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Schwere Ausschreitungen in Nordirland

Polizei nach Hausdurchsuchungen attackiert

Republican Sinn Féin International Relations Bureau in Central Europe vom 11. März 2009 – DREI Mitglieder der britischen Sicherheitskräfte in Irland wurden bei zwei Angriffen in der letzten Woche getötet. Die Continuity IRA tötete den britischen Polizeibeamten Stephen Carroll in einem Schussattentat in Craigavon, Co. Armagh, am 10. März.

 In einer verschlüsselten Nachricht, laut Medienberichten an die Associated Press in Nordirland, wurde erklärt, dass das Attentat vom North Armagh-Battalion ausgeführt wurde. Es wurde erläutert: „Solange es die britische Einmischung in Irland gibt, werden diese Angriffe weitergehen.“

Die fatale Erschießung von Stephen Carroll geschah um 21 Uhr Ortszeit im Stadtteil Lismore, nur rund 48 Stunden nach der Erschießung von zwei britischen Soldaten in Antrim. Zu dem Attentat am 7. März bekannte sich die Real IRA. Die Tötung des britischen Polizeibeamten in Craigavon geschah, nachdem dieser am Ort eines angeblichen Unfalls angekommen war.

Zwei Tage zuvor waren zwei britische Soldaten bei der Massereene-Kaserne ermordet worden. Ein männlicher Anrufer, der das für die Organisation bestimmte Code-Wort verwendete, erklärte der in Dublin ansässigen Zeitung Sunday Tribune, die Real IRA sei für das erste Attentat verantwortlich.

Die beiden getöteten britischen Soldaten sollten noch in der Nacht des Anschlages nach Afghanistan fliegen, um in der Provinz Helmand ihren Einsatz zu beginnen. Sie waren Mitglieder des 38. Engineering-Regimentes der britischen Armee. Es waren die ersten britischen Soldaten die seit 1997 in sechs besetzten Counties Irlands ermordet wurden. Der letzte getötete britische Soldat war Stephen Restorick, der von einem Scharfschützen der Provisional IRA in South Armagh erschossen wurde.

Die beiden britischen Soldaten, sowie ihre zwei verletzten Kollegen, wurden von Kugeln getroffen, als sie beim Eingang zu der Kaserne gegen 21.20 Uhr die von ihnen bestellten Pizzas abholen wollten. Zwei Männer eröffneten das Feuer mit halb-automatischen Waffen. Die beiden verletzten Soldaten konnten zurück in die Kaserne flüchten. Die Pizzalieferanten wurden ebenfalls von Kugeln verwundet.

Die in dem Überfall getöteten britischen Soldaten waren Mark Quinsey, 23, aus Birmingham und Patrick Azimkar, 21, aus Wood Green in London.

Hausdurchsuchungen & Verhaftungen

Das Gebiet, in dem das zweite Schussattentat stattfand, ist eine bekannte republikanische Hochburg. Am Tag nach dem Attentat kam es zu den ersten Hausdurchsuchungen Craigavon und dem Nahe gelegenen Lurgan. Dabei kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Anrainern und der Polizei. Die Polizei wurde laut Berichten mit Steinen und Flaschen beworfen und Mistkübel angezündet.

Aufgrund der Ausschreitungen kam es immer wieder zu Verhaftungen der Protestierenden, vor allem von Jugendlichen.

Craigavon ist eine republikanische Hochburg, eine der so genannten No-Go-Areas, bei deren betreten sich die britische Polizei über Jahre in Lebensgefahr brachte. Die nationalistische Bevölkerung ist enttäuscht von der Führung von Provisional Sinn Féin, denn vor allem sozial hat sich die Situation seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 dramatisch verschlechtert. Der Einfluss der Provisionals ist dadurch rapide gesunken und heute nur noch marginal. Craigavon grenzt an das republikanische Lurgan und das loyalistische Portadown.

Die ersten Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Attentat in Craigavon waren ein Jugendlicher, 17, und Brendan McConville, 38.

