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Volksmacht
statt US-Vasall – dies fordern die Massen!
EINE
MILLION ÄGYPTER DEMONSTRIERTEN
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
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Caracas,
2. Februar 2011,
Tribuna Popular (TP) / Ferrebé (F.R.B.). (auf Kommunisten-online
vom 5. Februar 2011) – Mit Verhandlungen, Druck, Unterdrückung,
„Distanzierungen“, Positionsbestimmungen, Warnungen, Drohungen und
vor allem emsiger Suche nach Auswegen seitens der bisher herrschenden
Kreise des heutigen Ägyptens und ihrer imperialistischen Hintermänner
und Verbündeten im Ausland gehen die Bestrebungen weiter, in Ägypten
derzeit Bedingungen dafür zu schaffen, damit die Herrschenden mit einem
blauen Auge wegkommen, öffentlich Verwirrung stiften und Unsicherheit
schaffen und daraus für sich den Nutzen ziehen, die Volksbewegung
abzuschwächen und ihre Schwächen nach 40 Jahren harter Unterdrückung
unter einer reaktionären Diktatur auszunutzen. Mittlerweile stellen die
ägyptischen Großunternehmer und die mit dem Auslandskapital
verflochtene Kompradorenbourgeoisie des Landes Überlegungen an, wie sie
Mubarak und dessen Anhang loswerden können und es hinbekommen, zugleich
eine neue Regierung aus denselben Klassenkräften, derselben
„Elite“, einzusetzen. Eben einfach einige kosmetische Veränderungen
vorzunehmen, aber die bisherige Klassenherrschaft ungebrochen
fortzusetzen. Diese reaktionären Kräfte in Ägypten sind nichts weiter
als die dortigen Betancourts und Calderas.
DIE
MACHENSCHAFTEN DER HERRSCHENDEN KREISE UM MUBARAK UND DARÜBER HINAUS
Zu
der erwähnten Kapitalfraktion gehören nicht nur die Mubarak-Anhänger,
sondern auch Teile der bürgerlichen Opposition gegen Mubarak aus dem
großbürgerlich-reformerischen Lager bis hinein in zentristische und
religiöse kompromissbereite Kreise. Sie alle stehen in Verbindung mit
jenen reaktionären Kräften, die sich nicht mit Mubarak identifizieren,
aus denen Mubarak aber für sich und seine Anhängerschaft alles
rausholt. Zu diesem Lager gehören dann noch all jene, die bis zur
letzten Stunde eines Regimes im trüben Wasser fischen. So zum Beispiel
all die „Freunde“ der USA und Befürworter des gegen die arabischen
Völker gerichteten Bündnisses Ägyptens mit Israel. Sie alle üben
weiter Druck aus, um möglichst sanft aus der für sie derzeit
misslichen Lage herauszukommen und die Entwicklung unter ihre Kontrolle
zu bringen. Dabei wissen sie ausländische imperialistische Mächte
hinter sich.
Dieses
Lager spricht derzeit davon, Mubarak Auswege aufzuzeigen. Und es spricht
zugleich davon, die Proteste beizubehalten. Ihr Ziel dabei ist allein
ihr Machterhalt zur Bewahrung ihrer eigenen kapitalistischen
Klasseninteressen. Ihr Geschwätz vom Beibehalten des Protestes dient
ihnen nur dazu, die eigene Verhandlungsposition gegenüber dem Regime
mit gewissem Nachdruck versehen zu können. Im Klartext geht ihnen
nichts über eine Aussöhnung zwischen den verschiedenen Fraktionen der
herrschenden Klasse, wie sie immer zeitweilig Opposition und zeitweilig
mitregierend gewesen sind. Und es natürlich einige Veränderungen in
den Machtstrukturen geben. Sie wollen sich auf die Armee stützen und
reden auch von „lebenden Kräften“ der „Zivilgesellschaft“ und
anderen für sich nutzbaren Strömungen, die wir bereits bestens kennen.
Es
geht dabei um einen reaktionären Ausweg und die Fortsetzung der
Vorherrschaft ausländischen Kapitals. Dieser Ausweg soll durch direkte
oder indirekte Verhandlungen mit Mubarak erreicht werden, um danach mit
einer mehr bürgerlich-demokratischen Fassade und scheinbar freien
Wahlen die Volksbewegung aufzufangen. Die Armee soll dann Stabilität
und Ausgleich bringen. Und die „Sonderbevollmächtigten“ unter den
US-Diplomaten und den Vertretern der EU sind natürlich auch gern
beteiligt und gerne gesehen als Vermittler und Moderatoren von Dialogen,
öffentlichen wie nichtöffentlichen. So läuft denn derzeit die
Vorbereitung eines Plans für einen reaktionären Ausweg aus der Lage
und die Beeinflussung des Kampfes der Ägyptischen Volksmassen mit
Einsatz aller Massenmedien auf Hochtouren.
