fischer:

„In dem Artikel wird behauptet: „Sehr möglicherweise von den entspr. westlichen „Diensten“ gesponsert und angeleitet. …“ Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß ich weder „sehr möglicherweise“ noch sonstwie von „westlichen’Diensten’“ gesponsert oder/und angeleitet werde.“

K-online:

Nun denn: der Mogler mogelt weiter, er nimmt’s wörtlich. Natürlich können wir nicht im Personalarchiv des BfV  herumstöbern, auch nicht in dem anderer Dienste. Aber lt. Gerichtsurteilen bundesdeutscher Gerichte ist es keine Beleidigung, jemanden als Verfassungsschutzagenten zu bezeichnen. Wir behaupten das aber auch nicht über Fischer.

Da Fischer aber, wie oben mehrfach geschehen, mittels seiner Formulierungen mogelt, nehme ich das auch hier an.

Fischer wird also nicht von westlichen Diensten gesponsert und/oder angeleitet. Der Mossad ist bekanntlich aber kein westlicher (geographisch gesehen) Geheimdienst, sondern ein nahöstlicher. Ob Fischer von denen gesponsert und/oder angeleitet wird? Nach Fischers spitzfindigen und zweideutigen Formulierungen im Detail gibt er mit dieser Formulierung (siehe oben) indirekt zu, auf der Soldliste des Mossad zu stehen.  Beweisen können wir es nicht, aber einige Anzeichen sprechen dafür.

Das ist die Erwiderung der von uns anerkannten Gegendarstellung. Fischer bringt allerdings noch eine Fortsetzung. Die aber erkannten wir nicht als Gegendarstellung an, weil Fischer kein berechtigtes Interesse daran haben kann. Wir werden dennoch auch zu diesem Punkt etwas schreiben.

4.1 Als Gegendarstellung von uns nicht anerkannt

Gegendarstellung kann, lt. Landespressegesetz nur der Verlangen, der ein „berechtigtes Interesse an der Veröffentlichung hat“. Da Fischer uns aber keine Berechtigung, im Namen von Hagalil zu sprechen, glaubhaft machen konnte, sahen wir keinen Grund, diesen Teil als Gegendarstellung gelten zu lassen. Wir gehen dennoch darauf ein, denn wir haben ein politisches Interesse daran, dass bekannt wird, was Hagalil ist.

Fischer

„In dem Artikel wird behauptet: „Jörg Fischer ist aktiv beim Israelfreundesverein Hagalil …“ Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, das haGalil.com kein „israelischer Freundschaftsverein“, sondern Europas größtes jüdisches Internetportal ist.“[19]

K-online

Dieses Internetportal ist so vollkommen auf der Linie der israelischen Regierung, rechtfertigt alles und jedes, was von da kommt, dass es mir schwer fällt zu glauben, das sei wirklich „Europas größtes jüdisches Internetportal“. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass es sich hier um ein offiziöses Propagandainstrument der israelischen Regierung handelt. Hagalil mag kein „Israelfreundesverein“ sein – der Autor unseres Artikel hat diese Formulierung, klar zu verstehen, ironisch gemeint – Hagalil ist ein Teil der israelischen Propaganda. Da genau ist Fischer aktiv. Auf Fischers Homepage kommt auf der Index-Seite allein 12.mal ein Link auf Hagalil-Artikel und Fischer schreibt auch regelmäßig für dieses Propagandainstrument der Regierung der Zionisten. Allein vier dieser zwölf Artikel zeichnet Fischer als Autor, einmal sein Gesinnungskumpan Max Brym. Na, wenn das ein Zufall ist… .

Es ist anzunehmen, dass die zionistische Regierung Israels sich nicht lumpen lässt. Immerhin will ja auch ein Herr Jörg Fischer leben – und das nicht schlecht.

5. Resümee

Fischer ist ein Hans Dampf in allen Gassen. Seit seiner „Bekehrung“ wechselte er mehrfach seine politischen Hemden, so dass es nicht wenige gibt, die ihm gar nichts mehr glauben. Auffallend ist auch, dass alles, was Fischer als „antifaschistisch“  absondert, flach und inhaltsleer ist. Man muss über die Fascho-Szene gar nicht einmal besonders gut informiert sein, um nicht alles, was Fischer so als das Neueste und Wichtigste verkündet, schon lange gewusst zu haben. Oder Fischer bleibt im Nebulösen, erzählt, wie man im Rheinland sagt, Tönnekes. Eine Auseinadersetzung mit dem Faschismus leistet er nicht, schpn gar nicht antifaschistischen Kampf. Aber antisozialistischen und v.a. antikommunistischen Kampf leistet er. Ein bekennender Antifaschist?

Was Fischer aber dabei immer weglässt, ist der Klassencharakter des Faschismus im kapitalistischen System. Fischer gibt sich als Trotzkist aus, aber selbst die dürften nicht vom klassenneutralen Faschismus schwafeln.

Was Fischers wirkliche Überzeugung ist, weiß ich nicht. Dazu hat er seine geäußerten Ansichten zu oft gewechselt, ist der Aussteiger zu oft ausgestiegen:

Von der NPD zur DVU, von der DVU zur Deutschen Liga für Volk und Heimat. Und dann stieg er aus. Das dürfte 1991 gewesen sein, aber erst 1996 tauchte er als gewendeter Michael Kühnen wie Phönix aus der Asche auf. Die Frage muss erlaubt sein, was machte er in diesen fünf Jahren? Ein Egomane (Kölner PDS-Ratsherr Detjen) wie Fischer, taucht nicht ein halbes Jahrzehnt einfach ab. Hat er da seinen „geheimdienstlichen Schliff” bekommen?