Gegen die Verhaftung des Jugendlichen protestierten seine Eltern heftig. Die Mutter erklärte der britischen Tageszeitung The Independent: „Mein Sohn ist unschuldig. Die einzige Waffe, die er in seinem Leben in der hat hatte, war eine Spielzeugpistole. Ich bin mir daher sicher, dass er bald wieder freigelassen wird. Aber dann wird für uns das ganze noch nicht zu Ende werden. Ich habe Angst, dass wir Ziel von Loyalisten werden. Wir leben nahe an einem loyalistischen Gebiet, ich habe eine 16-jährige Tochter, die eine Freundin dort hat. Aber nun kann sie dort nicht mehr hin. Vor einigen Jahren wurde ein katholisches Mädchen ermordet, nur weil sie mit einem protestantischen Jungen ausgegangen war. Wir leben noch immer in einer gefährlichen Zeit und ich habe sehr große Angst.“

Der Stiefvater des Verhafteten betonte: „Sie haben meinen Sohn festgenommen, nur weil er einmal bei einem der Oster-Gedenken [zur Erinnerung an den irischen Aufstand von 1916] teilgenommen hat und dort haben sie sein Autokennzeichen aufgeschrieben. Alles, was er getan hat, ist republikanische Lieder zu hören. Aber er war nie politisch aktiv, er war nie Mitglied der IRA.“

Die zweite Verhaftung führte zu großem Aufsehen in der Bevölkerung und den Medien. Seit Jahren wird berichtet, dass große Teile der nationalistischen Bevölkerung mit der Führung von Provisional Sinn Féin brechen und republikanische Gruppen, die das Karfreitagsabkommen von 1998 ablehnen, Zustrom genießen.

Dies scheint sich nun zu bestätigen, denn der zweite Verhaftet, Brendan McConville aus Lurgan, ist ehemaliger Provisional Sinn Féin-Abgeordneter, der aufgrund des politischen Kurs' der Partei diese verlassen hat. Er war Abgeordneter im Gemeinderat von Craigavon in den Jahren 1993-97.

Am 14. März kam es zu Verhaftungen von drei weiteren Männern im Alter von 21, 32 und 41 Jahren, die im Zusammenhang mit dem Attentat auf die britische Kaserne stehen sollen. Sie wurden in Lurgan und dem Gebiet Bellaghy verhaftet.

Eine der Verhafteten ist der ehemalige IRA-Gefangene und prominente Republikaner Collin Duffy, 41. Er war in den 1990er Jahren im Gefängnis und galt als einer der bekanntesten Mandanten der irischen Anwältin Rosemary Nelson, die durch eine loyalistische Autobombe 1999 in Lurgan zu Tode kam. Duffy genießt unter der republikanischen Bevölkerung aufgrund seiner sozialen und politischen Aktivitäten sehr großes Ansehen.

Schwere Ausschreitungen

Nachdem die Welle an Straßensperren, Hausdurchsuchungen und Verhaftungen nicht abzureißen scheint, brachen heute militante Proteste gegen die Polizei im Norden Irlands aus. In mehreren Städten lieferten sich Jugendliche Straßenschlachten mit der Polizei. Sie vermummten sich, bauten Straßensperren und bewarfen die Polizei mit Steinen und Molotow-Cocktails, um die nationalistischen Gebiete vor weiteren Hausdurchsuchungen zu schützen.

In den letzten Tagen wurde von Bewohnern berichtet, dass über den nationalistischen Gebieten von Armagh, Newry, Belfast, Derry und Fermanagh pausenlos Hubschrauber kreisen.

Zu den schwersten Zusammenstößen kam es in Lurgan, das bereits im August Schauplatz von Ausschreitungen und Schussattentaten, zu denen sich die Continuity IRA bekannte, war. Die britische Zeitung Daily Mail titelte: „Ausschreitungen kehren auf Ulsters Straßen zurück“.

Der gute Kenner des irischen Republikanismus Ed Moloney, Autor von A Secret History of the IRA, schrieb am 10. März in derselben Zeitung unter der Überschrift „Diese Angriffe waren ein Rekrutierungsruf in der Bogside [in Derry]“, wenn man zu all den bestehenden sozialen und nationalen Diskriminierungen noch die neu entstandenen Problem der „Rezession, die jeden Tag mehr wie eine Depression aussieht“ hinzu gibt, kann verstanden werden, wieso Republikanerinnen und Republikaner meinen, ihr Tag sei gekommen.

