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Österreich
(Wien)
Für
Frieden und Sozialismus!
von Tibor Zenker
Quelle:
Kommunistische
Initiative Österreichs vom 22.06.2011
Auf
Kommunisten-online am 9. Juli 2011 - edebeitrag der Kommunistischen Initiative bei der Gedenkkundgebung zum
70. Jahrestag des deutsch-faschistischen Überfalls auf die UdSSR,
Wien, 22. Juni 2011
"Die
späteren Geschlechter werden in Andacht erschauernd erkennen: Die kühnen
Heldentaten der Roten Armee, die heilige Opferbereitschaft der
Sowjetsoldaten und die meisterhafte Führung ihres Generalissimus Stalin
haben das fluchwürdige Regime des völkervernichtenden
Nationalsozialismus beseitigt. Felsenfest wie dieses Denkmal ist unser
Vertrauen und unsere unvergängliche Dankbarkeit für die Rote
Armee."
Dieses
Zitat sind die Worte des damaligen österreichischen Kanzlers Karl
Renner, die er anlässlich der Enthüllung des Wiener Heldendenkmals der
Roten Armee, vor dem wir uns hier am Schwarzenbergplatz befinden, im
August 1945 fand.
Dieses
Denkmal erfüllt zweierlei Funktionen. Die eine entspricht dem
datumsbezogenen Anlass, warum wir heute hier stehen. Es ist genau 70
Jahre her, dass der deutsche Imperialismus faschistischer Prägung die
Sowjetunion überfallen hat. Die Wehrmacht, die Waffen-SS und ihre Verbündeten
führten in der UdSSR einen Vernichtungskrieg, der von vornherein und
planmäßig auf systematischen Kriegsverbrechen und dem
durchorganisierten Völkermord aufgebaut war. Für die Sowjetunion ergab
sich eine Opferzahl von etwa 27 Millionen Menschen, die Mehrheit davon
nicht zufällig Zivilistinnen und Zivilisten. Weil sie Juden waren oder
Roma oder Funktionäre der KPdSU oder Angehörige der Intelligenz. Oder
weil sie einfach da waren, in einem Gebiet, das nach
deutsch-faschistischem Plan gesäubert werden sollte, um für die
kommende deutsche Kolonisation bereitzustehen.
Wenn
wir uns dies vergegenwärtigen, die Opferzahlen, das Leid, die
Verbrechen, die Negierung der Menschlichkeit und des bloßen
Menschseins... - dann ist dies heute ein Tag der Trauer und des
Gedenkens. Dieses Denkmal ist ein Mahnmal. Mit allem Nachdruck und aller
Berechtigung fordert es: "Nie wieder Faschismus, nie wieder
Krieg!", auch wenn wir aus der Geschichte der Jahre 1945 bis heute
wissen, dass solche Apelle an die Herrschenden nichts nützen. Deshalb
geht diese Forderung an uns selbst: Nur wenn wir dafür sorgen, dass die
Grundlagen des Faschismus und des Krieges beseitigt werden, wird es
beide nicht mehr geben. Diese Grundlangen hören auf die Bezeichnungen
Kapitalismus und Imperialismus.
Damit
sind wir bei der zweiten Funktion dieses Denkmals. Es ist ein
Siegesdenkmal. Die verbrecherischste, aggressivste und terroristischste
Form imperialistischer Herrschaft wurde in dieser Stadt besiegt, bevor
an diesem Platz dieses Symbol des Sieges errichtet werden konnte. Doch
nicht nur in Wien, sondern auch in Berlin siegte die Rote Armee der
Sowjetunion gegen den deutschen Faschismus. Einige Länder Europas
wurden für einen Zeitraum von 45 Jahren tiefgehender befreit: Die
Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien,
Albanien und sogar der östliche Teil Deutschlands wurden durch die
Errichtung von Volksdemokratien bzw. sozialistischen Staaten dem
Imperialismus als System entrissen. Die Konsequenz war eine ebenso lange
Friedensperiode in Europa, die schlagartig mit dem Untergang des europäischen
Frühsozialismus wieder beendet war.
Das
ewige Verdienst der Roten Armee, der Völker der Sowjetunion und ihrer
politischen wie militärischen Führung besteht daher nicht nur in der
Niederwerfung des faschistischen Aggressors, sondern auch in der
Schaffung der Voraussetzungen, die es einigen Völkern Osteuropas ermöglichte,
nicht nur in Frieden, sondern auch in sozialen Verhältnissen zu leben,
von denen sie heute, nach der Wiedereingliederung in den Imperialismus,
nur träumen können.
Aber
das Siegesdenkmal steht hier, weil es eben kein Traum ist, sondern der
Beweis der Machbarkeit. Es ist auch ein Symbol künftiger Siege und ein
Ansporn für künftige Kämpfe gegen den Imperialismus, gegen
Militarismus, Faschismus und Krieg. Diese Kämpfe und Siege mögen, so
wollen wir hoffen, nicht diese Opfer fordern, wie der Sieg der Roten
Armee gegen den deutschen Faschismus. Und diese Kämpfe finden bereits
statt: Seit einigen Jahren in Lateinamerika, wo ihnen viel
Aufmerksamkeit geschenkt wird, aber auch in Asien, zum Teil eher
unbemerkt. Nun könnten sie aber auch in Europa einen neuen Brennpunkt
erhalten und zwar dort, wo, wie man sagt, die Wiege der europäischen
Kultur und Zivilisation steht, nämlich in Griechenland. Berechtigter
Weise fürchten sich die Herrschenden in Europa davor, dass Griechenland
nun zur Wiege der europäischen Revolution und des neuen europäischen
Sozialismus werden könnte, wenn die Volksbewegung unter Führung der
Kommunistischen Partei und der Gewerkschaftsbewegung PAME in der
Auseinandersetzung gegen die politischen und ökonomischen Eliten in die
Offensive gelangt.
Deshalb
erzählen uns die bürgerlichen Parteien und leider auch die
Sozialdemokratie, ihre Medien und ihre „Wissenschaft“, eine andere
Geschichte zum heutigen Jahrestag, um ihn herum und über die Folgen -
eine Geschichte über "Totalitarismus",
"Weltanschauungskriege" und über die "soziale
Marktwirtschaft". Doch wie jedes Lügengebäude ist auch die
imperialistische Herrschaft auf und aus Sand gebaut. Wer dann noch zusätzlich
große Mengen an Sand braucht, um sie den arbeitenden, einfachen
Menschen beständig in die Augen zu streuen, untergräbt sein eigenes
Fundament.
Nicht
heute, aber morgen wird dieses bereits löchrige Gebäude zum Einsturz
gebracht werden. Der Imperialismus ist der Vorabend der sozialistischen
Revolution, sagt Lenin, und wir können ergänzen: Die Nacht des
Faschismus versucht ihre Entfaltung unweit vor dem möglichen Morgenrot.
Für letzteres zu kämpfen, schulden wir nicht zuletzt auch den
heldenhaften Soldatinnen und Soldaten der Roten Armee.
In
diesem Sinne:
Gegen
Imperialismus, Faschismus und Krieg!
Für Frieden und Sozialismus!
Freiheit! |