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Bertelsmann-Stiftung
beurteilt Kuba – durch die imperialistische Brille
Imperialistische
Zielsetzung:
Transformation
in den Kapitalismus
Kuba
- und
der Bertelsmann Transformation Index (BTI)
Auszug,
Hervorhebung und Zusammenfassung: Reinhold Schramm/30. Dezember
2007
Die
Bertelsmann Stiftung führt zum „Bertelsmann Transformation Index (BTI)“
aus: Der BTI „ist ein weltweites Messinstrument, das politischen
Akteuren und der internationalen Öffentlichkeit Orientierung über den
Entwicklungsstand von Demokratie und Marktwirtschaft sowie die Qualität
des politischen Managements bietet. Der Bertelsmann Transformation Index
analysiert und bewertet Entwicklungs- und Transformationsprozesse in 119
Staaten.“ [1]
Zu
ihren Ländergutachten führt die Stiftung aus:
„Ausführliche
Gutachten zu den untersuchten Ländern informieren über deren
Entwicklungsstand, Problemlagen und Steuerungsleistungen. Die
politischen und wirtschaftlichen Leistungen sowie die Qualität des
politischen Managements der einzelnen Länder werden anhand eines
detaillierten Kriteriensets bewertet und in einer ausführlichen
qualitativen Analyse begründet ...“ Weiterhin: „Die Ländergutachten
wurden von externen Länderexperten verfasst und in der Regel unter
Beteiligung von Experten aus den untersuchten Staaten kommentiert und überarbeitet.
Die Ergebnisse zeigen Erfolgsfaktoren und Strategien in einzelnen
Staaten auf. Durch die umfassende Standardisierung der Untersuchung
erlauben sie gezielte Vergleiche von Reformpolitik.“ Gemeint
ist eine „Reformpolitik“ im Sinne einer gesellschaftspolitischen
internen und externen kapitalistischen Ausrichtung und Formierung der
Gesamtgesellschaft; - an deutschen, EU- europäischen und
nordamerikanischen Standards, auch gesellschafts- und
sozialpolitischen und ökonomischen Vorstellungen, auf der Grundlage des
Privateigentums - und zugleich der privaten Verfügungsgewalt über die
Produktionsmittel ... (R.S.).
BTI
- Ländergutachten 2003 - Kuba
Im
Zusammenhang mit der ethnischen Gliederung der kubanischen Gesellschaft
verweist das BTI zu Anfang des Ländergutachten auf „das CIA
World Factbook“ und auf „Quellen u.a.: UN Human
Development Report 2003.“ Es bezieht sich auf Angaben für das Jahr
2001 und den Zensus von 1981.
Das
Gutachten zur kapitalistischen Transformation verweist auf „eklatante
Defizite“ und „bedeutende Ressourcen ... die einen
Transformationserfolg maßgeblich fördern könnten.“ Die Autoren
verweisen auf Unklarheiten bezüglich der „äußeren wie inneren
Akteuren“ der Transformation und „deren weiteres Verhalten nur
ansatzweise prognostizierbar ist.“
Das
BTI - Gutachten enthält folgende (inhaltliche) Ausführungen zu Kuba:
1.
Einleitung)
2. Transformationsgeschichte
und -charakteristika (...)
3. Prüfung
der Kriterien zu Demokratie und Marktwirtschaft
3.1.
Demokratie (...)
3.1.1.
Politische Ordnung
Hierzu:
(1) Staatlichkeit: (...);
(2)
Politische Partizipation: (...);
(3)
Rechtsstaatlichkeit: (...)
3.1.2.
Politische Einstellungs- und Verhaltensmuster
(1)
Institutionelle Stabilität: (* siehe unten)
(2)
Politische und gesellschaftliche Integration: (...)
3.2.
Marktwirtschaft
Hierzu
heißt es: „Kuba hat bei der Transformation der Wirtschaftsordnung
hauptsächlich im Außenhandel Fortschritte gemacht. Eklatante
Transformationsdefizite bestehen weiter in allen Bereichen“ [2]
3.2.1.
Sozioökonomisches Entwicklungsniveau (...)
3.2.2.
Markt und Wettbewerb (...)
3.2.3.
Währungs- und Preisstabilität (...)
3.2.4.
Privateigentum (...)
3.2.5.
Welfare Regime
Die
(positiven) Ausführungen im Text: „Kuba
verfügt über ein ausgedehntes staatliches Wohlfahrtsregime, das der
gesamten Bevölkerung eine umfassende soziale Versorgung garantiert.
Hierzu gehören ein kostenloses Gesundheits- und Bildungssystem,
generelle Kinderbetreuung sowie eine staatliche Rentenversorgung,
Arbeitslosenunterstützung, Hilfen zum Lebensunterhalt, etc. Die
Gesellschaft kann - besonders im regionalen Vergleich - noch als eher
homogen bezeichnet werden. Politische Muster und kulturelle Traditionen
begünstigen dabei egalitäre Einstellungen.“
So
der BTI. - Und weiterhin im Text:
„Die
offene Arbeitslosigkeit erhöht nicht zwingend das Armutsrisiko, da es
zahlreiche staatliche Programme der Arbeitsbeschaffung beziehungsweise
Weiterbildung gibt.“
Trotz
der materiellen Unterschiede, hier könnten auch die führenden
kapitalistischen Metropolen lernen (mit Einschränkung)
Und:
„Entsprechend
der politischen Leitbilder ist die Chancengleichheit ebenfalls ausgeprägt;
die meisten - und auch höheren - Bildungseinrichtungen sind allgemein,
also auch für einkommensschwächere Gruppen zugänglich. Die
berufliche, soziale und politische Integration der Frauen hat in Kuba
nach zahlreichen Indikatoren Modellcharakter.“ - (fett
R.S.)