Irish Republican Correspondent, 14ú Márta / März 2009

Published by the Republican Sinn Féin International Relations Bureau in Central Europe, www.irish-solidarity.net  

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Nordirland:

NGO fordert Einhaltung der Menschenrechte

Für Wochenende werden massive Polizeiaktionen erwartet

Belfast/Armagh – Republican Sinn Féin vom 21, März 2009 - erwartet eine massive Aktion der britischen Kolonialpolizei RUC/PSNI gegen nationalistische Wohngebiete an diesem Wochenende. Es deute alles auf die Abriegelung ganzer Gebiete hin, die vor allem in den Teilen Drumbeg und Meadowbrook von Craigavon die Durchsuchung aller Wohnungen ermöglichen soll, so RSF in einer Stellungnahme unter dem Titel Wird jede Wohnung in Drumbeg/Meadowbrook durchsucht? Diese Aktion folgt unzähligen Hausdurchsuchungen in den letzten Tagen, darunter die Durchsuchung von gleichzeitig 30 (!) Häusern am 16. März.

Ein Sprecher der Partei fügte hinzu, dass dies unvermeidlich den Widerstand der Bevölkerung hervorrufen wird. Wie immer hätte bisher vor allem die Jugend große Courage im Widerstand gegen die britischen Besatzungskräfte gezeigt.

Der Sprecher gab einen Einblick in einige Polizeiaktivitäten der letzten Woche:

„In einem Fall lebte die Person, deren Haus durchsucht hätte werden sollen, bereits seit über 2 Jahren nicht mehr dort. Ein Mann wurde von der RUC informiert, es gebe eine loyalistische Todesdrohung gegen ihn. Als die britische Kolonialpolizei diese Information überbrachte, lachten sie nur darüber.“

Die Zahl der Verhafteten steigt ständig. „Uns wurde auch berichtet, dass einer der Verhafteten von der RUC während der Festnahme schwer verletzt wurde“, so der RSF-Sprecher.

Junge Frauen werden von den Sicherheitskräften bei jedem Gang von und zu nationalistischen Gebieten durchsucht – egal ob sie Kleinkinder mithaben oder nicht. „Diese Methode wird seit Jahren regelmäßig angewendet, wenn ganze Gebiete durchsucht werden.“

In einer Stellungnahme rief RSF alle Menschen von North Armagh (dem Gebiet, in dem seit letzter Woche laufend Hausdurchsuchungen stattfinden und in dem es zu den schwersten Straßenschlachten des letzten Wochenendes kam, IRC.) auf, sich der „brutalen Repression, die nicht nur von der britischen RUC/PSNI, sondern auch von den Führern der Provisionals Martin McGuinness und John O’Dowd ausgeht, zu widersetzen“.

Menschenrechtsverletzungen

Eine Menschenrechtsorganisation erklärte am 19. März, sie beobachte die derzeitige Situation in den 6 besetzten Counties im Norden Irlands sehr genau. Vor allem die Dauer der Verhaftung und „Befragung“ eines 17-jährigen sein nicht Rechtens.

Insgesamt sind derzeit 11 Personen in angeblichen Zusammenhang mit den Anschlägen von vor zwei Wochen verhaftet. Der 17-jährige ist rechtlich noch minderjährig und wird bereits seit über 9 Tagen ohne Anklage festgehalten. Erst letzten Dienstag wurde seine „Befragungszeit“ aber auf weitere 7 Tage ausgeweitet.

Zwei der Verhafteten wurden aufgrund des Terrorism Act 2006 festgehalten. Sie sind die ersten beiden Verdächtigen, auf die diese neue, im Zuge der Terrorhysterie der 11. September-Attentate unterzeichneten verschärfte „Terrorismus“-Gesetzgebung, angewendet wird.

Die NGO Komitee zur Beobachtung von Justiz forderte die britischen Behörden auf, die Menschenrechte in den 6 besetzten Counties im Norden Irlands einzuhalten. Ebenso wird kritisiert, dass die Namen der Verhafteten von der britischen Kolonialpolizei RUC/PSNI veröffentlicht wurden.

