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Noam Chomsky,
weltbekannter amerikanischer Sprachwissenschaftler und
bekennender Kriegsgegner wurde in Leipzig von antideutschen
Schreiern als Antisemit beschimpft.
Chomsky ist Amerikaner jüdischer
Herkunft |
„Ein
Propagandaministerium, wie Goebbels“
Die
Kriegs-Lobby und die Antideutschen
Thomas Immanuel Steinberg
Quelle:
Steinberg-Recherche
vom 26. Oktober 2005
Roger
Cukierman, der Vorsitzende des Vertreterrats jüdischer Einrichtungen
Frankreichs findet, daß Scharon „unbedingt ein Propagandaministerium
schaffen müsse, wie Goebbels.“ (1)
Französische
Glaubensbrüder von Cukierman sind empört: Die UJFP,
die jüdisch-französische Union für den Frieden, wehrt sich gegen
Scharons zionistische Politik und die Aufforderung seines
machiavellistischen Ratgebers. Die UJFP bemüht sich um Verständigung
mit den Palästinensern und allen Arabern und Muslimen. Sie analysiert
die Propagandamethoden ihrer rechten Gegner; sie tritt auf gegen
Diffamierungen; sie organisiert Debatten zwischen jüdischen und
maghrebinischen jungen Franzosen in den Banlieues von Paris, Lyon und
Marseille; sie unterstützt die Frauen in Schwarz von Jerusalem und
arbeitet Hand in Hand mit dem jüdisch-palästinensichen Alternativen
Informationszentrum (AIC). Deren Senior Michel Warschawski, Sohn eines
Straßburger Oberrabiners und Jerusalemer seit dem 16. Lebensjahr, hat
auch in Deutschland Bücher gegen jüdisch-israelische Kriegspropaganda
veröffentlicht. Ein Grundlagentext erschien unter dem Titel: Antizionismus
ist nicht Antisemitismus.
In
Deutschland stieß die Kriegs-Lobby Scharons bisher kaum auf Widerstand.
Jungle World und konkret, die Bahamas
Redaktion und Honestly Concerned
können verbreiten, jede Gegnerschaft gegen Scharon und seinen
großen Freund Bush sei antisemitisch. Sie sei von Verschwörungsfantasien
beflügelt – und antiamerikanisch. Der publizistische Mainstream von
Panorama bis Zeit stößt häufig
ins gleiche Horn. Das Internetportal Honestly Concerned, angeblich zum
Kampf gegen Judenhaß angetreten, läßt sich von der israelischen
Botschaft in Berlin, von Jeffrey Gedmins Berliner Aspen Institute, von
Memri und anderen Neo-Con-Einrichtungen mit Argumenten für Krieg und
Besatzung füttern.
Die
Kriegs-Lobby arbeitet überall, in Israel wie in Frankreich, in den USA
nach dem gleichen Muster wie bei uns.
1.
Das Amalgam
Antizionismus
ist Antisemitismus, heißt es bei den Kriegstreibern. Den Begriff
Antisemitismus haben die Vorläufer der Nazis im 19. Jahrhundert in
Europa geschaffen. Als semitisch wurde ursprünglich und wird immer noch
eine Sprachengruppe aus Arabisch, Hebräisch und einigen anderen
vorderasiatisch-afrikanischen Sprachen bezeichnet. Die Judenhasser
bezogen das Wort aber ausschließlich auf Juden und verstanden es
rassistisch. Statt von Antisemitismus, meint Shraga
Elam, sollte daher von Judeophobie (Angst oder Horror vor
Juden) gesprochen werden.
Der
Zionismus war eine von Theodor Herzl propagierte völkisch-nationalistische
Bewegung zur Errichtung eines Judenstaats in Palästina. Sie hatte vor
dem deutsch-europäischen Völkermord an den Juden wenige, danach viele
Anhänger. Auch Nicht-Juden vertraten die Vorstellungen des Zionismus,
darunter Nazis und die heutigen christlichen Zionisten bei den
Evangelikalen von Jerry Fallwell und Pat Robertson.
Streng
orthodoxe Juden in und außerhalb Israels sind Antizionsten. Matzpen
spaltete sich Ende der Sechziger Jahren von der israelisch
kommunistischen Partei ab und strahlte auf die antizionistische Bewegung
in der Welt aus. In ihrer Nachfolge sind die jüdischen Friedensfreunde
in Israel und der Welt heute ebenfalls Antizionisten. Der belgische
Antizionist Michel Collon schreibt über seine Gegner: Zionist ist, wer
die Besatzung Palästinas durch einen rassistischen Staat gutheißt.