„Dass
dieses Wohlfahrtsregime, welches den Staatshaushalt jährlich mit circa
30 % belastet, auch in der Krisenphase zu Beginn der 90er Jahre nicht
eingeschränkt wurde, verdeutlicht, welche Legitimationsfunktion es für
das Regime hat. Die Frage der nachhaltigen Finanzierbarkeit wird aber
mittelfristig auch hier Reformen erforderlich machen“. - (Die BTI
- Experten verweisen mit „Reformen“ auf Sozialabbau. - R.S.)
Weiterhin
im BTI:
3.2.6.
Leistungsstärke (...)
3.2.7.
Nachhaltigkeit (...)
4.
Zurückgelegte Wegstrecke (- 2003)
(1)
Demokratie: (...);
(2)
Marktwirtschaft: (...) - und hier:
„Entwicklung
sozioökonomischer Modernisierungsindikatoren (...)“ und
„Entwicklung der makroökonomischen Grunddaten (1998-2002)“ ... mit
Quellenhinweis.
5.
Bewertung des Transformationsmanagements
5.1.
Schwierigkeitsgrad (...)
5.2.
Zielsicherheit (...)
5.3.
Effektive Ressourcennutzung (...)
5.4.
Gestaltungsfähigkeit (...)
5.5.
Konsensbildung (...)
5.6.
Internationale Zusammenarbeit (...)
Hierzu
u.a. wird im BTI (richtig) ausgeführt:
„Allgemein
wird Kubas Bereitschaft der regionalen und internationalen
Zusammenarbeit aber als hoch eingeschätzt: Die Insel ist in vielen
Organisationen - mit dem Schwerpunkt Entwicklungspolitik - engagiert,
wird dort als kooperativer Partner betrachtet und versucht besonders die
regionale Integration auch institutionell zu stärken. Allerdings werden diese Bemühungen regelmäßig von den Isolationsbemühungen
der USA konterkariert.“ (fett R.S.)
6.
Gesamtbewertung der Lage und der Leistung - abschließende Bewertungen:
(...)
(1)
Ausgangsbedingungen: (...);
(2)
Stand und Wegstrecke: (...);
(3)
Management: (...)
7.
Ausblick (...)
Hier
führt der BTI zur kubanischen Transformation - und deren möglichen
Verlauf u.a. aus:
„Ob
dabei neben kurzfristigen Renditeerwägungen eine wirtschaftliche
Weitsicht entsteht, die beispielsweise Bildung und soziale Integration
als Transformationsvorteile begreift, darf nach dem bisherigen
Reformverlauf bezweifelt werden.“ (fett
R.S.)
Weiterhin
im 'Ausblick' auf eine mögliche Problematik der Transformation in (die
Konterrevolution und) den Kapitalismus heißt es:
„Da
außerdem bekannt ist, dass Populismus oft mit Nationalismus und
Ausgrenzungen arbeitet und die USA in einer Post-Castro-Ära sicherlich
nicht mehr als Feindbild taugen, ist eine Stilisierung neuer Feinde im
Innern zu erwarten. Mit Blick auf die politischen Traditionen und die
soziale Dynamik droht deshalb besonders der schwarzen Bevölkerung Kubas
eine neue rassistische Stigmatisierung.“ (... )
Abschließende
Anmerkung: Mögliche Bewertungen
und Schlussfolgerungen durch die bürgerlichen Wissenschaften - und
deren Gesellschaftsanalyse, auch mit Bezug auf deren
Zielstellung einer Transformation in die kapitalistische
Gesellschaftsordnung (Konterrevolution), sollten wir nicht
unterbewerten. -
Mit
idealistischen und analog 'religiösen'
(antimarxistischen-unwissenschaftlichen) Einstellungen, Phrasen und
Sophismus, können wir den überfälligen, antikapitalistischen und
zugleich antifaschistischen Umbruch, und die antiimperialistische
und gesellschaftspolitische Umwälzung, für Aufklärung, Emanzipation
und Sozialismus, nicht durchführen.
Auszug,
Hervorhebung und Zusammenfassung: Reinhold Schramm
Quellenverweis:
[1] Internet:
http://bti2003.bertelsmann-transformation-index.de/95.0.html
(*)
Hierzu führt das Ländergutachten aus: „In Kuba sind keine
demokratischen Institutionen etabliert. Allerdings sind die meisten
Institutionen des Regimes stabil, professionell ausdifferenziert und
leistungsfähig, so dass sich für eine Einführung demokratischer
Institutionen funktional zahlreiche Anknüpfungspunkte anbieten.“
(Anm.: Demnach rechnet man auch mit der Konterrevolution und der
Transformation im kubanischen Staats- und Parteiapparat. - R.S.)
[2]
- Diese Ausführungen sollten von Kuba-Freunden nicht als Triumph
gewertet werden. - Die imperialistische Embargopolitik ist eine
wesentliche (Haupt-)Ursache. - R.S.
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