Irish Republican Correspondent, 19ú Márta / März 2009

Published by the Republican Sinn Féin International Relations Bureau in Central Europe, www.irish-solidarhttp://ity.http://net  

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Eilmeldung:

Unruhen in Belfast und Armagh

Nationalistischer Abgeordneter verlässt Provisional Sinn Féin

Irish Republican Correspondent, 30ú Márta / März 2009

Belfast/Armagh – Im Norden von Irland kam es heute abermals zu Unruhen. In Belfast und anderen Städten kam es nach 16h Ortzeit zu dutzenden koordinierten Bombendrohungen. Die britische Polizei RUC/PSNI vermutet republikanische Gruppen hinter der Aktion.

Im Zuge des darauf folgenden Einsatzes der britischen Kolonialpolizei RUC/PSNI wurden unzählige Autos und Busse in Lurgan, Co. Armagh, und Belfast in Brand gesetzt, um Straßensperren zu errichten. Die Straßensperren wurden konzentriert um britische Polizeistationen errichtet.

Aus Nord-Belfast, vor allem dem Gebiet Ardoyne, wurde berichtet, dass es zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und maskierten Jugendlichen aus nationalistischen Vierteln kam. Im Zuge eines massiven Polizeieinsatzes kam es in Lurgan, der Nachbarstadt von Craigavon in der Anfang März ein britischer Polizist von der Continuity IRA erschossen wurde, ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen Anrainern und der Polizei.

Die Autobahn M1 musste im Bereich von Lurgan aufgrund brennender Fahrzeuge gesperrt werden. Dasselbe gilt für die Zugstrecke von Dublin nach Belfast, die aufgrund von Bombendrohungen bereits in den letzten Wochen des Öfteren gesperrt werden musste.

Mehrere Straßen in Belfast und North Armagh mussten aufgrund von Bombendrohungen, Unruhen und brennenden Autos gesperrt werden. In der Upper Springfield Road in Belfast brannte ein Kleinlaster aus, in der Crumlin Road brannte ein Kleinbus. Auch in Ardoyne oder der Falls Road wurden Busse entführt und nahe Polizeistationen in Brand gesetzt.

Auch Straßen um den britischen Verwaltungssitz in Stormont mussten wegen verdächtigen Fahrzeugen und Bombendrohungen gesperrt und evakuiert werden.

Die öffentlichen Verkehrsmittel wurden in West-Belfast gänzlich und in Ost-Belfast teilweise eingestellt.

Die Times aus London schreibt in ihrer Online-Ausgabe, „Belfast sei durch Gegner von Provisional Sinn Féin gelähmt worden“. Die Unruhen sind die schwersten in Belfast seit mehreren Jahren.

Abgeordneter verlässt Provisionals

Zu den Unruhen kam es an demselben Tag, an dem Micky Tallon, Abgeordneter von Provisional Sinn Féin in der republikanischen Hochburg Lurgan, seinen Austritt aus der Partei verkündete. Tallon gehörte seit längerem zu den Kritikern der Linie der Führung um Gerry Adams.

Er erklärte, sein Austritt aus der Partei sei Resultat der Stellungnahmen und Politik der Partei im Zuge der Hausdurchsuchungen und Verhaftungen der letzten Wochen in Lurgan. Im Zuge der Verhaftungen wurden 11 Personen bis zu 14 Tage ohne Anklage festgehalten – die längste Zeitspanne in Irland seit den Internierungen in den 1970er Jahren. Vertreter von Provisional Sinn Féin bezeichneten Gefangene als „Kriminelle“ und Republikanerinnen und Republikaner als „Verräter an Irland“.

Daraufhin verlor die Partei rasch an Unterstützung in Lurgan. Bei einem Treffen der Familien der Gefangenen nahmen 200 Personen teil. Viele erklärten, Provisional Sinn Féin werde die Rechnung für ihre Politik am Wahltag präsentiert bekommen.

Irish Republican Correspondent, 30ú Márta / März 2009

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