Scharons
Anhänger verschmelzen Antizionismus und Judeophobie zu einem scheinbar
untrennbaren Amalgam. Wer Scharon, den Mittäter beim Massaker von Sabra
und Schatila, einen Mörder nenne, die zahllosen Völkerrechtsbrüche
Israels anprangere, die Mauer auf palästinensichem Gebiet Mauer nenne
(statt Zaun – was pikanterweise die Anklage nur verschärfen würde,
so Michel Warschawski, weil die Vernichtungslager der Nazis von Zäunen,
nicht Mauern umgeben waren); wer die Unterstützung der USA und Europas
für Israel verurteile, der sei Antizionist – was häufig der Fall ist
– und daher „Antisemit“. Die Behauptung, Antizionismus sei
Antisemitismus oder Judeophobie, ist falsch und perfide. Sie diffamiert
die Kriegsgegner auf der Welt, sie mißbraucht die entsetzlich
verbreitete Judeophobie für ihre mörderischen Ziele. Einmal
implantiert, verursacht das Amalgam aus Judeophobie und Gegnerschaft
gegen die Staats- und Regierungspolitik Israels mehr als nur
Zahnschmerzen, es droht, das erforderliche Immunsystem gegen tatsächliche
Judeopobie zu zerrütten. Aus Hilflosigkeit gegen das Amalgam mag
mancher mit der Schulter zucken: „Wenn Verbrechen Verbrechen zu nennen
antisemitisch ist, dann bin ich eben Antisemit.“
2.
Der falsche Umkehrschluß
Judeophobie
geht häufig einher mit Verschwörungsfantasien: Die „Weisen von
Zion“ hätten ein Komplott zu Weltvernichtung geschmiedet, raunt es
da. Daraus ziehen Scharons Propagandisten den Umkehrschluß, Verschwörungsfantasten
seien judeophob. Weil also ein Hund vier Beine hat, ist alles, was vier
Beine hat, ein Hund. In einem Zuge mit dem falschen Umkehrschluß
diskreditieren sie alle politischen Hypothesen und Theorien außerhalb
des Mainstreams. „Verschwörungstheorie“ gerät zum Schimpfwort, und
die Aufklärung von Verbrechen, an denen möglicherweise Unterstützer
der israelischen Regierungspolitik beteiligt waren, ist blockiert.
3.
Angebliche Biologisierung des Abstrakten
Mit
seinem Aufsatz über Nationalsozialismus und Antisemitismus hat Moishe
Postone unter Intellektuellen einigen Anklang gefunden.
Postone versuchte darin, den Völkermord an den Juden als Biologisierung
des Kapitalismus zu erklären. Die europäischen Juden seien der
fehlgeleiteten Abwehr gegen die Folgen abstrakter kapitalistischer
Herrschaft zum Opfer gefallen. Zahlreiche Anhänger dieser These begründen
inzwischen in einem gedanklichen Salto Mortale ihre Zuneigung zum
fortgeschrittensten kapitalistischen Land, den USA, mit dem notwendigen
Schutz der Juden in der Welt vor einer Wiederholung des Völkermords.
Aus Linken sind Befürworter der imperialistischen Weltmacht geworden.
Sie haben sich in Deutschland Antideutsche
genannt.
4.
Das zweite Amalgam
Der
israelische Staat, im Dauerkrieg gegen einen Teil seiner Bewohner und
der Nachbarländer, wird vom US-Staat gestützt. Deshalb, so die
bellizistischen Freunde Israels, sei die US-amerikanische Politik zu
unterstützen. Gegner der US-Politik, von Verschwörungsfantasien
getrieben und von der Biologisierung ansonsten ungreifbarer
kapitalistischer Herrschaft befallen, seien ebenfalls judeophob. Für
die These liefern US-amerikanische Organisationen Schützenhilfe, die
sich den Kampf gegen Judeophobie auf die Fahne geschrieben haben: Die
US-amerikanische Anti-Defamation
League prämiierte den italienischen Ministerpräsidenten
Silvio Berlusconi, einen ausgewiesenen Judeophoben, als Mann des Jahres.
Er habe stets an der Seite Israels gestanden und die USA bei der
Niederwerfung des Irak unterstützt.
