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Venezuelas
Kommunisten lassen Alarmglocken ertönen:
AUSLÄNDISCHE
BEDROHUNGEN UND VERSCHLEISS DES REVOLUTIONÄREN PROZESSES
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Tribuna
Popular, Caracas, 18. Januar 2010. – Das
32. Plenum des ZK der KP Venezuelas lädt Präsident Chávez zu
einem Gedankenaustausch über die gegenwärtige Lage in Venezuela ein.
Es soll dabei um den Verlauf des revolutionären Prozesses gehen. Die Führung
der KP Venezuelas ruft zugleich zur organisatorischen Einheit der
Revolutionäre auf. Dies erklärte das Politbüro der Kommunistischen
Partei Venezuelas. Es verwies darauf, dass der revolutionäre Prozess im
Lande schweren Bedrohungen aus dem Ausland seitens des Imperialismus
sowie innerem Verschleiß unterworfen ist, was die Zukunft des
revolutionären Prozesses ernsthaft gefährdet.
Dies
erklärte Genosse Oscar Figuera, Generalsekretär der KP Venezuelas auf
einer Pressekonferenz. Er rief dort dringend zur organisatorischen
Einheit der revolutionären Kräfte und der den revolutionären Prozess
unterstützenden fortschrittlichen Massenorganisationen auf.
„Das
Zentralkomitee äußert seine tiefe Sorge angesichts der
Rahmenbedingungen für die Tendenzen eines Verschleißens des revolutionären
Prozesses“, so Genosse Figuera. Er hob hervor: „Wir mit der
Revolution eng verbundenen politischen und gesellschaftlichen Kräfte in
unserer Gesamtheit sollten das Ausmaß jener Gefahren und Bedrohungen
sowie die Stufe des Verschleißes begreifen, welcher damit derzeit
erzeugt wird. Und als Folge sollten wir die notwendigen kollektiven Maßnahmen
ergreifen, um zu verhindern, dass dies den revolutionären Prozess
zerschlägt.“
Das
ZK-Plenum äußerte seine Besorgnis und zog dabei in Betracht, dass
historische Erfahrungen auf dem Kontinent und in der Welt bei dieser
Problematik vorhanden sind: „Uns besorgt, dass wir nicht die Fähigkeit
haben zu begreifen, dass wie die gesellschaftlichen und politischen
Prozesse voranschreiten, sich in der Geschichte gezeigt hat, dass sie
umgekehrt werden können“, so Genosse Figuera.
Äußere
Bedrohungen und innere Verschwörung
Die
KP Venezuelas warnt, dass der US-Imperialismus neue territoriale Räume
besetzt, um die Befreiungsprozesse auf dem Kontinent und unsere
Revolution weiterhin zu bedrohen. „So wie das jetzt gerade beim Thema
Haiti sich ereignet, wo die US-Regierung die Umstände ausnutzt, welche
das Volk von Haiti durchlebt, um Haiti militärisch zu besetzen“, so
Genosse Figuera.
Diese
äußeren und zunehmenden Bedrohungen durch den Imperialismus gesellen
sich zu den Provokationen aus den Gruppierungen der extremen Opposition
heraus, wie im Fall des venezolanischen Bundesstaates Táchira. „Wo ständig
Provokationen gegen die Volksbewegung organisiert und vorangetrieben
werden“, so bezeichnete es Genosse Figuera. Er prangerte die Reaktion,
die Regionalregierung und die Paramilitärs an, im Dezember den Tod
eines Studenten provoziert zu haben.
Die
KP Venezuelas klagte an, dass Gruppierungen der äußersten Reaktion
Auseinandersetzungen organisieren wollen, bei denen es zu Todesopfern
kommt, um anschließend die revolutionären Bewegungen zu bezichtigen,
die Angreifer gewesen zu sein.
In
diesem Klima der Provokation prangert die Kommunistische Partei die
Beschuldigungen an, die zwei junge Revolutionäre erleiden. Einer davon
ist Mitglied der Kommunistischen Partei, Manuel Alemán Bello, der wie
der andere junge Revolutionär laut von der KP Venezuelas eingeforderten
Ermittlungen „keinerlei Verantwortung“ für die Vorfälle trägt,
weshalb Genosse Figuera deren sofortige Freilassung forderte.
Aufruf
an Präsident Chávez zur dringend notwendigen Einheit
In
diesem Klima der Bedrohungen gegen die Revolution ruft die
Kommunistische Partei erneut zur Notwendigkeit auf, die organisatorische
Einheit der den revolutionären Prozess tragenden politischen und
gesellschaftlichen Kräfte zu entwickeln. „Lasst uns die
Artikulationsräume wieder aufbauen. Lasst uns beschleunigt beim
Schaffen eines Gremiums der Koordination, Artikulation, Formulierung der
kollektiven Politik vorankommen, die der gegenwärtige Moment
erfordert“, so Genosse Figuera.
