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Kampf den ideologischen Diversanten |
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Offene
US-imperialistische Parolen auf einer sog. Antifa-Mai- Demonstration in
Berlin-Mitte und Kreuzberg! Raus mit der faschistischen
Demonstration aus Berlin! In
Berlin findet am 1. Mai eine Demonstration mit Parolen statt, die direkt und
unverblümt mit den Ansinnen der Politik von Bush und Rumsfeld hausieren geht
und unter Anarcho-Phrasen auftritt. Es existiert ein Aufruf mit dem Titel „Nie
wieder Frieden“, der sich die Slogans der USA verbunden mit autonomen Phrasen
zu eigen macht und ein weiterer Aufruf von einem gewissen Torben Klaas, der für
eine neugegründete Propaganda-Gruppe in Verbindung mit der AANO
(Antifaschistischen Aktion Nordost) schreibt, der die Grundlagen dieser
Demonstration charakterisiert. Es heißt darin zu Anfang der demagogischen Ausführungen:
"Die seit dem Fall der Mauer gewachsene Bedeutung des neuen Großdeutschlands
stärkte zeitgleich die Europäische Union mit ihren wirtschaftlichen und
politischen Konkurrenzbestrebungen gegenüber den USA. Dabei ist die EU in den
letzten Jahren im Wettlauf um die ökonomische und geostrategische Aufteilung
der Welt zu einer ernsthaften Konkurrenz der USA erwachsen." Da haben
wir den Herrn Bush, der in seinen Reden unverblümt erklärt hat, daß die USA
auf allen Gebieten die führende Macht seien - eine Feststellung, die er
gleichzeitig als Drohung gegenüber allen anderen Staaten auf der Welt trifft.
Diese Vorherrschaft besteht erstens in einer dominierenden Stellung bei
Atomwaffen, biologischen und chemischen Waffen, bei denen die USA einen gegenwärtig
nahezu uneinholbaren Vorsprung gegenüber sämtlichen übrigen Staaten, ja sogar
ein Monopol gegenüber den allermeisten haben. Sie wollen unter dem Vorwand des
Kampfes gegen den Terrorismus diese zur Disziplinierung nicht nur dieser
Staaten, sondern auch der revolutionären Parteien und aller ihnen mißliebigen
Kräfte in der Welt einsetzen. Sie haben zweitens den Vorsprung in der
konventionellen Rüstung in den letzten 20 Jahren kolossal vergrößert, sodaß
sie auch mit diesem Waffenspektrum, wie der Irak-Krieg gezeigt hat, alle Staaten
und alle politischen Kräfte bedrohen können. Sie sind auch nach wie vor die ökonomisch
stärkste Macht, Sie haben das weltweite Kommunikationswesen in ihrer Hand, sie
sind in der Weltraumtechnik absolut führend etc pp.. Und dann kommen Leute
daher wie diese AANO, und behaupten die EU sei bei der „geostrategischen“
Aufteilung der Welt zur ernsthaften Konkurrenz erwachsen. Wahr ist, daß die USA
mit ihrem Rüstungsmonopol alle anderen Mächte, vielleicht in einem geringen Maße
mit Ausnahme Chinas abgehängt haben, und sich zu dieser Drohkulisse ganz offen
bekennen! Wahr ist, daß die europäischen Staaten und zwar ausnahmslos in der
USHegemonie verblieben beziehungsweise gekommen sind. Das obenstehende Zitat ist
nichts als die Apologie eben dieser dreisten militärischen Erpressungspolitik
der USA. Was die deutsche Einigung von 1990 angeht, so ist deren Behauptung
ebenfalls Unsinn. Bei den Verhandlungen der Einigung mußte die deutsche
Regierung der amerikanischen Regierung versichern, daß sie das System der USA,
die "Neue Weltordnung", die sich damals schon abzeichnete, stützen würde.