So
wird aus dem Einsatz gegen die mörderische US-Politik und Judeophobie
ein zweites Amalgam gebildet. Anti-Amerikanismus – häufig so
gekennzeichnet wird allein die Gegnerschaft zu den Herrschenden in den
USA – und Judeophobie seien letztlich dasselbe.
5.
Assoziationsketten
Neben
logischen Sprüngen und Fehlpässen gehört das freie Assoziieren zum
Repertoire der US-Israel-Krieger und ihrer Anhänger. Das hat lächerliche
Züge: Die Kritik an der Musikdudelei des Hamburger Radiosenders Freies
Senderkombinat (FSK) hält ein Antideutscher für Antiamerikanismus; das
Wort tschechischen Ursprungs, das sich im uralten „Dudelsack“
wiederfindet, assoziierte er mit dem Yankee Doodle, einer viel jüngeren
US-amerikanischen Musikgattung.
6.
Vergleiche mit den Nazis seien unzulässig.
Bush
und Scharon dürfen nicht mit Hitler, deren Methoden nicht mit
Nazi-Methoden verglichen
werden, fordert die Kriegs-Lobby. Sie übersieht, daß der Vergleich
Unterscheidung überhaupt erst ermöglicht: Wie weit reichen
Guantánamo und Abu Ghraib an Gestapo-Folterkeller heran? Welches Ausmaß
US-amerikanischer und israelischer Völkerrechtsbrüche stellt den
Anschluß des Sudetenlandes und Österreichs an Nazi-Deutschland in den
Schatten? Die Kriegs-Lobby fürchtet, beim Vergleich könnte ihr das
antifaschistische Mäntelchen wegwehen.
7.
Der rettende Spruch vom jüdischen Selbsthaß
Jüdinnen
und Juden, die sich gegen die israelische und die mit ihr verbundene
US-amerikanische Regierung stellen, sind Legion – in Israel, in den
USA und anderswo. Sie alle bezeugen: Nichts Ethnisches oder Religiöses
trennt die Gegner von den Anhängern der Kriegspolitik, sondern schlicht
die andere politische Meinung. Um dennoch allen Kriegsgegnern, auch den
vielen jüdischen, Unvernunft zuschreiben zu können, unterstellen ihnen
die Kriegsbefürworter „jüdischen Selbsthaß“.
Tatsächlich
dürften Juden unter der Last widerwärtiger Zuschreibungen psychisch
zusammen gebrochen sein und sich selbst zerfleischt haben. Die
Bellizisten dichten indes auch solchen heutigen Juden Selbsthaß an, die
sich mit dem Judentum und sogar Israel als überwiegend jüdischem Land
stark identifizieren und ihre Identität als Kritiker Israels bewußt
leben.
Diffamierungen,
Provokationen, Übergriffe
Die
rhetorischen Finten dienen der Kriegs-Lobby zur Diffamierung der
Friedensfreunde, bereiten Provokationen vor und enden – vorerst – in
Übergriffen im akademischen und kulturellen Raum. Einige Beispiele:
Willis
Edmondson
Der
Hamburger Sprachlehrforscher Willis
Edmondson unterschrieb 2003 zusammen mit 124 anderen
Wissenschaftlern eine Erklärung:
“Es
mag merkwürdig erscheinen, aber viele nationale und europäische
Kultur- und Forschungseinrichtungen – besonders gemeint sind die, die
von der EU und der European Science Foundation mitfinanziert werden –
betrachten Israel als einen europäischen Staat, wenn es um die Vergabe
von Fördermitteln und Aufträgen geht.“
Unter
Berufung auf geltende Demokratie- und Friedensgrundsätze von EU und
European Science Foundation forderten die Unterzeichner:
„Wäre
es des nicht an der Zeit, daß sowohl auf der nationalen wie europäischen
Ebene ein Moratorium über jegliche Unterstützung dieser Art verhängt
würde, bis Israel sich an die UN-Resolutionen hält und ernsthafte
Friedensverhandlungen mit den Palästinensern eröffnet, und zwar
entlang der Linie, die in vielen Friedensplänen vorgeschlagen wird,
eingeschlossen den kürzlich von den Saudis und der Arabischen Liga
vorgetragenen.“
Die
kleine Berliner Wochenzeitschrift Jungle World gab die entscheidende
Passage des Aufrufs verstümmelt wieder und diagnostizierte Judeophobie.