Nach seinem Auftauchen wieder – wie schon in der Nazi-Szene: Der Aussteiger steigt immer mal wieder aus und kommt auch wieder woanders rein. Nur eine unvollständige Auswahl: PDS, PDS-Reformer (rechter Flügel), PDS-kommunistische Plattform, VVN, SAV, WASG, Hagalil. Und das innerhalb weniger Jahre.

Gleichzeitig hat er – sicher gut bezahlte – Auftritte für die Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD und  für die Rosa-Luxemburg-Stiftung der PDS ebenso. Auch Stern, ZDF, ARD bei Alfred Biolek, diverse Regionalprogramme usw. Warum ist niemandem aufgefallen, dass er keineswegs Neues absondert, sondern eigentlich nur Geschwätz und Selbstdarstellung?

Ich habe da eine einfache Erklärung: Fischer verkauft sich selbst gut. Das ist ein wichtiges Argument für die Medien, die in ihren Sendungen immer mehr abflachen.

Es gibt aber eine Kontinuität bei Fischer: Fischer!

Dass aber die Friedrich-Ebert-Stiftung einen ach so „Linken”, wie dem PDSler, jetzt Trotzkisten und WASGler, dessen Parteien der Mutterpartei der Friedrich-Ebert-Stiftung das Wasser abgraben wollen, Reisen durch die Weltgeschichte und lukrative Vorträge bezahlt, finde ich sehr interessant – und sonderbar.

Ich habe mich fast eine Woche mit Fischers Absonderungen beschäftigt. Er meidet wie der Teufel das Weihwasser eine wirklich gründliche Auseinandersetzung mit seiner Nazi-Vergangenheit. Mir scheint, dass bei Fischer ebenso wie bei Detlef Nolde alles sehr dubios ist. Überhaupt sollte man bei gewendeten Nazis sehr vorsichtig sein. Ich will damit nicht sagen, dass ehemalige Nazis nicht aufrechte Linke oder gar Kommunisten werden können. Richard Scheringer, ein Nazi und Leutnant der Reichswehr in der Weimarer Republik, ist ein solcher Mensch. Aber dessen Wandlung war nicht auf dubiose Weise vonstatten gegangen, sondern war nachvollziehbar für jeden. Anders bei Nolde, und anders bei Fischer.

Ansonsten hat Fischer nichts zu sagen. Seine Artikel sind ebenso oberflächlich wie sein zur Schau getragener „Antifaschismus”. Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass es stimmt, was viele behaupten: Fischer steht auf der Gehaltsliste eines oder mehrerer Dienste – und mag er es auch per Gegendarstellung dementieren.

Wir können daher nur an alle die Empfehlung geben: Meidet Fischer, isoliert ihn!

G.A.


[1]  Ganze Heerscharen von Nazis machten es in der BRD in der Nachkriegszeit so und erreichte hohe und höchste Ämter. Einer wurde Bundespräsident (Lübke), eine Konrad Adenauers rechte Hand (Globke und einer wurde gar Bundeskanzler (K.G. Kiesinger). Alle mutierten zu aufrechten Demokraten… oder etwa nicht?

[2]  Siehe: Intellektuelle Prostitution oder Die Weißwäscher vom Niederrhein siehe

[3]  Das Projekt EXIT wurde vom ehemaligen Staatsschutz-Chef Bernd Wagner, und Ingo Hasselbach, einem früher führenden Aktivist der Neonazi-Szene, gestartet. (…) Finanziert wird EXIT von der Zeitschrift „Stern“, die mit der Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ bereits 1,6 Millionen Mark sammelte und neben Exit noch weitere Projekte gegen Rechts unterstützt. siehe

[5]  ebenda

[9]  Die Schnittmenge linker Politik und islamischer Religion: Die verblüffenden Entdeckungen des Oskar Lafontaine siehe

[10]  ebenda

[14]  Als Egomane bezeichnet man eine unter dem Symptom Egomanie (v. lat. ego = ich + griech. μανία manía = Raserei; auch Ich-Sucht) leidende Person. Der Betroffene hat das Bedürfnis, stets im Mittelpunkt allen Handelns und Geschehens zu stehen. Ursache dafür ist ein krankhaft-übertriebenes Selbstbewusstsein. In abgeschwächter Form handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung. Oft tritt Egomanie als eine von mehreren Symptomen einer Manie im Rahmen einer Bipolaren Störung (manisch-depressive Krankheit) auf, und wird dann meist von Megalomanie (Größenwahn) begleitet. siehe

[15]  *Das Dunkle raus aus dem Grauen!* siehe

[17]  ebenda

[19]  Im Landespressegesetz steht: „(2) Die Pflicht zum Abdruck einer Gegendarstellung besteht nicht, wenn die betroffene Person oder Stelle kein berechtigtes Interesse an der Veröffentlichung hat.“

Es ist uns nicht bekannt, dass Herr Jörg Fischer die Berechtigung besitzt, für Hagalil zu sprechen. Herr Fischer hat folglich auch kein berechtigtes Interesse an einer Gegendarstellung in diesem Punkt.

Wir betrachten  daher diesen Teil nicht als Teil seiner Gegendarstellung, bringen ihn aber dennoch.

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