Diese
Position ist bei etlichen Fraktionen der Kapitalklasse vorhanden. Sie
spielt eine große Rolle bei den bürgerlichen Oppositionskräften.
Verbal distanzieren sie sich von Mubarak. Zugleich bieten sie ihm
„Auswege“ an. Zugleich biedern sie sich weiter bei den
imperialistischen Mächten namens USA und EU an. Zugleich ist die
US-Botschaft am aktivsten mit dem engsten Kreis von Mubarak beschäftigt.
Die Herrschenden sind bestrebt, das Volk zu lähmen. Sie reden von
„Frieden“, von „Demokratie“, von „Ordnung“ usw. Und weil die
Armee den Protesten der Volksmassen „Legitimität“ zugestanden hat,
solange nicht weiter gegangen wird in dem, was das Volk derzeit fordert,
lassen sie das Volk in gewissem Rahmen gewähren. Die reaktionären und
großbürgerlich-reformistischen Kräfte bringen so ihre Haltung zum
Ausdruck.
DAS
LAGER DER KONSEQUENTEN REVOLUTIONÄREN KRÄFTE
In
der gegenwärtigen Lage gibt es dann noch jene Teile der Opposition, die
sich dazu durchgerungen haben, die Verhandlungen mit dem Mubarak-Regime
abzulehnen und nicht die Positionen der kompromissbereiten
Kompradorenbourgeoisie teilen. Ganz im Gegensatz zu diesen steht die
Gruppe konsequenter revolutionärer Kämpfer für antiimperialistische
und bürgerlich-demokratische Verhältnisse in Ägypten dazu, dass es
keine Versöhnung mit dem alten reaktionären Regime geben kann, sondern
die Hauptforderungen der demonstrierenden breiten Volksmassen erfüllt
werden müssen, weil diese Volksmassen unter den Folgen der Diktatur und
den abgeschafften bürgerlich-demokratischen Rechten und Freiheiten am
schwersten zu leiden hatten. Dies zeigte sich auf politischer Ebene, wo
das Mubarak-Regime sich nicht um die Massenarbeitslosigkeit, die hohen
Ausbeutungsraten, das allgemeine Elend kümmerte. Ebenso scherte es
jenes Regime nicht, dass die Bevölkerungsmasse unter Wohnungsproblemen,
hohen Lebenshaltungskosten, Hungerlöhnen, Analphabetentum, einem völlig
unzureichenden Bildungs- und Gesundheitswesen usw. zu leiden hatte.
STELLUNGNAHME
DER ÄGYPTISCHEN KOMMMUNISTEN
Die
Position dieser revolutionär-demokratischen Kräfte findet sich in
einer Pressemitteilung der Ägyptischen Kommunistischen Partei, welcher
es gelang, diese Stellungnahme der internationalen Öffentlichkeit zugänglich
zu machen. Sie wurde in Italien und Frankreich von in internationaler
Solidarität aktiven Genossen veröffentlicht und von unserem Sprecher für
internationale Solidarität in die spanische Sprache übersetzt.
In
besagter Stellungnahme unserer ägyptischen Bruderpartei lesen wir:
-
Die KP Ägyptens bekräftigt entschieden und nachdrücklichst ihre
absolute Opposition gegenüber der allgemeinen Lage des Landes. Die
Korruption, die Unterdrückung und die Unterordnung in die Abhängigkeit
von den imperialistischen Mächten stellen die wahren Übel unserer
Gesellschaft im Lande dar;
-
Aus diesen Gründen besteht die einzige Lösung in der Zerschlagung
dieses Regimes und seiner Unterstützer, um dem Volk Ägyptens seine
Souveränität zurückzugeben;
-
Wir, die Kommunisten, fordern gemeinsam mit der Arbeiterklasse und dem
ägyptischen Volk einen radikalen gesellschaftlichen Wechsel, welcher
die Wiederherstellung eines demokratischen Staatswesens mit allen bürgerlich-demokratischen
Rechten und Freiheiten ermöglicht;
-
Dieser heutige Polizeistaat will nach über 30 Jahren unter dem Vorwand
des Ausnahmezustands einer aus den Reichen und kapitalistischen Großeignern
bestehenden kleinen Fraktion der Bourgeoisie möglich machen, weiterhin
die die große Mehrheit im Lande bildenden Arbeiter, Bauern und ägyptischen
Werktätigen auszubeuten;
-
Wir werden dieses Spiel eines unmoralischen politischen Regimes nicht
mitmachen. Unsere Partei wird nicht an deren Parlamentswahlen
teilnehmen. Unser Ziel besteht in der Verstärkung der Demonstrationen
des Volkes auf den Straßen und Plätzen;
Und
dies ist nicht allein die Haltung der Ägyptischen Kommunistischen
Partei, sondern aller maßgeblichen Massen mobilisierenden Kräfte des
Landes. Wir setzen den Kampf fort und kämpfen für die von der
Arbeiterklasse, dem Volk, den breiten Volksmassen gesetzten Ziele. Darum
sind wir heute alle auf der Straße.