Daher auch der Protest dagegen, daß die Bundesrepublik jetzt nicht den USA
gefolgt ist, obwohl es keine Verpflichtung zur Unterstützung der Aggression
gibt. Im Vorfeld mußte die Bundesrepublik zugestehen, daß sie auf den Ausbau
der Kernenergie verzichten würden und weiteres mehr. 2. Allein
in diesem ersten Absatz kommt schon voll die Dienstbeflissenheit gegenüber
diesem USAImperialismus und der Bush-Regierung im Besonderen zum Ausdruck. Es
ist aber nicht die Bush-Regierung und es ist auch keine CIA, es sind auch keine
Professoren des früheren Westberlin, die im Auftrage der USA solche Sätze
schreiben. Es sind angebliche Linke, die so schreiben: die sogenannte Antifa
(Nord-Ost), die sich im Prenzlauer Berg gesammelt hat, und damit verbündete
Gruppierungen. Die Behauptung, daß die EU in den letzten Jahren im Wettlauf um
die ökonomische und geostrategische Aufteilung der Welt zu einer ernsthaften
Konkurrenz der USA erwachsen sei, ist auch deswegen eine absurde Behauptung,
weil es neben der EU auch noch Rußland, China und Indien gibt, und diese
konkurrieren in dem Machtkampf ebenfalls mit. Eines allerdings ist wahr: Die USA
sind nicht fähig, die ökonomische Entwicklung auf der Welt zu kontrollieren.
In diesen Sätzen kommt der Protest der US-Imperialisten und -Faschisten gegen
gerade diesen Umstand heraus, indem sie behaupten, die EU störe sie bei dieser
Herrschaft. Dies stimmt in gewisser Weise: die EU stört die Herrschaft der USA,
aber es ist gut, daß das so ist. Und die Leute, die das Gegenteil behaupten,
sind Agenten des Faschismus. Wenn wir in den ökonomischen und sozialen
Auseinandersetzungen gegen die deutsche Bourgeoisie und die EU-Bourgeoisie kämpfen
werden, dann tun wir es mit Sicherheit nicht dafür, daß die US-Imperialisten
ihre Hegemonie behalten. Selbstverständlich muß vielmehr die oberste Spitze
des Imperialismus, gegenwärtig der USA-Imperialismus, von allen revolutionären
Kräften auf der Welt zusätzlich zur eigenen Bourgeoisie ebenfalls angegriffen
werden. "Nachdem Deutschland wieder zu einer uneingeschränkt souveränen
Großmacht aufgestiegen ist und seine ersten Kriege geführt hat, tritt es auf
einmal verstärkt für eine taktische Ablehnung des Militärischen in der
internationalen Politik ein." Ja, das ist genau das, was die USA außerordentlich
gestört hat, was die Sorgen der Bush und Rumsfeld und die Beschimpfungen
hervorgerufen hat, was ähnlich auch für Frankreich zutrifft und bekanntlich zu
Drohungen der USA gegen Frankreich geführt hat! Und wir haben hier
Demonstranten in Berlin, die laufen unter angeblich linkem Vorzeichen herum und
sind in Wirklichkeit das verstärkte Sprachrohr dieser Drohungen. Verleumdung der
Antikriegsbewegung und der Bevölkerungsmehrheit In
dem genannten Artikel befinden sich noch eine Fülle weiterer Bemerkungen, mit
denen sich der Autor und die hinter ihm stehenden Gruppen selber
charakterisieren. "Die allgegenwärtige Kritik an den USA, sei es im
Bundestag, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, am Stammtisch oder in der
avantgardistischen Künstlerrunde schafft in Deutschland ein unheimliches
Wir-Gefühl, eine neue Form von Volksgemeinschaft." Die allgegenwärtige
Kritik an den USA im deutschen Bundestag? Wir haben gesehen, daß der
Bundeskanzler Schröder aufgrund der Widersprüche, die die Bourgeoisie in
Deutschland wie in Europa mit den USA hat, es einmal gewagt hat, den
USA-Imperialisten in einigen hauptsächlichen Dingen zu widersprechen. Er war
damit nicht alleine. Aber wie ist es im deutschen Bundestag? Da reagierten die
Merkel und Co. ganz im Sinne wie hier besprochen. Der CDU-Abgeordnete Friedbert
Pflüger, der zu den entschiedenen Verteidigern des Irak-Krieges gehört, griff
das öffentlich-rechtliche Fernsehen an, es agitiere gegen die USA. Wie lächerlich
obendrein, denn im Fernsehen kamen ganz gegensätzliche Berichterstattungen zum
Ausdruck, eine Menge auch im Sinne der USA-Aggressoren(z.B. im ZDF) Jedenfalls
kann von einer "allgegenwärtigen Kritik" im deutschen Bundestag nicht
die Rede sein. Ganz ähnlich klagte auch 3 Jeff
Gedmin vom Aspen-Institut, wie schlecht es um Deutschland mit diesem allgemeinen
Gefühl der Opposition gegenüber den USA bestellt sei, usw. Es gibt beträchtliche
Kräfte, auch in der SPD, zum Beispiel Hans-Jürgen Klose oder die Jusos in
Berlin, die direkt oder nur leicht versteckt für die USA Propaganda machen. Das
Lager ist gespalten und es kann auch in Deutschland zu einem Umkippen in
Richtung Unterstützung der USA kommen. Daran arbeiten diese Leute. Es gibt
einen direkten Faden zwischen der Merkel- Agitation und diesen Leuten von der
AANO. Es gibt gleichzeitig auch Oppositionelle innerhalb der CDU/CSU, die Angela
Merkel verurteilen. Sie stehen in ihrem Niveau höher als die Hetze dieser
Reserve der CIA in Berlin. An diesen Dingen wird deutlich, daß die sog.