Daraufhin betraten einige junge Leute Edmondsons Vorlesung an der
Hamburger Universität, breiteten ein Transparent aus, verteilten Flugblätter
und behaupteten, der Sprachlehrforscher am Katheder sei Antisemit. Die
Leute, sie nannten sich „bad
weather – [antifaschistische-gruppe]“, versuchten, den
Judeophobie-Vorwurf unter anderem damit zu belegen, daß auch Neo-Nazis
und Islamisten zum Boykott Israels aufriefen. Die Protestierer schlossen
unter Anspielung auf den Tod von Jürgen Möllemann:
„An
die Hamburger Unterzeichner des Aufrufs – wie Edmondson – haben wir
keine Forderung. Wer ein solches Pamphlet unterzeichnet, verdient nicht
mehr, noch ernst genommen zu werden. Vielmehr legen wir den
Unterzeichnern nahe, sich statt mit ‚Weltpolitik’ mit
Fallschirmspringen zu beschäftigen.“ Die
verbale Brutalität paarte sich mit konspirativem Gehabe: Die
Gruppenmitglieder traten anonym auf und machten auf Internetbildern ihre
Gesichter unkenntlich.
Rolf
Hanisch
Rolf
Hanisch, Professor an der Universität Hamburg, kündigte für
das Sommersemester 2005 ein Seminar über „Krieg und Frieden in Palästina“
an. Im Ankündigungstext stellte er unter anderem die Frage, die sich
jeder stellt, der von der Jahrhunderte alten Judendiskriminierung und
-verfolgung erfährt: Sind Juden selbst schuld am Antisemitismus? Die
Betreiber der Hamburger Studienbibliothek, eine Gruppe militanter
Antideutscher, verlangte vom Universitätspräsidenten Jürgen Lüthje
die Absetzung des Seminars; Hanischs didaktisch gemeinte Frage sei
judeophob. Die Gruppe erreichte, daß der Präsident sie nicht an der Störung
des Seminars hinderte. Kein Kollege sprang Hanisch bei. Hanisch verlegte
sein Seminar in einen nur den Teilnehmern bekannten Raum.
Neben
den „Studienbibliotekaren“ lassen sich inzwischen im Internet auch
das erwähnte Bad Weather und das jüdische Portal Hagalil über
Hanischs angebliche Judeophobie aus. Jungle World berichtete im gleichen
Sinne:
„Als
eine Studentin sich für ein Referat zum Thema ‚die Palästina-Politik
der USA und die amerikanischen Juden’ meldete, habe Hanisch sie
aufgefordert, besonders die Rolle der ‚jüdischen Lobby’
herauszustellen. Darauf habe sie das Seminar verlassen.“
Ein
Referat ohne Schwerpunkt auf
dem „American Israel Public Affairs Committee, America’s Pro-Israel
Lobby“, hätte
freilich einfach das Thema verfehlt.
Georg
Meggle
Die
Universität Leipzig veranstaltete im Sommersemester 2005 eine Universitäts-Ringvorlesung
zum Thema Deutschland – Israel – Palästina. Sie wird im Winter fortgesetzt.
Berühmtester Redner war der Linguist und Kriegsgegner Noam Chomsky.
Doch die Referenten vertreten ganz unterschiedliche Positionen:
einerseits Michael Wolffsohn, Professor für Neuere Geschichte an der
Universität der Bundeswehr München, andererseits Uri Avnery, der
israelische Friedenskämpfer; einerseits Anis
Hamadeh, Islamwissenschaftler aus Hamm, andererseits Abraham
Sion, Chairman der Academic Devision der israelischen Likud-Partei.
Georg Meggle, Professor für Philosophische Anthropologie und
Kognitionswissenschaften, koordiniert die Ringvorlesung in Leipzig.
Ein
„Leipziger Bündnis gegen Antisemitismus“ marschierte während des
Vortrags von Noam Chomsky hinter dem Rednerpult mit einem Banner auf:
„Toleranz tötet: Keine Diskussion mit Antizionisten“. Auf Henryk M.
Broders Internetseite voller Pöbeleien,
Fäkalausdrücken und Mordbilligung sekundierten Ralf Schroeder und Ingo
Way mit einem Pamphlet gegen Meggle, gegen die Referenten Ekkehardt
Krippendorf, Hajo G. Meyer und Uri Avnery – kurz: gegen alle, die sich
dem israelisch-US-amerikanischen Kriegsterror entgegenstellen. Autor
Ralf Schroeder ist Mitherausgeber von typoskript.net, Ingo Way steht für
die Freunde der Offenen Gesellschaft.