Der
Aufruf der Kommunistischen Partei ist direkt an Präsident Hugo Chávez
Frías gerichtet. Er ist der grundlegende Anführer des Prozesses, der
Präsident der revolutionären Regierung und Vorsitzender der PSUV, der
größten Partei des Prozesses.
KP
Venezuelas lädt Präsident Chávez zu Beratung mit Zentralkomitee ein
Das
32. Plenum des ZK der KP Venezuelas sprach heute die Einladung an Präsident
Chávez öffentlich aus, an einer Versammlung des ZK teilzunehmen,
„damit wir uns kollektiv über den gegenwärtigen Zustand des
venezolanischen gesellschaftlichen und politischen Prozesses austauschen
und auf direkte Weise in brüderlichem Klima die Meinungen unserer
Partei äußern können“, so Genosse Figuera.
Notwendig
ist Schaffung eines neuen Kräfteverhältnisses
Das
Plenum des ZK der KP Venezuelas äußerte die Notwendigkeit, ein neues
Kräfteverhältnis herbeizuführen, was von den Arbeitern angeführt
werden muss mit dem Ziel, den Prozess zur Zerschlagung des Kapitalismus
und Schaffung der neuen sozialistischen Gesellschaft voranzutreiben,
„wo die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Bauern, die Volksbewegung, die
Jugend, die Frauen und die revolutionäre Intelligenz den revolutionären
und umgestaltenden Verlauf des venezolanischen gesellschaftlichen und
politischen Prozesses gewährleisten“, so Figuera. Wenn das gegenwärtige
Kräfteverhältnis mit der Prozessführung durch die kleine Bourgeoisie
erhalten wird, „gibt es keine Gewähr, dass die venezolanische
Revolution ihren revolutionären Verlauf beibehält“, so schätzte es
Genosse Figuera ein.
KP
Venezuelas bekräftigt historische Verbundenheit mit den venezolanischen
Arbeitern
Die
KP Venezuelas bekräftigt ihre Verbundenheit mit den Kämpfen und
Kundgebungen der venezolanischen Arbeiterinnen und Arbeiter. „Wir
bekunden allen, die tagtäglich der Ausbeutung oder der Verletzung ihrer
Rechte ausgesetzt sind, gleich ob Beschäftigte im öffentlichen Dienst
oder in privaten Unternehmen, dass die Kommunistische Partei historisch
zur Arbeiterklasse steht, sie mit uns rechnen können, um die Aufgaben
zu lösen, die geleitet werden müssen, um zu erreichen, dass die
Arbeiterklasse und die Werktätigen die Rolle der gesellschaftlichen und
politischen Vorhut einnehmen, die ihnen im Prozess der Umgestaltung der
venezolanischen Gesellschaft zukommt“, so der höchste Funktionsträger
der venezolanischen Kommunisten.
Die
KP Venezuelas verpflichtete sich, alle Kämpfe zu begleiten, die die
Arbeiter und Arbeiterinnen für ihre grundsätzlichen
gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Forderungen führen.
Wahlkampf
zur Verfassungsgebenden Versammlung:
Ideologische,
politische und organisatorische Offensive
Zum
Abschluss informierte die KP Venezuelas, dass der Prozess der Auswahl
der Kandidatinnen und Kandidaten eingeleitet wird, welche die Partei der
Gesamtheit der revolutionären Kräfte vorstellen wird. Dabei versteht
sie, dass es notwendig ist, sich vereint dem Wahlgang zu stellen.
Die
KP Venezuelas hob hervor, dass wir nicht nur für das Erreichen der
Mehrheit in der Verfassungsgebenden Versammlung kämpfen müssen,
sondern ein politischer, ideologischer, kultureller Kampf zu entfalten
ist, um zu korrigieren und die Bewusstseinshebung der Massen zu
organisieren und dadurch die Mehrheit zu erringen.
„Man
muss jedes Anzeichen der Bedrohungen, der Risiken und des Verschleißes
prüfen, weil es nicht nur die Mehrheit in der Verfassungsgebenden
Versammlung bedrohen kann, sondern den eigentlichen Verlauf des
Prozesses selbst“, so Genosse Figuera.
Daher
informierte die Kommunistische Partei, dass der Wahlkampf vor einem
ideologischen, politischen, kulturellen und organisatorischen
Hintergrund geschrieben wird, die Einheit der gesellschaftlichen und
politischen Kräfte, die kollektive Führung des Prozesses und die
Schaffung des Generalstabs der Revolution erfordert.
Quelle:
http://www.pcv-venezuela.org/ |