Antifa-Szene in Berlin einen Kanal zum ganz rechten, pro-USA-imperialistischen
Lager hat. Die Denunziation der Bevölkerung und insbesondere der Bewegung gegen
den Krieg geht weiter: "Konsequenterweise ist die gesamte Bevölkerung
zu einer einzigen Friedensbewegung zusammengewachsen. Ob nun Neonazis oder
Linke, Christen oder Atheisten, Minister oder Autonome: alle verfeindeten Lager
finden sich auf den Friedensdemonstrationen zum großen ‚Bündnis von Mob und
Elite’ zusammen und skandieren auch noch fast die gleichen verkürzt
antikapitalistischen Parolen." Hier wird die Bewegung gegen den Krieg,
die zu Recht und zum Glück existiert hat und nicht nur in Deutschland, sondern
weltweit die USA-Imperialisten isoliert hat, angegriffen. Wenn es zum Beispiel
in einem anderen Flugblatt heißt, die USA und Briten seien in Wirklichkeit
isoliert, dann ist das durchaus richtig. Und gerade dagegen demonstrieren und
polemisieren diese Leute aus dem US-imperialistischen Lager in Berlin. Noch
nicht genug damit: "Die in der Friedensbewegung weit verbreitete
Forderung ‚Kein Blut für Öl’ zum Beispiel denunziert das Engagement der
US- geführten Streitkräfte im Irak einzig als Folge ihrer ‚blutrünstigen
imperialistischen Außenpolitik’. Darin manifestiert sich die Projektion aller
negativen Erscheinungen auf den ‚amerikanischen Raubtierkapitalismus’, während
die europäischen oder deutschen Verhältnisse dabei völlig ignoriert werden
oder man sich gar noch positiv drauf bezieht." Dies ist falsch. Die
meisten Kräfte, die an der Anti-Kriegs-Bewegung teilnehmen, haben durchaus ein
kritisches Verhältnis zum Kapitalismus in Deutschland und beschönigen ihn im
wesentlichen nicht. Über den vereinfachende Slogan "Kein Blut für Öl"
kann man in der Tat etwas unterschiedlicher Meinung sein. Daß sie aber das
„Engagement“ - man beachte die Wortwahl!- der US-geführten Streitkräfte im
Irak einzig als Folge ihrer "blutrünstigen imperialistischen Außenpolitik"
denunzierten, ist lächerlich, denn daß diese Außenpolitik blutrünstig ist,
kann jedermann sehen, und sie ist es sogar erklärtermaßen. Es ist nicht
unwichtig, daß diese sogenannte Antifa unter dem Deckmantel aufgeklärter
Propaganda kommt und in Wirklichkeit die dümmste Apologie eines angeblichen
demokratischen Engagements der USA betreibt. Als hätten diese ernsthaft vor, in
der arabischen Welt die Demokratie einzuführen! So dumm kann niemand sein.
Dahinter steht Berechnung. Daß sich die Bundesregierung in diesem Falle von
diesem Krieg loslöste, aufgrund der Interessenlage der eigenen Bourgeoisie und
aufgrund des Druckes, der von der Bevölkerung ausging, war ein Teil des
Erfolges, der international errungen wurde, um die Bush und Blair zu isolieren.