Die
Lage in Ägypten hat über die Mobilisierung der Volksmassen hinaus die
Verstärkung des Klassenkampfes zur Folge. Darum geht es auf den Straßen,
beim Volksprotest in einem Lande, wo die Mehrheit der Bevölkerung mit
weniger als 3 Dollar täglich überleben muss, und vom Rest der Bevölkerung
die große Mehrheit unter instabilen und Gelegenheitstätigkeiten
leidet.
DIE
GEGENWÄRTIGE SITUATION
In
den Straßen von Kairo wurde die Zahl von einer Million Demonstrierender
überschritten. Wir sind nahe an zwei Millionen Demonstrierenden, oder möglicherweise
noch mehr. Zugleich werden an den Zufahrten zu Kairos Innenstadt etwa 18
Millionen Menschen vom Zutritt zu den Demonstrationen abgehalten. Eine
riesige Zahl von Menschen kann nicht nach Kairo hineingelangen und hält
sich in den Außenbezirken der Hauptstadt auf. Auch in den anderen
bedeutenden Städten gibt es größte Massendemonstrationen. Und dies
setzt sich fort bis in die Kleinstädte und kleinen Ortschaften.
Nachdem
alle betrügerischen Angebote von Mubarak wieder einmal zurückgewiesen
worden sind bis hin zu den schon galaktischen angebotenen Zusagen an
politischen Maßnahmen vom letzten Freitag, steht dieses Regime nun am
Ende in der gegenwärtigen Realität und kann Mubarak nicht gehalten
werden. Auch wenn er einen stellvertretenden Präsidenten, einen
Premierminister und eine Regierungsumbildung unter denselben Figuren
seines Kabinetts vorgenommen hat und dies als „neue Regierung“
bezeichnet. Das ist nicht akzeptiert worden. Ebenso wenig ist ein
„Dialog“ mit dieser Regierung akzeptiert worden. Jeder „Dialog“
mit dieser Regierung bedeutet die erneute Anerkennung Mubaraks an der
Macht.
Natürlich
glaubt ihm niemand. Alle seine angebotenen Versprechungen von
„Demokratie“, von Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut, der
Korruption der Regierungsstellen, der Massenarbeitslosigkeit und
sonstiger Maßnahmen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen usw.
werden vollauf von den Demonstrierenden abgelehnt.
FÜR
VOLKSMACHT!
Die
Lösung für das ägyptische Volk in seiner vollen Breite gegenüber
Mubarak, seiner Regierungsumbildung und seiner Politik heißt: Raus!
Keine Versöhnung! Die Macht dem Volke!
Es
liegt nun am Volk selbst, die Demonstrationen weiter zu verstärken und
geeignete Maßnahmen einzuleiten, um die geforderten Ziele zu erreichen
bzw. dabei voranzukommen.
Und
vor all den imperialistischen Täuschungsmanövern einer Clinton und
jener Betrüger aus der Europäischen Union, von den Regierungen der
europäischen imperialistischen Mächte und deren Werben für die
„Stabilität“ und das israelisch-ägyptische Techtelmechtel des auch
völlig korrupten israelischen zionistischen Regimes stehen die Massen
jetzt in der Tradition der Strömung für nationale Befreiung des
einstigen Nasser und für das Handeln zur völligen Beseitigung und all
ihrer Folgen. In Ägypten spitzt sich der Klassenkampf zu. Der Kampf des
Volkes radikalisiert sich. Das Volk bleibt in der Offensive für den
Sturz des Diktators Mubarak und die Herstellung der Volksmacht.
In
Ägypten wird der Klassenkampf immer brutaler geführt und spürt das
Volk die Solidarität aus aller Welt mit seinem Kampf. Eine Solidarität,
die wir als Organisations-Ortschaftenverband der Kommunisten des
venezolanischen Bundesstaates Miranda für unsere Partei und unser
gesamtes Netzwerk und unseren Sprecher für alle Völker der Welt, die
Arbeiterklasse und die Kommunisten der Welt bekräftigen.
PrensaPopularSolidaria.
Quelle:
PrensaPopularSolidaria
http://prensapopular-comunistasmiranda.blogspot.com/
http://www.tribuna-popular.org/
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