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Redebeitrag der KKE auf der Internationalen Beratung der AKEL (siehe) (Zypern) am 25. November 2010

DER KAMPF DER LINKEN UND DIE KÄMPFE DER VÖLKER FÜR WELWEITEN FRIEDEN UND SICHERHEIT GEGEN DIE IMPERIALISTISCHE WELTORDNUNG

von Genosse Elisaios Vagenas, Mitglied des ZK der KKE und zuständig für die Abt. Internationale Verbindungen

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

auf Kommunisten-online am 5. Dezember 2010 – Wir danken AKEL für diese Einladung zur Teilnahme am Parteitag von AKEL und an dieser internationalen Beratung. Wir nehmen diese Gelegenheit wahr, um die uneingeschränkte Solidarität der KKE mit dem Kampf für eine föderale, bizonale, zweigemeinschaftliche Lösung mit einer einzigen Souveränität und internationalen Vertretung Zyperns, eines vereinten Zyperns, welches unabhängig und ohne ausländische Stützpunkte und Armeen besteht und ein gemeinsames Vaterland für sowohl türkische als auch griechische Zyprioten darstellt, frei von ausländischen Schutzmächten und Garantiegebern.

Liebe Freunde und Genossen,

Das von uns heute hier diskutierte Anliegen ist von besonderer Bedeutung. Um es in all seinen Aspekten zu verstehen, müssen wir die bedeutenden Erfahrungen der Kämpfe studieren, die bis heute für den weltweiten Frieden und die Sicherheit geführt worden sind. Die Kommunisten haben großartig zum antiimperialistischen Kampf gegen imperialistische Kriege und Interventionen beigetragen. Dessen ungeachtet sollten wir uns tiefgehender mit dieser Sache befassen. Die Einschätzung unserer Partei, der KKE, ist wie folgt:

In der Vergangenheit wurden im Namen der sogenannten "friedlichen Koexistenz" der Völker und insbesondere in dem Weg, in welchem diese Linie seit dem 20. Parteitag der KPdSU verfolgt worden ist, schwerwiegende Fehler gemacht, die zu einer negativen Veränderung im weltweiten Kräfteverhältnis beigetragen haben.

Um welche Art von Fehlern handelt es sich da? Diese Fehler wurzeln in der Trennung zwischen Wirtschaft und Politik. Und in der Auffassung, daß nur gewisse imperialistische Mächte kriegsorientiert und aggressiv seien, andere hingegen sich neben der UdSSR und den anderen sozialistischen Staaten Ost- und Mitteleuropas in einem System der "gegenseitigen Sicherheit", friedlicher Zusammenarbeit und sogar friedlichen "Wettbewerbs" entwickeln könnten.

Diese fehlerhafte Auffassung, die nicht nur begrenzt war auf die herrschenden kommunistischen Parteien, sondern weitgehend von der revolutionären Weltbewegung geteilt worden war, führte zur Kultivierung von utopischen Sichtweisen in den Völkern, wonach der Imperialismus angeblich seine Massenvernichtungswaffen eines Tages aufgeben würde, welche die USA als erstes Land erfanden und gegen Hiroshima und Nagasaki einsetzten. Diese Angriffe dienten keinem militärischen Ziel, sondern waren deutlich darauf gerichtet, die UdSSR unter Druck zu setzen. Diese Sichtweisen bildeten die Grundlage für die Entwicklung von utopischen politischen Positionen, opportunistischen politischen Spielarten bezüglich internationaler und regionaler "Sicherheitssysteme".

Heute kennen wir die Ergebnisse. Wie viele Abrüstungsabkommen auch von den imperialistischen Mächten unterzeichnet wurden, wie oft sie auch verpflichtet wurden zur Einhaltung der Vereinbarungen über etliche internationale Belange in den UN, unter dem Druck der UdSSR und der anderen sozialistischen Länder, so haben sie doch niemals ihre Pläne aufgegeben. Der Beweis dafür findet sich in den Serien ungelöster internationaler Angelegenheiten wie den Zypern- und Palästinaproblemen, für welche die imperialistischen Mächte wegen der Nichtdurchsetzung von UN-Beschlüssen verantwortlich sind.

Ohne die UdSSR ist das internationale Kräfteverhältnis heute noch negativer geworden. Internationales Recht, wie wir es vor 30 Jahren kannten, existiert nicht mehr. Es wird angewendet, wenn es gerade mal passt, genau wie die UN, die zu einem Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen den imperialistischen Mächten und zu einem Instrument für die Durchsetzung der Pläne der Imperialisten geworden ist.

Der Beschluss des Haager Gerichtshofs, welcher die NATO-Intervention auf dem Balkan und das Protektorat über den Kosovo legitimierte, zeigt ganz deutlich, was internationales und europäisches Recht in Wahrheit bedeutet. Ein weiteres Beispiel ist der Beschluss des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, welcher Lettland unterstützte, wo der antifaschistische Veteran Vasili Kononow strafrechtlich verfolgt worden ist und von der Regierung eingekerkert worden ist, weil er laut Auffassung des Gerichts 1944 als "Terrorist" handelte, indem er gegen die Nazi-Horden kämpfte, die sein Land, die UdSSR, überfallen hatten. Ein weiterer Beweis dafür ist die Entscheidung der USA, ihre verbrecherische Blockade gegen Kuba fortzusetzen, und zwar trotz des weltweiten Aufschreis und der wiederholten alljährlichen Abstimmungen in der UN-Vollversammlung.