Es muß daran gearbeitet werden, diese Isolierung aufrecht zu erhalten, obwohl
dies schwierig werden wird. 4 Wie der US-Imperialismus in
anderen Ländern arbeitet Was
ist nun eigentlich das Interessante an dem ganzen Aufruf und dem Auftreten der
AANO? Das Interessante ist, daß es in Berlin eine breitgefächerte, zahlenmäßig
relativ umfangreiche Schicht gibt, die derartige Argumentationen mitträgt und
heute gegen die Isolierung der Bush und Blair und ihrer Kriegspolitik
demonstriert. Allein die Tatsache, daß sie einige Tausend Menschen mobilisieren
können, um diesen Vorstoß zu betreiben, zeigt, was die USA-imperialistische
Herrschaft mit ihrem ausgedehnten Agentenwesen innerhalb Berlins hinterlassen
hat. Das ist keineswegs eine spezifische Erscheinung in Berlin oder in
Deutschland. In allen Ländern versuchen die USA, bestimmte Kreise für ihre
Zwecke zu kaufen und in die bürgerlichen Parteien einzudringen - alles das ist
längst bekannt. Alle Imperialisten machen das, aber die USA können das in
einem Umfang tun, der bisher beispiellos ist, und sie haben von daher eben das
allergrößte Netz, das auch in die Apparate anderer Staaten eingedrungen ist.
Berlin hatte für sie früher eine zentrale Bedeutung, und man muß sehen, daß
die Spuren dieser US-imperialistischen "Linken" sich nicht nur auf die
AANO beschränken. Die Existenz einer solchen Organisation beweist aber
jedenfalls, in welch einem Umfange der US-Imperialismus Subversion betrieben
hat. Schließlich sollte man noch einen Blick auf Ankündigungen solcher Leute
werfen, sie wollten einen verstärkten Kampf in sozialen Fragen gegen die Schröder-Regierung
führen. Ob und wie sie sich daran wirklich beteiligen werden, wird interessant
sein. In diesem Zusammenhang ist das Beispiel China aufschlußreich. Hier
engagiert sich der USAImperialismus, der selber bei der Etablierung des
Kapitalismus in China geholfen hat, jetzt darin, die soziale Unruhe in seinem
Sinne zu schüren; nicht etwa, damit die Arbeiter Rechte erkämpfen, sondern um
die Druckmöglichkeiten auf China, das ein Konkurrent der USA werden könnte, zu
erhöhen. Auch die Absicht, in der Bewegung von vornherein einen Fuß drin zu
haben, damit sie im Zweifelsfall nicht zu weit geht, spielt eine Rolle. Dieses
Schema gibt es aber nicht nur in China, sondern auch weltweit. Die
USA-Imperialisten nutzen linke Bewegungen, nutzen auch Arbeiter- und
Gewerkschaftsbewegungen, um zeitweilig dort einzusickern, um dann sich mit den
gleichen Regierungen, die sie vorgeblich bekämpfen, wieder zu einigen und
gemeinsam das Volk zu unterdrücken. Dieses Doppelspiel der USA ist das, was
entlarvt und bekämpft werden muß. Es ist auch gar nichts Neues. Schon frühere
Herrschaftscliquen, im 19. Jahrhundert etwa, haben zu dieser Methode gegriffen:
man wühlt innerhalb eines anderen Landes, indem man die sozialen Bewegungen
unterstützt; bei der unter Druck geratenen Regierung wird man dann vorstellig
und vereinigt sich mit ihr, um die gleiche Bewegung blutig zu unterdrücken, die
man vorher durch die Hinterhand teilweise gefördert hat. Marx und Engels
beschreiben derartige Methoden zum Beispiel für den Zarismus, aber auch dieser
ist darin keineswegs einzigartig. Das tun im Grunde alle Imperialisten und
Hegemonisten, aber die USA treiben es in ihrer Größenordnung. RedNE/ks
30.4.03 neue
einheit, Zeitschrift
für Politik, Ökonomie und Kultur, - Extrablatt Nr.65 -© 2003, Verlag NEUE
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