Diese
Freunde berufen sich auf „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“,
Karl Poppers antikommunistischen Ausflug in die Agitation und
Propaganda, und auf das ultra-liberale Cato-Institut. Sie haben sich von
den pseudo-linken Antideutschen getrennt und propagieren Kapitalismus
pur – nutzen aber weiter den Deckmantel
des angeblichen Kampfes gegen Judeophobie und Antiamerikanismus.
Paradise
Now
Bisheriger
Höhepunkt ist die Kampagne gegen den unter anderem israelisch
finanzierten, vielfach gelobten
und preisgekrönten Film „Paradise Now“. Der Film entfaltet die
Motive zweier Selbstmordkandidaten vor dem Hintergrund der israelischen
Besatzungs- und Vertreibungspolitik. Hüben ein Hausen zwischen Müll,
Staub und Demütigung am Kontrollpunkt, drüben rasensprenger-gepflegte
Anlagen vor schicken Tel Aviver Wolkenkratzern. Honestly Concerned rennt
seit Wochen gegen den Film an, vor allem aber gegen die Bundeszentrale für
politische Bildung, die ein Begleitheft erstellt hat. Das Heft enthält
zahlreiche Fehler. (2) Angesichts anderer Publikationen der
Bundeszentrale, die für die israelische Staatspolitik Partei ergreifen,
ist jedoch der Mut zur Veröffentlichung des Heftes hervorzuheben. Der
Film, so Honestly Concerned, sympathisiere mit den Attentätern. In
Wahrheit verdeutlicht „Paradise Now“ den israelischen Terror gegen
die Palästinenser. Er zeigt, daß Selbstmordattentäter Gründe haben für
ihre Tat, Gründe, die fehlten, wenn es der israelische Staat nur
wollte.
Christlicher
Zionismus
Jenseits
des Atlantiks treibt ein Gesinnungsgenosse der Antideutschen den Furor
gegen Aufklärung auf die rechtsradikale Spitze. Dennis Prager schreibt
in der Los Angeles Times:
„Universitäten
sind zur vorrangigen Brutstätte der Gesellschaft für Haß auf Israel
geworden. Dieser Haß ist oft so stark, daß der College Campus zu einem
Paradies für Leute geworden ist, die Antizionismus dazu benutzen, ihren
Antisemitismus zu kaschieren. Darüber hinaus ist Antizionismus selber
eine Form von Antisemitismus, selbst wenn einige Juden ihn teilen.“
Prager
empfielt den Juden, sich von der Universität ab- und den christlichen
Zionisten zuzuwenden: „Daß die
weltliche Universität schlecht für Juden – und konservative Christen
gut für Juden sind, stellt für einen Juden in seinem Leben einen mehr
als ausreichenden erkenntnismäßigen Bruch dar. Die Tragödie vom 11.
September und der Judenhaß in der islamischen Welt haben die meisten
bekennenden Juden in die Lage versetzt, die Welt realistisch zu sehen.
Aber Juden, deren gesellschaftspolitische, d.h. linke Identität und
Wertewelt sie über ihre jüdische Identität und Wertewelt täuscht,
gestehen sich das nicht ein.“ (3)
Honestly
Concerned und Wadi e.V.
Zurück
nach Deutschland. Deutsche Lobbyisten für die israelische Regierung
haben bei Honestly Concerned und Wadi e.V. Forderungen zur "Bekämpfung des Antisemitismus" veröffentlicht:
Politische Handlungen gegen die israelische Staats- und
Regierungspolitik sollen ab sofort als antisemitisch gelten.
Nicht-Regierungsorganisationen sollen offiziell mit der Überwachung
beauftragt werden. Den Aufruf haben rechte Juden und Nicht-Juden aus dem
antideutschen Milieu verfaßt.
Jüdische
und nicht-jüdische Demokraten haben einen Gegenaufruf unterzeichnet,
die Dortmunder
Erklärung mit dem Titel: Wer die israelische Staats- und
Regierungspolitik für tabu erklärt, fördert Haß und Diskriminierung.
T:I:S,
26. Oktober 2005
Anmerkungen
(1)
Der israelischen Tageszeitung Ha’aretz zufolge, zitiert nach Union
juive française pour la paix: Les déclarations dangereuses de Roger
Cukierman. »Bruns, rouges, verts?« Que
veut Cukierman en tenant ces propos? Communiqué de presse du 30 janvier
2003
(2)
Ein Korrekturblatt liegt inzwischen bei.
(3) When young Jews major in anti-Semitism.
LA Times, 9.
Oktober 2005 |