Insbesondere seit der Auflösung der UdSSR und des Warschauer Vertrags wird der Begriff "Sicherheit" von den imperialistischen Organisationen im Rahmen des sogenannten Kampfes gegen den "Terrorismus" und "Extremismus" benutzt, um imperialistische Interventionen, harte Unterdrückungsmaßnahmen und das Knebeln der Arbeiter- und Volksbewegung zu rechtfertigen.

Gibt es da Hoffnung für die Völker unter diesen schwierigen Begleitumständen angesichts der Verschlechterung des weltweiten Kräfteverhältnisses?

Die Antwort: Jawohl!

Aber zuallererst müssen die Völker die nicht hinnehmbaren, sie schädigenden und gefährlichen Sichtweisen ablehnen, welche die internationale Sozialdemokratie hinsichtlich der "Demokratisierung der Weltregierung" und der "neuen globalen Architektur" kultiviert, welche angeblich durch die Modernisierung der europäischen und internationalen Organisationen erreicht werden kann. Denn das ist Schwindel, ein Traum der Illusionen, hat keinen Bezug zur Realität.

Ähnliche ausweglose Vorstellungen hinsichtlich eines "reformierten, demokratisierten Systems in den UN" werden von der sogenannten "Europäischen Linkspartei" gefördert und stiften Verwirrung, waschen die gefährliche Rolle des Imperialismus und der imperialistischen Mächte rein. In diesen Rahmen können wir das Geschwätz von der sogenannten "Multipolarität" einordnen, welche da angeblich zur Beachtung der internationalen Regeln und Grundsätze führen soll. Denn mehr als Geschwätz ist das nicht.

Unsere Partei, die KKE, vertritt die Auffassung, daß diese Sichtweisen wie auch jene hinsichtlich der Vergrößerung des UN-Sicherheitsrates mit weiteren Ländern oder aber jene von Russland und China bezüglich internationaler Angelegenheiten nicht imstande sind, weltweite Entwicklungen Regeln zu unterwerfen. Denn sie übersehen die Tatsache, daß die USA nicht die einzige imperialistische Macht ist. Denn diese Sichtweisen können nicht die inner-imperialistischen Widersprüche stoppen, die sich wegen Rohstoffen, Energievorkommen und deren internationale Transportrouten derzeit verschärfen, wo der Kampf um die Marktanteile voll im Gange ist. In Wirklichkeit verharmlosen diese Sichtweisen das neue Kräfteverhältnis, welches in kapitalistischer und imperialistischer Barbarei ausgeprägt wird. Dies stets mit dem Ziel, die Arbeiter zu täuschen.

Es ist der Konkurrenzkampf der Monopole, welcher zu sowohl lokalen als auch mehr umfassenderen militärischen Interventionen und Kriegen führt. Der Konkurrenzkampf wird mit allen Mitteln geführt, welche die bürgerliche Staatsmacht in jedem Land zu ihrer Verfügung hat. Er drückt sich in den zwischenstaatlichen Verträgen aus, die ständig wegen der ungleichen kapitalistischen Entwicklung in Frage gestellt werden. Das ist eben Imperialismus als die Quelle von Aggressionskriegen, sowohl kleinen als auch großen Ausmaßes.

Laut Einschätzung der KKE kann die Lösung heute nicht durch Appelle an das internationale Recht, Appelle wegen dessen Respektierung, Appelle für die Demokratisierung der UN gefunden werden. Auch kann die Lösung heute nicht in den grundlosen Hoffnungen auf eine multipolare Welt der aufstrebenden imperialistischen Mächte gefunden werden. Das Klassenwesen dieser Länder ist genauso räuberisch wie jenes der USA.

Die Straße des soliden antiimperialistischen Massenkampfes ist der Weg nach vorn für die Völker, ihre gemeinsame Front gegen Imperialismus und all die imperialistischen Bündnisse ganz gleich welchen Namens oder welcher sie führenden Macht. Keine "Unterwürfigkeit unter die Institutionen", wie sie expertenhaft hinsichtlich der UN und der anderen imperialistischen Institutionen und Organisationen kultiviert wird, welche heute in jedem Fall das Kräfteverhältnis zwischen den imperialistischen Mächten widerspiegeln.

Die Arbeiterklasse und die anderen Schichten des Volkes müssen vor allem für die Befreiung ihrer Länder aus den Plänen der Imperialisten kämpfen. So daß alle Streitkräfte, die im Ausland in imperialistische Kriege, in die Besatzung anderer Länder, in die Durchsetzung der Pläne der Imperialisten verwickelt sind, heimkehren. Dieser Kampf muss Hand in Hand mit der Forderung nach Austritt unserer Länder aus den imperialistischen Bündnissen wie EU und NATO erfolgen.

Dies heute ganz besonders aus folgenden Gründen:

- Die NATO plant eine gefährliche Strategie, ein gefährliches Dogma, welches die Ausweitung ihrer internationalen Aktivität rechtfertigen soll, und zwar sowohl in internationalen gesellschaftlichen wie auch politischen Angelegenheiten aller Länder;

- Die EU arbeitet derzeit eng mit der NATO zusammen, um die Politik und die militärischen Truppenkörper für neue imperialistische Interventionen zu schaffen.

Die Notwendigkeit des Kampfes für den Austritt aus diesen imperialistischen Bündnissen ist noch stärker geworden. Eines Kampfes, der unweigerlich mit dem Kampf für die Überwindung des Kapitalismus und für den Aufbau des Sozialismus-Kommunismus verbunden ist.

Ανορθωτικό Κόμμα Εργαζόμενου Λαού (Fortschrittspartei des werktätigen Volkes). Kommunistiscche Partei von Zypern. Die AKEL ist die stärkste Partei auf Zypern und stellt gegenwärtig auch deen Präsidenten der Republik Zypern

Quelle: http://inter.kke.gr/

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